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Montag, 24. November 2014
Königliches Familientreffen im Jahre 1896
Im Jahre 1896 besuchte Zar Nikolaus II. mit seiner Gattin Alexandra, geborene Prinzessin Alix von Hessen und bei Rhein, zusammen mit ihrem ersten Kind Großfürstin Olga Nikolajewna ihre Verwandten in Großbritannien.
Auf dem Bild ist die kleine Familie mit Königin Victoria, der Großmutter Alexandras, sowie ihrem Onkel Bertie, dem späteren König Eduard VII. zu sehen. Der Queen lagen ihre hessischen Enkelkinder sehr am Herzen, da deren Mutter Großherzogin Alice früh verstorben war, verbrachten Alexandra und ihre Geschwister viel Zeit am englischen Hof.
Donnerstag, 18. Juli 2013
Gestern vor 95 Jahren...
...wurde Zar Nikolaus II. mit seiner Familie ermordet.
Freitag, 14. Juni 2013
Portrait: Alix von Hessen und bei Rhein, Zarin Alexandra Feodorowna von Russland - Teil III.
Am 30. Dezember 1916 wird Rasputin ermordet, zu den Mördern gehören Verwandte der Zarin: Fürst Felix Jussupow und Großfürst Dmitri Pawlowitsch. Die Zarin ist am Boden zerstört, vielleicht auch weil Rasputin, wohl ahnend was kommt, einen Abschiedsbrief hinterlassen hat in dem steht:
Zar von Russland, wenn du die Glocke hörst, welche dir sagt, dass Grigori ermordet wurde, dann musst du Folgendes wissen: Wenn es deine Verwandten waren, welche meinen Tod verursacht haben, dann wird niemand aus deiner Familie, kein Kind deiner Verwandten, noch länger als 2 Jahre am Leben bleiben. Sie werden getötet durch das russische Volk.
Die Zarin Alexandra ließ Rasputins Leichnam in Zarskoje Selo beerdigen. Inzwischen waren in einigen russischen Großstädten Hungersnöte ausgebrochen. Das schlechte Krisenmanagement brachte die Soldaten und das Volk gegen den Zaren auf. Die Soldaten die eigentlich für Ruhe in der Stadt sorgen sollten, schlossen sich der Rebellion an. Die Februarrevolution 1917 war ausgebrochen.
Propaganda von Lenin, der durch das Deutsche Reich nach Russland gebracht wurde um die Revolution anzufachen, war auf fruchtbaren Boden gefallen.
Um den Aufstand in Sankt Petersburg zu beenden wollte Zar Nikolaus II. zurück in die Hauptstadt. Sein Zug kam nicht durch und wurde in Pskow angehalten. Hier rieten die Generäle dem Zar abzudanken. Nikolaus II. dankte ab, erst für sich, wenig später auch für seinen Sohn Alexej.
Damit ging die über 300-jährige Herrschaft des Hauses Romanow zu Ende.
Alexandra wird von der Abdankung überrascht. Ihr Schwager Alexander Michailowitsch überbringt ihr die Nachricht, von Nikolaus kommen keine Neuigkeiten durch. Die Familie steht nun im Alexanderpalast in Zarskoje Selo unter Hausarrest. Der ehemalige Zar stößt später zu seiner Familie. Nikolaus und Alexandra fielen sich in die Arme, beide weinten. Die Familie bleibt mit ihren Bediensteten bis Juli 1917 unter Aufsicht hier wohnen.
Pläne für ein Asyl in Großbritannien scheitern am Widerstand von König Georg V., er hatte wegen der anti-deutschen Stimmung in seinem Land schon den Namen seines Hauses in Windsor geändert. Außerdem war die Zarin, obwohl sie Enkelin von Königin Victoria, Base des Königs und obwohl ihr Land im Krieg mit Großbritannien verbündet war, als Deutsche nicht gern gesehen.
Frankreich, der andere Verbündete, weigert sich auch die Zarin und ihrer Familie Zuflucht zu gewähren. Die Franzosen waren sehr undankbar, hätte die Russen im Krieg nicht Ostpreußen angegriffen und die Deutsche Armee deswegen Divisionen von der Westfront abziehen müssen, wäre möglicherweise Paris gefallen und Frankreich wäre besetzt und hätte verloren...
Im August 1917 wurden Alexandra und ihre Familie nach Tobolsk in Sibirien gebracht. Hier lebten sie bis im November desselben Jahres die Revolution ausbrach. Von dort musste die Familie weiter nach Jekaterinburg im Ural wo Alexandra, Nikolaus und die Tochter Maria am 30. April 1918 ankamen. Sie wurden im Ipatjew-Haus dem "Haus zur besonderen Verwendung" untergebracht.
Die drei anderen Töchter blieben mit dem kranken Alexej zurück und kamen am 23. Mai 1918 nach.
Im Ipatjew-Haus lebten neben der Zarenfamilie und den Bewachern noch die Magd Alexandras Anna Demidowa, der Arzt Eugen Botkin, der Diener Alexej Trupp, der Koch Ivan Kharitonow und der Küchenjunge Leonid Sednew. Die Hausbewohner lebten von der Welt isoliert, selbst die Fenster waren weiß angestrichen um jeden Kontakt mit der Außerwelt auszuschließen. Die Stimmung war bedrückt, aus Briefen die die Zarin schrieb geht hervor das sie wohl ahnten was auf sie zu kam.
Im Juni wurden in Gefangenschaft noch vier Geburtstage gefeiert: Alexandra wurde in diesem Monat 46, Tatiana 21, Maria 19 und Anastasia 17 Jahre alt. Wie die Tagebücher der Familie verraten, war der Alltag im Ipatjew-Haus sehr eintönig, es wurde gespielt und die Kinder von den Eltern in Sprachen und anderen Fächern unterreichtet. Außerdem durften die Bewohner in dem kleinen Garten etwas spazieren gehen. Selbst am 16. Juli 1918, einen Tag vor der Ermordung, lief der Tag in der gewohnten Routine ab.
In der Nacht zum 17. Juli 1918 wurde die Zarenfamilie und ihrer verbliebenen Diener geweckt, der Küchenjunge Leonid Sednew war vorher weggeschickt worden, weil in der Stadt Unruhen ausgebrochen waren sollten sie evakuiert werden. Alle wurden in den Keller gebracht, wo sie warten sollten. Alexandra bat um Stühle, es wurden zwei gebracht, auf denen sie und ihr Sohn Alexej Platz nahmen. Kurze Zeit später kamen bewaffnete Soldaten in den Raum.
Jakow Jurowski, der Kommandant des Hauses zur besonderen Verwendung, verkündete das die Zarenfamilie sterben muss. Zuerst wurde der ehemalige Zar Nikolaus II. erschossen, seine Ehefrau Alexandra und die Kinder standen daneben. Alexandra drehte ihren Kopf weg und versuchte sich zu bekreuzigen, da traf sie ein Schuss sie in den Kopf. Alexandra muss sofort tot gewesen sein. Nur Alexandra, Nikolaus und zwei der männlichen Diener hatten einen schnelle Tod. Der Todeskampf der vier Töchter und des Sohnes, in deren Kleidung die Juwelen der Romanows eingenäht waren und die Kugeln abprallen ließen, dauerte an die 20 Minuten.
Nachdem Nikolaus, Alexandra, Olga, Tatiana, Maria, Anastasia, Alexej, Anna Demidowa, Eugen Botkin, Alexej Trupp und Ivan Kharitonow ermordet waren, wurden die Leichen auf einen Lastwagen gebracht und aus der Stadt gefahren. 15 km außerhalb von Jekaterinburg wurden die Überreste in einen Schacht geworfen. Einen Tag später wurden die Leichen wieder geborgen und zwei der Toten wurden verbrannt und begraben. Die anderen Toten wurden in eine gemeinsames Grab geworfen und verscharrt.
Im Jahre 1991 wurde das Maßengrab geöffnet und die darin gefundenen Überreste identifiziert und in der Peter-und-Paul-Kathedrale beigesetzt. Darunter befanden sich: Nikolaus, Alexandra, Olga, Tatiana, Anastasia, sowie alle vier Bediensteten. Die zwei verbrannten Leichen, Maria und Alexej, wurden erst 2007 gefunden und 2008 identifiziert.
Nach über 89 Jahren endet hier die Geschichte einer deutschen Prinzessin die ihre große Liebe heiratete, Zarin wurde, fünf Kinder bekam und schließlich im Kugelhagel der Russischen Revolution mit ihren Liebsten endete.
Portrait: Alix von Hessen und bei Rhein, Zarin Alexandra Feodorowna von Russland - Teil I.
Portrait: Alix von Hessen und bei Rhein, Zarin Alexandra Feodorowna von Russland - Teil II.
Freitag, 7. Juni 2013
Portrait: Alix von Hessen und bei Rhein, Zarin Alexandra Feodorowna von Russland - Teil II.
Nach dem verlorenen Krieg gegen Japan war die Geburt des zukünftigen Zaren ein Lichtblick.
Das Baby scheint gesund, doch nachdem eine Blutung am Nabel nicht aufhört, wird den geschockten Eltern klar das ihr einziger Sohn die unheilbare Krankheit Hämophilie hat. Zarin Alexandra gibt sich die Schuld an dem Leid ihres Kindes. Sie altert in den folgenden Jahren schnell und kränkelt ständig. Vor allem ihr Herz macht ihr zu schaffen. Die Ehe mit Nikolaus bleibt trotzdem intakt.
Die Bluterkrankheit wurde von Königin Victoria an ihre Töchter Alice und Beatrice und den Sohn Leopold (der daran stirbt) übertragen. Prinzessin Alice übertrug diese Krankheit an ihre Kinder Irene und Alix, der jüngste Sohn Friedrich verstirbt ebenfalls daran. Bei zwei von den Schwestern von Zarin Alexandra, Großfürstin Elisabeth und Prinzessin Marie ist nicht klar ob sie Überträger waren, beide starben ohne Nachkommen.
Die Krankheit wird von der russischen Bevölkerung und der Welt verschwiegen. Die Zarenfamilie zieht sich immer mehr aus der Öffentlichkeit zurück. Dem Thronfolger, der schon beim Hinfallen verbluten könnte, wächst wie seine Schwestern isoliert auf. Die Zarin hofft auf ein Wunder. Militza und Anastasia von Montenegro, beide durch Heirat mit den Romanows verwandt, führen Rasputin bei Hofe und dem Zarenpaar ein. Bei einer schweren Blutung sagt Rasputin voraus das der Zarewitsch nicht sterben wird. Er behält recht und sein Einfluss auf die Zarin nimmt zu.
Rasputin sorgt mit seinem skandalösen Benehmen für viel aufsehen die Zarin, der es in ihren Jahren in Russland nie gelungen ist beliebt zu werden, wird für seine Geliebte gehalten. Das Image der Zarenfamilie ist seit dem Blutigen Sonntag von 1905, wo streikende Arbeiter sich mit einer Petition an den Zaren wenden wollten und von Soldaten beschossen wurden, nicht das Beste. Nikolaus II. ist durch diesen Vorfall unter Druck und muss das Parlament, die Duma einberufen.
Auch sind die Romanows untereinander zerstritten. Die Zarin und ihre Schwiegermutter kamen noch nie miteinander klar und das änderte sich auch nicht mehr. Der Großfürstin Wladimir, geborene Marie von Mecklenburg-Schwerin, eine der Tonangebenden Damen der Petersburger Gesellschaft geht sie aus dem Weg. Nur die Schwägerin Olga Alexandrowna und die Familie von Konstantin Konstantinowitsch haben Kontakt zu Nikolaus II., Alexandra und den fünf Kindern.
1912 hatte Alexej im Jagdschloss Spala einen lebensbedrohliche Blutung, die verzweifelte Zarin wendete sich an Rasputin, er sagt der Sohn wird leben und hat wieder recht.
Mit Ausbruch des Ersten Weltkrieges 1914 stand Russland dem Heimatland der Zarin gegenüber.
Alexandra war Patriotin und Russland ergeben, was man ihr in Russland und auch in den mit Russland verbündeten Staaten nicht glaubte. Die Zarin und ihre beiden ältesten Töchter Olga und Tatiana arbeiteten während des Krieges als Krankenschwestern, die beiden jüngeren Töchter Maria und Anastasia besuchten Kranke im Krankenhaus. Zarin Alexandra, die sonst immer unwohl und ein Invalide war, assistierte sogar bei Operationen und Amputationen.
Die Niederlagen der Russischen Armee schrieb man der Zarin und Rasputin zu, beide galten als Deutsche Spione und der Zar als Schwächling. Nachdem die Stimmung im Land und in der Armee immer schlechter wurde übernahm Zar Nikolaus II. den Oberbefehl über die Streitkräfte. Der bisherige Oberbefehlshaber Großfürst Nikolaus Nikolajewitsch, der ein Feind Rasputins war und der Zarin ein Dorn im Auge, wurde abberufen.
Der Zar ging an die Front und ließ seine Frau Alexandra als Regentin zurück. Die Zarin regierte nun mit Rasputin, sie war überzeugt das er von Gott geschickt sei und das nur er ihren Sohn beschützen und retten konnte. Alle Minister die gegen dessen Einfluss waren, wurden entlassen und deren Plätze mit Getreuen Rasputins besetzt. Die Stimmung in Russland sank immer tiefer.
Donnerstag, 6. Juni 2013
Portrait: Alix von Hessen und bei Rhein, Zarin Alexandra Feodorowna von Russland - Teil I.
Am 6. Juni 1872 wurde in Darmstadt Prinzessin Victoria Alix Helena Louise Beatrice von Hessen und bei Rhein geboren. Ihr Vater war der spätere Großherzog Ludwig IV. (1837–1892) und ihre Mutter Prinzessin Alice von Großbritannien (1843–1878), der zweiten Tochter Königin Victorias. Alix hatte noch sechs Geschwister die Prinzessinnen Viktoria (1863–1950), Elisabeth (1864–1918), Irene (1866–1953) und Marie (1874–1878) sowie die Brüder Ernst Ludwig (1868–1937) und Friedrich (1870–1873). In der Familie wurde Alix "Alicky" und "Sunny" genannt.
Da die Mutter von Prinzessin Alix bereits verstarb als sie noch ein Kind war, kümmerte sich die Britische Königin Victoria sehr um ihre Hessischen Enkelkinder. Besonders Alix, die kleinste der Halbwaisen, hatte sie in ihr Herz geschlossen. Alix Erziehung war so mehr englisch als deutsch geprägt.
Mit zwölf Jahren, auf der Hochzeit ihrer Schwester Elisabeth mit dem russischen Großfürsten Sergej Alexandrowitsch, lernte Alix ihren späteren Gatten Großfürst Nikolaus Alexandrowitsch kennen.
Doch Königin Victoria hatte andere Pläne. Alix sollte ihr später als Britische Königin nachfolgen und den ältesten Sohn des Prinzen von Wales Prinz Albert Victor, Herzog von Clarence und Avondale (1864–1892) heiraten. Alix lehnte den Heiratsantrag ihres Vetters, trotz des starken Drucks der von Seiten der Familie auf sie ausgeübt wurde, ab.
Prinzessin Alix hatte Großfürst Nikolaus 1889, bei einem Besuch bei ihrer Schwester und deren Mann, wieder gesehen. Beide waren seitdem ineinander verliebt.
Dem Glück standen allerdings einige Steine im Weg: Königin Victoria (sie hasste Russland und war schon sauer über die Eheschließung von Alix Schwester mit einem Romanow gewesen), die Eltern von Großfürst Nikolaus (Zar Alexander III. und Zarin Maria Feodorowna waren Anti-deutsch und fanden Alix außerdem zu schüchtern und unpassend für eine zukünftige Zarin) und die Religion (um den russischen Thronfolger heiraten zu können muss die Braut die Religion wechseln also Mitglied der Russisch-Orthodoxen Kirche werden).
Großfürst Nikolaus Alexandrowitsch von Russland (1868–1918), "Nicky" genannt, kämpfte um seine Liebe. Alix oder keine. Erst als klar wurde das Zar Alexander III. bald sterben würde durfte Nikolaus seiner Alix einen Antrag machen. Prinzessin Alix die im evangelisch-lutherischem Glauben erzogen wurde, war nicht bereit für einen Übertritt. Erst nach Stundenlangen Ringen und Diskussionen gab sie nach und die Verlobung wurde im April 1894 in Coburg bekannt gegeben. Königin Victoria war wieder sauer und überrumpelt, gab dem Paar aber schließlich ihren Segen.
Am 1. November 1894 starb Zar Alexander III. mit nur 49 Jahren. Aus Großfürst Nikolaus Alexandrowitsch war Zar Nikolaus II. geworden. Alix hatte ihren sterbenden Schwiegervater noch sehen können und unterstütze ihren Verlobten so gut sie konnte.
Vor ihrer Heirat war Alix zum Orthodoxen Glauben konvertiert und hieß seitdem Alexandra Feodorowna. Im Winterpalast zu Sankt Petersburg fand am 26. November 1894, noch in der Trauerzeit des Hofes, die Hochzeit von Nikolaus und Alexandra statt.
Die Feierlichkeiten zur Krönung des neues Zarenpaares wird eine Tragödie. Am 18. Mai 1896 kam es auf dem Chodynkafeld bei Moskau, wo ein Fest stattfinden und Geschenke verteilt werden sollten, zu einer Massenpanik bei der 1389 Menschen zu Tode kamen und ebensoviele verletzt wurden.
Aus der glücklichen Ehe kommen in den ersten Jahren vier Töchter zur Welt: die Großfürstinnen Olga Nikolajewna (1895–1918), Tatiana Nikolajewna (1897–1918), Maria Nikolajewna (1899–1918) und Anastasia Nikolajewna (1901–1918). Den Zarenthron kann aber nur ein männlicher Erbe einnehmen, der Druck einen Sohn zu gebären lastet auf der Zarin. Sie sucht Hilfe im Mystizismus. Es kommen mehrere Scharlatane an den Hof. Der erhoffte Sohn bleibt aus. Erst drei Jahre nach der vierten Tochter wird der Zarewitsch Alexej Nikolajewitsch (1904–1918) geboren.
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