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Dienstag, 1. Dezember 2020

Scheidung bei Karl und Francesca von Habsburg

 
Zum 60. Geburtstag von Karl von Habsburg erscheint jetzt eine Biographie über den Enkel von Karl I., dem letzten Kaiser von Österreich.

Im Interview mit der Kronen Zeitung verriet Karl von Habsburg, dass er und seine Ehefrau Francesca inzwischen geschieden sind. Das Paar hatte am 31. Jänner 1993 geheiratet, lebte aber seit 2003 voneinander getrennt. Nachdem die gemeinsamen Kinder Eleonore (*1994), Ferdinand (*1997) und Gloria (*1999) inzwischen alle Erwachsen geworden sind, haben sich Karl und Francesca zur endgültigen Trennung beschlossen. Allein ist Karl von Habsburg nicht mehr: Christian Reid, eine Unternehmerin aus Portugal, ist seine neue Partnerin.

Sonntag, 22. November 2020

Neue Königliche Bücher für 2021

 
Harry und Meghan: Auf der Suche nach Freiheit
von Omid Scobie und Carolyn Durand
Erhältlich ab dem 8. Dezember 2020



Ungeschminkt: Fürstin Gloria von Thurn und Taxis. Artikel und Publikationen 
von Wilhelm Imkamp (Herausgeber), Alexander von Schönburg (Nachwort)
Erhältlich ab dem 11. Dezember 2020



Recollections (Erinnerungen)
von Victoria Marchioness of Milford Haven, vormals Prinzessin von Battenberg, geb. Prinzessin von Hessen und bei Rhein
Erhältlich ab Mitte/Ende Dezember 2020



Hermine: An Empress in Exile. The Untold Story of the Kaiser's Second Wife (Hermine: Eine Kaiserin im Exil. Die unerzählte Geschichte der zweiten Ehefrau des Kaisers [Wilhelm II.]) von Moniek Bloks
Erhältlich ab dem 1. Januar 2021



Dynastie – Wissenschaft – Kunst: Die Verbindungen der Dynastien Sachsen-Gotha-Altenburg, Sachsen-Coburg und Gotha zum Britischen Empire 
von Friedegund Freitag (Herausgeber)
Erhältlich ab dem 1. März 2021



Die Queen: Elisabeth II – Porträt einer Königin
von Paola Calvetti 
Erhältlich ab dem 15. März 2021

Dienstag, 5. Mai 2020

Finding Freedom - das Buch zum Megxit


Prinz Harry und Meghan, Herzog und Herzogin von Sussex, haben mit den Autoren Omid Scobie und Carolyn Durand an einem Buch gearbeitet, dass ihre Sicht der Dinge zum "Megxit" darlegt.

Das Werk trägt den Titel "Finding Freedom" (deutsch: Freiheit finden) und erscheint im August 2020 in englischer Sprache. Ob es eine deutsche Übersetzung geben wird, ist bisher nicht bekannt, aber wahrscheinlich.

Dienstag, 28. April 2020

Buchankündigung: The Grand Ducal House of Hesse


Im Sommer 2020 soll ein neues Buch über die Großherzogliche Familie von Hessen und bei Rhein (vormals Hessen-Darmstadt) beim Eurohistory Verlag erscheinen. Das Werk ist Teil der Serie "Royal Collections".

Wie die bisherigen Bücher des Verlags wird das Buch viele Bilder, der Mitglieder des Hauses Hessens - und der morganatischen Battenberg / Mountbatten Linie - und ihrer Verwandtschaft in Großbritannien, Russland und Griechenland, haben. 

Auf dem Umschlag ist Großherzog Ludwig IV. und seine Gattin Alice (eine Tochter von Königin Victoria) mit den sechs gemeinsamen Kindern zu sehen: Erbgroßherzog Ernst Ludwig und die Töchter Victoria (verehelichte Prinzessin von Battenberg, spätere Markgräfin von Milford Haven), Elisabeth (Großfürstin von Russland), Irene (Prinzessin von Preußen), Alix (letzte Zarin von Russland) und Marie, die jung an Diphtherie starb.

Ob das Buch auf Deutsch erscheint ist unklar. Bisher wurden nur vier Bücher von Eurohistory übersetzt: Die Coburger von Europa, Der letzte Herzog (Carl Eduard), "I did it my way" die Memoiren von Prinz Andreas von Sachsen-Coburg und Gotha sowie die Memoiren der Gräfin Viktoria-Luise zu Solms-Baruth (der Mutter von Prinz Andreas). Das letzte Eurohistory-Buch über das Bayerische Königshaus gibt es bisher auch nur auf Englisch.

Quelle: Eurohistory

Die Bücher auf der Seite von Prinz Andreas von Sachsen-Coburg und Gotha

Mittwoch, 26. Februar 2020

[Rezension] Die Dynastie Luxemburg-Nassau 1890-2015 von Marc Schoentgen und Pierre Even


Nach sehr langer Zeit gibt es nun wieder eine Buchbesprechung von mir: Die Dynastie Luxemburg-Nassau / La dynastie Luxembourg-Nassau 1890-2015 von Marc Schoentgen (Fotograf) und Pierre Even (Texte). Das vorliegende Buch ist ein Bildband über die Großherzogliche Familie von Luxemburg. Auf 224 Seiten gibt es viele Abbildungen zu sehen, darunter Gemälde, Fotografien und Dokumente sowie persönliche Besitztümer der Großherzöge und Großherzoginnen. Die Begleittexte zu den Fotos sind auf Deutsch und Französisch, die neben Lëtzebuergesch offizielle Landessprachen im Großherzogtum Luxemburg sind.

Das Buch beginnt mit einem kurzen Interview der beiden Autoren Marc Schoentgen und Pierre Even, in dem sie darlegen wie es zu der Idee für ihr Buch und schließlich zur Verwirklichung kam. Das erste Kapitel widmet sich Großherzog Adolph von Luxemburg, Regierungszeit von 1890 bis 1905. Auf zwei Seiten gibt es eine kurze Biographie. Hier erfahren wir auch weshalb Adolph, Herzog von Nassau, die Thronfolge in Luxemburg nach 75-jähriger Personalunion mit den Niederlanden antrat. Grund hierfür war der Tod des Königs-Großherzogs Wilhelm III. der Niederlande, der "nur" eine Tochter Wilhelmina hinterließ, die wegen der geltenden männlichen Thronfolge nicht in Luxemburg herrschen durfte. Für Adolph, dessen Herzogtum Nassau von Preußen nach dem Deutschen Krieg von 1866 annektiert wurde, und der im Exil lebte, war Luxemburg eine große Chance. Der Großherzog wurde sehr schnell populär in seiner neuen Heimat. Auch Adolphs Privatleben wird beleuchtet, er war zweimal verheiratet, zuerst mit Großfürstin Elisabeth Michailowna von Russland, die bei der Geburt ihres ersten Kindes starb und für die in Wiesbaden eine russisch-orthodoxe Kirche errichtet wurde. Die zweite Ehe ging er mit Prinzessin Adelheid Marie von Anhalt ein. Aus dieser Verbindung stammen die beiden einzigen überlebende Kinder Wilhelm und Hilda, die später Großherzogin von Baden wurde. Großherzog Adolph starb mit 88 Jahren und wurde in Luxemburg tief betrauert. 

Die Fotos zeigen einige Dinge aus dem Besitz von Großherzog Adolph, wie seine Epauletten und Pickelhaube, die er nur einmal bei Amtsantritt trug weil sie für eine preußische gehalten wurde, und die Luxemburger irritierte. Dazu kommen noch mit Öl und Pastell gemalte Gemälde, und Briefmarken mit dem Bild des Großherzogs. Auf den Bildern ist auch das Wappen Adolphs zu sehen, außerdem ist er auch in Kirchenfenstern verewigt. Alte Zeitungsausschnitte berichten über die Inthronisierung des neuen Großherzogs. Auch eine Brille von Adolph und seine Orden werden im Buch gezeigt. Besonders ist das Foto auf Seite 38, es zeigt Adolph und Adelheid Marie zum 50. Hochzeitstag. Das Lebensbild Adolphs wird durch Fotos seiner Residenzen abgerundet, die nassauischen Schlösser in Weilburg und Wiesbaden, in Luxemburg das Schloss Berg und der Palais Grand-Ducal, sowie Schloss Hohenberg in Bayern. Eine wichtiger Ort war auch die russische Kirche auf dem Neroberg, wo Adolphs erste Frau Elisabeth und sein Kind begraben liegen. Von Elisabeth ist eine lebensechte Grabskulptur erhalten.

Das zweite Kapitel behandelt Großherzog Wilhelm IV. von Luxemburg, er regierte von 1905 bis 1912. Auch hier gibt es zuerst eine kleine Lebensbeschreibung. Wilhelm IV. war bis zur preußischen Annexion Nassaus der Thronfolger und begab sich mit seinen Eltern ins Exil nach Österreich, wo er in die dortige Armee eintrat. Mit dem Aussterben der männlichen Linie des niederländischen Königshauses wurden die Karten neu gemischt, und Wilhelm fand sich als Erbgroßherzog von Luxemburg wieder. Nach längerem warten konnte Wilhelm seine Eheschließung mit Infantin Maria Anna von Portugal feiern, sein Vater Adolph hatte sich gegen die Ehe ausgesprochen, weil die Braut römisch-katholisch war und das Haus Nassau evangelisch. Aus der Verbindung gingen sechs Töchter hervor - die katholisch getauft wurden - aber kein Sohn der die Thronfolge sicherte. Es ist schon eine Ironie des Schicksals, dass die Nassauer, die durch das Fehlen eines Mannes auf den luxemburgischen Thron gekommen sind, schon zwei Generationen später vor dem gleichen Dilemma standen... Schließlich setzte der schon länger kränkliche Wilhelm IV. durch, dass seine älteste Tochter Marie Adelheid ihm als Großherzogin nachfolgen konnte. Da die Mehrheit der Luxemburger katholisch war, gab es auch hier keine Probleme. 

Der Bildteil fällt wegen der kurzen Leben- und Regierungszeit von Großherzog Wilhelm IV. eher kurz aus. Auch hier gibt es verschiedene Gemälde des Großherzogs und seiner Familie, darunter eines die Wilhelm mit seinem Vater bei der Jagd in Bayern zeigt. Es sind ebenso Monogramme des Großherzogs und seiner Ehefrau zu finden, die überall im Schloss angebracht wurden. Den Abschluss den Kapitels bildet ein Foto des Sargs von Großherzog Wilhelm IV. mit gestürztem Wappen, welches zeigt das er der letzte Nassauer im Mannesstamm war.

Der dritte Abschnitt beschäftigt sich mit der ersten Großherzogin: Marie Adelheid. Sie herrschte von 1912 bis zu ihrer Abdankung 1919. Wie schon in den anderen beiden Kapiteln, gibt es auch hier zuerst einen Überblick über das Leben Marie Adelheids. Sie wurde mit 17 Jahren Nachfolgerin ihres Vaters, und Marie Adelheids Mutter führte die Regentschaft bis zu deren Volljährigkeit. Die junge Großherzogin war sehr religiös und wollte nicht heiraten. Zwei Jahre nach ihrer Thronbesteigung begann der Erste Weltkrieg (1914 bis 1918). Die Großherzogin konnte nicht verhindern, das Luxemburg von deutschen Truppen besetzt wurde. Um das Leiden zu lindern Gründete Marie Adelheid das Luxemburgische Rote Kreuz. Großherzogin Marie Adelheid empfing widerwillig Kaiser Wilhelm II., um mit ihm zu sprechen um ihren Landsleuten zu helfen, was ihr aber später negativ ausgelegt wurde. Dann gab es auch noch die Verlobung von Marie Adelheids Schwester Antonia mit dem bayerischen Kronprinzen Rupprecht, der Oberbefehlshaber in der deutsche Armee war, die Luxemburg besetzt hatte... Das führte nun dazu das nach Kriegsende die Großherzogin angekreidet wurde, deutschfreundlich zu sein, und die Kriegsgegner Frankreich und Belgien sich Luxemburg einverleiben wollten. Großherzogin Marie Adelheid musste wegen des Drucks abdanken und starb, nur 29 Jahre alt, in Bayern.

Bei den Bildern sind alte Postkarten mit Marie Adelheid und ihren fünf Schwestern abgedruckt. Dazu gibt es noch viele Bilder und Fotos der jungen Großherzogin. Auf Seite 88 ist eine schöne Abbildung die Marie Adelheid mit drei Schwestern zeigt. Die Abdankungsurkunde findet man hier ebenso. Zum Abschluss gibt es eine Aufnahme von Großherzogin Marie Adelheid auf dem Totenbett, sowas war früher normal auch wenn es heute ungewöhnlich ist. Auch Trauerkarten um an die verstorbene zu erinnern waren im Umlauf.

Die vierte Person, deren Leben gewürdigt wird, ist Großherzogin Charlotte. Ihre Regentschaft dauerte von 1919 bis zu ihrer Abdankung 1964. Als zweite Tochter dynastisch wenig interessant, wurde sie durch die Abdankung Marie Adelheids zur wichtigen Figur. Nach einem Referendum sprachen sich über 77% der Luxemburger für die Beibehaltung der Monarchie unter Charlotte aus. Im Gegensatz zu ihren Schwestern, die fast alle deutsche Prinzen heirateten, fand Charlotte einen Partner, der auch Frankreich genehm war - obwohl er im Krieg in der österreichischen Armee gedient hatte: Prinz Felix von Bourbon-Parma. Das Paar bekam sechs Kinder, darunter Erbgroßherzog Jean. Auch Charlottes Zeit als Großherzogin sollte nicht friedlich bleiben: Die Wehrmacht besetzte 1940 Luxemburg und die großherzogliche Familie ging ins Exil. 1945 kehrte sie zurück und übergab 19 Jahre später den Thron an ihrem Sohn Jean. Sie starb mit 89 Jahren und überlebte alle ihre fünf Schwestern.

Im Fototeil gibt es viel zu sehen: Gemälde und Schmuckstücke aus dem Besitz von Großherzogin Charlotte. Die Luxemburger waren während der Besatzung im Krieg sehr kreativ, sie bastelten aus Geldmünzen mit dem Konterfei Charlottes Ringe und Kettenanhänger, die getragen wurden um zu zeigen das die Großherzogin zwar weg, aber nicht vergessen war. Des weiteren wurden auch Geldmünzen und Scheine mit dem Bild von Charlotte abgebildet. Außerdem gibt es ein Foto mit dem Wagen, womit die großherzogliche Familie ins Exil fuhr, und einen alten Ausweis von Großherzogin Charlotte mit dem sie in die USA reiste. Charlotte, eine fromme Katholikin, findet man auch auf christlichen Kirchenbildern, desweiteren wurde ihr die Goldene Rose vom Papst verliehen. Nach Großherzogin Charlottes Tod wurde eine Statue aufgestellt, dessen Abbildung sich im Buch wiederfindet. Als finales Bild sieht man ihre Ruhestätte in der Krypta.

Im nächsten Kapitel geht es um Großherzog Jean, seine Regierungszeit war von 1964 bis zu seiner Abdankung im Jahr 2000. Erbgroßherzog Jean verbrachte eine unbeschwerte Kindheit und Jugend, bis der Zweite Weltkrieg ausbrach und die Familie ins Exil flüchtete. Er studierte in Quebec, Kanada und trat später in die britische Armee, den Irish Guards, ein. Nach Kriegsende kehrte Jean nach Luxemburg zurück. Jean ehelichte Prinzessin Josephine-Charlotte von Belgien und bekam mit ihr fünf Kinder. Mit der Abdankung seiner Mutter Charlotte wurde Jean zum luxemburgischen Großherzog. Jean und seine Frau waren sehr beliebt bei der luxemburgischen Bevölkerung. Beide reisten viel und setzten sich international für ihr Land ein. Großherzog Jean dankte, wie schon seine beide Vorgängerinnen, ab. Er verstarb 2019 mit 98 Jahren.

Im Bildteil sind Dokumente aus dem luxemburgischen Nationalarchiv und Geldmünzen mit dem Konterfei des Großherzogs zu sehen. Interessant ist der 1$-Fahrradschein für die Stadt Quebec, den Jean wie jeder Fahrradbesitzer bezahlen musste. Gezeigt wird auch die Irish Guards Uniform, welche Großherzog Jean in seiner aktiven Zeit getragen hat. Dazu gibt es eine Waffe aus dem Besitz des Großherzogs mit einem Monogramm, und eine Fahne der luxemburgischen Armee. Auf Seite 177 wird ein schönes Ölgemälde von Jeans Ehefrau Großherzogin Josephine-Charlotte gezeigt.

Der letzte Teil des Buches dreht sich um Henri, seit 2000 Großherzog von Luxemburg. Er wurde Regent nachdem sein Vater abdankte und sich ins Privatleben zurück zog. Großherzog Henri ist mit Maria Teresa Mestre verheiratet, beide sind Eltern von 5 Kindern, darunter Erbgroßherzog Guillaume, dem zukünftigen siebten Großherzog der Dynastie Luxemburg-Nassau. Großherzog Henri ermöglichte den Autoren den Zugang zu den Besitztümern der großherzoglichen Familie.

In dem letzten Teil des Bildbandes kann man den Schreibtisch Henris sowie seine Medaille als Mitglied des Olympischen Komitees bewundern. Wie auch in den anderen Kapiteln, gibt es wieder Gemälde des Großherzogs und seiner Gattin zu sehen. Es gibt auch ein Foto der großherzoglichen Standarte und eines Schachspiel mit silbernen Figuren, die ein Geschenk der jüdischen Gemeinde Luxemburgs an Henri waren. Man kann eine Blick auf den Balkon werfen, von dem die Familie zu besonderen Anlässen winkt. Man erfährt auch, das nach Großherzogin Maria Teresa eine Rosenart benannt wurde. Der Band schließt mit dem Wahlspruch der Nassauer und einem gerahmten Foto der Familie von Henri. Ganz am Ende des Buches gibt es noch einen Stammbaum und eine Chronologie des Hauses Luxemburg-Nassau.



[Meine Meinung]

Das es sonst nicht viele Bücher über die Luxemburger gibt, füllt Die Dynastie Luxemburg-Nassau 1890-2015 schon mal eine Lücke. Der Bildband ist schön gestalten, und es wird jede Abbildung erklärt. Die Fotos sind oft originell, sie legen das Augenmerk auf Dinge die man nicht sofort sieht, wie z. B. die Monogramme von Großherzog Wilhelm IV. und Großherzogin Maria Anna, die an verschiedenen Stellen im Schloss angebracht sind. Einige Bilder zeigen private Dinge, wie Großherzog Adolphs Brille und den Schmuck von Großherzogin Charlotte. Was ich zu bemängeln habe ist, dass die Biographien sehr oberflächlich gehalten sind, man hätte hier noch Anekdoten oder Zitat aus Briefen einbringen können. Wer mehr über die sechs regierenden Großherzöge/Großherzoginnen von Luxemburg und deren Zeit sehen will, ist hier richtig. 



Erhältlich bei: Editions Saint-Paul oder im Buchhandel



Buch-Information
Verlag: Editions Saint-Paul (2015), Gebundene Ausgabe, 224 Seiten
ISBN: 2879639743, Sprache: Deutsch/Französisch, Format: 29,1 x 29,2 cm
Preis: 49,00 €

Samstag, 8. Februar 2020

Königliche Bücher für 2020

Friedrich Wilhelm I.: Die vielen Gesichter des Soldatenkönigs 
von Frank Göse
Erscheint am 12. März 2020 im Theiss Verlag

Karl V.: Der Kaiser, dem die Welt zerbrach 
von Heinz Schilling
Erscheint am 16. März 2020 im C. H. Beck Verlag

Kurfürstin Therese Kunigunde von Bayern (1676–1730) und ihre Friedenspolitik in europäischen Dimensionen zwischen Papst und Kaiser 
von Claudia von Kruedener 
Erscheint am 16. März 2020 im Verlag Friedrich Pustet

Die Wittelsbacher: Vom 12. bis ins 20. Jahrhundert
von Barbara Beck
Erscheint am 20. März 2020 im Marix Verlag

Tatort Genfer See: Kaiserin Elisabeth im Fadenkreuz der Anarchisten 
von Anna Maria Sigmund
Erscheint am 2. April 2020 im Molden Verlag

Prince Andrew: Privilege, Money and Epstein (Englisch)
[Prinz Andrew: Privileg, Geld und Epstein]
von Nigel Cawthorne
Erscheint am 9. April 2020 im Gibson Square Books Verlag

Kaiserin Elisabeths Hermesvilla - Refugium einer rastlosen Seele 
von Michaela Lindinger, Wien Museum
Erscheint am 14. April 2020 im Residenz Verlag

Queen Victoria and the Romanovs: Sixty Years of Mutual Distrust (Englisch) 
[Königin Victoria und die Romanows: 60 Jahre gegenseitiges Misstrauen]
von Coryne Hall
Erscheint am 1. Mai 2020 im Amberley Publish. Verlag

Christian I. von Anhalt-Bernburg (1568-1630): Eine Biographie des Scheiterns 
von Klaus Deinert 
Erscheint am 30. Juni 2020 im Kohlhammer Verlag

Katharina die Große
von Jan Kusber 
Erscheint am 30. Juni 2020 im Kohlhammer Verlag

Freitag, 22. Februar 2019

[Rezension] Zur Erinnerung an Großherzog Ernst Ludwig von Hessen und bei Rhein und seine Familie von Carsten Knöß


Dieses Buch heißt Zur Erinnerung an Großherzog Ernst Ludwig von Hessen und bei Rhein und seine Familie - Sonderausgabe zum 80. Jahrestag des Flugzeugabsturzes von Ostende von Carsten Knöß, erschienen in den Notizen zur Ortsgeschichte vom Geschichtsverein Egelsbach.

Das Büchlein hat 119 Seiten und darin verteilt 132 Abbildungen. Das Vorwort stammt vom Autor Carsten Knöß. Grußworte wurden von Prinz Philip, dem Herzog von Edinburgh, und Donatus Landgraf von Hessen beigesteuert.

Das Werk beginnt mit der Geburt und Kindheit des letzten regierenden Großherzogs von Hessen und bei Rhein: Ernst Ludwig. Es gibt hier auch das erste Aufgenommene Foto des Erbgroßherzogs zu sehen, auch Familienbilder fehlen nicht in der Biographie. Ernst Ludwig war der einzige überlebenden Sohn von Großherzog Ludwig IV. und Großherzogin Alice, geb. Prinzessin von Großbritannien. Ernst Ludwig wuchs mit drei älteren Schwestern (Victoria, Elisabeth und Irene) sowie mit drei jüngeren Geschwistern (Friedrich, Alix und Marie) auf. Der Tod von Mutter Alice und Schwester Marie an Diphtherie im Jahr 1878, sowie der Unfalltod des an der Bluterkrankheit leidenden Bruder Friedrich 1873, waren einschneidende Ereignisse im Leben des kleinen Prinzen. Auf Seite 20 sieht man ein Foto der Särge von Alice und Marie. Um die Halbwaisen Ernst Ludwig und Schwestern kümmerte sich die Großmutter Königin Victoria liebevoll. 

Ernst Ludwig wuchs zu einem jungen Mann heran und Königin Victoria hatte auch schon die passende Braut für ihn parat: seine Cousine Prinzessin Victoria Melita von Edinburgh und Sachsen-Coburg und Gotha, Tochter seines Onkels Prinz Alfred. In der Zwischenzeit war er durch den Tod seines Vaters Großherzog von Hessen und bei Rhein geworden. Die Hochzeit von Ernst Ludwig und Victoria Melita fand in Coburg statt. Während der Hochzeitsfeierlichkeiten verlobten sich auch die jüngste Schwester Alix mit dem Zarewitsch Nikolaus (II.) von Russland. Die Ehe von Ernst Ludwig und Victoria Melita war nicht glücklich, beide waren zu verschieden, trotzdem wurde dem Paar eine Tochter geboren. Auf Seite 27 des Buchs in ein Königliches Foto der Victoria Melita zu sehen. Die Tochter Prinzessin Elisabeth war der Sonnenschein ihres Vaters. Über ihr kurzes Leben und ihren tragischen Tod erfahrt man auf den folgenden Seiten. Dazu vielen schöne Fotos des Prinzeßchen. Nach dem Tode von Großmutter Victoria ließen sich Ernst Ludwig und Victoria Melita scheiden.

Weiter im Text geht es mit der Hochzeit von Prinzessin Alice von Battenberg, einer Nichte von Ernst Ludwig, mit Prinz Andreas von Griechenland. Die Trauung wurde in der russisch-orthodoxen Kirche in Darmstadt gefeiert. Diese wurde für das Zarenpaar gebaut, die gern die Verwandtschaft der Zarin in Hessen besuchte. Großherzog Ernst Ludwig unterstützte die Kunst und ließ auf der Mathildenhöhe eine Künstlerkolonie erbauen. Dazu sind Postkarten abgedruckt.

Ernst Ludwig wagte dann noch eine zweite Ehe, seine neue Ehefrau wurde Prinzessin Eleonore von Solms-Hohensolms-Lich. Im Bildteil sind Bilder der Braut und ihres Einzugs in Darmstadt abgebildet. Zu Ehren des Brautpaars wurde der Hochzeitsturm errichtet, der heute ein Wahrzeichen der Stadt ist. Großen Jubel gab es als das erste Kind von Ernst Ludwig und Eleonore geboren wurde: Erbgroßherzog Georg Donatus. Auf ihn folgte ein zweiter Sohn Prinz Ludwig. Die kleinen Prinzen wurden auf unzähligen Bildern und Postkarten verewigt. Auf Seite 63 ist ein niedliches Bild, dass Don und Lu (Spitznamen der Kinder) als Kosaken zeigt. Die Kleidung war ein Geschenk der Zarin Alix an ihre Neffen. Zar Nikolaus II. besuchte gerne seine angeheiratete Verwandtschaft in Deutschland, da er sich hier freier bewegen konnte. Ein Familiengruppenfoto finde sich auf Seite 65. 

Mit dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs waren Ernst Ludwig und drei seiner Schwestern auf Unterschiedlichen Seiten, er in Hessen und Irene in Preußen, Elisabeth und Alix in Russland, sowie Victoria in England. Über Cousinen im neutralen Ausland konnte man in Kontakt bleiben. Der Krieg endete und die Monarchien im Deutschen Reich fielen. Großherzog Ernst Ludwig musste auf seinen Thron verzichten und abdanken. Er und seine Familie durften aber im Land bleiben. Seine beiden "russischen" Schwestern starben während der russischen Revolution, ebenso sein Schwager der Zar und die vier Nichten und der Neffe. 

Öffentlich traten Ernst Ludwig, Gattin Eleonore und die Kinder bei den Anti-Versailles Demonstration in Darmstadt auf. In den 1920er und 30er Jahren hatte sich der Großherzog ins Privatleben zurückgezogen. Auf Seite 82 ist Prinz Philip, Ehemann der Queen Elisabeth II., mit zwei seiner Schwestern und den Hessen-Brüdern Don und Lu abgebildet. Der Erbgroßherzog Georg Donatus verlobte sich mit Prinzessin Cecile von Griechenland, einer der vier Töchter von Prinzessin Alice von Battenberg, die in Darmstadt geheiratet hatte. Bei der Hochzeit des Paars gab es eine Panne, die vielen Zuschauer ließen den Brautwagen nicht passieren, so das Ernst Ludwig sich durchkämpfen musste und die Braut Cecile endlich in die Kirche leiten konnte. Georg Donatus und Cecile wurden in den folgenden Jahren Eltern von drei Kindern: Alexander, Ludwig und Johanna. Ein schönes Foto von Ernst Ludwig mit seinem Enkel Ludwig findet man auf Seite 91.

Im Oktober 1937 stirbt Ernst Ludwig. Ein letzter Schnappschuss zeigt ihm im Garten mit einer Ente (Seite 94). Weitere Fotos zeigen die Trauerfeier Ernst Ludwigs, welche im Dritten Reich stattfand. Sein jüngerer Sohn Ludwig hatte sich in der Zwischenzeit mit der Britin Margaret Campbell Geddes verlobt. Ludwig arbeitete in London an der Deutschen Botschaft und dort wollte das Paar auch heiraten. Großherzogin Eleonore, Erbgroßherzog Georg Donatus und seine hochschwangere Frau Cecile, die beiden Söhne und drei weitere Passagiere bestiegen ein Flugzeug um in die britische Hauptstadt zu fliegen. Prinz Ludwig und seine Verlobte Margaret, genannt Peg, warteten bereits am Zielflughafen. Doch das Flugzeug kam nicht, es war in Ostende in einen Schornstein gekracht, der Grund hierfür war starker Nebel. Weder die acht Mitreisenden, noch die drei Mann Besatzung überlebten den Absturz.

Einzig die kleine Prinzessin Johanna hatte von ihrer Familie überlebt, sie wurde wegen ihres jungen Alters nicht mit auf die Reise genommen. Ein Bild des Flugzeug-Wracks ist hier im Buch abgedruckt. Nachdem sie die schlimme Nachricht bekommen hatten, wurden Prinz Ludwig und Margaret Notgetraut. Das Brautpaar machte sich auf dem Weg nach Ostende um die Verstorbenen nach Hause zu bringen. Der Trauerzug geht durch Darmstadt und endet auf der Rosenhöhe, wo bereits Großherzog Ernst Ludwig und dessen Tochter Elisabeth ruhen. Die kleine Johanna wurde von ihrem Onkel Ludwig und dessen Ehefrau Margaret adoptiert. Sie verstarb aber 1,5 Jahre später an Meningitis. Das Paar bewohnte das Jagdschloss Wolfsgarten und war in Hessen beliebt. Die Ehe von Ludwig und Peg blieb kinderlos, so das die Familie von Hessen und bei Rhein nach dem Tod der beiden ausstarb.



Meine Meinung: 

Das Büchlein ist reich bebildert, 
ich finde es lohnt sich schon allein wegen der Fotos.
Die Geschichte der Familie von Großherzog Ernst Ludwig ist tragisch 
und wird hier liebevoll erzählt.
Der Autor schreibt aber auch Anekdoten, wie der Vorfall bei der Hochzeit 
von Georg Donatus und Cecile.
Mein Lieblingsfoto ist auf Seite 82 zu sehen.
Diese Buch ist eine würdige Erinnerung an die großherzogliche Familie.
Daumen hoch!



Erhältlich bei: Geschichtsverein Egelsbach oder im Buchhandel



Buch-Information
Verlag: Geschichtsverein Egelsbach e. V. (2017), Taschenbuch, 119 Seiten
ISBN: 9783981406368, Sprache: Deutsch
Preis: 10,00 €

Dienstag, 15. Januar 2019

Neue Königliche Bücher für 2019


Ludovika: Sisis Mutter und ihr Jahrhundert von Christian Sepp (25.02.2019)



Sisis Welt: Der Alltag von Kaiserin Elisabeth zwischen Hof und Leidenschaften von Martina Winkelhofer (02.04.2019)



Luziwuzi: Das provokante Leben des Kaiserbruders Ludwig Viktor von Katrin Unterreiner (27.03.2019)



Die Schand-Luise: Der Skandal um Queen Victorias verstoßene Schwiegermutter von Ulrike Grunewald (01.02.2019)



Anna Amalia von Weimar: Regentin, Künstlerin und Freundin Goethes von Carolin Philipps (02.05.2019)



Der Kaiser und sein Sonnenschein: Geschichten meines Großvaters Erzherzog Clemens und meines Vaters Prinz Peter von Leopold Altenburg (20.02.2019)



Die Thronfolger: Macht und Zukunft der Monarchie im 19. Jahrhundert von Frank Lorenz Müller (01.04.2019)



Mary Vetsera - Der Grabraub 1992: Darstellung der Tat aus kriminalpolizeilicher Sicht mit neuen Fakten, Details und Bildern von Helmut Reinmüller (15.02.2019)



Henri III: Der letzte Valois von Richard Altherr (01.05.2019)



Die Königin: Elisabeth I. und der Kampf um England von Thomas Kielinger (14.03.2019)

Samstag, 29. September 2018

Meghans erstes Projekt als Herzogin


Meghan, die Herzogin von Sussex, hat ein Vorwort für das Buch "Together: Our Community Cookbook" geschrieben. 

Zuvor hatte sie länger, von der Öffentlichkeit unerkannt, mit den Frauen der Hubb Community Kitchen gekocht. Diese Gruppe hatte sich nach dem Feuer im Grenfell Tower aus Überlebenden gegründet. Die Einnahmen aus dem Verkauf des Buchs gehen komplett an die Hubb Community Kitchen.

Dienstag, 23. Januar 2018

Königliche Bücher für 2018


Außenseiter im Machtzentrum Wilhelms II.: Aus dem Leben eines Prinzen (1862-1924) von Gerd Fesser (Herausgeber),‎ Alexander von Hohenlohe 
Erscheint am: 15. Januar 2018 (ISBN: 978-3943425413)


Haus der Könige: Das Wiener Palais Coburg. Throne, Triumphe, Tragödien 
von Günter Fuhrmann
Erscheint am: 1. März 2018 (ISBN: 978-3990501214)


Wilhelm Friedrich von Oranien-Nassau: Fürst von Fulda (1802–1806) - Aufbruch zur moderne von Gudrun Vögler
Erscheint am: 1. März 2018 (ISBN: 978-3731906322)


Sophie Charlotte: Preußens erste Königin von Barbara Beuys
Erscheint am: 12. März 2018 (ISBN: 978-3458177470)


Wilhelmine von Bayreuth: Leben heißt eine Rolle spielen 
von Günter Berger
Erscheint am: 15. März 2018 (ISBN: 978-3791728209)


Isabeau de Bavière: Frankreichs Königin aus dem Hause Wittelsbach 
von Karin Schneider-Ferber
Erscheint am: 15. März 2018 (ISBN: 978-3791728759)


Prinz Harry: Die Insider Story von Duncal Larcombe
Erscheint am: 2. April 2018 (ISBN: 978-3906872575)


Harry – Ein Leben zwischen Liebe und Verlust von Katie Nicholl
Erscheint am: 3. April 2018 (ISBN: 978-3959672214)


Hochsensibel geboren: Wie Empfindsamkeit stark machen kann 
von Prinzessin Märtha Louise (von Norwegen), Elisabeth Nordeng
Erscheint am: 18. Juni 2018 (ISBN: 978-3442222384)

Dienstag, 25. April 2017

Rezension: Wilhelm II. und seine Geschwister von Barbara Beck


Nach längerer Zeit habe ich mal wieder eine Buchbesprechung fertig. Dieses Mal geht es um die Familie des letzten Deutschen Kaisers Wilhelm II. - genauer gesagt um seine sieben Geschwister. Auf dem Buchumschlag sind sechs der Geschwister Sophie, Victoria, Wilhelm, Charlotte, Heinrich und Margarethe sowie in der Mitte ihre Mutter Victoria, die Kaiserin Friedrich, zu sehen. "Wilhelm II. und seine Geschwister" hat 256 Seiten, 28 Abbildungen, einen Stammbaum, und diverse Anhänge.

Das Buch beginnt mit einer Einführung der Geschichte der Eltern, Prinz Friedrich Wilhelm von Preußen und Prinzessin Victoria von Großbritannien, dem ältesten Kind von Königin Victoria und Prinzgemahl Albert. Väterlicherseits gab es König und später Kaiser Wilhelm I. und Augusta, eine geborene Prinzessin von Sachsen-Weimar-Eisenach, die für ihre acht preußischen Enkelkinder oft mehr Fluch als Segen waren. Der Autorin gelingt es auch gut, das königlich-kaiserliche Familienleben zwischen dem schwachen Vater und der energischen Mutter, die beide im Dauerclinch mit Reichskanzler Otto von Bismarck liegen, zu beschrieben. Es kommen auch viele Auszüge und Zitate aus Briefen und Erinnerungen im Buch vor. Die nächsten Kapitel handeln von den Lebenswegen der sieben Kaiser-Geschwistern, die fast eine Jahrhundert umspannen, von der Geburt der ältesten Schwester im Jahre 1860 bis zum Tod der jüngsten Schwester 1954.

Prinzessin Charlotte war, neben ihrem älteren Bruder Wilhelm, das schwierigste der Geschwister. Schon als Kind war sie unberechenbar und kränklich. Als junge Frau entglitt sie der Familie vollends, und arrangierte für sich selbst eine Ehe mit Erbprinz Bernhard von Sachsen-Meiningen, um so aus dem elterlichen Haushalt zu entkommen. Charlotte brachte eine Tochter, Prinzessin Feodora, zur Welt. Bei dieser Tochter wiederholte sich der Mutter-Tochter-Konflikt, der schon das Verhältnis zwischen Victoria und Charlotte ruiniert hatte. Auch als  Prinzessin von Meiningen lebte Charlotte mit ihrer eigenen Familie weiter in Berlin und widmete sich Klatsch und Tratsch, und war möglicherweise sogar in die Kotze-Affäre verwickelt, die im deutschen Kaiserreich für Skandale sorgte. Das Leben von Prinzessin Charlotte war überschattet von einer schweren Krankheit: Porphyria. An der von ihrem Ururgroßvater König Georg III. von Großbritannien von der Mutter übertragene Krankheit litt auch Charlottes einziges Kind, welche später viel Leid ertragen sollte. Das Verhältnis zwischen Charlotte und ihrem kaiserlichen Bruder Wilhelm verschlechterte sich mit den Jahren. Kurz vor Ausbruchs des Ersten Weltkriegs wurde Charlotte durch dem Tod ihres Schwiegervaters noch zur Herzogin von Sachsen-Meiningen. Sie erlebte noch den Sturz der Monarchie und starb knapp ein Jahr später während einer ihrer vielen Kuraufenthalte in Baden-Baden.   

Prinz Heinrich bildete mit seinen beiden älteren Geschwistern eine Gruppe innerhalb der Familie. Besonders nahe stand er Wilhelm. Heinrich wurde früh zum Marineprinzen erzogen und ausgebildet. Ebenso wie Wilhelm und Charlotte enttäuschte auch Heinrich die hohen Erwartungen die seiner Mutter Victoria in ihn gesetzt hatte. Prinz Heinrich machte Karriere in der kaiserlichen Marine, wurde Seemann und später sogar Großadmiral. Er bereiste die Welt, und war als Vertretung seines inzwischen Kaiser gewordenen Bruders, zu Gast in den USA und am chinesischen Kaiserhof. Privat erfüllte Heinrich sich seinen größten Wunsch, er ging eine Liebesheirat mit seiner Cousine Prinzessin Irene von Hessen und bei Rhein ein. Die Hochzeit des Paares war der letzte Auftritt des krebskranken und vom Tod gezeichneten Vaters Kaiser Friedrich III. Aus der Verbindung gingen drei Söhne hervor, von denen zwei an der Bluterkrankheit litten, die die hessische Prinzessin auf die Kinder übertrug. Prinz Heinrich lies sich mit seiner Familie in Kiel nieder, um in der Nähe seiner geliebten Marine zu sein. In seiner Freizeit war Heinrich eine begeisterter Autofahrer und interessierte sich für die Luftfahrt. Mit dem Ersten Weltkrieg wurde er zum Oberbefehlshaber der Ostseestreitkräfte ernannt und führte diesen Posten bis zum ausscheiden Russlands aus dem Krieg aus. Nach dem Kriegsende lebte Heinrich mit seiner Familie zurückgezogen auf seinem Gut Hemmelmark in Schleswig-Holstein. Seinen Bruder Wilhelm besuchte er jedes Jahr im Exil in den Niederlanden. Zehn Jahre nach seiner Schwester Charlotte starb auch Prinz Heinrich - an der Krankheit die schon seinen Vater umbrachte.

Prinz Sigismund und Prinz Waldemar, die Kinder vier und sechs der Familie, lebten nur kurz. 

Prinz Sigismund wurde nur 21 Monate alt und starb an Meningites während des Preußisch-Österreichischen Krieges von 1866, als alle Ärzte im Fronteinsatz waren. Prinz Waldemar, war der Liebling seiner Eltern, und wurde den älteren Söhnen Wilhelm und Heinrich vorgezogen. Sein Tod mit 11 Jahren an Diphtherie stürzte Vater und Mutter in Verzweiflung. Nach ihrem Tod wurden beide Jungen verklärt und lagen wie Schatten über ihren älteren Brüdern, die in allen Sachen eine Enttäuschung für die Eltern waren.



Für das früher so erfreuliche Familienleben im Hause des Kronprinzen wirkte es sich in den kommenden Jahren im hohem Maße ungünstig aus, dass den beiden verlorenen Kindern ein Ausmaß an Perfektion zugeschrieben wurde, das die Lebenden Kinder beim besten Willen niemals erlangen konnten. Wilhelm II. und seine Geschwister, Seite 128


Prinzessin Victoria, die zweite Tochter, war der besondere Liebling ihrer Mutter, die den drei jüngsten Kindern am nächsten stand. Über die Kindheit und Jugend der Prinzessin erfährt man sonst nicht viel. Erst in Erscheinung tritt Victoria als junge Frau, die sich in den falschen Mann verliebt. Prinz Alexander von Battenberg, Fürst von Bulgarien, braucht eine Braut um seine Position zu sichern. Nachdem zwei seiner Brüder in die Familie von Königin Victoria von Großbritannien eingeheiratet haben, was lag da näher als eine ihrer vielen Enkelinnen zu ehelichen.. Gegen diese Heirat, und damit in die Probleme in dieser Region verwickelt zu werden, standen Otto von Bismarck, Kaiser Wilhelm I., Kaiserin Augusta und Bruder Wilhelm im Nein-Lager. Aus hin und her der nächsten Jahre, auch Battenberg-Affäre genannt, ging vor allem auf Victorias Mutter zurück, die nicht einsehen wollte das es mit der Opposition keine Hochzeit geben wird. Ihre Tochter Victoria machte sich weiter Hoffnung, die aber endgültig am Veto Kaiser Wilhelms II. scheiterte. Schließlich wurde eine Verbindung mit Prinz Adolf zu Schaumburg-Lippe arrangiert. Die Ehe blieb zum großen Kummer Victorias kinderlos. Das Paar lies sich in Bonn nieder, wo sie das Palais Schaumburg bewohnten. Noch einmal sah es so aus als würde Victoria Fürstin werden, doch im Lippischen Thronfolgestreit hatten die Linie Schaumburg-Lippe das Nachsehen, obwohl Kaiser Wilhelm II. auf der Seite seiner Schwester stand. Der Erste Weltkrieg war für Victoria ein Dilemma, durch ihre Mutter anglophil erzogen, standen sich Deutschland und England feindlich gegenüber. Im Krieg starb dann auch noch ihr Ehemann. Mit Kriegsende und Inflation verschuldete Victoria sich stark. Gegen Ende ihres Lebens tauchte dann noch ein Mann auf, den über 30 Jahren jüngeren Alexander Zoubkoff, in dem sie ihre große Liebe sah und heiratete. Victoria war auf einen Hochstapler hereingefallen der ihr restliches Geld veruntreute und sie mittellos zurück lies. Wenig später starb Prinzessin Victoria.

Prinzessin Sophie war die vorletzte Schwester von Kaiser Wilhelm II. Auch über ihre Kindheit und Jugend ist nicht viel bekannt. Sie kam ein Jahr nach dem Tod ihres Bruders Waldemar zur Welt. Wie ihre Schwester Victoria stand sie ihrer englischen Mutter sehr nah. Als junge Frau lernte Sophie Kronprinz Konstantin von Griechenland kennen, der in der Preußischen Armee ausgebildet wurde. Das Paar heiratete als Sophie 19 Jahre alt war. Kronprinzessin Sophie folgte ihrem Gatten nach Griechenland. Von Athen gab es einen regen Briefwechsel mit Mutter Victoria, der erhalten geblieben ist. Sophie wurde gut in ihrer neuen Familie angenommen und fühlte sich heimisch. Ihre Entscheidung auch den griechisch-orthodoxen Glauben anzunehmen, führte zu einem Zerwürfnis mit ihrem Bruder Wilhelm II. und Schwägerin Auguste Viktoria. In ihrer Ehe brachte Sophie sechs Kinder zur Welt. In Griechenland war das Leben nicht leicht, da es ständig Unruhen gab. Das der Kaiser auch noch den Türken, den Feinden der Griechen, bei der Organisation ihrer Armee half, sorgte auch für keine Annäherung der Geschwister. Nach der Ermordung ihres Schwiegervaters Georg I. wurden Sophie und ihr Ehemann Konstantin König und Königin von Griechenland. Lange konnten sie sich nicht auf den Thron halten, da die Neutralität Griechenlands im Ersten Weltkrieg nicht von Frankreich und England anerkannt wurde. Sophie und ihr Gemahl mussten ins Exil gehen. Nur der zweite Sohn Alexander durfte als König im Land bleiben. Nach dessen frühen Tod durch einen Affenbiss, bei dem Sophie nicht zur Beerdigung kommen durfte, kehrten sie und Konstantin als Königspaar zurück. Auch dieses Mal konnten sie sich nicht lange halten, nach einem missglückten Feldzug gegen die Türkei war wieder Exil angesagt - in Italien. Sophie starb in Frankfurt am Main, in der Nähe ihrer Schwester Margarethe, an der Krankheit die schon ihre Eltern und Bruder Heinrich zum Opfer gefallen waren.

Prinzessin Margarethe war das Nesthäkchen der Geschwister. Ähnlich wie ihre zwei nächst älteren Schwestern Victoria und Sophie war sie eine Stütze ihrer Mutter, die durch das schlechte Verhältnis mit ihren Sohn Kaiser Wilhelm II. isoliert war. Als Jugendliche verliebte Margarethe sich in Prinz Max von Baden, dem späteren letzten Kanzler des Kaiserreichs, der ihre Gefühle allerdings nicht erwiderte. Prinzessin Margarethe bekam überraschend einen Heiratsantrag von Prinz Friedrich Karl von Hessen-Kassel, den sie nach einiger Bedenkzeit annahm. Aus der Ehe gingen sechs Söhne, davon zwei Zwillingspärchen, hervor. Nach dem Tod von Margarethes Mutter Victoria erbte sie deren Schloss in Kronberg, in welches die Familie übersiedelte. Ihre Freizeit verbrachte Margarethe mit Pferden und reiten. Wie ihre Schwestern, machte auch Margarethe der Kriegsausbruch traurig. Dazu fielen noch ihre beiden ältesten Söhne im Krieg. Gegen Ende der Krieges waren Margarethe und ihr Ehemann für kurze Zeit das gewählte Königspaar von Finnland, welches sich von Russland abgespalten hatte. Aufgrund der deutschen Kriegsniederlage konnte sich das nicht realisieren und die Familie blieb in Hessen. Nach dem Fall der Monarchie musste sich Margarethe in einer anderen Welt wiederfinden. Auch negative Dinge wie, z. B. die NSDAP-Mitgliedschaft zwei ihrer Söhne werden im Buch nicht verschwiegen. In der Zwischenkriegszeit lebte Margarethe zurückgezogen und verbrachte Zeit mit ihrer Familie, die um Schwiegertöchter und Enkelkinder erweitert wurde. Während des Zweiten Weltkriegs verlor Margarethe einen dritten Sohn, sowie zwei ihrer Schwiegertöchter die infolge von Bombenangriffen ums Leben kamen. Als einziges der Geschwister überlebte Margarethe den Zweiten Weltkrieg, als letzter war Kaiser Wilhelm II. 1941 in seinem Exil gestorben. Sie erlebte den Einmarsch der Amerikaner und das Leben unter Besatzung. In ihren letzten Jahren erlebte Margarethe noch die Gründung der Bundesrepublik Deutschland. Sie starb als letzte der Kinder von Kaiser Friedrich III. und Kaiserin Victoria, sowie als letzte Schwester von Wilhelm II.




Meine Meinung:

Mir hat das Buch sehr gut gefallen.

Endlich erfährt man mehr über die Geschwister im Schatten des letzten Deutschen Kaisers.
Es gibt einen guten Einblick in das königliche Familienleben, 
welches alles andere als perfekt war.
Der Einfluss von Kaiser Wilhelm II. war für die meisten seiner Brüder und Schwestern nicht gut,
vor allem die jüngsten hatten unter ihm zu leiden.
Positiv ist ebenfalls, das alle Geschwister, auch die beiden jung verstorbenen, 
ein eigenes Kapitel haben, da deren Einfluss auf das Familienleben enorm war.
Auch das was nach Ende des Kaiserreichs mit den Geschwistern passierte, 
wird ebenfalls beschrieben und wie ihr Verhältnis zueinander war.
Es wird viel aus Briefen und anderen Quellen zitiert, was ich sehr wichtig finde.
Zu kritisieren gibt es, das es kaum Informationen zur Kindheit und Jugend
der jüngeren drei Prinzessinnen gibt.
Die vielen schwarz-weißen Abbildungen und der Stammbaum runde das Buch ab.
Bis auf den kleinen Kritikpunkt ist dieses Werk Empfehlenswert.




Erhältlich bei: Friedrich Pustet oder im Buchhandel



Buch-Information
Verlag: Friedrich Pustet (2016), Gebundene Ausgabe mit Umschlag, 256 Seiten
ISBN:  978-3791727509, Sprache: Deutsch, Format: 13,9 x 2,7 x 21,8 cm
Preis: 24,95 €

Dienstag, 24. Januar 2017

Erste Biographie über deutsche Kurzzeit-Königin von Montenegro


Laut dem Blog strelitzius schreiben die montenegrinische Germanistin Dr. Neda Donat und die Autorin Sandra Lembke ("Gäste am Mecklenburg-Strelitzer Hof") ein Buch über Herzogin Jutta zu Mecklenburg-Strelitz (1880–1946), spätere Kronprinzessin Militza von Montenegro, und für eine Woche sogar Königin des kleinen Balkanlandes - allerdings im Exil.  

Jutta war die jüngere Tochter von Großherzog Adolf Friedrich V. (1848–1914) und dessen Gattin Prinzessin Elisabeth von Anhalt (1857–1933). Sie ist nach Luise (Preußen), Friederike (Hannover) und Sophie Charlotte (Großbritannien), die vierte Königin die das Fürstenhaus Mecklenburg-Strelitz hervorbrachte.