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Mittwoch, 13. Januar 2021

Eine preußische Prinzessin für den Schah


Eine preußische Prinzessin für den Schah!? Klingt seltsam, aber im Jahr 1958 gab es, den Erinnerungen[1] von Michael Prinz von Preußen nach, tatsächlich von persischer Seiten her, diesen Plan. 

Im Februar 1958 hatte Soraya ihren Ehemann Schah Mohammad Reza Pahlavi von Persien (1919–1980) und den Iran verlassen, der Druck wegen ihrer Kinderlosigkeit und ihrer Weigerung dem Gatten eine Zweitfrau zu gestatten um das Thronfolgerproblem zu lösen, waren zu viel für sie. Die Scheidung folgte am 6. April 1958. Das war bereits die zweite Scheidung für den Schah, auch die erste Ehe mit Prinzessin Fawzia von Ägypten scheiterte an einem fehlenden Sohn und Thronerben.

Wie der Schah oder seine Familie oder Berater auf Marie Cécile Prinzessin von Preußen (*1942) aufmerksam geworden ist, ist nicht überliefert. Marie Cécile war die älteste Tochter von Louis Ferdinand Prinz von Preußen und dessen Gattin Großfürstin Kira Kirillowna von Russland. Vielleicht lag es an den vielen Kindern in der Preußen-Familie? Marie Cécile hatte sechs Geschwister, darunter vier Brüder. Vielleicht aber auch daran, dass der Schah mit seiner Halbdeutschen Ex-Ehefrau Soraya glücklich gewesen war und bei einer preußischen Prinzessin auf ein ähnliches Glück hoffte? 

Jedenfalls berichtet Prinz Michael, dass eines Tages ein Wagen mit persischen Diplomaten vor dem Familienanwesen in Bremen hielt und darum baten den Vater in einer privaten Angelegenheit zu sprechen. Prinz Louis Ferdinand empfing die Diplomaten und als die Gäste wieder gingen, wurde der Familienrat einberufen und Michael und seine Schwester Marie Cécile erfuhren, warum sie da gewesen waren: Der Schah wollte sich mit den Hohenzollern familiär verbinden. Die Braut in spe, Marie Cécile, war alles andere als begeistert und lehnte den Gedanken an diese Ehe, mit dem über 20 Jahre älteren Mann aus einem fremden Kulturkreis, strikt ab. 

Der Schah heiratete schließlich im Dezember 1959 Farah Diba, aus dieser Ehe stammten vier Kinder, darunter zwei Söhne, den Thron an seine Nachkommen weitergeben konnte der Schah nicht - die Islamische Revolution führte zum Sturz der Dynastie - und er musste ins Exil gehen.

Marie Cécile von Preußen ehelichte 1965 Friedrich August Herzog von Oldenburg (1936–2017). Die Ehe, aus der drei Kinder stammen, wurde 1989 geschieden. Ihr Ex-Gatte heiratete daraufhin Marie Céciles verwitwete Schwägerin Donata.

[1] Michael Prinz von Preußen: Ein Preußenprinz zu sein, Langen Müller (1986)

(Fotos: Iranian; The Beauty of Names Blog)

Montag, 20. Juli 2020

100. Todestag: Prinz Joachim von Preußen


Am 18. Juli 2020 jährte sich der Todestag von Prinz Joachim von Preußen zum 100 mal. Er hatte sich mit 29 Jahren erschossen.

Prinz Joachim Franz Humbert von Preußen war der jüngste der sechs Söhne von Kaiser Wilhelm II. und Kaiserin Auguste Viktoria. Er wurde am 17. Dezember 1890 in Potsdam geboren. Er kam ein paar Wochen zu früh zur Welt, weil seine Mutter, als eifrige Protestantin, eine Konfrontation mit ihrer Schwägerin Sophie hatte, die zum griechisch-orthodoxen Glauben übertreten wollte. 

Prinz Joachim war oft kränklich trat aber als junger Mann, wie seine Brüder, in die preußische Armee ein. Während des Ersten Weltkriegs dienter er an der Front und wurde verwundet.

Auguste Marie mit Prinz Karl Franz

Am 11. März 1916 heiratete Joachim die Prinzessin Auguste Marie von Anhalt, Tochter von Herzog Eduard von Anhalt und Prinzessin Luise von Sachsen-Altenburg. Diese Ehe war arrangiert worden, weil Joachims gewünschte Braut Fürstin Elisabeth von Urach römisch-katholisch und unebenbürtig war. Aus der Ehe, die wohl von Anfang an unglücklich war, stammt der einzige Sohn Prinz Karl Franz von Preußen (1916–1975).

Elisabeth von Urach mit ihrem Gatten

Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs und dem Fall der Hohenzollern-Dynastie wurde Joachim depressiv. Auch seine unglücklich Ehe machte dem Prinzen zu schaffen. Kurz vor seinem Tod machte er seiner Mutter Auguste Viktoria Vorwürfe, weil sie gegen seine Verbindung mit Elisabeth von Urach war und "sein Lebensglück zerstört hätte". Kaiserin Auguste Viktoria traf der Suizid ihres jüngsten Sohnes schwer, sie überlebte ihn nur um neun Monate, und starb im April 1921 im niederländischen Exil.

(Fotos: Public domain)

Montag, 5. März 2018

Carlos Prinz von Hohenzollern (1978−2018)


Am 23. Februar 2018 verstarb Carlos Prinz von Hohenzollern mit 39 Jahren in Frankfurt am Main. Nach Angaben der Polizei ist die Todesursache Suizid, der Prinz war aus dem 21. Stock eines Hotels gesprungen.

Carlos Patrick Godehard Prinz von Hohenzollern wurde am 4. Dezember 1978 als erstes von zwei Kindern von Prinz Godehard (19392001) und dessen Ehefrau Prinzessin Heide (*1943) geboren. Er hat mit Prinzessin Anna (*1983) eine jüngere Schwester. 

Seit 2014 saß Prinz Carlos wegen Investment-Betrug in der Justizvollzugsanstalt Euskirchen. Er war zu vier Jahre Gefängnis verurteilt worden. Zu der Zeit seines Todes war der Prinz auf Hafturlaub und wäre wahrscheinlich im Juli 2018 aus der Haft entlassen wurden.

Prinz Carlos soll neben seinem Vater auf der Burg Namedy, welche im Familienbesitz ist, bestattet werden.


Die Familie Hohenzollern (vormals Hohenzollern-Sigmaringen aber durch das Aussterben der Hohenzollern-Hechingen Linie seit 1849 nur noch Hohenzollern) ist entfernt mit den Hohenzollern die als Kurfürsten, Könige und Kaiser in Brandenburg und Preußen regiert hatten, verwandt. Die Zweige trennten sich bereist im 13. Jahrhundert und durch die verschiedenen Konfessionen - die Hohenzollern in Brandenburg-Preußen wurden evangelisch-lutherisch, die Hohenzollern in Sigmaringen und Hechingen blieben römisch-katholisch - gab es keine Eheschließungen zwischen den verschiedenen Linie mehr.

(Foto: Hola)

Montag, 23. Oktober 2017

Ausstellung: Kaiserdämmerung im Neuen Palais


Nachdem am 15. Oktober 2017 die Ausstellung "Pückler. Babelsberg – Der grüne Fürst und die Kaiserin" auf Schloss Babelsberg zu Ende ging, hat die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten für 2018 eine neue angekündigt:


"Kaiserdämmerung" befasst sich mit dem 100. Jahrestag des Ende der Monarchie in Deutschland und wird vom 15. Juni (1918, Kaiser Wilhelms II. 30-jähriges Thronjubiläum) bis 9. November (1918, dem Tag seiner Abdankung) im Neuen Palais in Potsdam zu sehen sein. 

(Foto: SPSG.de)

Montag, 18. September 2017

Die preußische Meander-Tiara


Die preußische Meander-Tiara (auch Mäander-Tiara genannt) wurde 1905 vom Hofjuwelier Koch angefertigt. Sie war ein Hochzeitsgeschenk von Kronprinz Wilhelm, dem ältesten Sohn Kaiser Wilhelms II., an seine Verlobte Herzogin Cecilie zu Mecklenburg-Schwerin. Nach der letzten Kronprinzessin Cecilie (oben), trugen die Tiara viele Prinzessinnen der Familie Hohenzollern, oft bei ihren Hochzeiten. Zuletzt war die Tiara am Samstag bei der Hochzeit von Viktoria Luise von Preußen mit Ferdinand zu Leiningen zu sehen.

Großfürstin Kira Kirillowna von Russland bei ihrer Hochzeit
mit Prinz Louis Ferdinand von Preußen (1938)

Prinzessin Marie-Cecile von Preußen bei ihrer Hochzeit
mit Herzog Friedrich August von Oldenburg (1965)

Prinzessin Sophie von Preußen bei einer Veranstaltung,
bei ihrer Hochzeit trug sie eine andere Tiara

Prinzessin Viktoria Luise von Preußen
bei ihrer Hochzeit am 16. September 2017

(Fotos: Wikipedia, Pinterest, Profimedia)

Leiningen: Kirchliche Trauung des Erbprinzenpaares


Am Samstag, dem 16. September 2017, fand die kirchliche Eheschließung von Ferdinand Erbprinz zu Leiningen und Viktoria Luise Prinzessin von Preußen in Amorbach statt. Das Paar hatte bereits im April standesamtlich geheiratet.




Unter den Hochzeitsgästen waren viele Mitglieder des Hochadels, darunter Georg Friedrich Prinz von Preußen mit seiner Ehefrau Prinzessin Sophie, der Fürst zu Schaumburg-Lippe, das Erbprinzenpaar von Isenburg, viele Prinzen und Prinzessinnen von Hannover, und auch aus den kleineren deutschen Dynastien.

Wie immer auffällig gekleidet: Großfürstin Maria Wladimirowna von Russland und Sohn Georgi

Verheiratet: Erbprinz Ernst August & Ekaterina von Hannover;
Verlobt: Prinz Christian von Hannover und Alessandra de Osma

Prinz Georg Friedrich, Chef des Hauses Hohenzollern, mit Gattin Sophie

(Fotos Copyright: Profimedia)

Dienstag, 15. August 2017

Ausstellung: Victoria Luise - ein Leben, zwei Welten


Im Schlossmuseum Braunschweig gibt es dieses Jahr wieder eine Ausstellung über eine Welfin, dieses Mal geht es um die Kaisertochter Victoria Luise:


Victoria Luise - ein Leben, zwei Welten (14.9.17-16.9.18)
Anlässlich des 125. Geburtstages widmet sich das Schlossmuseum in seiner neuen Sonderausstellung Braunschweigs letzter Herzogin. Zahlreicher Bilder und vielfältige Gegenstände aus Victoria Luises Besitz zeichnen ihr facettenreiches Leben nach.
Victoria Luise kam 1892 als Tochter Kaiser Wilhelms II. zur Welt. Als braunschweigische Herzogin lebte sie von 1913 bis zum Ende der Monarchie 1918 im Braunschweiger Residenzschloss. Nach Stationen in Gmunden, Blankenburg und im Schloss Marienburg kehrte Victoria Luise 1956 als Bürgerin nach Braunschweig zurück.
Porträts, Fotografien und Filme sind Zeugen ihres Lebens im Interesse der Öffentlichkeit. Mode und Schmuck erzählen die Geschichte ihrer Trägerin in einer sich wandelnden Welt. Die Ausstellung im Schlossmuseum charakterisiert Victoria Luises Leben als Frau im 20. Jahrhundert und fragt nach Aufgaben und Verantwortung.
Ein umfangreiches Angebot an Vorträgen, Gesprächsrunden und Sonderführungen wird die Ausstellung begleiten.

Mehr Informationen auf der Homepage

Dienstag, 25. April 2017

Rezension: Wilhelm II. und seine Geschwister von Barbara Beck


Nach längerer Zeit habe ich mal wieder eine Buchbesprechung fertig. Dieses Mal geht es um die Familie des letzten Deutschen Kaisers Wilhelm II. - genauer gesagt um seine sieben Geschwister. Auf dem Buchumschlag sind sechs der Geschwister Sophie, Victoria, Wilhelm, Charlotte, Heinrich und Margarethe sowie in der Mitte ihre Mutter Victoria, die Kaiserin Friedrich, zu sehen. "Wilhelm II. und seine Geschwister" hat 256 Seiten, 28 Abbildungen, einen Stammbaum, und diverse Anhänge.

Das Buch beginnt mit einer Einführung der Geschichte der Eltern, Prinz Friedrich Wilhelm von Preußen und Prinzessin Victoria von Großbritannien, dem ältesten Kind von Königin Victoria und Prinzgemahl Albert. Väterlicherseits gab es König und später Kaiser Wilhelm I. und Augusta, eine geborene Prinzessin von Sachsen-Weimar-Eisenach, die für ihre acht preußischen Enkelkinder oft mehr Fluch als Segen waren. Der Autorin gelingt es auch gut, das königlich-kaiserliche Familienleben zwischen dem schwachen Vater und der energischen Mutter, die beide im Dauerclinch mit Reichskanzler Otto von Bismarck liegen, zu beschrieben. Es kommen auch viele Auszüge und Zitate aus Briefen und Erinnerungen im Buch vor. Die nächsten Kapitel handeln von den Lebenswegen der sieben Kaiser-Geschwistern, die fast eine Jahrhundert umspannen, von der Geburt der ältesten Schwester im Jahre 1860 bis zum Tod der jüngsten Schwester 1954.

Prinzessin Charlotte war, neben ihrem älteren Bruder Wilhelm, das schwierigste der Geschwister. Schon als Kind war sie unberechenbar und kränklich. Als junge Frau entglitt sie der Familie vollends, und arrangierte für sich selbst eine Ehe mit Erbprinz Bernhard von Sachsen-Meiningen, um so aus dem elterlichen Haushalt zu entkommen. Charlotte brachte eine Tochter, Prinzessin Feodora, zur Welt. Bei dieser Tochter wiederholte sich der Mutter-Tochter-Konflikt, der schon das Verhältnis zwischen Victoria und Charlotte ruiniert hatte. Auch als  Prinzessin von Meiningen lebte Charlotte mit ihrer eigenen Familie weiter in Berlin und widmete sich Klatsch und Tratsch, und war möglicherweise sogar in die Kotze-Affäre verwickelt, die im deutschen Kaiserreich für Skandale sorgte. Das Leben von Prinzessin Charlotte war überschattet von einer schweren Krankheit: Porphyria. An der von ihrem Ururgroßvater König Georg III. von Großbritannien von der Mutter übertragene Krankheit litt auch Charlottes einziges Kind, welche später viel Leid ertragen sollte. Das Verhältnis zwischen Charlotte und ihrem kaiserlichen Bruder Wilhelm verschlechterte sich mit den Jahren. Kurz vor Ausbruchs des Ersten Weltkriegs wurde Charlotte durch dem Tod ihres Schwiegervaters noch zur Herzogin von Sachsen-Meiningen. Sie erlebte noch den Sturz der Monarchie und starb knapp ein Jahr später während einer ihrer vielen Kuraufenthalte in Baden-Baden.   

Prinz Heinrich bildete mit seinen beiden älteren Geschwistern eine Gruppe innerhalb der Familie. Besonders nahe stand er Wilhelm. Heinrich wurde früh zum Marineprinzen erzogen und ausgebildet. Ebenso wie Wilhelm und Charlotte enttäuschte auch Heinrich die hohen Erwartungen die seiner Mutter Victoria in ihn gesetzt hatte. Prinz Heinrich machte Karriere in der kaiserlichen Marine, wurde Seemann und später sogar Großadmiral. Er bereiste die Welt, und war als Vertretung seines inzwischen Kaiser gewordenen Bruders, zu Gast in den USA und am chinesischen Kaiserhof. Privat erfüllte Heinrich sich seinen größten Wunsch, er ging eine Liebesheirat mit seiner Cousine Prinzessin Irene von Hessen und bei Rhein ein. Die Hochzeit des Paares war der letzte Auftritt des krebskranken und vom Tod gezeichneten Vaters Kaiser Friedrich III. Aus der Verbindung gingen drei Söhne hervor, von denen zwei an der Bluterkrankheit litten, die die hessische Prinzessin auf die Kinder übertrug. Prinz Heinrich lies sich mit seiner Familie in Kiel nieder, um in der Nähe seiner geliebten Marine zu sein. In seiner Freizeit war Heinrich eine begeisterter Autofahrer und interessierte sich für die Luftfahrt. Mit dem Ersten Weltkrieg wurde er zum Oberbefehlshaber der Ostseestreitkräfte ernannt und führte diesen Posten bis zum ausscheiden Russlands aus dem Krieg aus. Nach dem Kriegsende lebte Heinrich mit seiner Familie zurückgezogen auf seinem Gut Hemmelmark in Schleswig-Holstein. Seinen Bruder Wilhelm besuchte er jedes Jahr im Exil in den Niederlanden. Zehn Jahre nach seiner Schwester Charlotte starb auch Prinz Heinrich - an der Krankheit die schon seinen Vater umbrachte.

Prinz Sigismund und Prinz Waldemar, die Kinder vier und sechs der Familie, lebten nur kurz. 

Prinz Sigismund wurde nur 21 Monate alt und starb an Meningites während des Preußisch-Österreichischen Krieges von 1866, als alle Ärzte im Fronteinsatz waren. Prinz Waldemar, war der Liebling seiner Eltern, und wurde den älteren Söhnen Wilhelm und Heinrich vorgezogen. Sein Tod mit 11 Jahren an Diphtherie stürzte Vater und Mutter in Verzweiflung. Nach ihrem Tod wurden beide Jungen verklärt und lagen wie Schatten über ihren älteren Brüdern, die in allen Sachen eine Enttäuschung für die Eltern waren.



Für das früher so erfreuliche Familienleben im Hause des Kronprinzen wirkte es sich in den kommenden Jahren im hohem Maße ungünstig aus, dass den beiden verlorenen Kindern ein Ausmaß an Perfektion zugeschrieben wurde, das die Lebenden Kinder beim besten Willen niemals erlangen konnten. Wilhelm II. und seine Geschwister, Seite 128


Prinzessin Victoria, die zweite Tochter, war der besondere Liebling ihrer Mutter, die den drei jüngsten Kindern am nächsten stand. Über die Kindheit und Jugend der Prinzessin erfährt man sonst nicht viel. Erst in Erscheinung tritt Victoria als junge Frau, die sich in den falschen Mann verliebt. Prinz Alexander von Battenberg, Fürst von Bulgarien, braucht eine Braut um seine Position zu sichern. Nachdem zwei seiner Brüder in die Familie von Königin Victoria von Großbritannien eingeheiratet haben, was lag da näher als eine ihrer vielen Enkelinnen zu ehelichen.. Gegen diese Heirat, und damit in die Probleme in dieser Region verwickelt zu werden, standen Otto von Bismarck, Kaiser Wilhelm I., Kaiserin Augusta und Bruder Wilhelm im Nein-Lager. Aus hin und her der nächsten Jahre, auch Battenberg-Affäre genannt, ging vor allem auf Victorias Mutter zurück, die nicht einsehen wollte das es mit der Opposition keine Hochzeit geben wird. Ihre Tochter Victoria machte sich weiter Hoffnung, die aber endgültig am Veto Kaiser Wilhelms II. scheiterte. Schließlich wurde eine Verbindung mit Prinz Adolf zu Schaumburg-Lippe arrangiert. Die Ehe blieb zum großen Kummer Victorias kinderlos. Das Paar lies sich in Bonn nieder, wo sie das Palais Schaumburg bewohnten. Noch einmal sah es so aus als würde Victoria Fürstin werden, doch im Lippischen Thronfolgestreit hatten die Linie Schaumburg-Lippe das Nachsehen, obwohl Kaiser Wilhelm II. auf der Seite seiner Schwester stand. Der Erste Weltkrieg war für Victoria ein Dilemma, durch ihre Mutter anglophil erzogen, standen sich Deutschland und England feindlich gegenüber. Im Krieg starb dann auch noch ihr Ehemann. Mit Kriegsende und Inflation verschuldete Victoria sich stark. Gegen Ende ihres Lebens tauchte dann noch ein Mann auf, den über 30 Jahren jüngeren Alexander Zoubkoff, in dem sie ihre große Liebe sah und heiratete. Victoria war auf einen Hochstapler hereingefallen der ihr restliches Geld veruntreute und sie mittellos zurück lies. Wenig später starb Prinzessin Victoria.

Prinzessin Sophie war die vorletzte Schwester von Kaiser Wilhelm II. Auch über ihre Kindheit und Jugend ist nicht viel bekannt. Sie kam ein Jahr nach dem Tod ihres Bruders Waldemar zur Welt. Wie ihre Schwester Victoria stand sie ihrer englischen Mutter sehr nah. Als junge Frau lernte Sophie Kronprinz Konstantin von Griechenland kennen, der in der Preußischen Armee ausgebildet wurde. Das Paar heiratete als Sophie 19 Jahre alt war. Kronprinzessin Sophie folgte ihrem Gatten nach Griechenland. Von Athen gab es einen regen Briefwechsel mit Mutter Victoria, der erhalten geblieben ist. Sophie wurde gut in ihrer neuen Familie angenommen und fühlte sich heimisch. Ihre Entscheidung auch den griechisch-orthodoxen Glauben anzunehmen, führte zu einem Zerwürfnis mit ihrem Bruder Wilhelm II. und Schwägerin Auguste Viktoria. In ihrer Ehe brachte Sophie sechs Kinder zur Welt. In Griechenland war das Leben nicht leicht, da es ständig Unruhen gab. Das der Kaiser auch noch den Türken, den Feinden der Griechen, bei der Organisation ihrer Armee half, sorgte auch für keine Annäherung der Geschwister. Nach der Ermordung ihres Schwiegervaters Georg I. wurden Sophie und ihr Ehemann Konstantin König und Königin von Griechenland. Lange konnten sie sich nicht auf den Thron halten, da die Neutralität Griechenlands im Ersten Weltkrieg nicht von Frankreich und England anerkannt wurde. Sophie und ihr Gemahl mussten ins Exil gehen. Nur der zweite Sohn Alexander durfte als König im Land bleiben. Nach dessen frühen Tod durch einen Affenbiss, bei dem Sophie nicht zur Beerdigung kommen durfte, kehrten sie und Konstantin als Königspaar zurück. Auch dieses Mal konnten sie sich nicht lange halten, nach einem missglückten Feldzug gegen die Türkei war wieder Exil angesagt - in Italien. Sophie starb in Frankfurt am Main, in der Nähe ihrer Schwester Margarethe, an der Krankheit die schon ihre Eltern und Bruder Heinrich zum Opfer gefallen waren.

Prinzessin Margarethe war das Nesthäkchen der Geschwister. Ähnlich wie ihre zwei nächst älteren Schwestern Victoria und Sophie war sie eine Stütze ihrer Mutter, die durch das schlechte Verhältnis mit ihren Sohn Kaiser Wilhelm II. isoliert war. Als Jugendliche verliebte Margarethe sich in Prinz Max von Baden, dem späteren letzten Kanzler des Kaiserreichs, der ihre Gefühle allerdings nicht erwiderte. Prinzessin Margarethe bekam überraschend einen Heiratsantrag von Prinz Friedrich Karl von Hessen-Kassel, den sie nach einiger Bedenkzeit annahm. Aus der Ehe gingen sechs Söhne, davon zwei Zwillingspärchen, hervor. Nach dem Tod von Margarethes Mutter Victoria erbte sie deren Schloss in Kronberg, in welches die Familie übersiedelte. Ihre Freizeit verbrachte Margarethe mit Pferden und reiten. Wie ihre Schwestern, machte auch Margarethe der Kriegsausbruch traurig. Dazu fielen noch ihre beiden ältesten Söhne im Krieg. Gegen Ende der Krieges waren Margarethe und ihr Ehemann für kurze Zeit das gewählte Königspaar von Finnland, welches sich von Russland abgespalten hatte. Aufgrund der deutschen Kriegsniederlage konnte sich das nicht realisieren und die Familie blieb in Hessen. Nach dem Fall der Monarchie musste sich Margarethe in einer anderen Welt wiederfinden. Auch negative Dinge wie, z. B. die NSDAP-Mitgliedschaft zwei ihrer Söhne werden im Buch nicht verschwiegen. In der Zwischenkriegszeit lebte Margarethe zurückgezogen und verbrachte Zeit mit ihrer Familie, die um Schwiegertöchter und Enkelkinder erweitert wurde. Während des Zweiten Weltkriegs verlor Margarethe einen dritten Sohn, sowie zwei ihrer Schwiegertöchter die infolge von Bombenangriffen ums Leben kamen. Als einziges der Geschwister überlebte Margarethe den Zweiten Weltkrieg, als letzter war Kaiser Wilhelm II. 1941 in seinem Exil gestorben. Sie erlebte den Einmarsch der Amerikaner und das Leben unter Besatzung. In ihren letzten Jahren erlebte Margarethe noch die Gründung der Bundesrepublik Deutschland. Sie starb als letzte der Kinder von Kaiser Friedrich III. und Kaiserin Victoria, sowie als letzte Schwester von Wilhelm II.




Meine Meinung:

Mir hat das Buch sehr gut gefallen.

Endlich erfährt man mehr über die Geschwister im Schatten des letzten Deutschen Kaisers.
Es gibt einen guten Einblick in das königliche Familienleben, 
welches alles andere als perfekt war.
Der Einfluss von Kaiser Wilhelm II. war für die meisten seiner Brüder und Schwestern nicht gut,
vor allem die jüngsten hatten unter ihm zu leiden.
Positiv ist ebenfalls, das alle Geschwister, auch die beiden jung verstorbenen, 
ein eigenes Kapitel haben, da deren Einfluss auf das Familienleben enorm war.
Auch das was nach Ende des Kaiserreichs mit den Geschwistern passierte, 
wird ebenfalls beschrieben und wie ihr Verhältnis zueinander war.
Es wird viel aus Briefen und anderen Quellen zitiert, was ich sehr wichtig finde.
Zu kritisieren gibt es, das es kaum Informationen zur Kindheit und Jugend
der jüngeren drei Prinzessinnen gibt.
Die vielen schwarz-weißen Abbildungen und der Stammbaum runde das Buch ab.
Bis auf den kleinen Kritikpunkt ist dieses Werk Empfehlenswert.




Erhältlich bei: Friedrich Pustet oder im Buchhandel



Buch-Information
Verlag: Friedrich Pustet (2016), Gebundene Ausgabe mit Umschlag, 256 Seiten
ISBN:  978-3791727509, Sprache: Deutsch, Format: 13,9 x 2,7 x 21,8 cm
Preis: 24,95 €

Dienstag, 24. Januar 2017

80. Geburtstag: Prinzessin Birgitta von Hohenzollern


Am 19. Januar 2017 wurde Prinzessin Birgitta von Hohenzollern, geborene Prinzessin von Schweden und ältere Schwester des aktuellen Königs, 80 Jahre alt. Zu diesem Anlass versammelten sich alle fünf Geschwister in Schloss Drottningholm.

v.l.n.r.: Prinzessin Margaretha, König Carl XVI. Gustaf, Prinzessin Birgitta, Prinzessin Désirée und Prinzessin Christina

(Foto: Jonas Borg, Kungahuset.se)

Dienstag, 29. November 2016

Preußen: Wieder Nachwuchs für Georg Friedrich & Sophie


Prinz Georg Friedrich und Prinzessin Sophie von Preußen haben ihr viertes Kind bekommen. Sophie gebar ihren dritten Sohn Prinz Heinrich Albert Johann Georg am 17. November 2016 in Bremen. Das Paar hat bereits die Zwillingen Carl Friedrich und Louis Ferdinand (*2013) sowie Tochter Emma Marie (*2015).

Den Name Heinrich gab es bei den Hohenzollern schon öfter:

  • Prinz Heinrich von Preußen (1726–1802), Bruder von Friedrich dem Großen
  • Prinz Heinrich von Preußen (1747–1767), Neffe von Friedrich dem Großen 
  • Prinz Heinrich von Preußen (1781–1846), Sohn von Friedrich Wilhelm II.
  • Prinz Heinrich von Preußen (1862–1929), Bruder von Kaiser Wilhelm II.

(Foto Copyright: Paul Schirnhofer, preussen.de)

Freitag, 11. November 2016

Brigitta Prinzessin von Preußen (1939–2016)


Brigitta Prinzessin von Preußen, die Witwe des vor zwei Jahren verstorbenen Prinz Michael, eines Urenkels von Kaiser Wilhelm II., hat Suizid begangen.

Die Prinzessin hieß gebürtig Brigitta Dallwitz-Wegner und wurde am 17. September 1939 in Kitzbühel geboren.

Seit dem 23. Juni 1982 war Brigitta mit Michael Prinz von Preußen (1940–2014) verheiratet. Das Paar blieb kinderlos.

(Foto: Michael Preussen jr. - Eigenes Werk, CC-BY-SA 4.0, commons wikimedia)

Sonntag, 25. September 2016

Preußen: Viertes Kind für Georg Friedrich und Sophie


Bei einer Ausstellung in Neuwied über Königin Elisabeth von Rumänien, einer geborenen Prinzessin zu Wied und bekannt unter ihrem Schriftsteller-Pseudonym "Carmen Sylva", war es nicht zu übersehen, dass Prinzessin Sophie und ihr Ehemann Prinz Georg Friedrich von Preußen wieder Nachwuchs erwarten. Nach den Zwillingen Carl Friedrich und Louis Ferdinand (*2013) sowie der Tochter Emma Marie (*2015) wird das vierte Kind des Prinzenpaares im November dieses Jahres erwartet.

Neben dem Bild der Königin: Prinz Radu von Rumänien, Fürstin Isabelle zu Wied (Sophies Schwester), Prinzessin Sophie und Prinz Georg Friedrich von Preußen

(Fotos: romaniaregala)

Sonntag, 5. Juni 2016

75. Todestag: Kaiser Wilhelm II.


Am 4. Juni 1941 - vor 75 Jahren - starb in seinem niederländischen Exil Doorn, der letzte Deutsche Kaiser und König von Preußen: Wilhelm II.

Wilhelm II. war, vom Tode seines Vaters Friedrich III. im Jahre 1888 bis zu seiner Abdankung 1918, der dritte Kaiser aus dem Hause Hohenzollern.

Für mehr Informationen hier klicken

Freitag, 19. Februar 2016

1883: Österreichisch-preußisches Treffen


Auf diesem Foto, welches aus dem Jahr 1883 stammt, sehen wir auf der linken Seite Kronprinz Rudolf (1858–1889) und Kronprinzessin Stephanie (1864–1945) von Österreich mit Prinz Wilhelm (1859–1941) und dessen Gattin Prinzessin Auguste Viktoria (1858–1921) von Preußen.

Sechs Jahre nachdem dieses Bild aufgenommen wurde, war Rudolf tot und Wilhelm (II.) Deutscher Kaiser...

Montag, 4. Januar 2016

1938: Hochzeitsreise nach Amerika


Dieses schöne Foto des frisch verheirateten Paares, Prinz Louis Ferdinand von Preußen (1907–1994) und Großfürstin Kira Kirillowna von Rußland (1909–1967), entstand während ihres Honeymoon in Amerika.

Montag, 30. November 2015

Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche



In der Vorhalle der alten Kirche in Berlin-Charlottenburg findet man allerhand über Kaiser Wilhelm I. und seine Verwandtschaft.

Kaiser Wilhelm II., Kaiserin Auguste Viktoria, Kronprinzessin Cecilie & Kronprinz Wilhelm

König Friedrich Wilhelm IV., Kaiser Wilhelm I. & Kaiser Friedrich III.

Königin Luise & König Friedrich Wilhelm III.

Wilhelm II. mit Gattin, Kindern & Tante bei der Einweihung der Kirche




Kaiser Wilhelm I. (Mitte) umringt von Sohn und Enkel

(Alle Fotos: Königlicher Beobachter)

Mittwoch, 25. November 2015

Die Baronin Spitzemberg über deutsche Fürsten


Hildegard von Spitzemberg (18431914), eine gebürtige Freiin von Varnbüler, war die Ehefrau des württembergischen Gesandten am Berliner Königs- und späteren Kaiserhof der Hohenzollern. In ihrem Tagebuch gibt sie einen interessanten und kritischen Einblick in die untergegangene Welt der Herrscherhäuser. 
Die Anmerkungen in den [] stammen von mir.

13. April 1897

Der Tod des armen Dulders, des Großherzogs [Friedrich Franz III.] von Mecklenburg[-Schwerin], führt in drei Jahren seinen jetzt fünfzehnjährigen Sohn [Friedrich Franz IV.] auf den Thron; in Hessen regiert ein sehr junger, kindischer Fürst [Großherzog Ernst Ludwig]; in Weimar kommt nach dem Tode des Alten [Großherzog Karl Alexander] ein völlig unerzogener törichter Prinz [dessen Enkel Wilhelm Ernst] zur Regierung; in Coburg sitzt ein Engländer [Herzog Alfred, zweiter Sohn von Königin Victoria], in Oldenburg droht eine russische Erbfolge schlimmster Art [welche durch die Geburt von Erbgroßherzog Nikolaus am 10. August 1897 noch verhindert wurden konnte]. Unserm Könige [Wilhelm II. von Württemberg] folgt ein dick österreichisch-katholischer Regent [Albrecht, aus der herzögliche Nebenlinie], dem alten Luitpold [Prinzregent von Bayern] ein erzpartikularistischer Fürst [der spätere König Ludwig III.]; auf den edeln König [Albert] von Sachsen kommt [dessen Bruder] Prinz Georg, beschränkt und sehr jesuitisch, dann sein ganz übler Sohn [Friedrich August III.], roh, ungebildet, mit einer österreichischen Prinzessin [Luise von Toskana] verheiratet, nur Baden hat gute Aussichten im Erbgroßherzog [Friedrich II.] sowohl als im Prinzen Max [dem letzten Kanzler des Kaiserreichs]. Das sind böse Ausblicke, und die Hohenzollern dürfen fest hinstehen, um die deutsche Fahne fest und hoch zu halten!

Freitag, 30. Oktober 2015

Königliche Geschwister: Die Töchter von Prinz Friedrich Karl von Preußen






















Auf diesem Foto, dass aus dem Jahre 1878 stammen muss, sieht man die drei Töchter des preußischen Prinzen Friedrich Karl (1828–1885), und seiner Ehefrau Prinzessin Maria Anna von Anhalt-Dessau (1837–1906), mit ihren jeweiligen Partnern. Eine weitere Tochter wurde 1858 geboren, starb aber im selben Jahr. Die Eltern führten eine unglückliche Ehe, nach der Geburt der vierten Tochter Luise Margarete, schlug Prinz Friedrich Karl seine Frau aufs Ohr, woraufhin sie taub wurde. Später kam trotzdem noch der ersehnte Sohn, Prinz Friedrich Leopold (1865–1931), zur Welt.

Links steht Prinzessin Luise Margarete (1860–1917) neben ihrem Verlobten Prinz Arthur, Herzog von Connaught (1850–1942), dem dritten Sohn von Königin Victoria von Großbritannien. Beide wurden am 13. März 1879 vermählt. Luise Margarete, jetzt Louise Margaret oder "Louischen" genannt, brachte drei Kinder zur Welt: Margaret (1882–1920), Arthur (1883–1938) und Patricia (1886–1974). Luise Margarete verbrachte mit ihrem Gemahl viel Zeit auf Reisen um die Queen zu repräsentieren, darunter auch als Gouverneurspaar von Kanada.Prinzessin Luise Margarete, Herzogin von Connaught, war nie von robuster Gesundheit und starb mit 56 Jahren an der Grippe. Trotzdem war sie die langlebigste der drei Schwestern.

In der Mitte sitzt Prinzessin Marie (1855–1888), hinter ihr steht ihr erster und deutlich älterer Gatte Prinz Hendrik der Niederlande (1820–1879). Das Paar hatte am 24. August 1878 geheiratet, am 13. Januar 1879 wurde Marie aber schon Witwe. Nach ihrer kurzen, kinderlos gebliebenen Ehe, wurde Marie 1885 die Gemahlin von Prinz Albert von Sachsen-Altenburg (1843–1902). Aus dieser Verbindung stammen die Töchter Olga (1886–1955) und Marie (1888–1947). Prinzessin Marie von Sachsen-Altenburg starb mit nur 32 Jahren an Wochenbettfieber nach der Geburt ihres zweiten Kindes. 

Rechts sitzt Prinzessin Elisabeth Anna (1857–1895), an sie gelehnt ist ihr Gemahl Erbgroßherzog Friedrich August von Oldenburg (1852–1931). Die Beiden hatten am 18. Februar 1878 geheiratet. Aus der Ehe gingen zwei Töchter hervor: Sophie Charlotte (1879–1964) und Margarete (1881–1882). Wie schon bei ihren Schwestern, war auch die Gesundheit von Elisabeth Anna nicht die Beste. Erbgroßherzogin Elisabeth Anna von Oldenburg verstarb mit 38 Jahren. Das oldenburger Elisabeth-Anna-Palais benannte ihr Witwer nach ihr.

Samstag, 3. Oktober 2015

Preußen: Familie von Louis Ferdinand und Kira im Jahr 1961


Nach dem Tod von Friedrich Wilhelm Prinz von Preußen sind von den sieben Kindern von Prinz Louis Ferdinand von Preußen und Großfürstin Kira Kirillowna von Russland noch zwei am Leben.

v. l. n. r.: Prinz Christian Sigismund (*1946), Prinz Michael (1940–2014), Prinzessin Kira (1943–2004), Prinzessin Kira Kirillowna (1909–1967), Prinzessin Xenia (1949–1992), Prinz Louis Ferdinand (1907–1994), Prinz Louis Ferdinand jr. (1944–1977), Prinz Friedrich Wilhelm (1939–2015) und Prinzessin Marie Cécile (*1942).

(Foto: preussen.de, © 2004 Haus Hohenzollern)

Mittwoch, 30. September 2015

Friedrich Wilhelm Prinz von Preußen (1939–2015)


Am 29. September 2015 starb mit 76 Jahren Friedrich Wilhelm Prinz von Preußen in Berlin. Die Trauerfeier findet am 9. Oktober in der Berliner Gedächtniskirche statt.

Friedrich Wilhelm wurde am 9. Februar 1939 als ältestes Kind von Prinz Louis Ferdinand von Preußen (1907–1994) und dessen Gattin Großfürstin Kira Kirillowna von Russland (1909–1967) geboren. Väterlicherseits war er ein Urenkel des letzten Deutschen Kaisers Wilhelm II., mütterlicherseits ein Ururenkel von Zar Alexander II. von Russland.

Am 22. August 1967 heiratete Friedrich Wilhelm in Plön seine erste Ehefrau Waltraud Freydag (*1940). Wegen dieser Eheschließung verlor er seinen Platz als zukünftiger Chef des Hauses Hohenzollern. Aus der Verbindung stammt der Sohn Philipp (*1968). 1971 folgte die Scheindung des Paares.

Seine zweite Ehe ging Friedrich Wilhelm am 24. April 1976 auf der Burg Hohenzollern mit Ehrengard von Reden (*1943) ein. Das Paar bekam drei Kinder: Friedrich Wilhelm (*1979), Viktoria Luise (*1982) und Joachim Albrecht (*1984). Im Januar 2004 wurde auch diese Ehe geschieden.

Seit dem 23. März 2004 war er mit Sibylle Kretschmer (*1952) vermählt. Beruflich war Friedrich Wilhelm Prinz von Preußen als Historiker und Schriftsteller tätig. Von ihm stammen unter anderen die Bücher "Das Haus Hohenzollern 1918–1945" und "… solange wir zu zweit sind. Friedrich der Große und Wilhelmine Markgräfin von Bayreuth in Briefen".