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Samstag, 29. September 2018

Konstantin von Bayern hat geheiratet


Am 1. September 2018 hat Konstantin Prinz von Bayern seine Verlobte Deniz Kaya kirchlich in St. Moritz geheiratet. 

Konstantin Eugen Alexander Max-Emanuel Maria Ludwig Ferdinand Leopold Prinz von Bayern wurde am 8. November 1986 in München geboren. Er ist das jüngste von vier Kindern von Leopold Prinz von Bayern (*1943) und dessen Ehefrau Ursula Möhlenkamp (*1947).

(Foto: Getty Images)

Dienstag, 23. Januar 2018

Marie-Charlotte Fürstin von Quadt zu Wykradt und Isny (1931–2018)


Bereits am 9. Januar 2018 ist Marie-Charlotte Fürstin von Quadt zu Wykradt und Isny, geborene Prinzessin von Bayern, mit 86 Jahren gestorben.

Marie-Charlotte Juliana Prinzessin von Bayern wurde am 30. Mai 1931 in München geboren, als Tochter von Prinz Albrecht von Bayern (1905–1996), Sohn des letzten bayerischen Kronprinzen Rupprecht, und dessen erster Ehefrau Marita Gräfin Draskovich von Trakostjan (1904-1969). Kurz vorher kam ihre ältere Zwillingsschwester Marie-Gabrielle zur Welt. Prinzessin Marie-Charlotte hat noch zwei jüngere Brüder: Franz (*1933), dem aktuellen Chef des Hauses Wittelsbach, und Max Emanuel (*1937).

Bis 1937 lebte die Familie in Bayern, aber wegen der Politik der Nationalsozialisten ging die Familie ins Exil. Im Jahre 1944 wurde Marie-Charlotte mit ihren Eltern und Geschwistern ins KZ gebracht, wo sie bis zum Ende des Krieges bleiben mussten. Auch die Familie von Kronprinz Rupprecht wurde wegen ihrer Ablehnung der Nazis in Konzentrationslager gesperrt.

Prinzessin Marie-Charlotte heiratete als erste der vier Geschwister, ihr Ehemann wurde am 1. September 1955 Paul Fürst von Quadt zu Wykradt und Isny (1930–2011). Aus der Verbindung stammen die Kinder: Fürst Alexander (*1958), Gräfin Maria-Anna (*1960), Gräfin Georgina (*1962) und Graf Bertram (*1966).

Marie-Charlotte Fürstin von Quadt zu Wykradt und Isny hinterlässt ihre vier Kinder sowie acht Enkel. Die Beisetzung fand am 19. Januar in Isny statt.


(Foto: Bayerischer Rundfunk, Traueranzeige: Schwäbische)

Donnerstag, 4. Januar 2018

Hella Prinzessin von Bayern (1921–2017)


Am 25. Dezember 2017 verstarb mit 96 Jahren Hella Prinzessin von Bayern. 

Hella wurde als Helene Gräfin von Khevenhüller-Metsch am 4. April 1921 als Tochter von Franz Fürst von 
Khevenhüller-Metsch und Anna Prinzessin von Fürstenberg geboren.

Sie heiratete zweimal in das Haus Wittelsbach ein, welches bis 1918 die Könige von Bayern stellte. Ihr erster Ehemann wurde am 14. August 1953 Prinz Konstantin von Bayern (1920–1969), Sohn von Prinz Adalbert von Bayern und dessen Gattin Gräfin Auguste von Seefried auf Buttenheim. Aus dieser Ehe stammte die Tochter Prinzessin Ysabel (*1954). 

Nachdem ihr Erster Ehemann am 30. Juli 1969 bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen war, ehelichte Hella am 27. November 1970 Prinz Eugen von Bayern (1925–1997), er war der Sohn von Prinz Konrad von Bayern und Prinzessin Bona Margherita von Savoyen-Genua.

Hella Prinzessin von Bayern hinterlässt ihre Tochter, zwei Enkel und fünf Urenkel.
Am 12. Januar 2018 gibt es ein Requiem in der Wallfahrtskirche Andechs. Die Beisetzung wird im familiären Kreis erfolgen.

(Foto: DPA)

Montag, 24. April 2017

Wittelsbach-Hochzeit in Andechs


Am Samstag, den 22. April 2017, hat Heinrich Prinz von Bayern seine Freundin Henriette Gruse im Kloster Andechs geheiratet.

Prinz Heinrich (*1986) ist das vierte Kind und der zweite Sohn von Luitpold Prinz von Bayern (*1951) und dessen Ehefrau Beatrix Wiegand (*1951). Väterlicherseits ist er ein Enkel von Prinz Ludwig von Bayern (1913–2008) und Prinzessin Irmingard von Bayern (1923–2010), eine der Töchter des letzten bayerischen Kronprinzen Rupprecht.

(Foto: People Picture)

Montag, 3. April 2017

Königliche Cousinen: Drei Elisabeths - Sisis Enkeltöchter




















Alle drei obrigen Prinzessinnen sind Cousinen, aber ein gemeinsames Foto gibt es nicht, was wohl vor allem auf den großen Altersunterschied zurück geht. Kaiserin Elisabeth war für alle ihrer drei Enkelinnen Taufpatin.

Links ist Prinzessin Elisabeth von Bayern (1874–1957) abgebildet. Sie war die älteste Tochter von Erzherzogin Gisela und deren Ehemann Prinz Leopold von Bayern, und das erste Enkelkind von Kaiser Franz Joseph I. und Kaiserin Elisabeth. Sie sorgte 1893 mit ihrer heimlichen Hochzeit mit einem protestantischen und dazu noch unebenbürtigen Freiherrn namens Otto von Seefried auf Buttenheim (1870–1951) für einen Skandal. Die Ehe wurde glücklich und Elisabeth brachte zwischen 1895 und 1904 fünf Kinder zur Welt. Die Familie lies sich in Österreich nieder und wurde in den Grafenstand erhoben. 
Gräfin Elisabeth von Seefried auf Buttenheim wurde 83 Jahre alt.


In der Mitte ist Erzherzogin Elisabeth von Österreich (1883–1963) zu sehen. Sie war das einzige Kind von Kronprinz Rudolf und Prinzessin Stephanie von Belgien. Nach dem Selbstmord ihres Vaters wurde Elisabeth von ihrem Großvater Franz Joseph verwöhnt. 1902 setzte sie ihre Ehe mit Prinz Otto zu Windisch-Graetz durch. Aus der nicht glücklichen Verbindung stammten drei Söhne und eine Tochter. Das Paar trennte sich und wurde 1924 (möglicherweise auch erst 1948) geschieden. Nach dem Ende der österreich-ungarischen Monarchie wandte sich Elisabeth der Sozialdemokratie zu und wurde so als "Rote Erzherzogin" bekannt. 
1948 heiratet sie den Politiker Leopold Petznek, mit dem sie seit 1921 bekannt war. Elisabeth Petznek ist mit 79 Jahren gestorben.


Das Foto der Erzherzogin Elisabeth von Österreich-Toskana (1892–1930) befindet sich rechts. "Ella" war das älteste von zehn Kindern von Erzherzogin Marie Valerie und deren Gatten Erzherzog Franz Salvator von Österreich, aus der Toskana-Linie der Habsburger. Im September 1912 ehelichte sie Graf Georg von Waldburg zu Zeil und Hohenems, der eigentlich Lehrer für ihre jüngeren Brüder war. Aus der glücklichen Ehe gingen vier Kinder hervor. Gräfin Elisabeth von Waldburg zu Zeil und Hohenems verstarb als jüngste der drei Cousinen mit 38 Jahren an einer Lungenentzündung.

Mittwoch, 7. September 2016

Auf den Spuren der Wittelsbacher in Füssen

Prinzregent Luitpold Statue

Im bayerischen Füssen gibt es einiges über die bayerische Königsfamilie zu sehen. Zentral gelegen ist das Standbild des Prinzregenten Luitpold, wer von oder zum Bahnhof geht kann es nicht verfehlen. Schwerer zu finden ist ein Denkmal des Königs Maximilian II., dem Vater von Ludwig II. und Otto, es befindet sich seitlich oberhalb des Lechfalls. 

Büste König Maximilians II. beim Lechfall


Vom 11. August bis zum 4. September 2016 wurde dann auch noch das Musical "Ludwig² - Der König kommt zurück" im Füssener Festspielhaus gezeigt. Das Festspielhaus mit seinem Blick auf Schloss Neuschwanstein und direkt am Wasser liegend, ist schön anzusehen. Das Musical, wo man leider keine Fotos machen durfte, war einfach großartig.

Das Festspielhaus, in dem das Musical Ludwig² gezeigt wurde

Blick vom Festspielhaus auf Schloss Neuschwanstein

(Alle Fotos: Königlicher Beobachter)

Montag, 29. August 2016

Letzter Brief von König Ludwig II. aufgetaucht


Vor 130 Jahren, am 13. Juli 1886, starb König Ludwig II. von Bayern unter ungeklärten Umständen im Würmsee bei Schloss Berg. Jetzt wurde der Brief, ein Schreiben an den Cousin Prinz Ludwig Ferdinand von Bayern, veröffentlicht:


Theuerster Vetter! Vergib die schlechte Schrift, ich schreibe dieß in höchster Eile. Denke was Unerhörtes heute geschehen ist!! - Diese Nacht kam eilends einer vom Stallgebäude herauf u. meldete, es wären mehrere Menschen (darunter horribile dictu) ein Minister u. eine meiner Hofchargen in aller Stille angekommen, befahlen meinen Wagen u. Pferde hier (von der oberen Burg) wegzunehmen hinter meinem Rücken u. wollten mich zwingen nach Linderhof zu fahren, offenbar u. mich dort gefangen zu halten, u. Gott weiß was wohl zu thun, Abdankung zu ertrotzen kurz eine schändliche Verschwörung! Wer kann nur hinter einem solchen Verbrechen stecken, Prz. Luitpold vermuthlich.

Durch Gensdarme u. Feuerwehr, die sich tapfer entgegenstemmen ward dieß vorläufig vereitelt. Die Schand-Rebellen wurden arretirt. Behalte dieß Alles bitte vorläufig für Dich. Wie kann aber eine solche Infamität nur möglich sein!! Bitte forsche selbst u. durch Andere Verläßige darauf!

Hättest Du so etwas für möglich! gehalten. Schon früher schrieb ich Dir daß ich über absichtlich mit Geld herumgestreute Gerüchte über mich (angebliche Krankheit) an der nicht eine Sylbe wahr ist p) gehört habe. Es ist zu arg. Es muß Licht in diesen Abgrund von Bosheit kommen! In felsenfestem Vertrauen u. inniger Liebe

Dein getreuer Vetter Ludwig

Hohenschw. 10. Juni 86

Ergänzung mit Bleistift: Dieser Abschaum von Bosheit mich nächtlich überfallen u. gefangen nehmen zu wollen!!!

Sonntag, 31. Juli 2016

Vier Generationen des bayerischen Königshauses


Auf diesem Bild sehen wir vier Mitglieder des Hauses Wittelsbach. Großvater, Vater, Enkel und Urenekel: links steht Kronprinz Rupprecht von Bayern (1869–1955), seitlich vor ihm sein ältester Sohn Prinz Luitpold (1901–1914), dahinter König Ludwig III. (1845–1921) - der letzte König von Bayern - und auf dem Stuhl sitzt Prinzregent Luitpold (1821–1912).

Montag, 19. Oktober 2015

Zweite Ehe für Herzogin Anna in Bayern


Bereits am Freitag, dem 16. Oktober 2015, hat Anna Herzogin in Bayern (*1975) in Tegernsee Andreas Freiherr von Maltzahn (*1964) geheiratet.

Für die Braut war es die zweite Hochzeit, sie war vom 5./6. September 2007 bis Anfang 2015 mit Klaus Runow (*1964) verehelicht, mit dem sie zwei Söhne Heinrich (*2010) und Johannes (*2012) hat.

Herzogin Anna ist die jüngste der fünf Töchter von Max Emanuel Herzog in Bayern (*1937) und dessen Gattin Elizabeth Gräfin Douglas (*1940).

(Foto © Herzogliche Verwaltung Schloss Tegernsee)

Samstag, 11. Juli 2015

Erzherzogin Dorothea von Österreich-Toskana (1920–2015)

 
Am 5. Juli 2015 starb Erzherzogin Dorothea von Österreich-Toskana mit 95 Jahren in Salzburg. Die Beerdigung findet am 18. Juli 2015 in der Pfarrkirche St. Gilgen statt.

Dorothea wurde am 25. Mai 1920 in Leutstetten als Prinzessin von Bayern geboren und war das fünfte Kind und die vierte Tochter von Prinz Franz von Bayern (1875–1957) und dessen Ehefrau Prinzessin Isabella von Croÿ (1890–1982). Über ihren Vater war sie eine Enkelin des letzten bayerischen Königs Ludwig III.

Prinzessin Dorothea heiratete am 2. August 1938 standesamtlich und am 3. August 1938 kirchlich im ungarischen Sárvár Erzherzog Gottfried von Österreich
(1902–1984), aus der Toskana Linie. Aus der Ehe stammen die Kinder: Erzherzog Leopold Franz (*1942) und die Erzherzoginnen Elisabeth (*1939), Alice (*1941) und Antoinette (*1950).

Erzherzogin Dorothea hinterlässt ihre vier Kinder, zehn Enkel sowie 13 Urenkel.

Dienstag, 31. März 2015

Königliche Geschwister: Die Töchter von Herzog Carl Theodor in Bayern


Auf diesem Bild sieht man die vier Töchter von Herzog Carl Theodor in Bayern (1839–1909), dem erklärten Lieblingsbruder von Kaiserin Elisabeth von Österreich. Der Herzog war in erster Ehe mit Prinzessin Sophie von Sachsen  (1845–1867) verheiratet, nach deren Tod ehelichte er Jahre später Infantin Marie José von Portugal (1857–1943).

Die junge Frau mit dem Hund auf dem Schoß ist Herzogin Amalie (1865–1912), die in der Familie "Amélie" gerufen wurde. Sie war das einzige Kind aus der ersten Ehe ihres Vaters und verlor früh ihre Mutter. Als Kind und junge Frau lebte Amalie bei ihrer Großmutter Herzogin Ludovika in Bayern. Ihr Tagebuch, das in Auszügen veröffentlicht wurde, gibt einen interessanten Einblick in das Leben der herzoglichen Familie sowie deren Verwandtschaft. Amélie heiratete 1892 Herzog Wilhelm Karl von Urach, aus der morganatische Seitenlinie des Hauses Württemberg. Zwischen 1894 und 1912 brachte sie neun Kinder zur Welt. An den Folgen der Geburt ihrer Tochter Mechtilde starb Herzogin Amalie von Urach mit 46 Jahren.

Neben ihrer Halbschwester steht Herzogin Elisabeth (1876–1965). Ihren Namen hat Elisabeth nach ihrer berühmten Tante, der österreichischen Kaiserin. Elisabeths Hochzeit mit Prinz Albert von Belgien fand 1900 statt. Aus der Ehe gingen drei Kinder hervor, darunter König Leopold III. der Belgier und Königin Marie José von Italien. Von 1909 bis zum Tode ihres Gatten 1934 war Elisabeth Königin der Belgier. Sie war wohltätig und sehr an Musik interessiert. Im Ersten Weltkrieg unterstütze Elisabeth ihren Mann tatkräftig und blieb im Land. Während des Zweiten Weltkrieges kümmerte sie sich um Kriegsgefangene und rettete jüdischen Kindern das Leben, weshalb sie nach dem Krieg den Titel "Gerechte unter den Völkern" verliehen bekam. Königin Elisabeth der Belgier war die langlebigste der Schwestern und verstarb mit 89 Jahren.

Vorne rechts sitzt Herzogin Marie Gabrielle (1878–1912), die jüngste der Schwestern. Sie wurde im Kloster Zangberg erzogen. Im Jahre 1900 vermählte Marie Gabrielle sich mit Prinz Rupprecht von Bayern. Das Paar bekam fünf Kinder, von denen jedoch nur ein Sohn das Erwachsenenalter erreichte. Zusammen mit ihrem Ehemann reiste Marie Gabrielle viel in der Welt umher. Gesundheitliche Probleme zwangen sie in den letzten Jahren zu verschiedenen Kuraufenthalten. Prinzessin Marie Gabrielle von Bayern verstarb mit 34 Jahren in Italien an Nierenversagen.

Herzogin Sophie (1875–1957) steht rechts außen, mit der Hand auf der Armlehne abgestützt. Wie ihre jüngeren Schwestern wurde sie auch im Kloster Zangberg ausgebildet. Als junge Frau war sie in den späteren österreichischen Thronfolger Franz Ferdinand verliebt, was aber nicht erwidert wurde. 1898 heiratete Sophie den Grafen Hans Veit zu Toerring-Jettenbach, aus einem mediatisierten Fürstenhaus. Sophie brachte in ihrer Ehe drei Kinder zur Welt. Ihr ältester Sohn Carl Theodor, nach seinem Großvater benannt, ging eine spektakuläre Verbindung mit Prinzessin Elisabeth von Griechenland ein. Gräfin Sophie zu Toerring-Jettenbach wurde 82 Jahre alt.

Montag, 2. März 2015

Rezension: Sophie Charlotte – Sisis leidenschaftliche Schwester von Christian Sepp

 

Heute gibt es mal wieder eine Buchbesprechung: Sophie Charlotte – Sisis leidenschaftliche Schwester. Das Werk hat 288 Seiten und 70 Abbildungen. Ein besonderer Blickfang in der schicke pinke Farbschnitt des Buches, dafür ein dickes Lob an den August Dreesbach Verlag.

Herzogin Sophie Charlotte in Bayern war die jüngste Tochter von Herzog Max in Bayern und Prinzessin Ludovika von Bayern. In den ersten Kapiteln des Buches wird das Familie Sophie Charlottes vorgestellt und die unglücklich Ehe ihrer Eltern. Auch den Brüdern Ludwig, Karl Theodor und Max Emanuel sowie den Schwestern, Kaiserin Elisabeth von Österreich, Erbprinzessin Helene von Thurn und Taxis, Königin Marie von Neapel-Sizilien und Gräfin Mathilde Trani sind eigene Abschnitte gewidmet.

Sophie Charlotte wächst in München und den von allen Herzogskinder geliebten Schloss Possenhofen auf. Da der Vater, Herzog Max, oft abwesend ist, ist die Mutter Ludovika der Mittelpunkt der großen herzoglichen Kinderschar. Sophie Charlottes Kindheit und Jugend verläuft freier als die anderer ihres Standes, Grund hierfür war das die Herzöge in Bayern keine Repräsentationspflichten wahrnehmen und bis zur Eheschließung Sisis nur wenig bekannt waren.

Als junge Frau wird für Sophie Charlotte nach einem passenden Ehemann gesucht, diese Aufgabe macht, wie schon bei den älteren Schwestern, Mutter Ludovika. Doch weder der Kaiserbruder Ludwig Viktor noch andere Werber können bei der Braut in spe punkten und werden abgelehnt. Wie auch ihr Verwandter König Ludwig II. ist Sophie Charlotte eine begeisterte Wagnerianerin. Richard Wagners Musik brachte die beiden näher zusammen, und führt später zu einer Verlobung des Königs mit Sophie Charlotte. Wie man aus Aufzeichnungen erfährt, glaubt die frisch Verlobte nicht an die ehrlichen Absichten des Königs. Wenige Tage nach ihrer Verlobung mit Ludwig II. trifft Sophie Charlotte auf ihrer erste große Liebe: Edgar Hanfstaengl. Dieser war der Sohn des Fotografen Franz Hanfstaengl, bei dem die offiziellen Fotos zur Verlobung gemacht werden sollten.

Obwohl sie die zukünftige Königin von Bayern ist, lässt sich Sophie Charlotte auf eine Liebesbeziehung mit Edgar Hanfstaengl ein. Die vertraute Hofdame Natalie von Sternbach hilft dabei geheime Zusammenkünfte der Verliebten zu arrangieren. Währen nicht die Briefe Sophie Charlottes an Edgar erhalten geblieben, wir wüsten heute nichts von der Beziehung der beiden. Teile der Briefe sind im Buch abgedruckt und zeigen, dass sich beide der Hoffnungslosigkeit ihrer Lage bewusst sind - ein Happy End wird es für sie nicht geben. So endet dann auch diese Geschichte, von der bis auf wenige Zeitgenossen keiner erfahren hat.

Der bayerische König verschiebt die Hochzeit mit Sophie Charlotte mehrere Male. Um den guten Ruf ihrer Tochter besorgt, mischen sich jetzt die Brauteltern ein. Hochzeit oder Entlobung, Ludwig II. wählt letzteres. Das Verlöbnis wird daraufhin gelöst. Die herzogliche Familie ist empört und Herzogin Ludovika macht sich auf die Suche nach einem neuen Mann für Sophie Charlotte. Fündig wird sie in der französischen Königsfamilie, die Wahl fällt auf Herzog Ferdinand von Alençon. Ferdinand war der Sohn von Herzog Louis von Nemours und dessen verstorbener Gattin Prinzessin Viktoria von Sachsen-Coburg und Gotha. Somit war Ferdinand ein Enkel des letzten Franzosenkönigs Louis Philippe. Nach dem ersten Treffen mit Sophie Charlotte, welches bei Verwandten in Sachsen stattfand, wurde der Heiratsantrag Ferdinands angenommen. Drei Monate später wurde Hochzeit gefeiert. Laut Augenzeuge klang das "Ja" Sophie Charlottes alles andere als begeistert. Als neue Herzogin von Alençon musste Sophie Charlotte nun im Exil in England leben.

Hier kam auch das erste Kind des Paares - Tochter Louise - zur Welt. Sie wird ihrer Mutter Sophie Charlotte besonders Nahe stehen. Mit Sohn Emmanuel, der zweieinhalb Jahre nach seiner Schwester geboren wird, ist die Familie komplett. In den ersten Jahren nach der Eheschließung von Ferdinand und Sophie Charlotte, ist diese ständig bei ihrer Schwester Elisabeth in Österreich zu Gast. Das Verhältnis der Frauen ist ungetrübt und herzlich. Neben ihrer äußerlichen Ähnlichkeit teilen beide Schwestern die Liebe zu Tieren, besonders zu Hunden. Selbst in ihren dunkelsten Tagen wird Sophie Charlotte von ihren treuen Vierbeinern begleitet. Inzwischen dürfen die Alençons Frankreich wieder betreten, die Familie sucht sich ein Haus in der Nähe von Paris. Lange werden sie hier nicht bleiben können.

Die Nachricht vom Tode König Ludwigs II. bringt, bei der schon länger angeschlagenen Sophie Charlotte eine schwere Krankheit zu Ausbruch. Da sie zu dieser Zeit in München wohnt, wird ihr der Arzt Dr. Glaser empfohlen. Und das Schicksal nimmt seinen Lauf, Sophie Charlotte verliebt sich in Dr. Franz Glaser - und will seine Ehefrau werden:
 
Was geht in Sophie vor, dass sie einen derartigen Schritt wagt? Sie weiß, dass es wohl kaum möglich sein dürfte, eine Ehe mit Dr. Glaser zu schließen. Dennoch hält sie beharrlich an ihrem Plan fest. 20 Jahre nach ihrer Liebe zu Edgar Hanfstaengl hat sie zum zweiten Mal in ihrem Leben einen Mann getroffen, der in ihr diese großen Gefühle weckt. Diesmal will sie ihn nicht mehr gehen lassen, komme was da wolle! Sophie Charlotte – Sisis leidenschaftliche Schwester, Seite 157
 
Nachdem der Druck der Familie bei Sophie Charlotte keine Änderung ihrer Pläne bewirkt hatte, greift man nun zu anderen Methoden. Von Meran aus, wo die Alençons zu dieser Zeit lebten, wird Sophie Charlotte in das Sanatorium Maria Grün gebracht. Die Einweisung geht auf den betrogenen Ehemann Herzog Ferdinand, sowie auf Dr. Karl Theodor in Bayern und Herzogin Ludovika in Bayern, also Bruder und Mutter von Sophie Charlotte, zurück. Gerade von ihrem Bruder scheint "die Kranke" dieses harte Vorgehen nicht erwartet zu habe. In Maria Grün wird Sophie Charlotte von dem bekannten Sex-Doktor Richard von Krafft-Ebing behandelt. Man erklärt Sophie Charlotte wegen ihrer Scheidungsabsichten zu einer Irrsinnigen, laut der Ärzte litt sie an "moral insanity".

Im Sanatorium wurde die Herzogin streng überwacht, trotzdem gelang es ihr Briefe an Dr. Glaser rauszuschmuggeln, später wurden aber alle abgefangen und an ihren Gatten übergeben. Kaiserin Elisabeth, die gern Gedichte schrieb, hatte kein Verständnis für ihre Schwester in "An Sophia" reimte sie unter anderem Du bist im Irrenhaus, du bist gefangen... Nachdem Sophie Charlotte ihre Scheidungspläne aufgab, wurde sie aus Maria Grün entlassen und kehrte in den Schoß ihrer Familie zurück. Von da an wendete sich Sophie Charlotte der Religion zu und wurde Mitglied im Dominikaner Orden unter dem Namen Schwester Marie Madleine. 

Dem Autor Christian Sepp hat man es zu verdanken, dass Briefe und eine Postkarte von Sophie Charlotte an ihre Tochter Louise in diesem Buch abgedruckt sind, sie stammen aus dem Nachlass Louises. Freude dürfte Sophie Charlotte auch gemacht haben, dass Louise Prinz Alfons von Bayern geheiratet hatte, und somit in ihrer alten Heimat ein Zuause fand. Auch die Beziehungen zum Rest der bayerischen Familie hatten sich wieder eingespielt. Bis die Liebe zu Dr. Glaser wieder aufflammt. Beide hatten sich wieder getroffen und der Funke war erneut übergesprungen... Sophie Charlottes Gatte kam allerdings dahinter, und die Überwachung setzte wieder ein. Aus einem Brief erfuhr Sophie Charlotte das ihr Gemahl und auch ihr Schwiegervater, der über alles in der Ehe seines Sohnes informiert war, einen erneuten Aufenthalt in Maria Grün für sie planten. Das wirkte. Sophie Charlotte gab Dr. Glaser endgültig auf und blieb bei ihrem Ehemann.

In den nächsten Jahren gab es in der Familie Sophie Charlottes viele Todesfälle. Vater und Mutter sterben sowie die älteste Schwester und der jüngste Bruder. Zwei Schwager von Sophie Charlotte sterben ebenfalls - dazu noch eine Schwägerin. In dieser Zeit spielen die Dominikaner eine wichtige Rolle in Sophie Charlottes Leben, sie setzt sich für den Orden ein und dient als bekanntes Aushängeschild. Auch für Wohltätigkeit setzt sie sich ein. Beim Bazar de la Charité, bei dem Sophie Charlotte einen Stand betreute, kam sie bei einer Brandkatastrophe ums Leben.

Am Ende des Buches finden sich im Anhang noch 7 Stammbäume, ein Personenregister, Literaturangaben und Kurzbiographien der Personen um Sophie Charlotte.
 
 

Meine Meinung:

Das Buch sieht von außen schon toll aus, da wurde sich richtig Mühe gegeben.
Die Biographie ist gut geschrieben und leicht zu lesen.
Die vielen schwarz-weißen Bilder gefallen mir sehr, vor allem das Foto von Sophie Charlotte

mit Mann und Kindern, welches ich bislang noch nicht kannte.
Und auch die Stammbäume sind lobenswert.
Die vielen Zitate aus Briefen und vor allem die Auszüge aus dem Tagebuch von
Amelie in Bayern waren sehr informativ.
Man kann dem Autor Christian Sepp zu diesem Werk nur beglückwünschen,
ich glaube man wird noch viel von ihm hören.
"Sophie Charlotte" muss man gelesen haben.
Absolute Kaufempfehlung!!!
 
 
 
Erhältlich bei: August Dreesbach Verlag oder im Buchhandel



Buch-Information
Verlag: August Dreesbach (2014), 288 Seiten, Hardcover mit Farbschnitt und Lesebändchen,
ISBN: 9783944334370, Sprache: Deutsch, Format: 14,8 x 21 cm
Preis: 24,00 €

Samstag, 30. August 2014

Buchankündigung: Sophie Charlotte. Sisis leidenschaftliche Schwester


Im August Dreesbach Verlag erscheint dieses Jahr eine Biographie über die jüngste Schwester von Kaiserin Elisabeth von Österreich:

»Sophie Charlotte. Sisis leidenschaftliche Schwester« von Christian Sepp

Geschildert wird die bemerkenswerte Lebensgeschichte der Herzogin Sophie Charlotte in Bayern. Die jüngere Schwester der berühmten Kaiserin Sisi und die kurzzeitige Verlobte von König Ludwig II hat bislang kaum Aufmerksamkeit erfahren. Gleichwohl war Sophie Charlottes Leben geprägt vom Aufbegehren gegen gesellschaftliche Konventionen, der Suche nach Individualität sowie Liebe und steht der persönlichen Tragik ihrer bekannten Schwester in nichts nach. Die Biografie erzählt zum ersten Mal die ganze Geschichte dieser ungewöhnlichen Frau anhand von zahlreichen Quellen, Briefen und Tagebüchern.

Dienstag, 12. November 2013

Gelöste Verlobung: Erzherzogin Maria Annunziata von Österreich und Herzog Siegfried in Bayern


Fast hätte es um 1902 eine weitere Verbindung der Häuser Habsburg und Wittelsbach gegeben, doch es sollte nicht sein.

Herzog Siegfried in Bayern (1876–1952) war der älteste Sohn von Herzog Max Emanuel in Bayern (1849–1893) und dessen Gattin Prinzessin Amalie von Sachsen-Coburg und Gotha (1848–1894) und stammte somit aus der herzoglichen Nebenlinie des bayerischen Königshauses.

Erzherzogin Maria Annunziata von Österreich (1876–1961) war die ältere Tochter aus der dritten Ehe ihres Vaters Erzherzog Karl Ludwig von Österreich (1833–1896) mit Infantin Marie Therese von Portugal (1855–1944). Der Name Maria Annunziata geht auf die verstorbene zweite Gemahlin des Erzherzogs Prinzessin Maria Annunziata von Neapel-Sizilien (1843–1871) zurück.

Bei einem Besuch bei Erzherzog Franz Ferdinand von Österreich, lernte Siegfried dessen jüngere Halbschwester Maria Annunziata kennen. Die Verlobung wurde bald darauf bekannt gegeben. Herzog Siegfried war entweder durch einen Reitunfall oder auch durch familiäre Vorbelastungen Verhaltensauffällig geworden, was schon kurz nach dem Verlöbnis vor seiner zukünftigen Braut zu Tage trat.  

Erzherzogin Maria Annunziata löste daraufhin, mit dem Einverständnis von Herzog Siegfried und ihrem Onkel Kaiser Franz Joseph I., die Verlobung. 

Siegfrieds Krankheit verstärkte sich mit der Zeit immer mehr, bis er schließlich in einer Heilanstalt landete und entmündigt wurde. Herzog Siegfried in Bayern blieb unverheiratet und kinderlos und verstarb mit 75 Jahren in München.

Maria Annunziata war bis zum Ende der Monarchie Äbtissin in Prag und blieb ihr Leben lang ebenfalls unverheiratet und ohne Kinder. Sie starb mit 84 Jahren in liechtensteinischen Vaduz, wo ihre jüngere Schwester Erzherzogin Elisabeth Amalie von Österreich (1878–1960), als Ehefrau eines Prinzen von und zu Liechtenstein gelebt hatte.

Freitag, 18. Oktober 2013

Bayerns letzter König: Ludwig III.


Heute vor 92 Jahren, am 18. Oktober 1921, starb in Sárvár (Ungarn) mit 76 Jahren der letzte König von Bayern.

König Ludwig III. wurde als Prinz Ludwig Leopold Joseph Maria Aloys Alfred von Bayern am 7. Januar 1845 in München geboren. Seine Eltern waren der spätere Prinzregent Luitpold von Bayern (1821–1912) und Erzherzogin Auguste Ferdinande von Österreich (1825–1864).

Nach einer für Prinzen normalen Kindheit, wurde Ludwig mit 16 Jahren ins Militär aufgenommen. Dann studierte er an der Universität zu München. Am Deutschen Krieg von 1866 nahm er teil - und wurde verwundet.

In Wien wurde Ludwig am 20. Februar 1868 mit der Erzherzogin Marie Therese von Österreich-Este (1849–1919) vermählt. Aus der Ehe gingen 13 Kinder hervor, von denen drei jung starben. Der bekannteste Nachkomme war Rupprecht (1869–1955), der der letzte Kronprinz von Bayern werden sollte. 

Ludwigs Vater war durch die Regierungsunfähigkeit - erst von König Ludwig II. (1845–1886) und danach für dessen Bruder König Otto (1848–1916) - als Regent tätig. Nach dem Tode von Prinzregent Luitpold erbte Ludwig dieses Amt.

Vom 5. November 1913, elf Monate nach der Regentschaftsübernahne, wurde aus Prinzregent Ludwig der neue bayerische König Ludwig III. und das obwohl der entmündigte König Otto noch am Leben war. Grund hierfür war eine Verfassungsänderung, wonach unheilbar Kranke in der Thronfolge übergangen werden konnten, und mit dem nächsten in der Thronfolge zu ersetzten. 

Lange konnte sich Ludwig III. nicht über seinen Thron freuen, nicht mal ein Jahr nach seiner Thronbesteigung brach der Erste Weltkrieg aus, der den Sturz des Hauses Wittelsbach nach über 700 jähriger Herrschaft nach sich zog. Am 7./13. November 1918 wurde König Ludwig III. abgesetzt. Er floh darauf mit seiner Familie aus München nach Schloss Wildenwart. Hier verstarb nach 50-jähriger Ehe Königin Marie Therese.

Ludwig III. ließ sich schließlich in Ungarn nieder, wo die Familie Güter besaß. Hier starb er auch. Der Sarg wurde zurück nach Bayern gebracht und das Königspaar zusammen in der Münchner Frauenkirche beigesetzt.

Sonntag, 25. August 2013

25. August: Geburtstag zweier bayerischer Könige


König Ludwig I. von Bayern wurde am 25. August 1786 in Straßburg als ältester Sohn von König Maximilian I. Joseph (1756–1825) und dessen erster Gattin Prinzessin Auguste Wilhelmine von Hessen-Darmstadt (1765–1796) geboren.


Heute vor 168 Jahren, am 25. August 1845, wurde in Schloss Nymphenburg der spätere bayerische König Ludwig II. geboren. Er war das erste Kind von Kronprinz Maximilian (1811–1864) und Kronprinzessin Marie (1825–1889), einer geborenen Prinzessin von Preußen. Ludwig II. war ein Enkel von König Ludwig I.

Freitag, 9. August 2013

Königliche Verlobte: Prinz Albert von Belgien & Herzogin Elisabeth in Bayern


Das Bild zeigt Prinz Albert von Belgien (1875–1934, später König Albert I. der Belgier) und seine Verlobte Herzogin Elisabeth in Bayern (1876–1965).

Das königliche Paar hat am 2. Oktober 1900 in München geheiratet und drei Kinder bekommen.

Donnerstag, 30. Mai 2013

Königliche Geschwister: Die Brüder und Schwestern der Kaiserin Elisabeth von Österreich


Das oben abgebildete Gemälde stammt von Joseph Karl Stieler und wurde um 1854 gemalt.
Es zeigt, mit Ausnahme der zu diesem Zeitpunkt schon mit dem Kaiser von Österreich verehelichten Herzogin Elisabeth (1837-1898), die Kinder von Herzog Maximilian in Bayern (1808-1888) und Prinzessin Ludovika von Bayern (1808-1892).

Ganz links steht Herzogin Sophie (1847-1897) mit einer Puppe in den Armen. Sie wird nach einer Ver- und Entlobung mit ihrem Vetter König Ludwig II. von Bayern schließlich den französischen Prinzen und Herzog Ferdinand von Alençon verheiratet. Aus der Ehe gehen zwei Kinder hervor. Sophie verursachte einen Skandal, als sie mit ihrem Arzt, in den sie sich verliebt hatte, durchbrennen wollte. Sie von ihrer Familie daraufhin in eine Anstalt eingewiesen, und einige Monate später wieder als geheilt entlassen. Danach verlief ihr Leben in ruhigeren Bahnen.
Herzogin Sophie von Alençon stirbt mit 50 Jahren beim Brand eines Wohltätigkeitsbasars in Paris.

Der kleine Junge mit der Trommel ist Herzog Maximilian Emanuel (1849-1893) das jüngste Kind der Herzoglichen Familie. Sein Spitzname war "Mapperl". Er wird sich mit Prinzessin Amalie von Sachsen-Coburg und Gotha vermählen und mit ihr drei Söhne haben. Max Emanuel war Soldat und in den Kriegen von 1866 und 1870 an der Front, er brachte es bis zum Generalleutnant.
Herzog Maximilian Emanuel verstarb mit 43 Jahren.

Der dritte von links ist Herzog Carl Theodor (1839-1909) er wurde in der Familie "Gackel" genannt. Carl Theodor war der Liebling seiner Mutter und der Lieblingsbruder von Kaiserin Elisabeth.Er heiratete in erster Ehe Prinzessin Sophie von Sachsen, mit der er eine Tochter hatte, und nach deren Tod in zweiter Ehe Infantin Marie José von Portugal mit der er noch drei Töchter und zwei Söhne hatte. Zwei der Töchter machen gute Partien, Elisabeth wird Königin der Belgier und Marie Gabrielle heiratete in die Königliche Linie des Bayerischen Königshauses.
Carl Theodor studierte Medizin, was in der damaligen Zeit sehr ungewöhnlich war, und wurde ein bekannter Augenarzt. Auch war er Ehrenmitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften.
Die von ihm begründete Augenklinik Herzog Carl Theodor existiert noch heute.
Herzog Carl Theodor wurde 70 Jahre alt.

In der Mitte des Bildes steht Herzogin Helene (1834-1890), "Néné" genannt, war die älteste Tochter der Familie. Eigentlich als Braut für Kaiser Franz Joseph I. von Österreich ausgesehen, er wird ihre jüngere Schwester Elisabeth heiraten, findet sich doch noch ein Bräutigam für Helene. Sie wird mit Erbprinz Maximilian Anton von Thurn und Taxis die Ehe eingehen und vier Kinder zur Welt bringen. Neun Jahre nach der Eheschließung starb Helenes Gatte, noch vor seinem Vater, so das Helene nie den Titel einer Fürstin getragen hat. Auch zwei ihrer Kinder überlebt sie.
Erbprinzessin Helene von Thurn und Taxis stirbt 56-jährig an Magenkrebs.

Der junge Mann in Uniform ist Herzog Ludwig (1831-1920) auch er hatte einen Spitznamen: "Louis". Ludwig muss Aufgrund seiner Morganatischen Ehe mit der Schauspielerin Henriette Mendel, sie wird später zur Freifrau von Wallersee erhoben, auf die Rechte als Erstgeborener Sohn verzichten. Ludwig und Henriette haben zwei Kinder von denen nur die Tochter Marie Louise überlebt, sie wird später eine unrühmliche Rolle im Mayerling-Vorfall spielen. Ein Jahr nach dem Tod seiner Frau wird Ludwig (wieder Morganatisch) die 40 Jahre jüngere Antonie Barth heiraten. Die Ehe wurde 1913 geschieden, nachdem Antonie ein Kind von einem anderem bekommen hatte. Herzog Ludwig wird älter als alle seine Geschwister werden und mit 89 Jahren sterben.

Links am Tisch steht Herzogin Mathilde (1843-1925), ihr Rufname innerhalb der Familie war "Spatz". Mathilde stand ihrer Schwester Marie sehr nahe, beide heirateten in die selbe Familie ein. Mathilde ehelichte dem seit kurzem im Exil lebenden Prinzen Ludwig von Neapel-Sizilien, Graf von Trani und bekam mit ihm eine Tochter. Mathilde lebte, da die Königsfamilie von Neapel-Sizilien durch die Italienische Einigungsbewegung ihr Land verloren hatte, in Rom oder in der Schweiz.
Ihr Privatleben war alles andere als glücklich. Von ihrem Mann lebte sie getrennt, er beging später Selbstmord. Ihr einziges Kind Prinzessin Maria Theresia starb 42-jährig an Multiple Sklerose.
Prinzessin Mathilde von Neapel-Sizilien, Gräfin von Trani ist mit 81 Jahren gestorben.

Ganz rechts im Bild ist Herzogin Marie (1841-1925) zu sehen. Sie wird mit dem Prinzen Franz von Neapel-Sizilien vermählt. Drei Monate nach der Hochzeit 1859 stirbt Maries Schwiegervater König Ferdinand II. und sie wird an der Seite ihres Mannes, nun König Franz II., die neue Königin von Neapel-Sizilien. Nach knapp zwei Jahren ist die Herrschaft der Bourbonen in Italien am Ende. Die Einigung Italiens kann Marie trotz tapferer Verteidigung der Festung Gaeta, in die das Königspaar geflüchtet war, nicht verhindern. In die Geschichte ist sie trotzdem als "Die Heldin von Gaeta" eingegangen. Marie lebte jetzt im Exil und sorgte für einen ganzen Haufen Skandale. Sie bekam ein Kind dessen Vater nicht ihr Ehemann war und das weggegeben wurde. Franz II. verzieh seiner Frau und beide bekamen noch eine gemeinsame Tochter, die mit 3 Monaten starb.
Mit 83 Jahren verstarb Marie, Königin von Neapel-Sizilien in ihrer Heimat München.

Sonntag, 5. Mai 2013

Editha Prinzessin von Bayern (1924-2013)

Prinzessin Editha mit ihrem ersten Gatten und den drei Töchtern

Gestern am 4. Mai 2013 starb Editha Prinzessin von Bayern mit 88 Jahren.

Prinzessin Editha Marie Gabrielle Anna von Bayern wurde am 16. September 1924 in Hohenburg geboren. Sie war das dritte Kind und die zweite Tochter von Kronprinz Rupprecht von Bayern (1869-1955) und dessen zweiter Ehefrau Prinzessin Antonia von Luxemburg (1899-1954).

In erster Ehe war Prinzessin Editha mit Tito Brunetti (1905-1954) verheiratet.
Aus dieser Verbindung gingen drei Töchter hervor: Serena (*1947), Carlotta (*1949) und Antonia (*1952).
Ihr zweiter Ehemann war Gustav Schimert (1910-1990), mit ihm hatte Editha noch drei Söhne: Andreas (*1961), Christian (*1963) und Constantin (*1968).

Mittwoch, 24. April 2013

24. April 1854: Hochzeit von Kaiser Franz Joseph I. von Österreich & Herzogin Elisabeth in Bayern


Am 24. April 1854, also heute von 159 Jahren, wurden Kaiser Franz Joseph und Herzogin Elisabeth in der Augustinerkirche zu Wien vermählt.
Die Trauung fand Abends um halb sieben statt.
Der Bräutigam war 23 und die Braut 16 Jahre alt.

Auf der Abbildung ist das Brautpaar mit dem sie trauenden Erzbischof
Joseph Othmar von Rauscher zu sehen.