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Mittwoch, 26. Februar 2020

[Rezension] Die Dynastie Luxemburg-Nassau 1890-2015 von Marc Schoentgen und Pierre Even


Nach sehr langer Zeit gibt es nun wieder eine Buchbesprechung von mir: Die Dynastie Luxemburg-Nassau / La dynastie Luxembourg-Nassau 1890-2015 von Marc Schoentgen (Fotograf) und Pierre Even (Texte). Das vorliegende Buch ist ein Bildband über die Großherzogliche Familie von Luxemburg. Auf 224 Seiten gibt es viele Abbildungen zu sehen, darunter Gemälde, Fotografien und Dokumente sowie persönliche Besitztümer der Großherzöge und Großherzoginnen. Die Begleittexte zu den Fotos sind auf Deutsch und Französisch, die neben Lëtzebuergesch offizielle Landessprachen im Großherzogtum Luxemburg sind.

Das Buch beginnt mit einem kurzen Interview der beiden Autoren Marc Schoentgen und Pierre Even, in dem sie darlegen wie es zu der Idee für ihr Buch und schließlich zur Verwirklichung kam. Das erste Kapitel widmet sich Großherzog Adolph von Luxemburg, Regierungszeit von 1890 bis 1905. Auf zwei Seiten gibt es eine kurze Biographie. Hier erfahren wir auch weshalb Adolph, Herzog von Nassau, die Thronfolge in Luxemburg nach 75-jähriger Personalunion mit den Niederlanden antrat. Grund hierfür war der Tod des Königs-Großherzogs Wilhelm III. der Niederlande, der "nur" eine Tochter Wilhelmina hinterließ, die wegen der geltenden männlichen Thronfolge nicht in Luxemburg herrschen durfte. Für Adolph, dessen Herzogtum Nassau von Preußen nach dem Deutschen Krieg von 1866 annektiert wurde, und der im Exil lebte, war Luxemburg eine große Chance. Der Großherzog wurde sehr schnell populär in seiner neuen Heimat. Auch Adolphs Privatleben wird beleuchtet, er war zweimal verheiratet, zuerst mit Großfürstin Elisabeth Michailowna von Russland, die bei der Geburt ihres ersten Kindes starb und für die in Wiesbaden eine russisch-orthodoxe Kirche errichtet wurde. Die zweite Ehe ging er mit Prinzessin Adelheid Marie von Anhalt ein. Aus dieser Verbindung stammen die beiden einzigen überlebende Kinder Wilhelm und Hilda, die später Großherzogin von Baden wurde. Großherzog Adolph starb mit 88 Jahren und wurde in Luxemburg tief betrauert. 

Die Fotos zeigen einige Dinge aus dem Besitz von Großherzog Adolph, wie seine Epauletten und Pickelhaube, die er nur einmal bei Amtsantritt trug weil sie für eine preußische gehalten wurde, und die Luxemburger irritierte. Dazu kommen noch mit Öl und Pastell gemalte Gemälde, und Briefmarken mit dem Bild des Großherzogs. Auf den Bildern ist auch das Wappen Adolphs zu sehen, außerdem ist er auch in Kirchenfenstern verewigt. Alte Zeitungsausschnitte berichten über die Inthronisierung des neuen Großherzogs. Auch eine Brille von Adolph und seine Orden werden im Buch gezeigt. Besonders ist das Foto auf Seite 38, es zeigt Adolph und Adelheid Marie zum 50. Hochzeitstag. Das Lebensbild Adolphs wird durch Fotos seiner Residenzen abgerundet, die nassauischen Schlösser in Weilburg und Wiesbaden, in Luxemburg das Schloss Berg und der Palais Grand-Ducal, sowie Schloss Hohenberg in Bayern. Eine wichtiger Ort war auch die russische Kirche auf dem Neroberg, wo Adolphs erste Frau Elisabeth und sein Kind begraben liegen. Von Elisabeth ist eine lebensechte Grabskulptur erhalten.

Das zweite Kapitel behandelt Großherzog Wilhelm IV. von Luxemburg, er regierte von 1905 bis 1912. Auch hier gibt es zuerst eine kleine Lebensbeschreibung. Wilhelm IV. war bis zur preußischen Annexion Nassaus der Thronfolger und begab sich mit seinen Eltern ins Exil nach Österreich, wo er in die dortige Armee eintrat. Mit dem Aussterben der männlichen Linie des niederländischen Königshauses wurden die Karten neu gemischt, und Wilhelm fand sich als Erbgroßherzog von Luxemburg wieder. Nach längerem warten konnte Wilhelm seine Eheschließung mit Infantin Maria Anna von Portugal feiern, sein Vater Adolph hatte sich gegen die Ehe ausgesprochen, weil die Braut römisch-katholisch war und das Haus Nassau evangelisch. Aus der Verbindung gingen sechs Töchter hervor - die katholisch getauft wurden - aber kein Sohn der die Thronfolge sicherte. Es ist schon eine Ironie des Schicksals, dass die Nassauer, die durch das Fehlen eines Mannes auf den luxemburgischen Thron gekommen sind, schon zwei Generationen später vor dem gleichen Dilemma standen... Schließlich setzte der schon länger kränkliche Wilhelm IV. durch, dass seine älteste Tochter Marie Adelheid ihm als Großherzogin nachfolgen konnte. Da die Mehrheit der Luxemburger katholisch war, gab es auch hier keine Probleme. 

Der Bildteil fällt wegen der kurzen Leben- und Regierungszeit von Großherzog Wilhelm IV. eher kurz aus. Auch hier gibt es verschiedene Gemälde des Großherzogs und seiner Familie, darunter eines die Wilhelm mit seinem Vater bei der Jagd in Bayern zeigt. Es sind ebenso Monogramme des Großherzogs und seiner Ehefrau zu finden, die überall im Schloss angebracht wurden. Den Abschluss den Kapitels bildet ein Foto des Sargs von Großherzog Wilhelm IV. mit gestürztem Wappen, welches zeigt das er der letzte Nassauer im Mannesstamm war.

Der dritte Abschnitt beschäftigt sich mit der ersten Großherzogin: Marie Adelheid. Sie herrschte von 1912 bis zu ihrer Abdankung 1919. Wie schon in den anderen beiden Kapiteln, gibt es auch hier zuerst einen Überblick über das Leben Marie Adelheids. Sie wurde mit 17 Jahren Nachfolgerin ihres Vaters, und Marie Adelheids Mutter führte die Regentschaft bis zu deren Volljährigkeit. Die junge Großherzogin war sehr religiös und wollte nicht heiraten. Zwei Jahre nach ihrer Thronbesteigung begann der Erste Weltkrieg (1914 bis 1918). Die Großherzogin konnte nicht verhindern, das Luxemburg von deutschen Truppen besetzt wurde. Um das Leiden zu lindern Gründete Marie Adelheid das Luxemburgische Rote Kreuz. Großherzogin Marie Adelheid empfing widerwillig Kaiser Wilhelm II., um mit ihm zu sprechen um ihren Landsleuten zu helfen, was ihr aber später negativ ausgelegt wurde. Dann gab es auch noch die Verlobung von Marie Adelheids Schwester Antonia mit dem bayerischen Kronprinzen Rupprecht, der Oberbefehlshaber in der deutsche Armee war, die Luxemburg besetzt hatte... Das führte nun dazu das nach Kriegsende die Großherzogin angekreidet wurde, deutschfreundlich zu sein, und die Kriegsgegner Frankreich und Belgien sich Luxemburg einverleiben wollten. Großherzogin Marie Adelheid musste wegen des Drucks abdanken und starb, nur 29 Jahre alt, in Bayern.

Bei den Bildern sind alte Postkarten mit Marie Adelheid und ihren fünf Schwestern abgedruckt. Dazu gibt es noch viele Bilder und Fotos der jungen Großherzogin. Auf Seite 88 ist eine schöne Abbildung die Marie Adelheid mit drei Schwestern zeigt. Die Abdankungsurkunde findet man hier ebenso. Zum Abschluss gibt es eine Aufnahme von Großherzogin Marie Adelheid auf dem Totenbett, sowas war früher normal auch wenn es heute ungewöhnlich ist. Auch Trauerkarten um an die verstorbene zu erinnern waren im Umlauf.

Die vierte Person, deren Leben gewürdigt wird, ist Großherzogin Charlotte. Ihre Regentschaft dauerte von 1919 bis zu ihrer Abdankung 1964. Als zweite Tochter dynastisch wenig interessant, wurde sie durch die Abdankung Marie Adelheids zur wichtigen Figur. Nach einem Referendum sprachen sich über 77% der Luxemburger für die Beibehaltung der Monarchie unter Charlotte aus. Im Gegensatz zu ihren Schwestern, die fast alle deutsche Prinzen heirateten, fand Charlotte einen Partner, der auch Frankreich genehm war - obwohl er im Krieg in der österreichischen Armee gedient hatte: Prinz Felix von Bourbon-Parma. Das Paar bekam sechs Kinder, darunter Erbgroßherzog Jean. Auch Charlottes Zeit als Großherzogin sollte nicht friedlich bleiben: Die Wehrmacht besetzte 1940 Luxemburg und die großherzogliche Familie ging ins Exil. 1945 kehrte sie zurück und übergab 19 Jahre später den Thron an ihrem Sohn Jean. Sie starb mit 89 Jahren und überlebte alle ihre fünf Schwestern.

Im Fototeil gibt es viel zu sehen: Gemälde und Schmuckstücke aus dem Besitz von Großherzogin Charlotte. Die Luxemburger waren während der Besatzung im Krieg sehr kreativ, sie bastelten aus Geldmünzen mit dem Konterfei Charlottes Ringe und Kettenanhänger, die getragen wurden um zu zeigen das die Großherzogin zwar weg, aber nicht vergessen war. Des weiteren wurden auch Geldmünzen und Scheine mit dem Bild von Charlotte abgebildet. Außerdem gibt es ein Foto mit dem Wagen, womit die großherzogliche Familie ins Exil fuhr, und einen alten Ausweis von Großherzogin Charlotte mit dem sie in die USA reiste. Charlotte, eine fromme Katholikin, findet man auch auf christlichen Kirchenbildern, desweiteren wurde ihr die Goldene Rose vom Papst verliehen. Nach Großherzogin Charlottes Tod wurde eine Statue aufgestellt, dessen Abbildung sich im Buch wiederfindet. Als finales Bild sieht man ihre Ruhestätte in der Krypta.

Im nächsten Kapitel geht es um Großherzog Jean, seine Regierungszeit war von 1964 bis zu seiner Abdankung im Jahr 2000. Erbgroßherzog Jean verbrachte eine unbeschwerte Kindheit und Jugend, bis der Zweite Weltkrieg ausbrach und die Familie ins Exil flüchtete. Er studierte in Quebec, Kanada und trat später in die britische Armee, den Irish Guards, ein. Nach Kriegsende kehrte Jean nach Luxemburg zurück. Jean ehelichte Prinzessin Josephine-Charlotte von Belgien und bekam mit ihr fünf Kinder. Mit der Abdankung seiner Mutter Charlotte wurde Jean zum luxemburgischen Großherzog. Jean und seine Frau waren sehr beliebt bei der luxemburgischen Bevölkerung. Beide reisten viel und setzten sich international für ihr Land ein. Großherzog Jean dankte, wie schon seine beide Vorgängerinnen, ab. Er verstarb 2019 mit 98 Jahren.

Im Bildteil sind Dokumente aus dem luxemburgischen Nationalarchiv und Geldmünzen mit dem Konterfei des Großherzogs zu sehen. Interessant ist der 1$-Fahrradschein für die Stadt Quebec, den Jean wie jeder Fahrradbesitzer bezahlen musste. Gezeigt wird auch die Irish Guards Uniform, welche Großherzog Jean in seiner aktiven Zeit getragen hat. Dazu gibt es eine Waffe aus dem Besitz des Großherzogs mit einem Monogramm, und eine Fahne der luxemburgischen Armee. Auf Seite 177 wird ein schönes Ölgemälde von Jeans Ehefrau Großherzogin Josephine-Charlotte gezeigt.

Der letzte Teil des Buches dreht sich um Henri, seit 2000 Großherzog von Luxemburg. Er wurde Regent nachdem sein Vater abdankte und sich ins Privatleben zurück zog. Großherzog Henri ist mit Maria Teresa Mestre verheiratet, beide sind Eltern von 5 Kindern, darunter Erbgroßherzog Guillaume, dem zukünftigen siebten Großherzog der Dynastie Luxemburg-Nassau. Großherzog Henri ermöglichte den Autoren den Zugang zu den Besitztümern der großherzoglichen Familie.

In dem letzten Teil des Bildbandes kann man den Schreibtisch Henris sowie seine Medaille als Mitglied des Olympischen Komitees bewundern. Wie auch in den anderen Kapiteln, gibt es wieder Gemälde des Großherzogs und seiner Gattin zu sehen. Es gibt auch ein Foto der großherzoglichen Standarte und eines Schachspiel mit silbernen Figuren, die ein Geschenk der jüdischen Gemeinde Luxemburgs an Henri waren. Man kann eine Blick auf den Balkon werfen, von dem die Familie zu besonderen Anlässen winkt. Man erfährt auch, das nach Großherzogin Maria Teresa eine Rosenart benannt wurde. Der Band schließt mit dem Wahlspruch der Nassauer und einem gerahmten Foto der Familie von Henri. Ganz am Ende des Buches gibt es noch einen Stammbaum und eine Chronologie des Hauses Luxemburg-Nassau.



[Meine Meinung]

Das es sonst nicht viele Bücher über die Luxemburger gibt, füllt Die Dynastie Luxemburg-Nassau 1890-2015 schon mal eine Lücke. Der Bildband ist schön gestalten, und es wird jede Abbildung erklärt. Die Fotos sind oft originell, sie legen das Augenmerk auf Dinge die man nicht sofort sieht, wie z. B. die Monogramme von Großherzog Wilhelm IV. und Großherzogin Maria Anna, die an verschiedenen Stellen im Schloss angebracht sind. Einige Bilder zeigen private Dinge, wie Großherzog Adolphs Brille und den Schmuck von Großherzogin Charlotte. Was ich zu bemängeln habe ist, dass die Biographien sehr oberflächlich gehalten sind, man hätte hier noch Anekdoten oder Zitat aus Briefen einbringen können. Wer mehr über die sechs regierenden Großherzöge/Großherzoginnen von Luxemburg und deren Zeit sehen will, ist hier richtig. 



Erhältlich bei: Editions Saint-Paul oder im Buchhandel



Buch-Information
Verlag: Editions Saint-Paul (2015), Gebundene Ausgabe, 224 Seiten
ISBN: 2879639743, Sprache: Deutsch/Französisch, Format: 29,1 x 29,2 cm
Preis: 49,00 €

Freitag, 22. Februar 2019

[Rezension] Zur Erinnerung an Großherzog Ernst Ludwig von Hessen und bei Rhein und seine Familie von Carsten Knöß


Dieses Buch heißt Zur Erinnerung an Großherzog Ernst Ludwig von Hessen und bei Rhein und seine Familie - Sonderausgabe zum 80. Jahrestag des Flugzeugabsturzes von Ostende von Carsten Knöß, erschienen in den Notizen zur Ortsgeschichte vom Geschichtsverein Egelsbach.

Das Büchlein hat 119 Seiten und darin verteilt 132 Abbildungen. Das Vorwort stammt vom Autor Carsten Knöß. Grußworte wurden von Prinz Philip, dem Herzog von Edinburgh, und Donatus Landgraf von Hessen beigesteuert.

Das Werk beginnt mit der Geburt und Kindheit des letzten regierenden Großherzogs von Hessen und bei Rhein: Ernst Ludwig. Es gibt hier auch das erste Aufgenommene Foto des Erbgroßherzogs zu sehen, auch Familienbilder fehlen nicht in der Biographie. Ernst Ludwig war der einzige überlebenden Sohn von Großherzog Ludwig IV. und Großherzogin Alice, geb. Prinzessin von Großbritannien. Ernst Ludwig wuchs mit drei älteren Schwestern (Victoria, Elisabeth und Irene) sowie mit drei jüngeren Geschwistern (Friedrich, Alix und Marie) auf. Der Tod von Mutter Alice und Schwester Marie an Diphtherie im Jahr 1878, sowie der Unfalltod des an der Bluterkrankheit leidenden Bruder Friedrich 1873, waren einschneidende Ereignisse im Leben des kleinen Prinzen. Auf Seite 20 sieht man ein Foto der Särge von Alice und Marie. Um die Halbwaisen Ernst Ludwig und Schwestern kümmerte sich die Großmutter Königin Victoria liebevoll. 

Ernst Ludwig wuchs zu einem jungen Mann heran und Königin Victoria hatte auch schon die passende Braut für ihn parat: seine Cousine Prinzessin Victoria Melita von Edinburgh und Sachsen-Coburg und Gotha, Tochter seines Onkels Prinz Alfred. In der Zwischenzeit war er durch den Tod seines Vaters Großherzog von Hessen und bei Rhein geworden. Die Hochzeit von Ernst Ludwig und Victoria Melita fand in Coburg statt. Während der Hochzeitsfeierlichkeiten verlobten sich auch die jüngste Schwester Alix mit dem Zarewitsch Nikolaus (II.) von Russland. Die Ehe von Ernst Ludwig und Victoria Melita war nicht glücklich, beide waren zu verschieden, trotzdem wurde dem Paar eine Tochter geboren. Auf Seite 27 des Buchs in ein Königliches Foto der Victoria Melita zu sehen. Die Tochter Prinzessin Elisabeth war der Sonnenschein ihres Vaters. Über ihr kurzes Leben und ihren tragischen Tod erfahrt man auf den folgenden Seiten. Dazu vielen schöne Fotos des Prinzeßchen. Nach dem Tode von Großmutter Victoria ließen sich Ernst Ludwig und Victoria Melita scheiden.

Weiter im Text geht es mit der Hochzeit von Prinzessin Alice von Battenberg, einer Nichte von Ernst Ludwig, mit Prinz Andreas von Griechenland. Die Trauung wurde in der russisch-orthodoxen Kirche in Darmstadt gefeiert. Diese wurde für das Zarenpaar gebaut, die gern die Verwandtschaft der Zarin in Hessen besuchte. Großherzog Ernst Ludwig unterstützte die Kunst und ließ auf der Mathildenhöhe eine Künstlerkolonie erbauen. Dazu sind Postkarten abgedruckt.

Ernst Ludwig wagte dann noch eine zweite Ehe, seine neue Ehefrau wurde Prinzessin Eleonore von Solms-Hohensolms-Lich. Im Bildteil sind Bilder der Braut und ihres Einzugs in Darmstadt abgebildet. Zu Ehren des Brautpaars wurde der Hochzeitsturm errichtet, der heute ein Wahrzeichen der Stadt ist. Großen Jubel gab es als das erste Kind von Ernst Ludwig und Eleonore geboren wurde: Erbgroßherzog Georg Donatus. Auf ihn folgte ein zweiter Sohn Prinz Ludwig. Die kleinen Prinzen wurden auf unzähligen Bildern und Postkarten verewigt. Auf Seite 63 ist ein niedliches Bild, dass Don und Lu (Spitznamen der Kinder) als Kosaken zeigt. Die Kleidung war ein Geschenk der Zarin Alix an ihre Neffen. Zar Nikolaus II. besuchte gerne seine angeheiratete Verwandtschaft in Deutschland, da er sich hier freier bewegen konnte. Ein Familiengruppenfoto finde sich auf Seite 65. 

Mit dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs waren Ernst Ludwig und drei seiner Schwestern auf Unterschiedlichen Seiten, er in Hessen und Irene in Preußen, Elisabeth und Alix in Russland, sowie Victoria in England. Über Cousinen im neutralen Ausland konnte man in Kontakt bleiben. Der Krieg endete und die Monarchien im Deutschen Reich fielen. Großherzog Ernst Ludwig musste auf seinen Thron verzichten und abdanken. Er und seine Familie durften aber im Land bleiben. Seine beiden "russischen" Schwestern starben während der russischen Revolution, ebenso sein Schwager der Zar und die vier Nichten und der Neffe. 

Öffentlich traten Ernst Ludwig, Gattin Eleonore und die Kinder bei den Anti-Versailles Demonstration in Darmstadt auf. In den 1920er und 30er Jahren hatte sich der Großherzog ins Privatleben zurückgezogen. Auf Seite 82 ist Prinz Philip, Ehemann der Queen Elisabeth II., mit zwei seiner Schwestern und den Hessen-Brüdern Don und Lu abgebildet. Der Erbgroßherzog Georg Donatus verlobte sich mit Prinzessin Cecile von Griechenland, einer der vier Töchter von Prinzessin Alice von Battenberg, die in Darmstadt geheiratet hatte. Bei der Hochzeit des Paars gab es eine Panne, die vielen Zuschauer ließen den Brautwagen nicht passieren, so das Ernst Ludwig sich durchkämpfen musste und die Braut Cecile endlich in die Kirche leiten konnte. Georg Donatus und Cecile wurden in den folgenden Jahren Eltern von drei Kindern: Alexander, Ludwig und Johanna. Ein schönes Foto von Ernst Ludwig mit seinem Enkel Ludwig findet man auf Seite 91.

Im Oktober 1937 stirbt Ernst Ludwig. Ein letzter Schnappschuss zeigt ihm im Garten mit einer Ente (Seite 94). Weitere Fotos zeigen die Trauerfeier Ernst Ludwigs, welche im Dritten Reich stattfand. Sein jüngerer Sohn Ludwig hatte sich in der Zwischenzeit mit der Britin Margaret Campbell Geddes verlobt. Ludwig arbeitete in London an der Deutschen Botschaft und dort wollte das Paar auch heiraten. Großherzogin Eleonore, Erbgroßherzog Georg Donatus und seine hochschwangere Frau Cecile, die beiden Söhne und drei weitere Passagiere bestiegen ein Flugzeug um in die britische Hauptstadt zu fliegen. Prinz Ludwig und seine Verlobte Margaret, genannt Peg, warteten bereits am Zielflughafen. Doch das Flugzeug kam nicht, es war in Ostende in einen Schornstein gekracht, der Grund hierfür war starker Nebel. Weder die acht Mitreisenden, noch die drei Mann Besatzung überlebten den Absturz.

Einzig die kleine Prinzessin Johanna hatte von ihrer Familie überlebt, sie wurde wegen ihres jungen Alters nicht mit auf die Reise genommen. Ein Bild des Flugzeug-Wracks ist hier im Buch abgedruckt. Nachdem sie die schlimme Nachricht bekommen hatten, wurden Prinz Ludwig und Margaret Notgetraut. Das Brautpaar machte sich auf dem Weg nach Ostende um die Verstorbenen nach Hause zu bringen. Der Trauerzug geht durch Darmstadt und endet auf der Rosenhöhe, wo bereits Großherzog Ernst Ludwig und dessen Tochter Elisabeth ruhen. Die kleine Johanna wurde von ihrem Onkel Ludwig und dessen Ehefrau Margaret adoptiert. Sie verstarb aber 1,5 Jahre später an Meningitis. Das Paar bewohnte das Jagdschloss Wolfsgarten und war in Hessen beliebt. Die Ehe von Ludwig und Peg blieb kinderlos, so das die Familie von Hessen und bei Rhein nach dem Tod der beiden ausstarb.



Meine Meinung: 

Das Büchlein ist reich bebildert, 
ich finde es lohnt sich schon allein wegen der Fotos.
Die Geschichte der Familie von Großherzog Ernst Ludwig ist tragisch 
und wird hier liebevoll erzählt.
Der Autor schreibt aber auch Anekdoten, wie der Vorfall bei der Hochzeit 
von Georg Donatus und Cecile.
Mein Lieblingsfoto ist auf Seite 82 zu sehen.
Diese Buch ist eine würdige Erinnerung an die großherzogliche Familie.
Daumen hoch!



Erhältlich bei: Geschichtsverein Egelsbach oder im Buchhandel



Buch-Information
Verlag: Geschichtsverein Egelsbach e. V. (2017), Taschenbuch, 119 Seiten
ISBN: 9783981406368, Sprache: Deutsch
Preis: 10,00 €

Dienstag, 25. April 2017

Rezension: Wilhelm II. und seine Geschwister von Barbara Beck


Nach längerer Zeit habe ich mal wieder eine Buchbesprechung fertig. Dieses Mal geht es um die Familie des letzten Deutschen Kaisers Wilhelm II. - genauer gesagt um seine sieben Geschwister. Auf dem Buchumschlag sind sechs der Geschwister Sophie, Victoria, Wilhelm, Charlotte, Heinrich und Margarethe sowie in der Mitte ihre Mutter Victoria, die Kaiserin Friedrich, zu sehen. "Wilhelm II. und seine Geschwister" hat 256 Seiten, 28 Abbildungen, einen Stammbaum, und diverse Anhänge.

Das Buch beginnt mit einer Einführung der Geschichte der Eltern, Prinz Friedrich Wilhelm von Preußen und Prinzessin Victoria von Großbritannien, dem ältesten Kind von Königin Victoria und Prinzgemahl Albert. Väterlicherseits gab es König und später Kaiser Wilhelm I. und Augusta, eine geborene Prinzessin von Sachsen-Weimar-Eisenach, die für ihre acht preußischen Enkelkinder oft mehr Fluch als Segen waren. Der Autorin gelingt es auch gut, das königlich-kaiserliche Familienleben zwischen dem schwachen Vater und der energischen Mutter, die beide im Dauerclinch mit Reichskanzler Otto von Bismarck liegen, zu beschrieben. Es kommen auch viele Auszüge und Zitate aus Briefen und Erinnerungen im Buch vor. Die nächsten Kapitel handeln von den Lebenswegen der sieben Kaiser-Geschwistern, die fast eine Jahrhundert umspannen, von der Geburt der ältesten Schwester im Jahre 1860 bis zum Tod der jüngsten Schwester 1954.

Prinzessin Charlotte war, neben ihrem älteren Bruder Wilhelm, das schwierigste der Geschwister. Schon als Kind war sie unberechenbar und kränklich. Als junge Frau entglitt sie der Familie vollends, und arrangierte für sich selbst eine Ehe mit Erbprinz Bernhard von Sachsen-Meiningen, um so aus dem elterlichen Haushalt zu entkommen. Charlotte brachte eine Tochter, Prinzessin Feodora, zur Welt. Bei dieser Tochter wiederholte sich der Mutter-Tochter-Konflikt, der schon das Verhältnis zwischen Victoria und Charlotte ruiniert hatte. Auch als  Prinzessin von Meiningen lebte Charlotte mit ihrer eigenen Familie weiter in Berlin und widmete sich Klatsch und Tratsch, und war möglicherweise sogar in die Kotze-Affäre verwickelt, die im deutschen Kaiserreich für Skandale sorgte. Das Leben von Prinzessin Charlotte war überschattet von einer schweren Krankheit: Porphyria. An der von ihrem Ururgroßvater König Georg III. von Großbritannien von der Mutter übertragene Krankheit litt auch Charlottes einziges Kind, welche später viel Leid ertragen sollte. Das Verhältnis zwischen Charlotte und ihrem kaiserlichen Bruder Wilhelm verschlechterte sich mit den Jahren. Kurz vor Ausbruchs des Ersten Weltkriegs wurde Charlotte durch dem Tod ihres Schwiegervaters noch zur Herzogin von Sachsen-Meiningen. Sie erlebte noch den Sturz der Monarchie und starb knapp ein Jahr später während einer ihrer vielen Kuraufenthalte in Baden-Baden.   

Prinz Heinrich bildete mit seinen beiden älteren Geschwistern eine Gruppe innerhalb der Familie. Besonders nahe stand er Wilhelm. Heinrich wurde früh zum Marineprinzen erzogen und ausgebildet. Ebenso wie Wilhelm und Charlotte enttäuschte auch Heinrich die hohen Erwartungen die seiner Mutter Victoria in ihn gesetzt hatte. Prinz Heinrich machte Karriere in der kaiserlichen Marine, wurde Seemann und später sogar Großadmiral. Er bereiste die Welt, und war als Vertretung seines inzwischen Kaiser gewordenen Bruders, zu Gast in den USA und am chinesischen Kaiserhof. Privat erfüllte Heinrich sich seinen größten Wunsch, er ging eine Liebesheirat mit seiner Cousine Prinzessin Irene von Hessen und bei Rhein ein. Die Hochzeit des Paares war der letzte Auftritt des krebskranken und vom Tod gezeichneten Vaters Kaiser Friedrich III. Aus der Verbindung gingen drei Söhne hervor, von denen zwei an der Bluterkrankheit litten, die die hessische Prinzessin auf die Kinder übertrug. Prinz Heinrich lies sich mit seiner Familie in Kiel nieder, um in der Nähe seiner geliebten Marine zu sein. In seiner Freizeit war Heinrich eine begeisterter Autofahrer und interessierte sich für die Luftfahrt. Mit dem Ersten Weltkrieg wurde er zum Oberbefehlshaber der Ostseestreitkräfte ernannt und führte diesen Posten bis zum ausscheiden Russlands aus dem Krieg aus. Nach dem Kriegsende lebte Heinrich mit seiner Familie zurückgezogen auf seinem Gut Hemmelmark in Schleswig-Holstein. Seinen Bruder Wilhelm besuchte er jedes Jahr im Exil in den Niederlanden. Zehn Jahre nach seiner Schwester Charlotte starb auch Prinz Heinrich - an der Krankheit die schon seinen Vater umbrachte.

Prinz Sigismund und Prinz Waldemar, die Kinder vier und sechs der Familie, lebten nur kurz. 

Prinz Sigismund wurde nur 21 Monate alt und starb an Meningites während des Preußisch-Österreichischen Krieges von 1866, als alle Ärzte im Fronteinsatz waren. Prinz Waldemar, war der Liebling seiner Eltern, und wurde den älteren Söhnen Wilhelm und Heinrich vorgezogen. Sein Tod mit 11 Jahren an Diphtherie stürzte Vater und Mutter in Verzweiflung. Nach ihrem Tod wurden beide Jungen verklärt und lagen wie Schatten über ihren älteren Brüdern, die in allen Sachen eine Enttäuschung für die Eltern waren.



Für das früher so erfreuliche Familienleben im Hause des Kronprinzen wirkte es sich in den kommenden Jahren im hohem Maße ungünstig aus, dass den beiden verlorenen Kindern ein Ausmaß an Perfektion zugeschrieben wurde, das die Lebenden Kinder beim besten Willen niemals erlangen konnten. Wilhelm II. und seine Geschwister, Seite 128


Prinzessin Victoria, die zweite Tochter, war der besondere Liebling ihrer Mutter, die den drei jüngsten Kindern am nächsten stand. Über die Kindheit und Jugend der Prinzessin erfährt man sonst nicht viel. Erst in Erscheinung tritt Victoria als junge Frau, die sich in den falschen Mann verliebt. Prinz Alexander von Battenberg, Fürst von Bulgarien, braucht eine Braut um seine Position zu sichern. Nachdem zwei seiner Brüder in die Familie von Königin Victoria von Großbritannien eingeheiratet haben, was lag da näher als eine ihrer vielen Enkelinnen zu ehelichen.. Gegen diese Heirat, und damit in die Probleme in dieser Region verwickelt zu werden, standen Otto von Bismarck, Kaiser Wilhelm I., Kaiserin Augusta und Bruder Wilhelm im Nein-Lager. Aus hin und her der nächsten Jahre, auch Battenberg-Affäre genannt, ging vor allem auf Victorias Mutter zurück, die nicht einsehen wollte das es mit der Opposition keine Hochzeit geben wird. Ihre Tochter Victoria machte sich weiter Hoffnung, die aber endgültig am Veto Kaiser Wilhelms II. scheiterte. Schließlich wurde eine Verbindung mit Prinz Adolf zu Schaumburg-Lippe arrangiert. Die Ehe blieb zum großen Kummer Victorias kinderlos. Das Paar lies sich in Bonn nieder, wo sie das Palais Schaumburg bewohnten. Noch einmal sah es so aus als würde Victoria Fürstin werden, doch im Lippischen Thronfolgestreit hatten die Linie Schaumburg-Lippe das Nachsehen, obwohl Kaiser Wilhelm II. auf der Seite seiner Schwester stand. Der Erste Weltkrieg war für Victoria ein Dilemma, durch ihre Mutter anglophil erzogen, standen sich Deutschland und England feindlich gegenüber. Im Krieg starb dann auch noch ihr Ehemann. Mit Kriegsende und Inflation verschuldete Victoria sich stark. Gegen Ende ihres Lebens tauchte dann noch ein Mann auf, den über 30 Jahren jüngeren Alexander Zoubkoff, in dem sie ihre große Liebe sah und heiratete. Victoria war auf einen Hochstapler hereingefallen der ihr restliches Geld veruntreute und sie mittellos zurück lies. Wenig später starb Prinzessin Victoria.

Prinzessin Sophie war die vorletzte Schwester von Kaiser Wilhelm II. Auch über ihre Kindheit und Jugend ist nicht viel bekannt. Sie kam ein Jahr nach dem Tod ihres Bruders Waldemar zur Welt. Wie ihre Schwester Victoria stand sie ihrer englischen Mutter sehr nah. Als junge Frau lernte Sophie Kronprinz Konstantin von Griechenland kennen, der in der Preußischen Armee ausgebildet wurde. Das Paar heiratete als Sophie 19 Jahre alt war. Kronprinzessin Sophie folgte ihrem Gatten nach Griechenland. Von Athen gab es einen regen Briefwechsel mit Mutter Victoria, der erhalten geblieben ist. Sophie wurde gut in ihrer neuen Familie angenommen und fühlte sich heimisch. Ihre Entscheidung auch den griechisch-orthodoxen Glauben anzunehmen, führte zu einem Zerwürfnis mit ihrem Bruder Wilhelm II. und Schwägerin Auguste Viktoria. In ihrer Ehe brachte Sophie sechs Kinder zur Welt. In Griechenland war das Leben nicht leicht, da es ständig Unruhen gab. Das der Kaiser auch noch den Türken, den Feinden der Griechen, bei der Organisation ihrer Armee half, sorgte auch für keine Annäherung der Geschwister. Nach der Ermordung ihres Schwiegervaters Georg I. wurden Sophie und ihr Ehemann Konstantin König und Königin von Griechenland. Lange konnten sie sich nicht auf den Thron halten, da die Neutralität Griechenlands im Ersten Weltkrieg nicht von Frankreich und England anerkannt wurde. Sophie und ihr Gemahl mussten ins Exil gehen. Nur der zweite Sohn Alexander durfte als König im Land bleiben. Nach dessen frühen Tod durch einen Affenbiss, bei dem Sophie nicht zur Beerdigung kommen durfte, kehrten sie und Konstantin als Königspaar zurück. Auch dieses Mal konnten sie sich nicht lange halten, nach einem missglückten Feldzug gegen die Türkei war wieder Exil angesagt - in Italien. Sophie starb in Frankfurt am Main, in der Nähe ihrer Schwester Margarethe, an der Krankheit die schon ihre Eltern und Bruder Heinrich zum Opfer gefallen waren.

Prinzessin Margarethe war das Nesthäkchen der Geschwister. Ähnlich wie ihre zwei nächst älteren Schwestern Victoria und Sophie war sie eine Stütze ihrer Mutter, die durch das schlechte Verhältnis mit ihren Sohn Kaiser Wilhelm II. isoliert war. Als Jugendliche verliebte Margarethe sich in Prinz Max von Baden, dem späteren letzten Kanzler des Kaiserreichs, der ihre Gefühle allerdings nicht erwiderte. Prinzessin Margarethe bekam überraschend einen Heiratsantrag von Prinz Friedrich Karl von Hessen-Kassel, den sie nach einiger Bedenkzeit annahm. Aus der Ehe gingen sechs Söhne, davon zwei Zwillingspärchen, hervor. Nach dem Tod von Margarethes Mutter Victoria erbte sie deren Schloss in Kronberg, in welches die Familie übersiedelte. Ihre Freizeit verbrachte Margarethe mit Pferden und reiten. Wie ihre Schwestern, machte auch Margarethe der Kriegsausbruch traurig. Dazu fielen noch ihre beiden ältesten Söhne im Krieg. Gegen Ende der Krieges waren Margarethe und ihr Ehemann für kurze Zeit das gewählte Königspaar von Finnland, welches sich von Russland abgespalten hatte. Aufgrund der deutschen Kriegsniederlage konnte sich das nicht realisieren und die Familie blieb in Hessen. Nach dem Fall der Monarchie musste sich Margarethe in einer anderen Welt wiederfinden. Auch negative Dinge wie, z. B. die NSDAP-Mitgliedschaft zwei ihrer Söhne werden im Buch nicht verschwiegen. In der Zwischenkriegszeit lebte Margarethe zurückgezogen und verbrachte Zeit mit ihrer Familie, die um Schwiegertöchter und Enkelkinder erweitert wurde. Während des Zweiten Weltkriegs verlor Margarethe einen dritten Sohn, sowie zwei ihrer Schwiegertöchter die infolge von Bombenangriffen ums Leben kamen. Als einziges der Geschwister überlebte Margarethe den Zweiten Weltkrieg, als letzter war Kaiser Wilhelm II. 1941 in seinem Exil gestorben. Sie erlebte den Einmarsch der Amerikaner und das Leben unter Besatzung. In ihren letzten Jahren erlebte Margarethe noch die Gründung der Bundesrepublik Deutschland. Sie starb als letzte der Kinder von Kaiser Friedrich III. und Kaiserin Victoria, sowie als letzte Schwester von Wilhelm II.




Meine Meinung:

Mir hat das Buch sehr gut gefallen.

Endlich erfährt man mehr über die Geschwister im Schatten des letzten Deutschen Kaisers.
Es gibt einen guten Einblick in das königliche Familienleben, 
welches alles andere als perfekt war.
Der Einfluss von Kaiser Wilhelm II. war für die meisten seiner Brüder und Schwestern nicht gut,
vor allem die jüngsten hatten unter ihm zu leiden.
Positiv ist ebenfalls, das alle Geschwister, auch die beiden jung verstorbenen, 
ein eigenes Kapitel haben, da deren Einfluss auf das Familienleben enorm war.
Auch das was nach Ende des Kaiserreichs mit den Geschwistern passierte, 
wird ebenfalls beschrieben und wie ihr Verhältnis zueinander war.
Es wird viel aus Briefen und anderen Quellen zitiert, was ich sehr wichtig finde.
Zu kritisieren gibt es, das es kaum Informationen zur Kindheit und Jugend
der jüngeren drei Prinzessinnen gibt.
Die vielen schwarz-weißen Abbildungen und der Stammbaum runde das Buch ab.
Bis auf den kleinen Kritikpunkt ist dieses Werk Empfehlenswert.




Erhältlich bei: Friedrich Pustet oder im Buchhandel



Buch-Information
Verlag: Friedrich Pustet (2016), Gebundene Ausgabe mit Umschlag, 256 Seiten
ISBN:  978-3791727509, Sprache: Deutsch, Format: 13,9 x 2,7 x 21,8 cm
Preis: 24,95 €

Dienstag, 9. August 2016

Rezension: Auersperg – Geschichte einer europäischen Familie von Miha Preinfalk


Heute ist es wieder mal Zeit für eine Buchbesprechung, und es geht um die Familie der Auersperg. Das Buch "Auersperg – Geschichte einer europäischen Familie" ist ein genealogisches Werk vollgepackt mit zahlreichen Abbildungen, 39 Stammtafeln und einem biographischen Lexikon aller Mitglieder der Auerspergs bis heute, sowie Karten der Besitzungen der Familie, auf 688 Seiten.

Wie fängt man mit der Historie einer Dynastie an - natürlich beim Anfang: Dier ersten Auersperg lassen sie seit dem Mittelalter nachweisen. Vermutlich wanderte die ersten Auersperger aus Schwaben oder Bayern nach Krain - das für Jahrhunderte das Stammland der Familie werden sollte - ein. Die erste urkundliche Erwähnung gibt Aufschluss, das es eine ältere freie Linie und eine jüngere unfreie Linie der Auersperg gab.

Der Aufstieg der Auersperg hängt mit deren guten Beziehungen zur Familie der Habsburger zusammen. Die treue führte dazu, das die Krainer Linie in den Freiherrenstand erhoben wurde und das Amt des Landeshauptmann in Krain ausübte. Trotz kaiserlicher Protektion und vielen Erfolgen mussten die Auersperger auch einige Rückschläge hinnehmen. Viele Zweige standen vor dem Aussterben, was meist daran lag, dass die Frauen bei oder nach der Geburt ihrer Kinder starben. Aber auch Kriege, Kinderlosigkeit und Krankheiten dezimierten die verschiedenen Auersperg-Linien. Es bildeten sich mit der Zeit die Krainer Linie, die österreichische Linie und die fürstliche Linie heraus.

Bekannte Mitglieder der Familie waren: Herbard VIII. Freiherr von Auersperg, ein Feldherr und bekennender Protestant (was schwierig unter der Herrschaft der Habsburger war) er fiel im Kampf gegen die Türken, und der Dichter Anton Alexander Graf von Auersperg, besser bekannt als "Anastasius Grün". Die Familie war ein Querschnitt der Gesellschaft, sie brachte neben Grafen auch Aussteiger und sogar Selbstmörder hervor. Nach ihrer Erhebung zu Reichsgrafen schaftte es Johann Weikhard von Auersperg durch seinen Dienst am Hofe Kaiser Ferdinands III. gefürstet zu werden.

Durch ihre guten Heiraten, darunter einige Erbtöchter, die außer Vermögen auch Schösser und Herrschaften in ihre Ehe mit einem Auersperger mitbrachten, breiteten sich die Familie weiter aus. Aber auch unter den Auersperg-Linien wurde geheiratet, um den Kontakt nicht abreissen zu lassen und den Besitz zu erhalten.


Die Auersperg avancierten somit zum Hof- und Staatsadel, zu Weltbürgern, heute würde man vielleicht sagen - zu Europäern. Die großen und gewinnbringenden Besitzungen ermöglichten den Auersperg ein luxoriöses Leben und reihten sie unter die reichsten Aristokraten der Habsburgermonarchie ein.  Auersperg – Geschichte einer europäischen Familie, Seite 433


Auch in den nächsten Generationen bekleideten Auersperger Ämter im österreichischen Staatsapparat. Sie stellten Soldaten, Geistliche und schließlich schaffte sie es auch den Herzogstitel zu ergattern. Für einen Skandal sorgte die Verlobung von Karl Wilhelm II. Fürst von Auersperg und Herzog von Gottschee, der ausgerechnet eine Norddeutsche Freiin und Protestantin ehelichen wollte. Der jüngere Bruder wurde nachgeschickt um die Verbindung zu verhindern, aber auch er erlag den Reizen einer Freiin von Lenthe und so wurde eine Doppelhochzeit gefeiert. Inzwischen nahm die Rekatholisierung in Österreich weiter zu, auch einige der Auerspergs mussten ihren protestantischen Galuben aufgeben oder nach Nürnberg oder Ungarn gehen.

Mit dem Ausbruch und Kämpfen des Ersten Weltkrieges verloren die Auersperger viele männliche Mitlgieder. Aber auch nach dem Ende des Krieges gab es Probleme: Die Familie fand sich anstatt in Nachkriegsösterreich, zum Teil im neu entstandenen Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen wieder. Ab hier gibt es auch Spannungen innerhalb der Auersperg-Linien, während sich einige an ihre deutsch-östereichischen Gesinnung klammerten und die alte Staatsbürgerschaft behielten, passten sich andere an die neue Situation an und schlossen sogar Ehen mit bürgerlichen Slowenen. Trotzdem wurden die Auersperger zum Teil enteignet.

Hatte der Erste Weltkrieg schon Opfer gefordert, so wurde der Zweite Weltkrieg und sein Nachspiel für die Auersperger noch schlimmer. Durch den Krieg starb die Linie Grünberg aus, es folgten in den Jahren weitere. Dazu noch der Verlust von Besitzungen durch Kriegszerstörung und Vertreibung sowie Enteignung durch die Kommunisten, welche die Macht ergriffen hatten.

Der Abschluss des Leseteils ist ein Resümee das die Schicksale der Linien und Zweige im Laufe der Jahrhunderte. Danach folgt noch der große Anhang.



Meine Meinung:

Mir hat das Buch gut gefallen.
Es ist eines der wenigen auf deutsch über die Familie Auersperg.
Es hat viel mit Genealogie zu tun, was ein sehr faszinierendes Thema ist.
Positiv sind dazu auch die vielen Abbildungen und Stammtafeln.
Ein großen Lob geht an den Autor wegen des biographieschen Lexikons - welches von Ada bis Zeno reicht - was für eine Arbeit!!!
Miha Preinfalk hat sehr viel nachgeforscht, so müssen Autoren arbeiten.
Einziges mini Manko sind die Anmerkung und Quellenangaben auf den
 jeweiligen Buchseiten, die stören den Lesefluss etwas.
Der Überblick über die Familie Auersperg und die verschiedenen Linien.
 


Erhältlich bei: Stocker Verlag oder im Buchhandel



Buch-Information
Verlag: Stocker (2006), Gebunden, 688 Seiten
ISBN:  978-3702011406, Sprache: Deutsch, Format: 19 x 27 cm
Preis: 49,90 €

Samstag, 12. September 2015

Rezension: Anna Prinzessin von Sachsen 1544–1577 - Eine Lebenstragödie von Hans-Joachim Böttcher


Es ist mal wieder Zeit für eine Buchbesprechung, heute geht es um Anna Prinzessin von Sachsen. Die Biographie hat 316 Seiten mit zwei Abbildungen. Das Geleitwort steuerte Elmira Prinzessin von Sachsen bei, die Witwe des 2012 verstorbenen Prinzen Albert. Der Autor Hans-Joachim Böttcher hat bereits ein Buch über Christiane Eberhardine von Sachsen geschrieben.

Das Buch beginnt mit den Ahnen Prinzessin Annas: Ernestiner, Albertiner, und wie ihr Vater zum Kurfürsten wurde. Auch Moritz von Sachsen und Agnes von Hessen - die Eltern Annas - werden vorgestellt und auch ihr einziger Bruder Albrecht, der noch als Kleinkind starb. Anna wuchs am Dresdner Hof auf, der damals als einer der angesehensten Deutschlands galt. Das Verhältnis Annas zu ihren Eltern war gut, um so härter traf sie der frühe Tod ihres Vaters. Als Mädchen konnte Anna nicht Kurfürstin werden und so rückte August, der jüngere Bruder ihres Vaters Moritz, nach. Die Mutter Agnes heiratete knapp zwei Jahre später Herzog Johann Friedrich II. von Sachsen, der in Weimar residierte. Anna begleitete ihre Mutter dorthin. Sechs Monate nach der Hochzeit starb auch Agnes und lies Anna als Waise zurück.

Da Annas Stiefvater nicht für ihren Unterhalt aufkommen wollte, wurde sie zurück nach Dresden gebracht, wo ihr Onkel Kurfürst August und seine Gattin Anna von Dänemark lebten. Beide waren kühle Menschen, die Anna weder Liebe noch Nestwärme geben konnten oder wollten. Jedenfalls wurden die Jahre unter Onkel und Tante eine unglückliche Zeit. Um dem zu entkommen, hoffte Anna auf eine baldige Heirat. Obwohl sie nicht schön war und sogar hinkte, gar es für Annas Hand zahlreiche Bewerber, die aber alle mehr an ihrem Vermögen interessiert waren. Anna hatte eine riesiges Mitgift und zählte zu den besten Partien im Heiligen Römischen Reich.

Das lockte auch Wilhelm von Oranien an. Wilhelm stammte aus dem Haus Nassau-Dillenburg, war hoch verschuldet und suchte nun eine vermögende Frau. Er war bereits verwitwet, aus der Ehe mit Anna von Egmond stammten zwei überlebende Kinder. Wilhelm werben um Anna wurde von ihrem Onkel August gern gesehen, wollte er doch seine schwierige Nichte los werden. Vom Großvater mütterlicherseits Landgraf Philipp I. von Hessen gab es dagegen Einwände: die katholische Religion Wilhelms und seine Herkunft aus einer gräflichen Familie, die nicht standesgemäß war, sprachen gegen eine Verbindung mit den Nassauern. Trotz der großväterlichen Warnung trieb Kurfürst August die Hochzeitsverhandlungen seiner Nichte voran.

Wilhelm von Oranien war ein Meister der Täuschung und trickste bei den Verhandlungen. Er war zwar als Lutheraner geboren, später unter Kaiser Karl V. zum Katholizismus konvertiert hatte aber mit Religion eigentlich nichts zu tun, wie sich später zeigen sollte. Er stand Anna ihren lutherischen Glauben zu, aber in den habsburgischen Niederlanden wurde alles was nicht katholisch war schlecht angesehen. Nachdem alles unter Dach und Fach war - der hessische Großvater wurde übergangen - fand dann doch noch die Hochzeit von Anna und Wilhelm statt. Die Fest wurde in Leipzig groß gefeiert, Kurfürst August richtete die Zeremonie aus. Anna verliebte sich in ihren Bräutigam und alles schien sich zu fügen. Das Paar machte sich auf in die Niederlande, wo es leben sollte.

Nach kurzer Zeit begannen schon erste Probleme in der Ehe. Anna hatte Schwierigkeiten sich einzuleben und verstand sich auch nicht gut mit Wilhelms Familie. Vor allem mit ihrem Schwager Graf Ludwig waren Streitigkeiten an der Tagesordnung. Von den Zwistigkeiten bekamen schon bald die Verwandten in Sachsen und Hessen mit, und schickten briefliche Ermahnungen an Anna. Ihr herrisches Wesen besserte sich aber nur für kurze Zeit. Wilhelm von Oranien beteiligte sich an der Aufruhr gegen die katholischen Habsburger in den Niederlanden. Sein Verhalten führt schließlich dazu, dass Anna, er und die gemeinsame Tochter Anna das Land verlassen müssen und ins nassauische Exil gingen.

Auch in Dillenburg wurde Anna nicht froh, sie fand kein Auskommen mit Wilhelms Familie. Auch die Geburt eines Sohnes, nach ihrem Vater Moritz benannt, bessert sie Situation nicht. Anna hielt es nicht mehr aus und zieht nach Köln. Hier ist Anna allein und wieder schwanger. Wilhelm führt inzwischen Krieg gegen den Herzog von Alba und König Philipp II. von Spanien, die die Niederlande im katholischen Machtbereich halten wollen. Anna braucht Geld um in Köln über die Runden zu kommen und ihr Personal zu entlohnen, doch weder von ihrem Gatten noch von den Nassauern ist etwas zu erwarten, da alles Vermögen in den Krieg fließt. Schließlich verlangt Anna ihr Wittum, was ihr aber nicht zugestanden wird. Nachdem Wilhelm einige Schlachten verloren hat, begibt er sich zu Anna Onkel Kurfürst August nach Dresden, um Hilfe für die Anti-katholische Sache zu holen. Doch der Kurfürst hat kein Interesse daran, die hart erkämpfte Akzeptanz der Lutheraner im Reich für die Niederlande aufs Spiel zu setzten. Wilhelm muss sich woanders nach Unterstützung umsehen. Offiziell ist er immer noch Katholik.

Zwischenzeitlich hat Anna in Köln eine weitere Tochter namens Emilie zur Welt gebracht. Nach Dillenburg will sie trotz massiver Geldprobleme nicht zurück. Sie kann sich keine weiteres zusammenleben mit der Familie ihres Mannes vorstellen. Die durch Krieg, räumliche Trennung und Familiäre Probleme belastete Beziehung von Anna und Wilhelm wird für einen kurzen Zeitraum besser, sogar eine Versöhnung mit den Nassauern findet statt. Lange hält es aber nicht an, Anna ist finanziell in Schwierigkeiten und Wilhelm gibt alles für seine Feldzüge aus. Um ihren Unterhalt einzuklagen stellt sie Dr. Jan Rubens ein. Er gewinnt schnell Annas Vertrauen. Wilhelm von Oranien macht sich das zu nutze, da er keine Hilfe von Annas Verwandten bekommt sucht er bei den Anhängern Calvins nach Verbündeten und will seinen lutherische Ehefrau loswerden. Anna ist wieder schwanger und Wilhelm unterstellt ihr Ehebruch mit Rubens. Er lässt ihn verhaften und foltern. Rubens gesteht alles und Anna versucht sein Leben zu retten indem sie ebenfalls gesteht.

Diese Schande so ihr mir nun anthuet, schandt sie nicht mehr euer ansicht, dan als ob ihr Nase und Ohren verloren hadt. Wißt ihr nicht, daß man in gemeinen sprichwordt sagt, das es ein böser Vogel ist, der sein selbst nest bescheist. Aus einem Brief Annas an Wilhelm, Seite 199

Anna wird in Siegen eingesperrt, sie schreibt Hilferufe an die sächsischen und hessischen Verwandten, aber niemand hilft ihr. In Gefangenschaft kommt Annas Tochter Christine zur Welt. Sie wurde von Wilhelm nicht anerkannt und deshalb Christine von Dietz genannt. Ob er oder Jan Rubens der Vater von Christine waren, ist nicht geklärt, sie soll laut Familienmitgliedern starke Ähnlichkeit zu Wilhelm von Oranien gehabt haben... Bei Anna machen sich in der Zeit in Siegen körperliche und seelische Störungen bemerkbar, sie wird auch aggressiv gegen ihre wenigen Bediensteten. Sie spricht dem Alkohol zu, auf den sie als Prinzessin und Herzogin Anspruch hat. Anna schreibt viele Briefe an ihre Verwandten in Sachsen und Hessen, doch geantwortet wird ihr kaum und geholfen schon gar nicht.

Anna muss umziehen und wird in die Nassauer Burg in den Arrest gebracht. Hier sind die Fenster vergittert und zugemauert. Mit Annas Gesundheit geht es weiter bergab, sie will Suizid begehen, kann aber daran gehindert werden. Annas Ehe ist wahrendessen von calvinistischen Geistlichen geschieden worden, zu dem Glauben sich ihr Ex-Ehemann nun bekannte. Wilhelm von Oranien heiratet nur einen Tag später die ebenfalls calvinistische Charlotte von Bourbon. Annas Onkel August beschließt daraufhin, sie zurück nach Sachsen zu holen, aber auch hier wird sie weiter eingesperrt. Anna verbringt ihre letztes Lebensjahr in Dresden hinter Mauern und Eisengittern. Gezeichnet von Krankheiten und Alkoholmissbrauch stirbt Anna fünf Tage vor ihrem 33. Geburtstag.



Meine Meinung:
 
Ich fand das Buch sehr berührend.
Anna tut mir, trotz ihrer schlechten Eigenschaften, leid.
Der Titel "Eine Lebenstragödie" ist wirklich passend.
Auch das Anna mit ihren eigenen Briefen zu Wort kommt ist positiv.
Man erfährt viel über Annas Familie und über ihre Zeit.
Ausführlich wird auch die Hochzeit und Ehe mit Wilhelm von Oranien beschrieben.
Mir gefällt auch, dass das Buch nicht mit dem Tod Annas endet,
sondern noch das weitere Schicksal ihrer Kinder und Verwandten beschreibt.
Es gibt leider nur zwei schwarz-weiße Bilder, auf einen Stammbaum wurde ganz verzichtet.
Insgesamt eine empfehlenswerte Lektüre.
 


Erhältlich bei: Dresdner Buchverlag oder im Buchhandel



Buch-Information
Verlag: Dresdner Buchverlag (2013), Gebunden, 316 Seiten
ISBN:  978-3941757394, Sprache: Deutsch, Format: 21 x 14,8 x 2,8 cm
Preis: 24,90 €

Montag, 20. Juli 2015

Rezension: Kinderjahre Kaiser Karls. Aus unveröffentlichten Tagebüchern seines Großvaters von Gabriele Praschl-Bichler


In der heutigen Buchvorstellung geht es mal wieder um die Habsburger - genauer gesagt um das  Tagebuch von Erzherzog Carl Ludwig von Österreich. Im Vordergrund steht dessen Enkel Erzherzog Carl, der spätere letzte österreichische Kaiser Karl I. Die Tagebucheintragungen beginnen mit der Geburt Carls 1887 und enden mit dem Tod seines Großvaters im Jahre 1896 - leider fehlen die Jahrgänge 1890 und 1895. Das Buch hat 249 Seiten und 47 Abbildungen.

Zuerst gibt es eine Einführung in die bisher unbekannten Tagebücher eines Habsburgers. Dann wird der Tagebuchschreiber Carl Ludwig vorgestellt, dann die anderen wichtigen im Tagebuch vorkommenden Personen, wie Marie Theresia, die dritte Gemahlin des Chronisten, Erzherzog Otto und Erzherzogin Marie Josepha, die Eltern des kleinen Carl.

Die Eintragungen ins Tagebuch beginnen mit dem aufgeregten Carl Ludwig, der die Geburt seines ersten Enkelkinds erwartet, die kurz bevorsteht. Groß ist die Erleichterung als Carl gesund zur Welt kommt. Jeder noch so kleine Eindruck des Enkels wird vermerkt. Neben den Familienalltag schrieb Erzherzog Carl Ludwig auch seine offiziellen Verpflichtungen, die ihm sein Bruder Kaiser Franz Joseph I. übertragen hatte, und die ihn in der ganzen Monarchie umherreisen lies.

Der Tagesablauf von Carl Ludwig folgte zwar strikten Regeln wie früh aufstehen und Repräsentation, aber zwischendurch fand er immer Zeit für seinen kleinen Enkel Carl, den er beim Essen und in seinem Arbeitszimmer gern in seiner Nähe hatte. Laut den Tagebucheinträgen war Erzherzog Otto Carl ein guter Vater, der sich viel kümmerte. Deutlich schlechter kommt dagegen die Mutter Erzherzogin Marie Josepha, eine geborene Prinzessin von Sachsen, davon. Sie war ähnlich wie Kaiserin Elisabeth ständig auf Kur und auf Reisen und kümmerte sich kaum um ihr Kind. Carl wurde von ihr hin und her geschoben und oft alleine mit Bediensteten in Residenzen geschickt. Der kleine Carl wurde aber im engen Familienverband seines Großvaters, mit Stiefgroßmutter Marie Theresia, den Onkeln Franz Ferdinand, Ferdinand Karl sowie den Tanten Margarethe, Maria Annunziata und Elisabeth Amalie liebevoll aufgefangen und umsorgt.

Nebenbei erfährt man auch einiges "neues" über andere Habsburger, so war Kronprinz Rudolf, der einzige Sohn von Kaiser Franz Joseph, eng mit Erzherzog Otto befreundet. Er besuchte nicht nur den Vater Carls gerne, sondern auch seinen Onkel Carl Ludwig und dessen harmonische Familie, die im Gegensatz zu seiner eigenen stand.


17.8.1889 Geburtstag des Enkels. >>Ich ging dann zu Carl hinauf, um ihm zu gratuliren, da sein Geburtstag heute ist. MTh [Marie Theresia] war auch ... bei ihm u. brachte ihm einen Affen aus Tuch gemacht, der ihn sehr erfreute. Zum Frühstück kam auch Mitzi [Marie Josepha] mit Carl, u. da gaben ich u. die Kinder ihm unsere Geschenke. Es war schönes warmes Wetter heute ...<<  Kinderjahre Kaiser Karls. Seite 116


Zu seinen Geburts- und Namenstagen wurde der kleine Carl reichlich beschenkt, war er doch für einige Jahre das einzige Enkelkind in der Familie. Die schönsten Geschenke bekam der Kleine aber von einer Verwandten seiner Mutter, Königin Carola von Sachsen, die selbst keine Kinder hatte. Auch als Kind musste Carl schon viel reisen, er begleitete seine Mutter nach Cannes und stattete der Familie seiner Stiefgroßmutter einen Besuch ab, hier traf er auf das Baby Zita von Bourbon-Parma, welche er Jahre später heiraten sollte und die die Mutter seiner acht Kinder wurde.

Im Bildteil des Buches findet sich ein Porträt von Carl, dass von seinem Vater Otto gemalt wurde und dem Opa Carl Ludwig geschenkt wurde. Der stolze Großvater erwähnt dieses öfter im Journal. Aber noch eine andere Fotografie ist bemerkenswert, sie zeigt, ein großes Gruppenbild mit Klein-Carl, seiner Mutter und anderen Verwandten, Erzherzog Carl Ludwig steht nur eine Person getrennt von der Hofdamen Gräfin Sophie Chotek, die nach seinem Tod die Gattin von Franz Ferdinand wird.

Carl Ludwigs Tagebuch handelt auch von allen möglichen Krankheiten die die Familie heimsuchten. Auch der kleine Carl wurde nicht verschont und war oft kränklich. Der besorgte Großvater lies sich ständig Bericht erstatten und besuchte den Enkel so oft es passte. Eine bewerte Krankenpflegerin war Erzherzogin Marie Theresia, die auch nicht davor zurückschreckte den an Syphilis leidenden Erzherzog Otto zu umsorgen. Auch die teilweise schwerkranken Kinder Carl Ludwigs Franz Ferdinand und Margarethe, wurden gepflegt und durch Besuche von ihren Krankheiten abgelenkt.

Aus den Aufzeichnungen von Carl Ludwig ist auch ersichtlich, dass die Habsburger recht tolerant waren und erstaunlich modern was Sportarten wie Ski- und Radfahren anging. Auch die Frauen der Familie frönten diesen Freizeitspaß. Der kleine Carl bekam mit acht Jahren noch ein Geschwisterchen: Maximilian. Damit war die Familie komplett. Carl liebte seinen Bruder sehr und auch der Großvater schloss den neuen Enkel gleich ins Herz. Das Leben der kleinen Erzherzöge bestand im letzten Lebensjahr ihres Großvaters aus umziehen, reisen und lernen. Die jugendlichen Tanten spielten auch gerne mit ihren Neffen. Der letzte Tagebucheintrag stammt von Mitte Mai 1896, Erzherzog Carl Ludwig starb an den Folgen von versuchten Wasser aus dem Jordan, das er getrunken hatte. Damit endet unser Einblick in die Kindheit von Kaiser Karl.



Meine Meinung:
 
Kinderjahre Kaiser Karls gibt einen intimen Einblick in die Familie von
Erzherzog Carl Ludwig und das innige Verhältnis zu seinem Enkel Carl.
Das Tagebuch wurde hier zum ersten Mal veröffentlicht
und bringt nach so vielen Jahren noch einige neue Erkenntnisse,
wie über das enge Verhältnis Otto-Rudolf.
Die Autorin Gabriele Praschl-Bichler hat die Tagebucheinträge mit Kommentaren versehen,
die den Text und das gemeinte besser verständlich machen.
Die vielen schönen Fotos runden das Buch ab, hier ist vor allem das bereits erwähnte Bildnis
des kleinen Carl, das von seinem Vater gemalt wurde, zu nennen.
Positiv hervorzuheben ist auch der Anhang, hier befinden sich
6 Stammbäume der Habsburger und der im Tagebuch erwähnte Königshäuser.
Zu bemäkeln habe ich nichts.
Ein wirklich interessantes Buch.


 
Erhältlich bei: Amalthea Verlag oder im Buchhandel



Buch-Information
Verlag: Amalthea (2014), 256 Seiten, Gebundene Ausgabe,
ISBN: 978-3-85002-879-0, Sprache: Deutsch, Format: 14,9 x 3,2 x 22,1 cm
Preis: 24,95 €

Freitag, 3. Juli 2015

Rezension: Maria, Kaiserin von Russland – Die Württembergerin auf dem Zarenthron von Marianna Butenschön


Endlich gibt es eine Biographie über eine der in Deutschland weniger bekannten Zarinnen: Maria Fjodorowna, geborene Prinzessin Sophie Dorothea von Württemberg. Auf 424 Seiten und 20 farbigen und schwarz-weißen Abbildungen auf Tafeln wird das Leben der Zarin vorgestellt. Die Autorin Marianna Butenschön kennt sich mit den Romanows aus, sie hat bereits ein Buch über Zarin Alexandra Fjodorowna (Charlotte von Preußen) geschrieben.

 Sophie Dorothea, in der Familie "Dortel" genannt, war dies älteste Tochter von Herzog Friedrich Eugen von Württemberg und Friederike Dorothea von Brandenburg-Schwedt, einer Nichte Friedrichs des Großen. Sie hatte elf Geschwister. Sophie Dorothea kam in Stettin zur Welt, hier war auch schon Katharina die Große, ihre zukünftige Schwiegermutter geboren. Die Kindheit und Jugend der württembergischen Prinzessin wurde in einer harmonischen Familie verbracht, die Ehe der Eltern war gut, was in den Kreisen eher ungewöhnlich war. Ach das Verhältnis zu ihren Geschwistern war eng. Die Erziehung Sophie Dorotheas war ausgezeichnet. Seit ihrer Jugend in Mömpelgard hatte die Prinzessin zwei enge Freundinnen, mit denen sie bis zum Lebensende Kontakt hatte: Anna Juliane Schilling von Canstadt, genannt "Tille" und Henriette Louise d'Oberkirch, genannt "Lanele". Beide kommen im Buch oft vor.

Katharina die Große, selbst gebürtig eine deutsche Prinzessin aus dem Hause Anhalt, suchte für ihren einzigen Sohn Großfürst Paul eine geeignete Ehefrau in deutschen Fürstentümern. Am Ende der längeren Suche waren noch zwei Prinzessinnen auf der Liste: Prinzessin Wilhelmine von Hessen-Darmstadt und Sophie Dorothea. Auf Grund ihrer Jugend wird "Dortel" nicht die Braut des Großfürsten. Drei Jahre später wird Sophie Dorothea mit dem Erbprinzen Ludwig von Hessen-Darmstadt verlobt. Zu der Ehe kommt es jedoch nicht, weil in Sankt Petersburg die Gattin des russischen Thronfolgers im Kindbett gestorben war, und Katharina die Große und Sophie Dorotheas Großonkel Friedrich der Große sie mit dem Großfürsten verheiraten wollen. Schließlich muss der Erbprinz von Hessen auf seine Verlobte verzichten, um die gute Harmonie mit Russland zu erhalten.

Um Großfürstin von Russland zu werden muss Sophie Dorothea "griechisch" werden, das heißt zum russisch-orthodoxen Glauben übertreten. Da sie bisher nicht konfirmiert wurde, und ihrer Familie im Zuge der Heirat Geld und Posten versprochen wurde, stellte das auch kein Problem dar. Friedrich der Große lädt "Dortel" mit ihrer Familie und Großfürst Paul nach Berlin ein, um sich kennen zu lernen. Das erste Treffen verläuft bestens und Sophie Dorothea und Paul verloben sich. Friedrich der Große, eigentlich sparsam, lässt sich nicht lumpen und veranstaltet große Feste für das Paar. Vor der Reise in ihre neue Heimat hatte der Großfürst seiner zukünftigen Gattin ein Schreiben mit 14 Verhaltensregeln überreicht. Sie solle unter anderen schnell russisch lernen, was ihre Vorgängerin nicht getan hatte.

Zur Hochzeit reiste Sophie Dorothea nach Sankt Petersburg. Vor der Eheschließung kam aber erst der Religionswechsel und aus Sophie Dorothea wurde Maria Fjodorowna. Mit der prachtvollen Hochzeit wurde Maria Fjororowna Großfürstin von Russland und eines Tages Zarin. Die Ehe lief gut an, nicht nur der Ehemann war von seiner neue Gemahlin begeistert, auch die kritische Schwiegermutter Katharina die Große, war von Maria Fjodorowna angetan. Diese litt jedoch an Heimweh. Ein Jahr nach der Hochzeit kam das erste Kind, Sohn Alexander, zur Welt. Katharina die Große nahm den jungen Eltern das Kind weg, das hatte vorher schon Zarin Elisabeth mit Katharinas Sohn Paul getan. Den Namen des Kindes hatten Maria  und Paul auch nicht aussuchen dürfen. Gleiches wiederholte sich mit dem zweiten Sohn Konstantin, der ebenfalls bei der Großmutter lebte.

Das Hofleben forderte von Großfürstin Maria Verstellung, da überall nur Intrigen lauerten. Dem konnte das Paar entfliehen um die "Grand Tour" durch das westliche Europa zu unternehmen. Auf ihrer Reise trafen Maria und Paul in Wien auf Kaiser Josef II., in Neapel auf Königin Maria Carolina und in Paris auf deren Schwester Königin Marie Antoinette. Nach mehr als einem Jahr waren beide wieder zurück in Russland. Das Verhältnis zu Katharina der Großen verschlechterte sich zunehmend. Maria mied den "Großen Hof" so gut es ging. Sie widmete sich ihrem Lebensprojekt: Pawlowsk. Hier lies sie einen großen Park anlegen und Schlösser sowie einen Palast bauen. Pawlowsk wurde ihr Refugium, ihr Werk. In den folgenden Jahren bekamen Marie und Paul drei Töchter: Alexandra, Jelena und Maria. Von der Macht wurde das Thronfolgerpaar weiterhin ferngehalten.

Schon als junge Frau hatte Maria Freude an der Kunst. Sie verbrachte ihre Zeit damit selbst künstlerisch tätig zu werden und brachte es mit dem Steinschnitt auf hohes Niveau. Einige ihrer Werk wurden auch in der Eremitage aufgenommen. An den "Kleinen Hof" taucht eine gewisse Katharina Nelidowa auf, die Großfürst Paul für sich einnimmt. Die großfürstliche Ehe ist in der ersten Krise. Trotzdem bringt Maria zwei weitere Töchter zur Welt: Katharina und Olga, die als einziges der zehn Kinder früh stirbt. Katharina die Große hatte inzwischen eine Ehefrau für ihren ältesten Enkel Alexander ausgesucht. Er heiratet Prinzessin Luise von Baden, die spätere Elisabeth Alexejewna. Die ausgebrochene Französische Revolution verbreitete auch in Russland seine Schrecken. Die Hinrichtung des Königspaares Ludwig XVI. und Marie Antoinette sorgte bei Maria für entsetzen, der Besuch des königlichen Hofes und die freundliche Aufnahme der Königin lag nicht lange zurück. Als wenn das nicht schon schlimm genug wäre, wurde auch noch Mömpelgard vom revolutionären Frankreich annektiert und Marias Familie musste fliehen.

Großfürst Paul wurde immer unberechenbarer, so das Maria ihre Rivalin Nelidowa, die sie erst kurz zuvor vom "Kleinen Hof" verbannt hatte, zurück holen musste. Damit sie ihn beruhigen konnte. Auch der zweite Sohn Konstantin wurde in dieser Zeit verheiratet, Katharina die Große hatte für ihn Prinzessin Juliane von Sachsen-Coburg-Saalfeld, spätere Anna Fjodorowna, ausgesucht. Maria gebar zwei weitere Kinder: Anna und Nikolaus. Kurz nach der misslungenen Schweden-Verlobung, bei der der zukünftige König Gustav IV. Adolf  von Schweden ihre älteste Enkelin Großfürstin Alexandra stehen lies, starb Katharina die Große. Paul und Maria wurden das neue Kaiserpaar. Die Krönung der beiden wurde ein prächtiges Spektakel:

[Kaiser] Paul setzte sich selbst die Krone auf, dann krönte er die Kaiserin, indem er seine Krone abnahm und mit ihr den Kopf seiner Gemahlin berührte, der sofort die Kleine Krone aufgesetzt wurde. [...] Zum ersten Mal war ein russisches Kaiserpaar gemeinsam gekrönt worden, ein Ritual, das bis zum Ende der Monarchie beibehalten wurde. Maria, Kaiserin von Russland, Seite 190

Glücklich wurde Maria als Kaiserin nicht, ihr Mann hatte eine neue Favoritin, ein Fräulein
Lupochina. Dazu Demütigte er seine Frau auch noch öffentlich. Die Ehe und das Klima bei Hofe
wurde so schlecht, das selbst Katharina Nelidowa, die in der Zwischenzeit eine enge Freundin Marias wurde, ihren Abschied nahm. Maria brachte ihr zehntes und letztes Kind Michael zur Welt. Kaiser Paul I. hatte auch innerhalb kurzer Zeit den mächtigen Adel wegen Verordnungen und Verboten gegen sich aufgebracht. Man plante seinen Sturz...

Nach fünf Jahren als Kaiser wurde Paul I. eines Nachts von adeligen Verschwörern im Michael-Schloss ermordet, weil er nicht abdanken wollte. Ob seine Gattin und der älteste Sohn Alexander davon wussten, dazu gibt es verschiedene Meinungen. Maria, jetzt Kaiserinmutter, trauerte trotz der letzten schlechten Jahre um ihr "Paulchen". Sie pflegte einen regelrechten Totenkult um die Verstorbenen. Neben Paul hatte sie auch ihre älteste Tochter Alexandra, verheiratet mit Erzherzog Joseph von Österreich, im Kindbett verloren. Zwei Jahre später starb auch Tochter Jelena, Gattin des Erbprinzen von Mecklenburg-Schwerin, nach der Geburt ihres zweiten Kindes. Die nächste Tochter Maria durfte erst später heiraten, sie wurde die nachmalige Großherzogin  von Sachsen-Weimar-Eisenach.

In den nächsten Jahren sorgte Napoleon Bonaparte für Unruhe in Europa. Kaiserinmutter Maria war auf den Korsen und seine Ernennung zum Kaiser der Franzosen schlecht zu sprechen und versuchte ihren Sohn Alexander I. zu beeinflussen. Unter Napoleon I. gab es ein hin und her zwischen Krieg und Frieden. Maria widmetet sich unterdessen der Wohltätigkeit. Sie gründete Institute, Blindenschulen, Findelhäuser und lies Hebammen ausbilden. Nebenbei arbeitete sie weiter an ihrer Kunst und blieb schriftlich mit Familie und Freunden in Kontakt. Maria empfing mit Alexander I. das preußische Königspaar Friedrich Wilhelm III. und Luise in Sankt Petersburg. Maria verstand sich bestens mit den beiden und man besprach eine russisch-preußische Verbindung. Maria hatte als Kaiserinmutter vortritt vor ihrer Schwiegertochter Kaiserin Elisabeth, die  nicht gerne repräsentierte.

Und wieder griff Napoleon Bonaparte in Marias Leben ein. Er marschierte in Russland ein und der Vaterländische Krieg begann. Die Französische Armee drang tief in das russische Reich ein und besetzte sogar Moskau, das in Flamme aufging. Maria hatte in Pawlowsk schon alles für die Evakuierung vorbereitet, auch die Schüler und Kinder ihrer Institutionen sollten in Sicherheit gebracht werden. Doch der Winter machte dem Kaiser der Franzosen einen Strich durch die Rechnung und er musste Richtung Westen fliehen. Die Russen trieben mit ihren deutschen, österreichischen und schwedischen Alliierten die Reste der Grande Armee nach Paris. Maria war Stolz auf ihren Ältesten. Beim Wiener Kongress gab Alexander I. den Takt an. Napoleon entkam von seinem Verbannungsort, und wurde wieder besiegt und erneut auf eine Insel weiter weg gebracht. Das Kapitel war nun beendet.

Beim Wiener Kongress fand auch Marias verwitwete Tochter Katharina von Oldenburg einen neuen Ehemann, sie ehelichte Kronprinz Wilhelm von Württemberg. Auch die jüngste Tochter Anna heiratete. Sie wurde Mitglied des niederländischen Königshauses und später Königin. Marias dritter Sohn Großfürst Nikolaus wurde, wie vor dem Krieg abgemacht, mit Prinzessin Charlotte von Preußen vermählt. Die neue Schwiegertochter gewann Marias Herz im Sturm. Charlotte, jetzt Alexandra Fjodorowna, schaffte das was keine ihrer zwei Schwägerinnen geschafft hatte, sie bekam einen Sohn, den nachmaligen Alexander II. Dieses Enkelkind war Marias Liebling.

Maria besuchte nach 36 Jahren wieder ihre Heimat Württemberg. In Stuttgart und Ludwigsburg sah sie Teile ihrer Familie und ihre Tochter Katharina, die inzwischen Königin geworden war. Nachdem Maria wieder in Sankt Petersburg angekommen war, erreichte sie eine die Nachreicht das ihre Tochter Königin Katharina gestorben war. Sie hatte nun ihre vierte Tochter überlebt. Dann lies sich auch noch Sohn Konstatin von seiner in der Schweiz lebenden, vor ihm geflüchteten Gattin Anna scheiden. Er vermählte sich erneut mit einer polnischen unebenbürtigen Adligen. Maria hatte der Verbindung nur zugestimmt, weil Konstantin auf die Thronfolge zugunsten Nikolaus verzichtet hatte. Kaiser Alexander I. hatte sich ganz von der Welt zurück gezogen und starb kurz darauf. Seine Witwe Elisabeth überlebte ihr nur eine paar Monate. Maria war zutiefst schockiert, wieder eines ihrer Kinder zu Grabe zu tragen und brach zusammen.

Der Thronwechsel verlief auch nicht so wie erwartet. Anstatt auf Nikolaus wurden die Menschen auf Konstantin eingeschworen. Der war aber in Polen und wollte nicht Kaiser werden. Die Unsicherheit machten sich Umstürzler zu nutzen und der Dekabristen-Aufstand brach los. Nikolaus I. lies mit Kanonen auf die Aufständler schießen, was Maria fürchterlich fand. Kaiser Nikolaus I. siegte zwar, doch der Preis an Menschenleben war hoch. Bei der Krönung von Nikolaus spielte Maria ihre letzte groß Rolle. Ihre letzten Lebensjahre wurden durch Marias wachsende Anzahl von Enkelkindern. die sie gern und oft um sich hatte, verschönert. Sie baute aber immer mehr ab. Kaiserinmutter Maria Fjodorowna starb mit 69 Jahren in ihrem geliebten Pawlowsk, was auch ihr Vermächtnis ist.

Im Anhang des Buches findet sich noch der Anhang, mit  Zeittafel, Glossar, Anmerkungen, Bibliografie sowie das Personenverzeichnis.
 


 Meine Meinung:
 
Mir hat das Buch sehr gut gefallen.
Viel Geschichte, viel Maria/ Sophie Dorothea.
Eine leider wenig bekannte Deutsche Kaiserin, hoffentlich wird dieses Buch das ändern.
Maria Fjodorownas Leben wird mit vielen Zitaten sowie Auszügen
aus Briefen und Tagebüchern erzählt.
Interessant sind auch die Beziehungen zwischen den Romanows
und der Württembergischen Herrscherfamilie.
Die soziale Wohltätigkeit der Kaiserin wird ebenso ausführlich beschrieben.
Die 20 Abbildungen sind positiv hervorzuheben,
darunter auch Fotos der künstlerischen Werke Marias.
Negativ fällt dagegen auf, dass es keinen Stammbaum gibt.
Bei so vielen Verwandten wäre das sehr hilfreich.
Marianna Butenschön schreibt hoffentlich an weiteren Büchern
über Russlands Zarinnen.
DIE Biographie über die Württembergerin auf dem Zarenthron!
 
 
 
Erhältlich bei: Theiss Verlag oder im Buchhandel



Buch-Information
Verlag: Theiss (2015), 424 Seiten, Gebunden mit Schutzumschlag
ISBN: 978-3-8062-3047-5, Sprache: Deutsch, Format: 14,5 x 21,7 cm
Preis: 24,95 €

Montag, 1. Juni 2015

Rezension: Máxima – Königin der Niederlande von Soledad Ferrari und Gonzalo Álvarez Guerrero


Máxima – Königin der Niederlande heißt die Biographie der argentinischen Autoren Soledad Ferrari und Gonzalo Álvarez Guerrero. Auf 288 Seiten wird hier das Leben von Königin Máxima beschrieben, außerdem hat das Buch 39 farbige Abbildungen auf Tafeln.

Die ersten Kapitel des Buches drehen sich um die Vorfahren und die Familie von Máxima. Máxima Zorreguieta Cerruti wurde in Argentinien geboren. Ihre Eltern waren nicht miteinander verheiratet, da Máximas Vater noch mit seiner ersten Frau verheiratet war und eine Scheidung damals nicht möglich war. Erst Jahre später wurde die Trauung, im Beisein der Kinder, nachgeholt. Jorge Zorreguieta - Máximas Vater - war Minister in der argentinischen Videla-Diktatur. Diese Vergangenheit wird die Familie später einholen. Die Kindheit und Jugend Máximas verläuft wie die der meisten Mädchen der argentinischen Mittelschicht. Besonders nah steht sie ihrem jüngeren Bruder Martín.

Ihre Schulbildung vervollständigte sie auf der Schule Northlands. Hier schloss sie viele Freundschaften und probierte wegen ihrer Pummeligkeit Diäten aus. Auch ihre ersten Männerbekanntschaften und Liebesbeziehungen fallen in diese Zeit. Nach dem Abitur studierte sie Wirtschaftswissenschaften in Buenos Aires. Während ihrer Studienzeit arbeitete Máxima nebenbei um ihren Lebensunterhalt zu sichern. Nach der bestandenen Abschlussprüfung widmete sie sich ihrer Karriere und zog in die Metropole New York um im Bankwesen zu arbeiten. Später wurde sie für die Deutsche Bank tätig.

Zu dieser Zeit hatte Máxima bereits den niederländischen Kronprinzen Willem-Alexander kennen gelernt. Eine Freundin der beiden hatte Kupplerin gespielt und nach einem Treffen in Spanien waren die Weichen für das Paar gestellt. Máxima verließ ihren Freund Dieter und traf mit Willem-Alexander in New York und Argentinien zusammen. Als es ernster wurde, und Máxima bei ihren zukünftigen Schwiegereltern einen positiven Eindruck hinterlassen hatte, zog sie von New York nach Belgien um dort die "Prinzessinnenschule" von Königin Beatrix zu durchlaufen. In Brüssel war sie Nahe genug an den Niederlanden und gleichzeitig von deren Presse sicher. Hier lernte Máxima fleißig die niederländische Sprache sowie Geschichte und Kultur der Niederlande.

Vor der Verlobung von Willem-Alexander und Máxima kam es in den Niederlanden zu Protesten wegen der Zugehörigkeit Jorge Zorreguietas zur argentinischen Militär-Diktatur unter der zehntausende Menschen die Regimekritisch eingestellt waren "verschwunden" sind. Durch sein angekündigtes Fernbleiben der Hochzeit seiner Tochter, gab das niederländische Parlament die benötigte Zustimmung zur Verbindung Willem-Alexander – Máxima. Die im Februar 2002 stattfindende Eheschließung zwischen dem Paar wurde zu einer tränenreichen Veranstaltung. Die neue Prinzessin Máxima weinte bei dem Lieblingstango ihres Vaters, der von einem Niederländer in der Kirche gespielt wurde. Auch Máximas Mutter war der Trauung ferngeblieben.

Auch wenn sie vom Brautvater nicht begeistert waren, schlossen die Niederländer ihre neue Prinzessin gleich in die Herzen. Heute ist sie eins der beliebtesten Mitglieder des Königshauses:

Eine Folge der Maximanie kann wohl jeder bestätigen, der seit 2002 in die Niederlande gereist ist: Überall auf der Welt bekommt man auf die Frage, welchen Argentinier man kenne, die Antwort: >>Maradona!<<   In den Niederlanden lautet sie dagegen eindeutig: >>Máxima!<<  Und nun: >>Königin Máxima!<<  Máxima – Königin der Niederlande, Seite 178

In den folgenden fünf Jahren brachte Máxima drei Töchter zur Welt, die Thronfolgerin Prinzessin Catharina-Amalia - zu ihrer Taufe wurde Máximas Vater begnadigt und durfte kommen - sowie Prinzessin Alexia und Prinzessin Ariane. Auch ihr Verhältnis zur Schwiegermutter Beatrix ist eng. Ein weiterer Abschnitt des Buches beschäftigt sich mit den Beziehungen der Niederlande zu Argentinien. Außer Fußball und Einwanderer gab es zwischen beiden Nationen vielfältige Verbindungen, die auch heute noch existieren. Auch der Tourismus in Richtung Argentinien stieg durch Ihre königliche Hoheit Prinzessin Máxima an.

Das letzte Kapitel dreht sich um die Abdankung von Königin Beatrix und Willem-Alexanders bevorstehende Inthronisierung. Beatrix - jetzt Prinzessin - übergibt den Thron an die jüngere Generation. Somit wurde aus Máxima die jetzige Königin der Niederlande. Ihr zukünftiges Leben wird, wie auch die letzten 13 Jahre, im Blickpunkt der Öffentlichkeit stattfinden. Königin Máxima und König Willem-Alexander führen eine glückliche, skandalfreie Ehe. Aus der Argentinierin Máxima Zorreguieta Cerruti ist eine echte Niederländerin geworden.



Meine Meinung:
 
Ich fange diesmal mit dem negativen an : Es gibt keine einzige Quellenangabe!
Gerade bei einer Biographie ist sowas enorm wichtig...
Man kann so nicht nachschauen woher die Autoren die Informationen haben.
Auch einen Anhang mit Literatur- und Personenregister sucht man vergebens.
 Der Hauptteil des Buchs behandelt die Zeit Máximas in Argentinien, weshalb
der niederländische Titel des Werks "Máxima - Die argentinischen Jahre" passender wäre.
Positiv hingegen sind die Bilder. Auch ist das Werk leicht zu lesen.
Es ist das bisher einzige Buch über Máxima, über das niederländische Königshaus
gibt es ja nicht viel Literatur auf Deutsch.
Fazit: Hier wurde leider die Chance vertan ein ordentlich recherchiertes Buch zu schreiben.
Schade.
 


Erhältlich bei: Knaur Verlag oder im Buchhandel



Buch-Information
Verlag: Knaur (2013), Gebunden, 320 Seiten
ISBN:  978-3426654828, Sprache: Deutsch, Format: 20,6 x 13,2 x 2,6 cm
Preis: 16,99 €

Donnerstag, 7. Mai 2015

Rezension: Das Haus Windsor und seine deutsche Herkunft von Michael Imhof und Hartmut Ellrich

 
Es ist wieder Zeit für eine Buchbesprechung. Dieses Mal stelle ich "Das Haus Windsor und seine deutsche Herkunft. Die Royals aus Hannover und Sachsen-Coburg & Gotha" von Michael Imhof und Hartmut Ellrich vor. Das Werk hat 173 Seiten und 226 farbige Abbildungen. Am Anfang des Buches findet sich ein Stammbaum der Könige der deutsch-englischen Herrscherdynastien.
 
Der erste Abschnitt behandelt wie unter König Heinrich VIII. von England, der wegen seiner Leidenschaft zu Anne Boleyn, mir der katholischen Kirche bricht und sich zum Oberhaupt der protestantischen Kirche von England ernennt. Heinrich VIII. ist heute vor allem für seine sechs Ehefrauen bekannt, von denen zwei auf dem Schafott endeten. Alle drei ehelichen Nachkommen des Königs - Eduard VI., Maria I. und Elisabeth I. - folgten ihrem Vater als König  bzw. Königin nach. Da alle drei kinderlos bleiben ging der Thron von den Tudors an die schottischen Stuarts über.
 
Der erste englische Herrscher aus dem Hause Stuart war Jakob I., der einzige Sohn von Königin Maria I. von Schottland, die wegen Intrigen gegen Elisabeth I. hingerichtet wurde. König Jakob I., der ebenfalls König von Schottland und Irland war, war der Vater von Elisabeth Stuart und König Karl I., der einen Bürgerkrieg anzettelte und daraufhin Krone und Kopf verlor. Für eine paar Jahre wurde England eine Republik, bis Lordprotektor Oliver Cromwell starb und König Karl II., der im Exil lebende Sohn von Karl I., auf den Thron berufen wurde. Ihm folgte sein jüngerer Bruder Jakob II. nach, der wegen seines Katholizismus sehr unbeliebt im Königreich war.
 
Jakob II. wurde durch seine protestantische Tochter Maria und seinen Schwiegersohn Wilhelm von Oranien vom Thron gestürzt, dies war die sogenannte "Glorreiche Revolution". Königin Maria II. und König Wilhelm III. regierten zusammen, nach dem Tod seiner Frau führte Wilhelm die Regentschaft weiter. Das beide ohne Nachkommen blieben, folgte Marias jüngere Schwester Anna als Königin. Anna I. war zwar 17-mal schwanger, aber keins ihrer Kinder überlebte sie. Um die Nachfolge der katholischen Stuarts, also der Halbgeschwister von Maria und Anna, zu verhindern, wurde eine Thronfolgeregelung beschlossen:


Aufgrund des 1701 vom englischen Parlament verabschiedeten „Act of Settlement” wurde ihre [Elisabeths Stuarts] jüngste Tochter Sophie - die einzige zu diesem Zeitpunkt protestantische Nachfahrin der Könige von England und Schottland nach der Thronfolgerin Anna Stuart - zur Thronerbin beider Länder, und Elisabeth Stuart wurde damit zur Stammmutter aller folgenden Monarchen Großbritanniens. Das Haus Windsor und seine deutsche Herkunft, Seite 52


Im nächsten Kapitel werden die Welfen vorgestellt, die über Braunschweig-Lüneburg (auch Hannover) herrschten und eine der ältesten Adelsdynastien Europas sind. Kurfürstin Sophie von Hannover, Tochter des Friedrich V. von der Pfalz und der bereits erwähnten Elisabeth Stuart, dem "Winterkönigspaar von Böhmen", fiel also die Nachfolge des britischen Königreiches zu. Selbst antreten konnte sie die Thronfolge nicht - Sophie starb kurz vor Königin Anna. Der erste Welfe auf dem britischen Thron wurde ihr Sohn Georg.

Mit König Georg I. beginnt die 123 Jahre lange Personalunion zwischen Hannover und Großbritannien. Georg I. besuchte auch als britischer König oft seine deutsche Heimat. Er bevorzugte Hannover, weil er hier Alleinherrscher war, in England übte das Parlament die Macht aus. Georg I. wurde von seinem Sohn Georg II. beerbt. Auf Georg II. folgte sein Enkel Georg III., da der Prinz von Wales, Friedrich Ludwig, früh verstorben war. König Georg III. war der erste Welfe, der in Großbritannien populär wurde. Er war ein treuer Gatte und Vater von 15 Kindern. Wegen seiner Sparsamkeit und dem zurückgezogenen, ländlichen Lebensstil wurde er "Bauer Georg" genannt.
Nacheinander wurden dessen Söhne Georg IV. und Wilhelm IV. Könige von Großbritannien.

Weiter geht es mit dem Haus Sachsen-Coburg und Gotha. Nach ihren Onkeln wurde Viktoria, das Einzige Kind es Herzogs von Kent, zur neuen Königin. Sie heiratet ihren Verwandten Prinz Albert. Die Ehe wurde von Viktorias Onkel mütterlicherseits Leopold - der den neugeschaffenen belgischen Thron bestiegen hatte - vermittelt. Mit Viktorias Thronfolge endete die Personalunion mit Hannover, denn dort durften nur Männer regieren. Viktorias lange Herrschaft wird auch das "Viktorianische Zeitalter" genannt. Später sollte Viktoria sogar Kaiserin von Indien werden.

Die Verbindungen nach Deutschland blieben während der nächsten Jahrzehnte eng. Von Viktorias und Alberts neun Kinder haben sechs ebenfalls deutsche Prinzen und Prinzessinnen geheiratet. Die älteste Tochter wurde Deutsche Kaiserin und Mutter von Kaiser Wilhelm II. Der zweite Sohn Alfred trat die Thronfolge im Herzogtum Sachsen-Coburg und Gotha an, ihm folgte der Neffe Carl Eduard nach. Die zweitgeborene Tochter Alice wurde Großherzogin von Hessen und bei Rhein sowie Mutter der letzten Zarin. Eduard VII. wurde nach dem Tod seiner Mutter Viktoria neuer König.

Eduard VII. war der erste und vorletzte gekrönte Coburger auf Britanniens Thron. Von seinen Eltern unterschätzt und von Staatsgeschäften ferngehalten, schaffte es Eduard einer Epoche seinen Stempel aufzudrücken. Unter ihm beendete England die "splendid isolation". Sein überlebender Sohn Georg V. wurde neuer Herrscher. König Georg V. musste während des Ersten Weltkrieges, wegen antideutscher Ausschreitungen den Namen seines Hauses in Windsor umbenennen. Auf Georg V. folgten seine Söhne Eduard VIII. - der wegen Wallis Simpson abgedankt hat - und Georg VI., der Vater von Königin Elisabeth II. Der im Zweiten Weltkrieg König war.

Seit mehr als 60 Jahren steht Königin Elisabeth II. an der Spitze des britischen Staates. Ihr und ihrer Familie ist das letzte Kapitel dieses Buches gewidmet. Die Königin hat mit Prinz Philip auch einen Mann mit deutscher Herkunft. Das Werk schließt mit dem kleinen Prinzen George, der nicht nur ein Windsor, sondern auch ein Mitglied des Hauses Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg ist.



Meine Meinung:
 
Das Buch ist mit unzähligen Bildern illustriert.
Die Qualität der Fotos ist gut.
Leider gibt es bei einigen Bildern Fehler bei der Identifizierung.
Das Haus Windsor und seine deutsche Herkunft ist aktuell und reicht von
Heinrich VIII. bis zu Prinz George von Cambridge.
Interessant sind auch die engen Verbindungen der britischen Könige
zu deutschen Fürstentümern und Königreichen.
Wieso den protestantischen Welfen Großbritannien zufiel wird verständlich erklärt.
Ein guter Überblick über die britische Monarchie und die Deutschen an und auf dem Thron.
 


Erhältlich bei: Imhof Verlag oder im Buchhandel



Buch-Information
Verlag: Imhof (2014), Gebundene Ausgabe, 176 Seiten
ISBN:  978-3731900405, Sprache: Deutsch, Format: 22 x 28 cm
Preis: 19,95 €