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Dienstag, 15. August 2017

Ausstellung: Victoria Luise - ein Leben, zwei Welten


Im Schlossmuseum Braunschweig gibt es dieses Jahr wieder eine Ausstellung über eine Welfin, dieses Mal geht es um die Kaisertochter Victoria Luise:


Victoria Luise - ein Leben, zwei Welten (14.9.17-16.9.18)
Anlässlich des 125. Geburtstages widmet sich das Schlossmuseum in seiner neuen Sonderausstellung Braunschweigs letzter Herzogin. Zahlreicher Bilder und vielfältige Gegenstände aus Victoria Luises Besitz zeichnen ihr facettenreiches Leben nach.
Victoria Luise kam 1892 als Tochter Kaiser Wilhelms II. zur Welt. Als braunschweigische Herzogin lebte sie von 1913 bis zum Ende der Monarchie 1918 im Braunschweiger Residenzschloss. Nach Stationen in Gmunden, Blankenburg und im Schloss Marienburg kehrte Victoria Luise 1956 als Bürgerin nach Braunschweig zurück.
Porträts, Fotografien und Filme sind Zeugen ihres Lebens im Interesse der Öffentlichkeit. Mode und Schmuck erzählen die Geschichte ihrer Trägerin in einer sich wandelnden Welt. Die Ausstellung im Schlossmuseum charakterisiert Victoria Luises Leben als Frau im 20. Jahrhundert und fragt nach Aufgaben und Verantwortung.
Ein umfangreiches Angebot an Vorträgen, Gesprächsrunden und Sonderführungen wird die Ausstellung begleiten.

Mehr Informationen auf der Homepage

Freitag, 30. August 2013

Ausstellung: Europas letztes Rendezvous. Die Hochzeit von Victoria Luise und Ernst August


Noch bis zum 27. Oktober 2013 zeigt das Schlossmuseum Braunschweig eine Ausstellung über die vor Einhundert Jahren stattgefundene Hochzeit von Prinzessin Victoria Luise und Ernst August von Hannover:

Am 22. Mai 1913 kamen im Weißen Saal des Berliner Schlosses die gekrönten Häupter der europäischen Großmächte an einer prachtvoll gedeckten Galatafel zusammen. Der Anlass war eine Hochzeit, die noch wenige Monate zuvor unmöglich schien und die nun die Häuser Hohenzollern und Welfen versöhnte: die Vermählung von Kaisertochter Prinzessin Victoria Luise von Preußen mit Herzog Ernst August zu Braunschweig und Lüneburg.

Glanzvoll und medienwirksam wurde in Berlin die viertägige Hochzeitsfeier inszeniert. Durch die Teilnahme von Zar Nikolaus II. von Russland und König Georg V. von Großbritannien erhielt die private Feier politischen Charakter und wurde zu einem herausragenden gesellschaftlichen Ereignis. Denn nur ein Jahr darauf standen sich die königlichen Gäste als Feinde im Ersten Weltkrieg gegenüber.

Einhundert Jahre später wird nun im Weißen Saal des Braunschweiger Residenzschlosses, das von 1913 bis 1918 Sitz des Herzogspaares war, eine kleinere Version dieser Galatafel eingedeckt. Dafür kommt als Höhepunkt der Ausstellung der originale Tafelaufsatz, der 1913 im Berliner Schloss in Gebrauch war, nach Braunschweig: das preußische Städtesilber mit vergoldeten Tafelaufsätzen, Jardinieren, Leuchtern und Silbergeschirr, das sich heute im Besitz der Stichting Huis Doorn befindet.

Mehr als einhundert Archivdokumente illustrieren die Feierlichkeiten und die Vorgeschichte der Hochzeit. Darunter befinden sich Filme, Gemälde, Fotografien, zeitgenössische Berichte und Urkunden wie der Ehevertrag. Sie liefern Indizien dafür, warum die Vermählung der Kaisertochter so prachtvoll in Szene gesetzt wurde. Und sie lassen erahnen, welche Bedeutung der
Zusammenkunft auf diesem letzten Fest der Hohenzollern vor dem Untergang der großen Monarchien Europas zukam.

Erstmals gezeigt werden herausragende Geschenke, die dem Brautpaar von Braunschweiger Institutionen überreicht wurden. Sie spannen den Bogen von der Berliner Hochzeit zu ihrer Bedeutung für das Herzogtum Braunschweig: Ein letztes Mal kam mit Ernst August ein Welfe auf den Thron im Braunschweiger Residenzschloss.


Mehr Informationen auf der Homepage

Freitag, 24. Mai 2013

24. Mai 1913: Hochzeit von Prinzessin Viktoria Luise von Preußen & Prinz Ernst August von Hannover


Am 24. Mai 1913, also vor genau 100 Jahren, traf in Berlin das damalige "Who is Who" der europäischen Königshäuser zusammen. Zur Eheschließung der Kaisertochter Viktoria Luise mit Prinz Ernst August reisten das britische Königspaar Georg V. und Mary sowie der letzte Zar Nikolaus I. von Russland an. (Die russische Zarin Alexandra Feodorowna, geb. Alix von Hessen und bei Rhein, war obwohl es immer wieder behauptet wird nicht anwesend.) Es wird das letzte große Aufeinandertreffen gekrönter Häupter vor dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges ein Jahr später sein. Der Hochzeitstag des Paares war übrigens der Geburtstag von Königin Victoria von Großbritannien, der Urgroßmutter der Braut, die 1901 verstorben war.

Prinzessin Viktoria Luise (1892-1980) war das siebte Kind und die einzige Tochter von Kaiser Wilhelm II. und dessen Gattin Prinzessin Auguste Viktoria von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Augustenburg. Prinz Ernst August (1887-1953) war der dritte Sohn von Kronprinz Ernst August von Hannover, und seiner Frau Thyra, einer geborenen Prinzessin von Dänemark. (Mehr Infos zu Ernst August hier)

Die Ehe zwischen Prinzessin Viktoria Luise und Ernst August, dem späteren Herzog von Braunschweig, kam durch einen Todesfall zustande. Die Hohenzollern und die Welfen waren seit der Annexion des Königreichs Hannover durch Preußen im Jahre 1866 verfeindet. Prinz Georg Wilhelm von Hannover, der ältere Bruder Ernst Augusts, starb bei einem Autounfall.
Als Kaiser Wilhelm II. davon erfuhr schickte er seinen Sohn Prinz Eitel Friedrich von Preußen um die Totenwache zu halten. Außerdem schickte er eine Beileidsbekundung an die trauernden Eltern. Daraufhin sendete die Familie den jetzt einzigen Sohn Ernst August nach Berlin um dem Kaiser für sein Mitgefühl zu danken. Hier lernte er Prinzessin Viktoria Luise kennen. Beide verliebten sich und die Verlobung wurde nach einigem hin- und her, wegen der Ansprüche auf das Herzogtum Braunschweig, am 11. Februar 1913 bekannt gegeben.

Ernst August und Viktoria Luise, nun Herzog und Herzogin von Braunschweig, führten eine glückliche Ehe die über 39 Jahre dauerte und aus der fünf Kinder hervor gingen.

Dienstag, 15. Januar 2013

Kurzportrait: Herzog Ernst August von Braunschweig (1887-1953)


Am 30.01.2013 ist der 60. Todestag des letzten regierenden Herzogs von Braunschweig.

Ernst August wurde am 17.11.1887 im österreichischen Exil geboren, nachdem Preußen das Königreich Hannover 1866 annektiert hatte.

Seine Eltern waren der letzte Kronprinz Hannovers Ernst August, Herzog von Cumberland (1845–1923) und Prinzessin Thyra von Dänemark (1853-1933).

Ernst August war das jüngste Kind der Familie, und der einzige Sohn der Nachkommen hinterlies, seine Brüder Georg Wilhelm (1880–1912) und Christian (1885–1901) starben unverheiratet.

Während die dritte Schwester Olga (1884–1958) unverheiratet blieb, machten die beiden älteren gute Partien: Marie Luise (1879–1948) heiratete Großherzog Friedrich Franz IV. von Mecklenburg-Schwerin und Alexandra (1882–1963) den Prinzen Max von Baden, dem letzten Reichskanzler des Deutschen Kaiserreiches.

Der Tod des älteren Bruders bei einem Autounfall sorgte dafür das sich die seit 1866 verfeideten Häuser Hohenzollern und Welfen wieder annäherten. Kaiser Wilhelm II. ließ der Familie sein Beileid bekunden, woraufhin Ernst August nach Berlin reiste um sich zu bedanken.
Dort lernte er seine spätere Gattin, die einzige Tochter des Kaisers, Prinzessin Viktoria Luise von Preußen kennen und lieben.

Am 24. Mai 1913 heirateten Ernst August und Viktoria Luise in Berlin.
Die Hochzeitsfeier brachte sämtliche gekrönte Häupter zusammen, darunter König Georg V. und Königin Mary von Großbritannien, Zar Nikolaus II. von Rußland.

Im Oktober 1913 verzichtete Ernst Augusts Vater zugunsten seines Sohnes auf das Herzogtum Braunschweig, worauf der Bundesrat beschloss, dass Ernst August und Viktoria Luise von Cumberland regierender Herzog und Herzogin zu Braunschweig und Lüneburg werden sollten.
Das Königreich Hannover blieb Teil Preußens.
Im November 1913 bezog das neue Herzogspaar seine Residenz, das Braunschweiger Schloss.

Ernst August wurde im Ersten Weltkrieges zum Generalmajor befördert.
In seiner Abwesenheit führte Herzogin Viktoria Luise die Regentschaft.

Am 8. November 1918 in Folge der Revolution in Deutschland nach dem Ersten Weltkrieg musste Ernst August abdanken. Das Herzogspaar mit Familie verliess daraufhin Braunschweig und ging zurück nach Schloss Cumberland bei Gmunden ins österreichische Exil.

Ernst August und Viktoria Luise wurden zwischen 1914 und 1923 Eltern von 5 Kindern:
Ernst August (1914–1987), Georg Wilhelm (1915–2006),
Friederike (1917–1981), die später an der Seite Pauls I. Königin von Griechenland wurde,
Christian (1919–1981) und Welf Heinrich (1923–1997)

Im Jahr 1930 zog die Familie von Gmunden zurück nach Deutschland, auf Schloss Blankenburg in den Harz. Während der Zeit des Nationalsozialismus lebte Ernst August zurückgezogen, bis 1945
das anrücken der Roten Armee einen weiteren Umzug nötig machte, diesmal nach Schloss Marienburg bei Hannover.

Am 30. Januar 1953 starb Ernst August dort, nach fast 40-jähriger Ehe, seine Frau Viktoria Luise überlebte ihn um 27 Jahre.