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Dienstag, 28. April 2020

Buchankündigung: The Grand Ducal House of Hesse


Im Sommer 2020 soll ein neues Buch über die Großherzogliche Familie von Hessen und bei Rhein (vormals Hessen-Darmstadt) beim Eurohistory Verlag erscheinen. Das Werk ist Teil der Serie "Royal Collections".

Wie die bisherigen Bücher des Verlags wird das Buch viele Bilder, der Mitglieder des Hauses Hessens - und der morganatischen Battenberg / Mountbatten Linie - und ihrer Verwandtschaft in Großbritannien, Russland und Griechenland, haben. 

Auf dem Umschlag ist Großherzog Ludwig IV. und seine Gattin Alice (eine Tochter von Königin Victoria) mit den sechs gemeinsamen Kindern zu sehen: Erbgroßherzog Ernst Ludwig und die Töchter Victoria (verehelichte Prinzessin von Battenberg, spätere Markgräfin von Milford Haven), Elisabeth (Großfürstin von Russland), Irene (Prinzessin von Preußen), Alix (letzte Zarin von Russland) und Marie, die jung an Diphtherie starb.

Ob das Buch auf Deutsch erscheint ist unklar. Bisher wurden nur vier Bücher von Eurohistory übersetzt: Die Coburger von Europa, Der letzte Herzog (Carl Eduard), "I did it my way" die Memoiren von Prinz Andreas von Sachsen-Coburg und Gotha sowie die Memoiren der Gräfin Viktoria-Luise zu Solms-Baruth (der Mutter von Prinz Andreas). Das letzte Eurohistory-Buch über das Bayerische Königshaus gibt es bisher auch nur auf Englisch.

Quelle: Eurohistory

Die Bücher auf der Seite von Prinz Andreas von Sachsen-Coburg und Gotha

Freitag, 22. Februar 2019

[Rezension] Zur Erinnerung an Großherzog Ernst Ludwig von Hessen und bei Rhein und seine Familie von Carsten Knöß


Dieses Buch heißt Zur Erinnerung an Großherzog Ernst Ludwig von Hessen und bei Rhein und seine Familie - Sonderausgabe zum 80. Jahrestag des Flugzeugabsturzes von Ostende von Carsten Knöß, erschienen in den Notizen zur Ortsgeschichte vom Geschichtsverein Egelsbach.

Das Büchlein hat 119 Seiten und darin verteilt 132 Abbildungen. Das Vorwort stammt vom Autor Carsten Knöß. Grußworte wurden von Prinz Philip, dem Herzog von Edinburgh, und Donatus Landgraf von Hessen beigesteuert.

Das Werk beginnt mit der Geburt und Kindheit des letzten regierenden Großherzogs von Hessen und bei Rhein: Ernst Ludwig. Es gibt hier auch das erste Aufgenommene Foto des Erbgroßherzogs zu sehen, auch Familienbilder fehlen nicht in der Biographie. Ernst Ludwig war der einzige überlebenden Sohn von Großherzog Ludwig IV. und Großherzogin Alice, geb. Prinzessin von Großbritannien. Ernst Ludwig wuchs mit drei älteren Schwestern (Victoria, Elisabeth und Irene) sowie mit drei jüngeren Geschwistern (Friedrich, Alix und Marie) auf. Der Tod von Mutter Alice und Schwester Marie an Diphtherie im Jahr 1878, sowie der Unfalltod des an der Bluterkrankheit leidenden Bruder Friedrich 1873, waren einschneidende Ereignisse im Leben des kleinen Prinzen. Auf Seite 20 sieht man ein Foto der Särge von Alice und Marie. Um die Halbwaisen Ernst Ludwig und Schwestern kümmerte sich die Großmutter Königin Victoria liebevoll. 

Ernst Ludwig wuchs zu einem jungen Mann heran und Königin Victoria hatte auch schon die passende Braut für ihn parat: seine Cousine Prinzessin Victoria Melita von Edinburgh und Sachsen-Coburg und Gotha, Tochter seines Onkels Prinz Alfred. In der Zwischenzeit war er durch den Tod seines Vaters Großherzog von Hessen und bei Rhein geworden. Die Hochzeit von Ernst Ludwig und Victoria Melita fand in Coburg statt. Während der Hochzeitsfeierlichkeiten verlobten sich auch die jüngste Schwester Alix mit dem Zarewitsch Nikolaus (II.) von Russland. Die Ehe von Ernst Ludwig und Victoria Melita war nicht glücklich, beide waren zu verschieden, trotzdem wurde dem Paar eine Tochter geboren. Auf Seite 27 des Buchs in ein Königliches Foto der Victoria Melita zu sehen. Die Tochter Prinzessin Elisabeth war der Sonnenschein ihres Vaters. Über ihr kurzes Leben und ihren tragischen Tod erfahrt man auf den folgenden Seiten. Dazu vielen schöne Fotos des Prinzeßchen. Nach dem Tode von Großmutter Victoria ließen sich Ernst Ludwig und Victoria Melita scheiden.

Weiter im Text geht es mit der Hochzeit von Prinzessin Alice von Battenberg, einer Nichte von Ernst Ludwig, mit Prinz Andreas von Griechenland. Die Trauung wurde in der russisch-orthodoxen Kirche in Darmstadt gefeiert. Diese wurde für das Zarenpaar gebaut, die gern die Verwandtschaft der Zarin in Hessen besuchte. Großherzog Ernst Ludwig unterstützte die Kunst und ließ auf der Mathildenhöhe eine Künstlerkolonie erbauen. Dazu sind Postkarten abgedruckt.

Ernst Ludwig wagte dann noch eine zweite Ehe, seine neue Ehefrau wurde Prinzessin Eleonore von Solms-Hohensolms-Lich. Im Bildteil sind Bilder der Braut und ihres Einzugs in Darmstadt abgebildet. Zu Ehren des Brautpaars wurde der Hochzeitsturm errichtet, der heute ein Wahrzeichen der Stadt ist. Großen Jubel gab es als das erste Kind von Ernst Ludwig und Eleonore geboren wurde: Erbgroßherzog Georg Donatus. Auf ihn folgte ein zweiter Sohn Prinz Ludwig. Die kleinen Prinzen wurden auf unzähligen Bildern und Postkarten verewigt. Auf Seite 63 ist ein niedliches Bild, dass Don und Lu (Spitznamen der Kinder) als Kosaken zeigt. Die Kleidung war ein Geschenk der Zarin Alix an ihre Neffen. Zar Nikolaus II. besuchte gerne seine angeheiratete Verwandtschaft in Deutschland, da er sich hier freier bewegen konnte. Ein Familiengruppenfoto finde sich auf Seite 65. 

Mit dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs waren Ernst Ludwig und drei seiner Schwestern auf Unterschiedlichen Seiten, er in Hessen und Irene in Preußen, Elisabeth und Alix in Russland, sowie Victoria in England. Über Cousinen im neutralen Ausland konnte man in Kontakt bleiben. Der Krieg endete und die Monarchien im Deutschen Reich fielen. Großherzog Ernst Ludwig musste auf seinen Thron verzichten und abdanken. Er und seine Familie durften aber im Land bleiben. Seine beiden "russischen" Schwestern starben während der russischen Revolution, ebenso sein Schwager der Zar und die vier Nichten und der Neffe. 

Öffentlich traten Ernst Ludwig, Gattin Eleonore und die Kinder bei den Anti-Versailles Demonstration in Darmstadt auf. In den 1920er und 30er Jahren hatte sich der Großherzog ins Privatleben zurückgezogen. Auf Seite 82 ist Prinz Philip, Ehemann der Queen Elisabeth II., mit zwei seiner Schwestern und den Hessen-Brüdern Don und Lu abgebildet. Der Erbgroßherzog Georg Donatus verlobte sich mit Prinzessin Cecile von Griechenland, einer der vier Töchter von Prinzessin Alice von Battenberg, die in Darmstadt geheiratet hatte. Bei der Hochzeit des Paars gab es eine Panne, die vielen Zuschauer ließen den Brautwagen nicht passieren, so das Ernst Ludwig sich durchkämpfen musste und die Braut Cecile endlich in die Kirche leiten konnte. Georg Donatus und Cecile wurden in den folgenden Jahren Eltern von drei Kindern: Alexander, Ludwig und Johanna. Ein schönes Foto von Ernst Ludwig mit seinem Enkel Ludwig findet man auf Seite 91.

Im Oktober 1937 stirbt Ernst Ludwig. Ein letzter Schnappschuss zeigt ihm im Garten mit einer Ente (Seite 94). Weitere Fotos zeigen die Trauerfeier Ernst Ludwigs, welche im Dritten Reich stattfand. Sein jüngerer Sohn Ludwig hatte sich in der Zwischenzeit mit der Britin Margaret Campbell Geddes verlobt. Ludwig arbeitete in London an der Deutschen Botschaft und dort wollte das Paar auch heiraten. Großherzogin Eleonore, Erbgroßherzog Georg Donatus und seine hochschwangere Frau Cecile, die beiden Söhne und drei weitere Passagiere bestiegen ein Flugzeug um in die britische Hauptstadt zu fliegen. Prinz Ludwig und seine Verlobte Margaret, genannt Peg, warteten bereits am Zielflughafen. Doch das Flugzeug kam nicht, es war in Ostende in einen Schornstein gekracht, der Grund hierfür war starker Nebel. Weder die acht Mitreisenden, noch die drei Mann Besatzung überlebten den Absturz.

Einzig die kleine Prinzessin Johanna hatte von ihrer Familie überlebt, sie wurde wegen ihres jungen Alters nicht mit auf die Reise genommen. Ein Bild des Flugzeug-Wracks ist hier im Buch abgedruckt. Nachdem sie die schlimme Nachricht bekommen hatten, wurden Prinz Ludwig und Margaret Notgetraut. Das Brautpaar machte sich auf dem Weg nach Ostende um die Verstorbenen nach Hause zu bringen. Der Trauerzug geht durch Darmstadt und endet auf der Rosenhöhe, wo bereits Großherzog Ernst Ludwig und dessen Tochter Elisabeth ruhen. Die kleine Johanna wurde von ihrem Onkel Ludwig und dessen Ehefrau Margaret adoptiert. Sie verstarb aber 1,5 Jahre später an Meningitis. Das Paar bewohnte das Jagdschloss Wolfsgarten und war in Hessen beliebt. Die Ehe von Ludwig und Peg blieb kinderlos, so das die Familie von Hessen und bei Rhein nach dem Tod der beiden ausstarb.



Meine Meinung: 

Das Büchlein ist reich bebildert, 
ich finde es lohnt sich schon allein wegen der Fotos.
Die Geschichte der Familie von Großherzog Ernst Ludwig ist tragisch 
und wird hier liebevoll erzählt.
Der Autor schreibt aber auch Anekdoten, wie der Vorfall bei der Hochzeit 
von Georg Donatus und Cecile.
Mein Lieblingsfoto ist auf Seite 82 zu sehen.
Diese Buch ist eine würdige Erinnerung an die großherzogliche Familie.
Daumen hoch!



Erhältlich bei: Geschichtsverein Egelsbach oder im Buchhandel



Buch-Information
Verlag: Geschichtsverein Egelsbach e. V. (2017), Taschenbuch, 119 Seiten
ISBN: 9783981406368, Sprache: Deutsch
Preis: 10,00 €

Donnerstag, 4. Januar 2018

Ausstellung: Liebe, Glanz & Untergang: Die hessischen Prinzessinnen in der russischen Geschichte


Noch bis zum 26. Februar 2018 ist im Ikonen-Museum Frankfurt am Main die Ausstellung "Liebe, Glanz & Untergang: Die hessischen Prinzessinnen in der russischen Geschichte" zu sehen.

Es geht bei der Ausstellung um die vier hessischen Prinzessinnen die nach Russland an der Hof der Romanows gekommen sind: 

Prinzessin Wilhelmine (als Großfürstin Natalia Alexejewna), Ehefrau von Großfürst Paul (I.)

Prinzessin Marie (als Zarin Maria Alexandrowna), Ehefrau von Zar Alexander II.

Prinzessin Elisabeth (als Großfürstin Elisaweta Feodorowna), Ehefrau von Großfürst Sergej Alexandrowitsch

Prinzessin Alix (als Zarin Alexandra Feodorowna), Ehefrau von Zar Nikolaus II.

In der Ausstellung werden über 300 Exponate aus dem Leben der vier königlichen Frauen gezeigt.

Donnerstag, 16. November 2017

80. Jahrestag: Hessische Tragödie

Prinzessin Johanna mit Onkel Ludwig und Tante Margaret

Im Jahr 2017 gibt es gleich zwei runde Gedenktage für das Haus Hessen und bei Rhein (vormals Hessen-Darmstadt). Am 26. Januar war der 20. Todestag von Prinzessin Margaret (1913–1997), der Witwe von Prinz Ludwig, dem letzten Mitglied der Familie. Und am 16. November 1937 der Flugzeugabsturz von Ostende, der fast die gesamte großherzogliche Familie auslöschte.

Erbgroßherzog Georg Donatus mit seiner Familie

Bei dem Flugzeugabsturz kamen Großherzogin Eleonore (*1871), ihr älterer Sohn Erbgroßherzog Georg Donatus (*1906), dessen hochschwangere Ehefrau Cecilia (*1911), sowie die beiden kleinen Söhne Ludwig (*1931) und Alexander (*1933) ums Leben. Im Wrack des Flugzeugs wurden auch die Überreste des vierten Kindes gefunden, ein Sohn, welcher wahrscheinlich durch den Aufprall tot zur Welt kam. Die Familie war auf dem Weg nach London zur Hochzeit von Prinz Ludwig und Margaret Campbell Geddes. Nur die kleine Prinzessin Johanna (*1936) war zu jung und wurde zu Hause gelassen.

Großherzogin Eleonore und Großherzog Ernst Ludwig

1937 war wahrlich kein gutes Jahr für die Hessens, bereits am 9. Oktober war der letzte Großherzog Ernst Ludwig, der Gatte von Eleonore und Vater von Georg Donatus und Ludwig, gestorben. Doch es sollte noch trauriger kommen. Die am 17. November 1937 geschlossene Ehe von Prinz Ludwig und Prinzessin Margaret blieb kinderlos. Das Paar adoptierte Prinzessin Johanna, welche jedoch schon am 14. Juni 1939 an Meningitis starb. Mit dem Tod von Prinz Ludwig im Jahr 1968 starb das Haus Hessen und bei Rhein im Mannesstamm aus.

Montag, 13. Februar 2017

Königlicher Schnappschuss: Heinrich & Irene


Während die meisten königlichen Paarfotos formell oder gestellt wirken, hebt sich dieses Bild positiv davon ab. Es zeigt Prinz Heinrich von Preußen (1862–1929), zweiter Sohn von Kaiser Friedrich III. und Kaiserin Victoria, und seine Ehefrau Prinzessin Irene von Hessen und bei Rhein (1866–1953), eine der Töchter von Großherzog Ludwig IV. und dessen Gattin Großherzogin Alice. 

Heinrich und Irene führten lebenslang eine glückliche Ehe, die nur durch die Bluterkrankheit, die Irene auf zwei ihrer drei Söhne übertrug, getrübt wurde.
Beide standen stets im Schatten ihrer bekannteren Geschwister, bei Heinrich war es sein älterer Bruder Kaiser Wilhelm II., bei Irene ihre jüngere Schwester Alix, die als Alexandra Feodorowna die letzte Zarin von Russland war.

Montag, 18. August 2014

Buch: The Four Graces von Ilana D. Miller


Der Verlag Eurohistory hat einen seiner Klassiker neu aufgelegt: Die zweite Auflage von "The Four Graces: Queen Victoria's Hessian Granddaughters" erscheint nächsten Monat. In dem Buch werden die vier hessischen Enkelinnen von Königin Victoria vorgestellt: Die Töchter von Prinzessin Alice und Großherzog Ludwig IV. von Hessen und bei Rhein.

Auf dem Buchumschlag v.l.n.r.: Prinzessin Irene (spätere Prinzessin von Preußen), Prinzessin Alix (später als Alexandra Feodorowna die letzte Zarin von Russland), dahinter Prinzessin Elisabeth (später als Elisabeth Feodorowna Großfürstin von Russland) und Victoria (spätere Prinzessin von Battenberg, danach Marchioness of Milford Haven).

Dienstag, 27. August 2013

Königliche Geschwister: Großherzog Ernst Ludwig von Hessen und bei Rhein und seine Schwestern


Dieses Foto wurde im April 1894 in Darmstadt, der Hauptstadt des 
Großherzogtums Hessen und bei Rhein, aufgenommen. Ernst Ludwig und seine vier Schwestern sind Kinder des Großherzogs Ludwig IV. (1837–1892) und dessen Gemahlin Alice (1843–1878), der zweiten Tochter von Königin Victoria und Prinzgemahl Albert.
 
Vorne links sitzt Prinzessin Irene (1866–1953). Sie ist die zweitjüngste (überlebende) der Hessen-Schwestern und seit 1888 mit Prinz Heinrich von Preußen (1862–1929), ihrem Vetter und Bruder von Kaiser Wilhelm II., verheiratet. Prinzessin Irene war Überträgerin der Bluterkrankheit und hat diese an zwei ihrer drei Söhne weiter gegeben. Prinzessin Irene von Preußen starb mit 87 Jahren.
 
Daneben sitzt Prinzessin Elisabeth (1864–1918), sie wurde in der Familie "Ella" genannt. Elisabeth war seit 1884 mit dem Großfürsten Sergej Alexandrowitsch von Russland verheiratet. Als einzige der Geschwister bleib Elisabeth kinderlos. Nachdem ihr Mann bei einem Attentat ermordet wurde, gründete Elisabeth ein Kloster, in dem sie Äbtissin wurde. Großfürstin Elisabeth Feodorowna von Russland wurde als 53-jährige von Bolschewisten ermordet.
 
Neben Elisabeth sitzt Großherzogin Victoria Melita (1876–1936). Spitzname: Ducky. Victoria Melita war eine Tochter von Prinz Alfred, Herzog von Edinburgh und später von Sachsen-Coburg und Gotha (dem zweiten Sohn von Königin Victoria) und Großfürstin Maria Alexandrowna von Russland (Tochter von Zar Alexander II.). Victoria Melita ist die frisch angetraute Gattin von Ernst Ludwig und Schwägerin der vier Prinzessinnen. Die Ehe mit Ernst Ludwig ist unglücklich und wird 1901 geschieden. Das einzige Tochter aus der Ehe stirbt früh. Victoria Melita wird später den Größfürsten Kyrill Wladimirowitsch ehelichen und mit ihm drei Kinder kriegen. Großfürstin Victoria Feodorowna von Russland verstarb 59-jährig.

Ganz rechts sitzt Großfürst Sergej Alexandrowitsch von Russland (1857–1905). Er ist das siebte Kind und fünfter Sohn von Zar Alexander II. und Zarin Maria Alexandrowna (ebenfalls gebürtig eine Prinzessin von Hessen und bei Rhein) und der Ehemann von Prinzessin Elisabeth. Sergej war - in der Öffentlichkeit wenig beliebt - bei den Hessens scheint das anders gewesen zu sein. In dem Buch "Erinnerungen" von Großherzog Ernst Ludwig wird er positiv dargestellt. Großfürst Sergej Alexandrowitsch von Russland kam mit 47 Jahren bei einem Attentat ums Leben.
 
Stehend in der zweiten Reihe ist der Zarewitsch Nikolaus Alexandrowitsch (1868–1918) mit seiner Verlobten Prinzessin Alix (1872–1918) zu sehen. Das Paar wurde Ende 1894, nach dem Tod von Nikolaus' Vater Alexander III., getraut. Nach ihrer Hochzeit war Alix somit gleich zur Zarin Alexandra Feodorowna geworden. Die Ehe der beiden wird glücklich, es kommen vier Töchter und ein Sohn und Thronerbe zur Welt. Die Zarin übertrug die Bluterkrankheit auf ihren einzigen Sohn, die Kaiserliche Familie zog sich daraufhin in die Paläste zurück. Während des Ersten Weltkrieges und der Russischen Revolution wird das Zarenpaar mit seiner Familie ermordet. Zar Nikolaus II. von Russland wurde 50, Zarin Alexandra Feodorowna von Russland 46 Jahre alt. Ihre Kinder starben mit 13, 17, 19, 21 und 22.

Dritte von links ist das älteste Kind der Familie Prinzessin Victoria (1863–1950). Benannt nach ihrer Großmutter mütterlicherseits, musste sich Victoria nach dem frühen Tod ihrer Mutter, um ihre jüngeren Geschwister kümmern. Sie vermählte sich 1884 mit Prinz Ludwig von Battenberg (1854–1921), dessen Vater Prinz Alexander auch aus dem Hause Hessen und bei Rhein war, seine Mutter aber nur eine Gräfin, die zur Prinzessin von Battenberg erhöht wurde. Zwischen 1885 und 1900 brachte Victoria vier Kinder zur Welt, darunter Louise, die spätere Königin von Schweden. Die Familie lebte in England, wo Prinz Ludwig als Erster Seelord in der Royal Navy diente. Während des Ersten Weltkriegs mussten Victoria und ihr Mann ihren Nachnamen zu Mountbatten verenglischen. König Georg V. verlieh den neuen Mountbattens den Titel Marquess und Marchioness of Milford Haven. Victoria, Marchioness of Milford Haven ist mit 87 Jahren verstorben.

Ganz rechts steht Großherzog Ernst Ludwig (1868–1937) "Ernie" ist der einzige überlebende Sohn von Ludwig IV. und Alice von Hessen und bei Rhein. Aus seiner arrangierten Ehe und der späteren Scheidung von Victoria Melita ging nur das Kind Prinzessin Elisabeth (1895-1903) hervor. Ernst Ludwig hing sehr an seiner Tochter, ihr früher Tod war ein schwerer Schlag für ihn. 1905 wird er ein zweites mal heiraten: Prinzessin Eleonore zu Solms-Hohensolms-Lich (1871–1937). In der Ehe werden die Söhne Georg Donatus (1906–1937) und Ludwig (1908–1968) geboren. Im Jahre 1918 verliert nicht nur Ernst Ludwig seinen Thron, auch zwei seiner Schwestern sterben gewaltsam. Großherzog Ernst Ludwig von Hessen und bei Rhein starb mit 68 Jahren.

Er bekam nicht mehr mit das sein ältester Sohn Georg Donatus mit seiner schwangerer Ehefrau und deren zwei kleinen Söhnen und der verwitweten Großherzogin Eleonore bei einem Flugzeugabsturz ums Leben kamen. Alle waren auf dem Weg zur Hochzeit des zweiten Sohnes Ludwig in London. Übrig blieb nur die kleine Tochter, die nicht mit an Bord war. Die aber drei Jahre später, adoptiert von ihrem Onkel und der neuen Tante, an einer Krankheit starb. Mit Prinz Ludwig und seiner Frau Prinzessin Margaret - die kinderlos bleiben - endet die Linie derer von Hessen und bei Rhein.

Freitag, 14. Juni 2013

Portrait: Alix von Hessen und bei Rhein, Zarin Alexandra Feodorowna von Russland - Teil III.


Am 30. Dezember 1916 wird Rasputin ermordet, zu den Mördern gehören Verwandte der Zarin: Fürst Felix Jussupow und Großfürst Dmitri Pawlowitsch. Die Zarin ist am Boden zerstört, vielleicht auch weil Rasputin, wohl ahnend was kommt, einen Abschiedsbrief hinterlassen hat in dem steht:

Zar von Russland, wenn du die Glocke hörst, welche dir sagt, dass Grigori ermordet wurde, dann musst du Folgendes wissen: Wenn es deine Verwandten waren, welche meinen Tod verursacht haben, dann wird niemand aus deiner Familie, kein Kind deiner Verwandten, noch länger als 2 Jahre am Leben bleiben. Sie werden getötet durch das russische Volk.

Die Zarin Alexandra ließ Rasputins Leichnam in Zarskoje Selo beerdigen. Inzwischen waren in einigen russischen Großstädten Hungersnöte ausgebrochen. Das schlechte Krisenmanagement brachte die Soldaten und das Volk gegen den Zaren auf. Die Soldaten die eigentlich für Ruhe in der Stadt sorgen sollten, schlossen sich der Rebellion an. Die Februarrevolution 1917 war ausgebrochen.
Propaganda von Lenin, der durch das Deutsche Reich nach Russland gebracht wurde um die Revolution anzufachen, war auf fruchtbaren Boden gefallen.

Um den Aufstand in Sankt Petersburg zu beenden wollte Zar Nikolaus II. zurück in die Hauptstadt. Sein Zug kam nicht durch und wurde in Pskow angehalten. Hier rieten die Generäle dem Zar abzudanken. Nikolaus II. dankte ab, erst für sich, wenig später auch für seinen Sohn Alexej.
Damit ging die über 300-jährige Herrschaft des Hauses Romanow zu Ende.

Alexandra wird von der Abdankung überrascht. Ihr Schwager Alexander Michailowitsch überbringt ihr die Nachricht, von Nikolaus kommen keine Neuigkeiten durch. Die Familie steht nun im Alexanderpalast in Zarskoje Selo unter Hausarrest. Der ehemalige Zar stößt später zu seiner Familie. Nikolaus und Alexandra fielen sich in die Arme, beide weinten. Die Familie bleibt mit ihren Bediensteten bis Juli 1917 unter Aufsicht hier wohnen.

Pläne für ein Asyl in Großbritannien scheitern am Widerstand von König Georg V., er hatte wegen der anti-deutschen Stimmung in seinem Land schon den Namen seines Hauses in Windsor geändert. Außerdem war die Zarin, obwohl sie Enkelin von Königin Victoria, Base des Königs und obwohl ihr Land im Krieg mit Großbritannien verbündet war, als Deutsche nicht gern gesehen.
Frankreich, der andere Verbündete, weigert sich auch die Zarin und ihrer Familie Zuflucht zu gewähren. Die Franzosen waren sehr undankbar, hätte die Russen im Krieg nicht Ostpreußen angegriffen und die Deutsche Armee deswegen Divisionen von der Westfront abziehen müssen, wäre möglicherweise Paris gefallen und Frankreich wäre besetzt und hätte verloren...

Im August 1917 wurden Alexandra und ihre Familie nach Tobolsk in Sibirien gebracht. Hier lebten sie bis im November desselben Jahres die Revolution ausbrach. Von dort musste die Familie weiter nach Jekaterinburg im Ural wo Alexandra, Nikolaus und die Tochter Maria am 30. April 1918 ankamen. Sie wurden im Ipatjew-Haus dem "Haus zur besonderen Verwendung" untergebracht.
Die drei anderen Töchter blieben mit dem kranken Alexej zurück und kamen am 23. Mai 1918 nach.

Im Ipatjew-Haus lebten neben der Zarenfamilie und den Bewachern noch die Magd Alexandras Anna Demidowa, der Arzt Eugen Botkin, der Diener Alexej Trupp, der Koch Ivan Kharitonow und der Küchenjunge Leonid Sednew. Die Hausbewohner lebten von der Welt isoliert, selbst die Fenster waren weiß angestrichen um jeden Kontakt mit der Außerwelt auszuschließen. Die Stimmung war bedrückt, aus Briefen die die Zarin schrieb geht hervor das sie wohl ahnten was auf sie zu kam.

Im Juni wurden in Gefangenschaft noch vier Geburtstage gefeiert: Alexandra wurde in diesem Monat 46, Tatiana 21, Maria 19 und Anastasia 17 Jahre alt. Wie die Tagebücher der Familie verraten, war der Alltag im Ipatjew-Haus sehr eintönig, es wurde gespielt und die Kinder von den Eltern in Sprachen und anderen Fächern unterreichtet. Außerdem durften die Bewohner in dem kleinen Garten etwas spazieren gehen. Selbst am 16. Juli 1918, einen Tag vor der Ermordung, lief der Tag in der gewohnten Routine ab.

In der Nacht zum 17. Juli 1918 wurde die Zarenfamilie und ihrer verbliebenen Diener geweckt, der Küchenjunge Leonid Sednew war vorher weggeschickt worden, weil in der Stadt Unruhen ausgebrochen waren sollten sie evakuiert werden. Alle wurden in den Keller gebracht, wo sie warten sollten. Alexandra bat um Stühle, es wurden zwei gebracht, auf denen sie und ihr Sohn Alexej Platz nahmen. Kurze Zeit später kamen bewaffnete Soldaten in den Raum. 

Jakow Jurowski, der Kommandant des Hauses zur besonderen Verwendung, verkündete das die Zarenfamilie sterben muss. Zuerst wurde der ehemalige Zar Nikolaus II. erschossen, seine Ehefrau Alexandra und die Kinder standen daneben. Alexandra drehte ihren Kopf weg und versuchte sich zu bekreuzigen, da traf sie ein Schuss sie in den Kopf. Alexandra muss sofort tot gewesen sein. Nur Alexandra, Nikolaus und zwei der männlichen Diener hatten einen schnelle Tod. Der Todeskampf der vier Töchter und des Sohnes, in deren Kleidung die Juwelen der Romanows eingenäht waren und die Kugeln abprallen ließen, dauerte an die 20 Minuten.

Nachdem Nikolaus, Alexandra, Olga, Tatiana, Maria, Anastasia, Alexej, Anna Demidowa, Eugen Botkin, Alexej Trupp und Ivan Kharitonow ermordet waren, wurden die Leichen auf einen Lastwagen gebracht und aus der Stadt gefahren. 15 km außerhalb von Jekaterinburg wurden die Überreste in einen Schacht geworfen. Einen Tag später wurden die Leichen wieder geborgen und zwei der Toten wurden verbrannt und begraben. Die anderen Toten wurden in eine gemeinsames Grab geworfen und verscharrt.

Im Jahre 1991 wurde das Maßengrab geöffnet und die darin gefundenen Überreste identifiziert und in der Peter-und-Paul-Kathedrale beigesetzt. Darunter befanden sich: Nikolaus, Alexandra, Olga, Tatiana, Anastasia, sowie alle vier Bediensteten. Die zwei verbrannten Leichen, Maria und Alexej, wurden erst 2007 gefunden und 2008 identifiziert.

Nach über 89 Jahren endet hier die Geschichte einer deutschen Prinzessin die ihre große Liebe heiratete, Zarin wurde, fünf Kinder bekam und schließlich im Kugelhagel der Russischen Revolution mit ihren Liebsten endete.


Portrait: Alix von Hessen und bei Rhein, Zarin Alexandra Feodorowna von Russland - Teil I.
Portrait: Alix von Hessen und bei Rhein, Zarin Alexandra Feodorowna von Russland - Teil II.

Freitag, 7. Juni 2013

Portrait: Alix von Hessen und bei Rhein, Zarin Alexandra Feodorowna von Russland - Teil II.


Nach dem verlorenen Krieg gegen Japan war die Geburt des zukünftigen Zaren ein Lichtblick.
Das Baby scheint gesund, doch nachdem eine Blutung am Nabel nicht aufhört, wird den geschockten Eltern klar das ihr einziger Sohn die unheilbare Krankheit Hämophilie hat. Zarin Alexandra gibt sich die Schuld an dem Leid ihres Kindes. Sie altert in den folgenden Jahren schnell und kränkelt ständig. Vor allem ihr Herz macht ihr zu schaffen. Die Ehe mit Nikolaus bleibt trotzdem intakt.

Die Bluterkrankheit wurde von Königin Victoria an ihre Töchter Alice und Beatrice und den Sohn Leopold (der daran stirbt) übertragen. Prinzessin Alice übertrug diese Krankheit an ihre Kinder Irene und Alix, der jüngste Sohn Friedrich verstirbt ebenfalls daran. Bei zwei von den Schwestern von Zarin Alexandra, Großfürstin Elisabeth und Prinzessin Marie ist nicht klar ob sie Überträger waren, beide starben ohne Nachkommen.

Die Krankheit wird von der russischen Bevölkerung und der Welt verschwiegen. Die Zarenfamilie zieht sich immer mehr aus der Öffentlichkeit zurück. Dem Thronfolger, der schon beim Hinfallen verbluten könnte, wächst wie seine Schwestern isoliert auf. Die Zarin hofft auf ein Wunder. Militza und Anastasia von Montenegro, beide durch Heirat mit den Romanows verwandt, führen Rasputin bei Hofe und dem Zarenpaar ein. Bei einer schweren Blutung sagt Rasputin voraus das der Zarewitsch nicht sterben wird. Er behält recht und sein Einfluss auf die Zarin nimmt zu.

Rasputin sorgt mit seinem skandalösen Benehmen für viel aufsehen die Zarin, der es in ihren Jahren in Russland nie gelungen ist beliebt zu werden, wird für seine Geliebte gehalten. Das Image der Zarenfamilie ist seit dem Blutigen Sonntag von 1905, wo streikende Arbeiter sich mit einer Petition an den Zaren wenden wollten und von Soldaten beschossen wurden, nicht das Beste. Nikolaus II. ist durch diesen Vorfall unter Druck und muss das Parlament, die Duma einberufen.

Auch sind die Romanows untereinander zerstritten. Die Zarin und ihre Schwiegermutter kamen noch nie miteinander klar und das änderte sich auch nicht mehr. Der Großfürstin Wladimir, geborene Marie von Mecklenburg-Schwerin, eine der Tonangebenden Damen der Petersburger Gesellschaft geht sie aus dem Weg. Nur die Schwägerin Olga Alexandrowna und die Familie von Konstantin Konstantinowitsch haben Kontakt zu Nikolaus II., Alexandra und den fünf Kindern.
1912 hatte Alexej im Jagdschloss Spala einen lebensbedrohliche Blutung, die verzweifelte Zarin wendete sich an Rasputin, er sagt der Sohn wird leben und hat wieder recht.

Mit Ausbruch des Ersten Weltkrieges 1914 stand Russland dem Heimatland der Zarin gegenüber.
Alexandra war Patriotin und Russland ergeben, was man ihr in Russland und auch in den mit Russland verbündeten Staaten nicht glaubte. Die Zarin und ihre beiden ältesten Töchter Olga und Tatiana arbeiteten während des Krieges als Krankenschwestern, die beiden jüngeren Töchter Maria und Anastasia besuchten Kranke im Krankenhaus. Zarin Alexandra, die sonst immer unwohl und ein Invalide war, assistierte sogar bei Operationen und Amputationen.

Die Niederlagen der Russischen Armee schrieb man der Zarin und Rasputin zu, beide galten als Deutsche Spione und der Zar als Schwächling. Nachdem die Stimmung im Land und in der Armee immer schlechter wurde übernahm Zar Nikolaus II. den Oberbefehl über die Streitkräfte. Der bisherige Oberbefehlshaber Großfürst Nikolaus Nikolajewitsch, der ein Feind Rasputins war und der Zarin ein Dorn im Auge, wurde abberufen.

Der Zar ging an die Front und ließ seine Frau Alexandra als Regentin zurück. Die Zarin regierte nun mit Rasputin, sie war überzeugt das er von Gott geschickt sei und das nur er ihren Sohn beschützen und retten konnte. Alle Minister die gegen dessen Einfluss waren, wurden entlassen und deren Plätze mit Getreuen Rasputins besetzt. Die Stimmung in Russland sank immer tiefer.

Donnerstag, 6. Juni 2013

Portrait: Alix von Hessen und bei Rhein, Zarin Alexandra Feodorowna von Russland - Teil I.


Am 6. Juni 1872 wurde in Darmstadt Prinzessin Victoria Alix Helena Louise Beatrice von Hessen und bei Rhein geboren. Ihr Vater war der spätere Großherzog Ludwig IV. (1837–1892) und ihre Mutter Prinzessin Alice von Großbritannien (1843–1878), der zweiten Tochter Königin Victorias. Alix hatte noch sechs Geschwister die Prinzessinnen Viktoria (1863–1950), Elisabeth (1864–1918), Irene (1866–1953) und Marie (1874–1878) sowie die Brüder Ernst Ludwig (1868–1937) und Friedrich (1870–1873). In der Familie wurde Alix "Alicky" und "Sunny" genannt.

Da die Mutter von Prinzessin Alix bereits verstarb als sie noch ein Kind war, kümmerte sich die Britische Königin Victoria sehr um ihre Hessischen Enkelkinder. Besonders Alix, die kleinste der Halbwaisen, hatte sie in ihr Herz geschlossen. Alix Erziehung war so mehr englisch als deutsch geprägt.

Mit zwölf Jahren, auf der Hochzeit ihrer Schwester Elisabeth mit dem russischen Großfürsten Sergej Alexandrowitsch, lernte Alix ihren späteren Gatten Großfürst Nikolaus Alexandrowitsch kennen.

Doch Königin Victoria hatte andere Pläne. Alix sollte ihr später als Britische Königin nachfolgen und den ältesten Sohn des Prinzen von Wales Prinz Albert Victor, Herzog von Clarence und Avondale (1864–1892) heiraten. Alix lehnte den Heiratsantrag ihres Vetters, trotz des starken Drucks der von Seiten der Familie auf sie ausgeübt wurde, ab.
Prinzessin Alix hatte Großfürst Nikolaus 1889, bei einem Besuch bei ihrer Schwester und deren Mann, wieder gesehen. Beide waren seitdem ineinander verliebt.

Dem Glück standen allerdings einige Steine im Weg: Königin Victoria (sie hasste Russland und war schon sauer über die Eheschließung von Alix Schwester mit einem Romanow gewesen), die Eltern von Großfürst Nikolaus (Zar Alexander III. und Zarin Maria Feodorowna waren Anti-deutsch und fanden Alix außerdem zu schüchtern und unpassend für eine zukünftige Zarin) und die Religion (um den russischen Thronfolger heiraten zu können muss die Braut die Religion wechseln also Mitglied der Russisch-Orthodoxen Kirche werden).

Großfürst Nikolaus Alexandrowitsch von Russland (1868–1918), "Nicky" genannt, kämpfte um seine Liebe. Alix oder keine. Erst als klar wurde das Zar Alexander III. bald sterben würde durfte Nikolaus seiner Alix einen Antrag machen. Prinzessin Alix die im evangelisch-lutherischem Glauben erzogen wurde, war nicht bereit für einen Übertritt. Erst nach Stundenlangen Ringen und Diskussionen gab sie nach und die Verlobung wurde im April 1894 in Coburg bekannt gegeben. Königin Victoria war wieder sauer und überrumpelt, gab dem Paar aber schließlich ihren Segen.

Am 1. November 1894 starb Zar Alexander III. mit nur 49 Jahren. Aus Großfürst Nikolaus Alexandrowitsch war Zar Nikolaus II. geworden. Alix hatte ihren sterbenden Schwiegervater noch sehen können und unterstütze ihren Verlobten so gut sie konnte.

Vor ihrer Heirat war Alix zum Orthodoxen Glauben konvertiert und hieß seitdem Alexandra Feodorowna. Im Winterpalast zu Sankt Petersburg fand am 26. November 1894, noch in der Trauerzeit des Hofes, die Hochzeit von Nikolaus und Alexandra statt.
Die Feierlichkeiten zur Krönung des neues Zarenpaares wird eine Tragödie. Am 18. Mai 1896 kam es auf dem Chodynkafeld bei Moskau, wo ein Fest stattfinden und Geschenke verteilt werden sollten, zu einer Massenpanik bei der 1389 Menschen zu Tode kamen und ebensoviele verletzt wurden.

Aus der glücklichen Ehe kommen in den ersten Jahren vier Töchter zur Welt: die Großfürstinnen Olga Nikolajewna (1895–1918), Tatiana Nikolajewna (1897–1918), Maria Nikolajewna (1899–1918) und Anastasia Nikolajewna (1901–1918). Den Zarenthron kann aber nur ein männlicher Erbe einnehmen, der Druck einen Sohn zu gebären lastet auf der Zarin. Sie sucht Hilfe im Mystizismus. Es kommen mehrere Scharlatane an den Hof. Der erhoffte Sohn bleibt aus. Erst drei Jahre nach der vierten Tochter wird der Zarewitsch Alexej Nikolajewitsch (1904–1918) geboren.

Freitag, 14. Dezember 2012

14. Dezember 1861/1878

 
 Prinzessin Alice (1843-1878) und ihr Vater Prinzgemahl Albert (1819-1861)
 
 
Am 14.12.1861 starb Königin Victorias Gatte Prinz Albert (42-jährig) und genau 17 Jahre später am 14.12.1878 auch die zweitgeborene Tochter des Paares, Alice (35-jährig).