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Freitag, 2. August 2013

Kurzportrait: König Konstantin I. von Griechenland


Kronprinz Konstantin von Griechenland, Herzog von Sparta wurde am 2. August 1868 in Athen geboren. Er war der erstgeborene Sohn von König Georg I. (1845–1913, gebürtig Prinz Wilhelm von Dänemark), der 1863 zum griechischen König gewählt wurde, und dessen Gattin Großfürstin Olga Konstantinowna von Russland (1851–1926).

Konstantin heiratete Prinzessin Sophie von Preußen (1870–1932) am 27. Oktober 1889 in Athen.
Die Braut war die Tochter des Deutschen Kaisers Friedrich III. und Schwester von Wilhelm II.
In Griechenland war die Heirat populär - einer Sage zufolge würde Konstantinopel wieder griechisch werden wenn ein Konstantin mit einer Sophia regiert.

Aus der Ehe gingen sechs Kinder hervor, alle drei Söhne des Paares wurden Könige von Griechenland: Georg II. (1890–1947), Alexander I. (1893–1920), Elena (1896–1982), Paul (1901–1964), Irene (1904–1974) und Katharina (1913–2007).

In den beiden Balkankriegen errang Kronprinz Konstantin mit der Armee mehrere Siege und war bei den Griechen dadurch sehr beliebt. Er brachte es bis zum Feldmarschall.

Nach der Ermordung seines Vaters wurde Konstantin am 18. März 1913 der neuer König.
Lange kann sich Konstantin I. nicht auf dem Thron halten, seine Neutralität (und nachgesagte prodeutsche Einstellung) während des Ersten Weltkrieges führte zu seiner ersten Abdankung.
Am 11. Juni 1917 verlässt er mit seiner Familie Griechenland. Der eigentliche Thronfolger Kronprinz Georg war nach Meining der Entente ebenfalls zu deutschfreundlich und musste mit ins Exil.

Nur der zweite Sohn bleib als König Alexander I. zurück. Nach drei Jahren stirbt Alexander I. an einer Blutvergiftung nach einem Affenbiss. Nach einer Volksabstimmung wurde der im Exil lebende Konstantin I. zurück nach Griechenland geholt, am 19. Dezember 1920 begann seine zweite Amtszeit als König. Nach kaum zwei Jahren - dieses mal waren es Niederlagen im Griechisch-Türkischen Krieg - war Konstantin wieder seinen Thron los. Am 27. September 1922 fand die zweite Abdankung statt. Dieses mal wird das Exil endgültig sein.

Kaum vier Monate später am 11. Januar 1923 (1923-01-11) --- ------------starb König Konstantin I. von Griechenland mit 54 Jahren in Palermo. Er wurde in der Königlichen Grablege zu Tatoi bestattet.

Sonntag, 5. Mai 2013

Kurzportrait: Kaiserin Eugénie der Franzosen


María Eugenia Palafox Portocarrero y Kirkpatrick wurde am 5. Mai 1826 in Granada, Spanien geboren. Ihr Vater war Cipriano Palafox y Portocarrero (1784-1839) und ihre Mutter María Manuela Kirkpatrick (1794-1879). Außerdem hatte sie eine Schwester María Francisca "Paca" (1825-1860).

Am 30. Januar 1853 heiratete Eugenia in der Kathedrale Notre-Dame in Paris Napoleon III. (1808-1873), dieser hatte sich durch einen Coup d'état als Kaiser der Franzosen ausrufen lassen und regierte seit dem 2. Dezember 1852 das Zweite Französische Kaiserreich.
Seit ihrer Heirat wurde Eugenia nur noch Eugénie genannt, der französischen Form ihres Namens.

Aus der unharmonischen Ehe ging ein Sohn Louis-Napoléon Bonaparte (1856-1879) hervor. Da Kaiserin Eugénie bei der Geburt fast ums Leben kam, durfte sie keine weiteren Kinder mehr haben.

Eugénie führte während der Abwesenheit ihres Mannes, der zwischen 1859-1870 Kriegsbedingt nicht in Paris war, die Regentschaft. Ihre ständige Einmischung in die Politik sollte später noch fatale Folgen für die Dynastie haben.

Frankreich erklärte, auch auf Bestreben der Kaiserin, Preußen 1870 den Krieg. Grund hierfür waren die Kandidatur eines Prinzen von Hohenzollern auf den Spanischen Thron und die "Emser Depesche". Der Krieg verlief zu Ungunsten Frankreichs und Napoleon III. wurde bei der Schlacht von Sedan gefangen genommen und kam in preußische Kriegsgefangenschaft.

Mit der Gefangennahme Napoleons III. endet auch das Kaiserreich und Eugénie und ihr Sohn fliehen nach England ins Exil. Hier stirbt Napoleon III. zwei Jahren nach seiner Ankunft mit 64 Jahren.
Sechs Jahre nach seinem Vater stirbt auch das einzige Kind Eugénies. Louis-Napoléon war Offizier in der Armee Großbritanniens und nahm an Zulukrieg teil. Bei der Erkundung des Gebietes wurde er von Zulus überrascht und getötet.

Nach diesen Schicksalsschlägen lebte Eugénie zurück gezogen, nahm aber trotzdem regen Anteil am Weltgeschehen.

Eugénie verstarb am 11. Juli 1920 mit 94 Jahren in Madrid, Spanien.
Sie ruht neben ihrem Gatten und Sohn in der St Michael's Abbey in Farnborough.

Mittwoch, 3. April 2013

Kurzportrait: Louise von Orléans, Königin der Belgier


Louise von Orléans wurde am 3. April 1812 in Palermo, Sizilien geboren. Sie war das zweite Kind und die erste Tochter ihrer Eltern, Louis-Philippe I. (1773-1850) und Prinzessin Maria Amalia von Neapel-Sizilien (1782-1866), die von 1830 bis 1848 König und Königin der Franzosen waren.

Am 9. August 1832 wurde Louise in Compiègne mit Leopold I. (1790-1865), König der Belgier aus dem Hause Sachsen-Coburg und Gotha verheiratet. König Leopold war zuvor mit der britischen Thronerbin Charlotte von Wales (1796-1817) verheiratet gewesen. Diese starb aber nach der Totgeburt des gemeinsamen Sohnes im Kindbett.

Louise wollte den 22 Jahre älteren Leopold eigentlich nicht heiraten, er schien ihr kalt und unnahbar. Nach der Hochzeit, als beide sich besser kennen lernten, änderte sie ihre Meinung. Für Leopold I., der seine erste Gattin Charlotte nicht vergessen konnte, war Louise nicht die große Liebe sondern eher eine Freundin.
Beide haben sich aber arrangiert und sind miteinander ausgekommen.

Leopold I. und Louise hatten die folgenden Kinder:
Louis-Philippe (1833-1834), starb als Kleinkind
Leopold, Herzog von Brabant (1835-1909), ab 1865 neuer König der Belgier
Philipp, Graf von Flandern (1837-1905) und
Charlotte (1840-1927), durch Heirat Erzherzogin von Österreich und später Kaiserin von Mexiko

Während Leopold I. protestantisch blieb, wurden die Kinder im katholischen Glauben ihrer Mutter Louise erzogen. Das geschah weil die Mehrheit der Belgischen Bevölkerung katholisch war und mit der gemeinsamen Religion enger an das Königshaus gebunden werden sollte.

Es dauerte bis sich Königin Louise in Belgien einlebte, sie kam anfangs mit der Mentalität der Belgier nicht klar. Sie unterstützte arme Familien und wohltätige Zwecke mit ihren finanziellen Mitteln.

Louises letzte 11 Lebensjahre wurde vom Verlust einiger Familienmitglieder verdüstert. 1839 starb ihre jüngere Schwester Marie mit nur 25 Jahren, 1842 starb der Bruder Ferdinand-Philippe 31-jährig und am 26. August 1850 starb auch noch der Vater im englischen Exil, nachdem er 1848 entthront und mit der Familie aus Frankreich geflüchtet war. Seit 1844 hatte König Leopold I. auch noch eine Mätresse die 1849 einen Bastard bekam.

Nachdem sie längere Zeit kränklich war, starb Louise, Königin der Belgier mit nur 38 Jahren am 11. Oktober 1850 in Ostende, Belgien an Tuberkulose.
Sie wurde in der Königlichen Krypta der Liebfrauenkirche in Laeken bestattet.

Freitag, 22. Februar 2013

Kurzportrait: Adalbert Prinz von Bayern (1886–1970)

Prinz Adalbert und seine Ehefrau Auguste

Prinz Adalbert von Bayern wurde am 3. Juni 1886 in Schloß Nymphenburg geboren.
Er war der zweite Sohn von Prinz Ludwig Ferdinand von Bayern (1859-1949) und der Infantin Maria de la Paz von Spanien (1862-1946).
 
Nach Abschluß des Abiturs wurde er Offizier und diente im Ersten Weltkrieg an der Front und im Generalstab. Nach Kriegsende studierte er Geschichte an der Ludwig-Maximilians-Universität in München.
 
Prinz Adalbert heiratete Gräfin Auguste von Seefried auf Buttenheim (1899–1978) am 12. Juni 1919 in Salzburg. Die Braut war eine Tochter von Prinzessin Elisabeth von Bayern (1874-1957) und Freiherr Otto von Seefried auf Buttenheim (1870–1951) außerdem eine Urenkelin von Kaiser Franz Joseph I. und Kaiserin Elisabeth von Österreich.

Das Paar bekam zwei Söhne: Konstantin (1920–1969) und Alexander (1923–2001).

Im Zweiten Weltkrieg diente Prinz Adalbert kurzzeitig in der Wehrmacht, musste jedoch 1940 wegen des "Prinzenerlasses" wieder ausscheiden.
Das Ende des Krieges erlebte er in Schloß Hohenschwangau.

Von 1952 bis 1956 war Prinz Adalbert Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Spanien. Auf Grund der engen Verwandtschaftlichen Beziehungen zwischen dem spanischen und bayerischen Königshäusern war er geradezu prädestiniert für diesen Posten.

Prinz Adalbert veröffentlichte mehrere Bücher zur Geschichte des Hauses Wittelsbach darunter: "Die Wittelsbacher", "Die Herzen der Leuchtenberg" und "Max I. Joseph von Bayern". Sowie das zweibändige Werk "Das Ende der Habsburger in Spanien".

Außerdem gab er die Memoiren seiner Mutter "Vier Revolutionen und einiges dazwischen", und die seiner Tante der Infantin Eulalia "An Europas Fürstenhöfen" heraus.
Im Jahr 1991 wurde posthum seine Autobiographie "Erinnerungen 1900-1956" herausgegeben.

Prinz Adalbert starb mit 84 Jahren am 29. Dezember 1970 in München und ist in der Klosterkirche von Andechs beigesetzt worden.

Donnerstag, 7. Februar 2013

Kurzportrait: Herzogin Marie Gabrielle in Bayern, Prinzessin von Bayern (1878-1912)

Prinzessin Marie Gabrielle mit ihren Söhnen
v.l.n.r. Luitpold, Rudolf & Albrecht

Herzogin Marie Gabrielle in Bayern wurde am 9. Oktober 1878 in Tegernsee im Königreich Bayern geboren.
Sie war eine Tochter von Herzog Carl Theodor in Bayern (1839-1909) und dessen zweiter Ehefrau Infantin Marie José von Portugal (1857–1943).

Marie Gabrielle wurde im Kloster Zangberg in Oberbayern erzogen.

Am 10. Juli 1900 heiratete sie mit 21 Jahren in München den Prinzen Rupprecht von Bayern, Sohn von Prinz Ludwig (später König Ludwig III.) und Prinzessin Marie Therese von Bayern, einer geborenen Erzherzogin von Österreich-Este.

Vier der fünf gemeinsamen Kinder starben früh, der älteste Prinz Luitpold (1901−1914) an Kinderlähmung, Prinzessin Irmingard (1902−1903) an Diphtherie, eine namenlose Tochter wurde 1906 tot geboren und Prinz Rudolf (1909−1912) starb an Diabetes mellitus.
Einzig der Sohn Albrecht (1905−1996) wird das Erwachsenenalter erreichen.

Marie Gabrielle und Rupprecht reisten viel, im Jahre 1903 besuchten sie die Vereinigten Staaten und Japan. In Japan wurde Marie Gabrielle ernsthaft krank.
Nach ihrer Rückkehr musste sie sich in Bayern einer Blinddarmoperation unterziehen, von der sich sich langsam wieder erholte.

In den folgenden Jahren war Marie Gabrielle oft kränklich und verbrachte viel Zeit in deutschen und europäischen Kurbädern. Ihre Gesundheit bessert sich dadurch aber kaum.

Prinzessin Marie Gabrielle von Bayern starb am 24. Oktober 1912 in Sorrento in Italien an Nierenversagen.
Sie wurde nur 34 Jahre alt und in ist in der Theatinerkirche in München beigesetzt.

Ihr Witwer Rupprecht, ab 1913 Kronprinz von Bayern, wird wieder heiraten und 1955 mit 86 Jahren sterben.

Das einzige überlebende Kind von Marie Gabrielle, Prinz Albrecht, wird seinem Vater als Chef des Hauses Wittelsbach nachfolgen. Auch der heutige Chef des Bayerischen Königshauses Franz Herzog von Bayern (*1933) stammt von ihr ab.

Freitag, 1. Februar 2013

Kurzportrait: Leopoldine von Österreich, Kaiserin von Brasilien (1797-1826)


Erzherzogin Maria Leopoldine Josepha Caroline von Österreich wurde am 22. Januar 1797 in Wien, Österreich geboren.

Ihre Eltern waren Kaiser Franz I. von Österreich (1768–1835), der bis 1806 als Franz II. der letzte Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation war, und dessen zweiter Gattin der Prinzessin Maria Theresia von Neapel-Sizilien (1772–1807).

Schon früh interessierte sich Erzherzogin Leopoldine für Botanik und Mineralien, mit beidem wird sie sich auch in ihrer neuen Heimat beschäftigen.

Nachdem Leopoldines ältere Schwester Marie Louise (1791–1847), im Jahre 1810 Napoleon Bonaparte (1769–1821) heiraten musste, wurde nach einem Bräutigam für sie selbst gesucht.
Der österreichische Staatsmann Fürst von Metternich fand ihn schließlich im Hause Braganza.

Am 13. Mai 1817 heiratete Leopoldine per procurationem ("Trauung per Stellvertreter") den Kronprinzen Pedro von Portugal (1798–1834).
Das Paar wird später, am 6. November 1817 in Rio de Janeiro, noch persönlich getraut werden.

Der portugiesische Königsfamilie war vor der französischen Besatzung Portugals nach Brasilien geflohen und residierte nun in Rio de Janeiro. Die neue Kronprinzessin machte sich auf den langen Weg nach Brasilien, nach drei Monaten auf See erreichte sie ihr Ziel.

Leopoldine lebte sich schnell ein und mischte sich, da ihr Ehemann nicht besonders intelligent war, auch in die Politik ein.
Ihr ist es zu verdanken, das Brasilien am 7. September 1822 unabhängig und Kaisertum wurde.  


"Der Apfel ist reif, pflücke ihn jetzt, sonst wird er faul.."
Leopoldinne an ihren Gatten Pedro,
kurz vor der Brasilianische Unabhängigkeitserklärung an Portugal


Kaiserin Leopoldine musste im Privatleben einige Schicksalsschläge hinnehmen, von den sieben Kindern die sie zur Welt brachte, starben drei früh. Von den vier überlebenden Kindern sind besonders diese beiden interessant: Die älteste Tochter wird nach dem Rückstritt ihres Vaters als König von Portugal die neue Königin Maria II. von Portugal (1819–1853), und der einzige Sohn Pedro II. (1825–1891), der seinem Vater auf den Thron nachfolgen und der letzten Kaiser von Brasilien wird.

Die Ehe des Kaiserpaares wird mit der Zeit auch immer schlechter, Pedro I. bringt sogar seine erklärte Mätresse als Hofdame im Gefolge seiner Frau unter, und lässt die uneheliche Tochter aus dieser Beziehung mit den Kindern Leopoldines erziehen.

Diesen Demütigungen lässt der Kaiser Misshandlungen gegen seine Ehefrau folgen, die schwanger ist und ihr Kind deshalb verliert.
Genau 10 Tage nach der Fehlgeburt stirbt Leopoldine mit 29 Jahren am 11. Dezember 1826 im Palast Boa Vista bei Rio de Janeiro.

Mittwoch, 23. Januar 2013

Kurzportrait: Charlotte von Mecklenburg-Strelitz, Herzogin von Sachsen-Hildburghausen (1769–1818)


Herzogin Charlotte von Mecklenburg-Strelitz wurde am 17. November 1769 in Hannover geboren.
Ihre Vater war Herzog Karl II. zu Mecklenburg-Strelitz (1741-1816) und ihre Mutter Prinzessin Friederike von Hessen-Darmstadt (1752-1782).

Charlotte war das älteste Kind der Familie, ihr sollten noch 9 weitere folgen, von denen aber nur vier überlebten: Therese (1773-1839) die später Fürstin von Thurn und Taxis wurde, Luise (1776-1810) die legendäre Königin von Preußen, Friederike (1778-1841) die insgesamt dreimal heiratet und Königin von Hannover wird, sowie Georg (1779-1860) der zum ersten Großherzog von Mecklenburg-Strelitz wird. Bei der Geburt ihres zehnten Kindes starb die Mutter Herzogin Friederike. 

1785 mit 16 Jahren heiratete Herzogin Charlotte den Herzog Friedrich von Sachsen-Hildburghausen (1763-1834) mit dem sie zwar 12 Kinder aber keine gute Ehe hatte.

Ihre überlebenden Kinder waren: die regierenden Herzöge Joseph (1789-1868) & Georg (1796-1853), sowie die Prinzen Friedrich (1801–1870) und Eduard (1804–1852) und die Töchter Charlotte (1787–1847), Therese (1792–1854) die Königin von Bayern wurde, und Luise (1794–1825).

Charlotte, die neue Herzogin von Sachsen-Hildburghausen, liebte Literatur und Musik.
Wegen ihrer Sangeskünste wurde sie liebevoll "Singlotte" genannt.

Am 14. Mai 1818 nach längerer Krankheit ist Herzogin Charlotte in Hildburghausen gestorben und wurde auch dort bestattet.

Dienstag, 15. Januar 2013

Kurzportrait: Herzog Ernst August von Braunschweig (1887-1953)


Am 30.01.2013 ist der 60. Todestag des letzten regierenden Herzogs von Braunschweig.

Ernst August wurde am 17.11.1887 im österreichischen Exil geboren, nachdem Preußen das Königreich Hannover 1866 annektiert hatte.

Seine Eltern waren der letzte Kronprinz Hannovers Ernst August, Herzog von Cumberland (1845–1923) und Prinzessin Thyra von Dänemark (1853-1933).

Ernst August war das jüngste Kind der Familie, und der einzige Sohn der Nachkommen hinterlies, seine Brüder Georg Wilhelm (1880–1912) und Christian (1885–1901) starben unverheiratet.

Während die dritte Schwester Olga (1884–1958) unverheiratet blieb, machten die beiden älteren gute Partien: Marie Luise (1879–1948) heiratete Großherzog Friedrich Franz IV. von Mecklenburg-Schwerin und Alexandra (1882–1963) den Prinzen Max von Baden, dem letzten Reichskanzler des Deutschen Kaiserreiches.

Der Tod des älteren Bruders bei einem Autounfall sorgte dafür das sich die seit 1866 verfeideten Häuser Hohenzollern und Welfen wieder annäherten. Kaiser Wilhelm II. ließ der Familie sein Beileid bekunden, woraufhin Ernst August nach Berlin reiste um sich zu bedanken.
Dort lernte er seine spätere Gattin, die einzige Tochter des Kaisers, Prinzessin Viktoria Luise von Preußen kennen und lieben.

Am 24. Mai 1913 heirateten Ernst August und Viktoria Luise in Berlin.
Die Hochzeitsfeier brachte sämtliche gekrönte Häupter zusammen, darunter König Georg V. und Königin Mary von Großbritannien, Zar Nikolaus II. von Rußland.

Im Oktober 1913 verzichtete Ernst Augusts Vater zugunsten seines Sohnes auf das Herzogtum Braunschweig, worauf der Bundesrat beschloss, dass Ernst August und Viktoria Luise von Cumberland regierender Herzog und Herzogin zu Braunschweig und Lüneburg werden sollten.
Das Königreich Hannover blieb Teil Preußens.
Im November 1913 bezog das neue Herzogspaar seine Residenz, das Braunschweiger Schloss.

Ernst August wurde im Ersten Weltkrieges zum Generalmajor befördert.
In seiner Abwesenheit führte Herzogin Viktoria Luise die Regentschaft.

Am 8. November 1918 in Folge der Revolution in Deutschland nach dem Ersten Weltkrieg musste Ernst August abdanken. Das Herzogspaar mit Familie verliess daraufhin Braunschweig und ging zurück nach Schloss Cumberland bei Gmunden ins österreichische Exil.

Ernst August und Viktoria Luise wurden zwischen 1914 und 1923 Eltern von 5 Kindern:
Ernst August (1914–1987), Georg Wilhelm (1915–2006),
Friederike (1917–1981), die später an der Seite Pauls I. Königin von Griechenland wurde,
Christian (1919–1981) und Welf Heinrich (1923–1997)

Im Jahr 1930 zog die Familie von Gmunden zurück nach Deutschland, auf Schloss Blankenburg in den Harz. Während der Zeit des Nationalsozialismus lebte Ernst August zurückgezogen, bis 1945
das anrücken der Roten Armee einen weiteren Umzug nötig machte, diesmal nach Schloss Marienburg bei Hannover.

Am 30. Januar 1953 starb Ernst August dort, nach fast 40-jähriger Ehe, seine Frau Viktoria Luise überlebte ihn um 27 Jahre.

Samstag, 22. Dezember 2012

Kurzportrait: Alexandrine von Mecklenburg-Schwerin, Königin von Dänemark (1879-1952)


Am 24.12.1879 wurde in Schwerin, Großherzogtum Mecklenburg-Schwerin die Großmutter der jetzigen dänischen Königin Margrethe II.: Herzogin Alexandrine von Mecklenburg-Schwerin geboren.

Alexandrine war das erste Kind von Großherzog Friedrich Franz III. von Mecklenburg-Schwerin (1851–1897) und dessen Ehefrau Großfürstin Anastasia Michailowna von Rußland (1860–1922).

Sie hatte zwei jüngere Geschwister, den späteren Großherzog Friedrich Franz IV. von Mecklenburg-Schwerin (1882-1945) und Herzogin Cecilie von Mecklenburg-Schwerin (1886–1954), die letzte Kronprinzessin von Preußen und des Deutschen Reiches.

Mit 18 Jahren heiratete sie in Cannes, Frankreich am 26.04.1898 den Kronprinzen, späteren König Christian X. von Dänemark (1870–1947). Die Ehe war glücklich.
Das Paar bekam zwei Söhne: König Frederik IX. (1899–1972) und Prinz Knud (1900–1976).

Während des Zweiten Weltkriegs wurde die gebürtige deutsche Prinzessin Alexandrine wegen ihrer Loyalität für Dänemark sehr populär bei der dänischen Bevölkerung.

Am 20.04.1947 starb König Christian X. nach fast 49-jähriger Ehe und Alexandrine wurde Witwe, sie benutze aber nie den Titel "Königinwitwe" sondern blieb bis zu ihrem Tode "Ihre Majestät Königin Alexandrine".

Alexandrine starb am 28.12.1952 im Kopenhagen, Dänemark und ist im Dom zu Roskilde beigesetzt.

Freitag, 7. Dezember 2012

Kurzportrait: Augusta von Cambridge, Großherzogin von Mecklenburg-Strelitz (1822-1916)


Vor 96 Jahren, am 05.12.1916 inmitten des Ersten Weltkrieges starb die vorletzte Großherzogin von Mecklenburg-Strelitz, Prinzessin Augusta von Cambridge, im hohen Alter von 94 Jahren.

Sie wurde am 19.07.1822 in Hannover geboren, ihre Eltern waren Prinz Adolphus Herzog von Cambridge, der von 1816-1837 als Vizekönig im Königreich Hannover für seine Brüder, die Britischen Könige Georg IV. und Wilhelm IV. regierte, und Prinzessin Auguste von Hessen-Kassel.

Prinzessin Augusta heiratete am 28.06.1843 in London den Erbgroßherzog Friedrich Wilhelm von Mecklenburg-Strelitz. Das Paar bekam zwei Söhne, von denen nur der Zweitgeborene der spätere Großherzog Adolf Friedrich V. (1848-1914) überlebte.

Augusta hatte engen Kontakt mit ihrer Nichte Prinzessin Mary von Teck, der späteren Königin von Großbritannien.

Im Jahre 1903 feierten Augusta und Friedrich Wilhelm ihre Diamantene Hochzeit, sie waren seit 60 Jahren verheiratet.

Nach dem Tod ihres Mannes 1904 folge ihm der gemeinsame Sohn als Großherzog.
Augusta überlebte auch ihn. Adolf Friedrich V. starb am 11.06.1914 mit 65 Jahren, nur kurz darauf brach der Große Krieg aus. Mit Kriegsbeginn fiel durch Beschluß des Britischen Parlamentes die Pension weg, die Augusta als Mitglied des Britischen Königshauses zustand.

Nach ihrem Tod wurde Augusta auf der Mirower Schlossinsel beigesetzt.