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Dienstag, 15. Oktober 2013

Rezension: Maria Pawlowna. Förderin der Künste und soziale Wohltäterin von Rita Seifert


Maria Pawlowna, um die sich dieses Buch dreht, war eine der sechs Töchter von Zar Paul I. und Zarin Maria Feodorowna von Russland. Ihrem Leben und und Andenken ist diese Biographie gewidmet. Als Großfürstin und Kaiserliche Hoheit, während der Herrschaft ihrer Großmutter Katharina der Großen geboren, erhielt Maria Pawlowna eine hervorragende Ausbildung, die sie gut auf ihr späteres Leben als Gattin eines Fürsten vorbereitete. 

Das Buch beginnt mit der Kindheit und Jugendzeit von Maria Pawlowna in Russland, auch ihre Familie wird hier vorgestellt. Mit 18 Jahren heiratet Maria Pawlowna den Erbprinzen Carl Friedrich von Sachsen-Weimar-Eisenach, beide werden im Laufe der Jahre Eltern von vier Kindern werden. Über die Ehe des Erb(groß)herzogspaares und den Hof der neuen Familie in Weimar, sowie über die vielen Reisen Maria Pawlownas mit ihrem Mann und Kindern, vor allem in die Heimat Russland, berichten die folgenden Kapitel. Ihre Herkunftsfamilie, die Romanows, hatten Maria Pawlowna instruiert, auch in ihrem neuen Heimat für das Zarenreich zu arbeiten, weswegen die Großfürstin öfter zwischen den Fronten stand. 

Doch je länger Maria Pawlowna in Weimar lebte, desto mehr passte sie ihr Leben den neuen Umfeld an. Unter der Regierung ihres Bruders Nikolaus I. musste man in Russland feststellen, dass sie sich immer weniger an die Petersburger Regeln und Vorschriften hielt, wenn sie der Meinung war, dass für ihr neues Heimatland Sachsen-Weimar-Eisenach ein anderer Weg der bessere sei.
Maria Pawlowna. Förderin der Künste und soziale Wohltäterin, Seite 70

Der eigentliche Fokus dieses Buches liegt auf den Sozialen Wohltaten und Mäzenatentums Maria Pawlownas, diese stellen die längsten und detailliertesten Abschnitte des Werkes da. Als Kustmäzenin und Musikliebhaberin trat Maria Pawlowna gleich nach Ankunft in Weimar auf. Neben diesen Themen hatte sie auch Kontakt zu den großen Literaten aus der goldenen Zeit Weimars. Maria Pawlownas Beziehungen zu Johann Wolfgang von Goethe, Friedrich Schiller und Christoph Martin Wieland sind Themen der nächsten Buchkapitel. Das Gedicht "Die Huldigung der Künste", dass Schiller zum Eintreffen Maria Pawlownas in Weimar geschrieben hatte, ist am Ende des Buches, im Anhang zu finden.

Auch im sozialen Bereich konnte Maria Pawlowna, die nach ihrer Heirat ein großes Vermögen aus Russland mitbrachte, glänzen. Sie sorgte für viele Bedürftige Menschen und Organisationen. Maria Pawlowna gründete das Patriotische Institut der Frauenvereine, sie förderte Bildung und Wissenschaft und setzte sich für die Umwelt und Natur ein. Den Park von Schloss Belvedere wurde nach ihren Vorstellungen hergerichtet, sogar über das Bäumefällen dort hatte nur Maria Pawlowna zu entscheiden. In ihrem Lieblingsschloss Belvedere starb Maria Pawlowna auch als alte Frau, über 50 Jahre nach ihrem Eintreffen in Weimar. 
Mit dem Erbe der Großherzogin und der Schlußbetrachtung endet die Lebensbeschreibung von Großherzogin Maria Pawlowna. 

Ein großer Anhang mit einem Stadtrundgang und einen Überblick der Ausflüge in die Region auf den Spuren Maria Pawlownas, den Maria-Pawlowna-Promenadenweg mit Zitaten von Goethe, ein Personenregister, ein Literatur- und Quellenverzeichnis, Bildnachweise, Danksagung und Anmerkungen. Im Buch sind auch 46 schwarz-weiße Abbildungen von Maria Pawlowna und aus deren Umfeld zu finden.



Meine Meinung: 

Großherzogin Maria Pawlowna war eine interessante Persönlichkeit, 
durch das Buch habe ich einige neue Dinge über sie und ihre Zeit erfahren.
 Die Autorin hat viele Details, über die Förderungen und Wohltaten 
der Großfürstin, in das Buch eingebracht.
 Die Teile über die Familie und das Haus Sachsen-Weimar-Eisenach hätten länger sein können.
Positiv fallen die vielen Bilder auf, aber leider gibt es keinen Stammbaum für die Übersicht.Der lange Anhang ist sehr informativ.
Insgesamt gefällt mir das Buch gut, es ist einfach zu lesen.



Erhältlich bei: Weimarer Verlagsgesellschaft oder im Buchhandel



Buch-Information
Verlag: Weimarer Verlagsgesellschaft (2012), Gebunden mit Umschlag, 288 Seiten
ISBN: 3939964360 / 978-3-939964-36-9, Sprache: Deutsch, Format: 15 x 22,7 cm
Preis: 28,00 €

Donnerstag, 18. Juli 2013

Heute vor 95 Jahren...

Prinzessin Elisabeth von Hessen und bei Rhein (1864–1918),
verheiratete Großfürstin Elisabeth Feodorowna von Russland.
Seit dem Tode ihres Mannes war sie Äbtissin in ihrem Kloster.

...wurden Mitglieder der Romanows in der Nähe von Alapajewsk ermordet.

Großfürst Sergej Michailowitsch von Russland (1869-1918)

Prinz Iwan Konstantinowitsch von Russland (1886–1918)

Prinz Konstantin Konstantinowitsch von Russland (1891–1918)

Prinz Igor Konstantinowitsch von Russland (1894–1918)
Fürst Wladimir Pawlowitsch Paley (1896– 1918)
Wladimir war der Sohn von Großfürst Pawel Alexandrowitsch,
aber Aufgrund der morganatischen Ehe der Eltern kein Romanow

Gestern vor 95 Jahren...

Die Zarenfamilie 1914 hinten stehend: die Großfürstinnen Olga (1895–1918) und Tatiana (1897–1918),
sitzend: Großfürstin Maria (1899–1918), Zarin Alexandra (1872–1918), Zar Nikolaus II. (1868–1918), Großfürstin Anastasia (1901–1918) und auf dem Boden: Zarewitsch Alexej (1904–1918)

...wurde Zar Nikolaus II. mit seiner Familie ermordet.

Montag, 8. April 2013

Ausstellung: Im Glanz der Zaren. Die Romanows, Württemberg und Europa


Vom 5. Oktober 2013 bis zum 23. März 2014 zeigt das Landesmuseum Württemberg, Altes Schloss (Schillerplatz 6, 70173 Stuttgart) eine Ausstellung über die Romanows und das Haus Württemberg.


Fünf Ehen, vier Generationen, eine Geschichte.
Mit keiner anderen Dynastie unterhielt das Haus Württemberg so enge verwandtschaftliche Beziehungen wie mit den Romanows. Erstmals stehen in einer großen Landesausstellung die fünf Frauen im Mittelpunkt, deren Ehen die Basis für die außergewöhnliche gemeinsame Geschichte legten. Zugleich werden die Auswirkungen auf die europäischen Machtbühnen beleuchtet.
 
Den Anfang machte 1776 die Hochzeit des Großfürsten und späteren Zaren Paul mit der württembergischen Prinzessin Sophie Dorothee, die in Russland den Namen Maria Fjodorowna annahm. Danach kamen mit Katharina, der Gemahlin des späteren König Wilhelm I. und Olga, der Gemahlin des späteren Königs Karl, zwei Russinnen nach Stuttgart, die zu den populärsten Frauen der württembergischen Geschichte avancierten. Noch heute sind sie aufgrund ihres sozialen Engagements im Bewusstsein der Bevölkerung präsent. Auch zwischen den Nachgeborenen beider Häuser gab es Heiraten: Prinzessin Charlotte von Württemberg ehelichte 1824 Großfürst Michael von Russland und nahm den Namen Helena Pawlowna an. Großfürstin Wera, die Nichte und Adoptivtochter Olgas, kam an den Stuttgarter Hof und ehelichte Herzog Eugen von Württemberg.

Anhand der fünf Ehen - der Russinnen in Württemberg und der Württembergerinnen am russischen Zarenhof - erzählt die Ausstellung von Prunk, Pracht und Herrlichkeit, aber auch von Heimweh und Alltag, von Glaube und Mythos, und vom Austausch zwischen Russland und Württemberg in Bildung, Wissenschaft und Wirtschaft.

Herausragende und teils erstmals außerhalb Russlands gezeigte Exponate bringen den Reichtum des Zarenhofes wieder zurück nach Stuttgart. Hochkarätige russische Museen, wie Kreml, Staatliches Historisches Museum Moskau oder das Reservat Pawlowsk konnten als Leihgeber für prunkvolle Objekte gewonnen werden.

 
Mehr Informationen auf der Homepage

Montag, 10. Dezember 2012

Rezension: A Romanov Diary: The Autobiography of H.I.& R.H. Grand Duchess George


Hinter Her Imperial & Royal Highness Grand Duchess George verbirgt sich Großfürstin Maria Georgiewna von Rußland (1876-1940), eine geborene Prinzessin von Griechenland.
Maria Georgiewna war die zweite Tochter von König Georg I. von Griechenland (er war eigentlich ein dänischer Prinz und hieß Wilhelm) und seiner Gattin Großfürstin Olga Konstantinowna von Rußland, und Schwester des Königs Konstantin I. von Griechenland.
Sie heiratete Großfürst Georg Michailowitsch von Rußland (1863–1919) und bekam zwei Töchter, die Prinzessinnen Nina (1901–1974) und Xenia (1903–1965).
Die Ehe war nicht glücklich. Maria Georgiewna war mit ihren Töchtern zu Beginn des Ersten Weltkrieges in Großbritannien und blieb dort, ihr Mann wurde von den Bolschewiki erschossen.

Das Buch basiert auf den Aufzeichnungen von Maria Georgiewnas, ihre Enkel gaben die Unterlagen zur Veröffentlichung frei. Herausgegeben wurde es von Marlene A. Eilers und G. Nicholas Tantzos, die auch Anmerkungen, Erklärungen, und Wer-ist-wie-miteinander-Verwandt eingefügt haben.

Es gibt einen Stammbaum und fast 80 schwarz/weiß Fotos und Bilder im Text.
Sogar einen handgezeichneten Plan von Großfürst Georg Michailowitschs Gefängnis, welchen er zur Rettung an seine Frau geschickt hatte. Das hat wie schon erwähnt nichts genützt...

Die Memoiren sind wirklich ein muss für jeden Romanow- und Königshaus Enthusiasten.
Viele Bilder, viele Infos über die Griechischen, Dänischen und Russischen Herrscherfamilien.




Buch-Informationen
Titel: A Romanov Diary: The Autobiography of H.I.& R.H. Grand Duchess George
Autor: Grand Duchess of Russia, George
Verlag: Atlantic Intl Pubns
Jahr: 1988
Seiten: 262
Sprache: Englisch
Format: Gebunden mit Umschlag
ISBN: 0938311093
Preis:

Samstag, 1. Dezember 2012

Rezension: Ella: Grand Duchess Elisabeth Feodorovna of Russia von Christina Croft


Gerade habe ich "Ella: Grand Duchess Elisabeth Feodorovna of Russia" zuende gelesen.

Das Buch ist schwer zu kriegen und ich habe es bei einem Besuch in den Haag gekauft, Bücher von Eurohistory werden in Europa nur in Paris und eben bei van Hoogstraten in den Niederlanden verkauft.

Das Buch ist eine Biographie über Prinzessin Elisabeth von Hessen und bei Rhein (ehemals Hessen-Darmstadt) Spitzname: Ella, die Großfürst Sergej Alexandrowitsch von Rußland, den zweitjüngsten Sohn von Zar Alexander II. und seiner ersten Ehefrau Prinzessin Marie von Hessen und bei Rhein, geheiratet hat.

Elisabeth war die Tochter von Großherzog Ludwig IV. von Hessen und bei Rhein und dessen Gattin Prinzessin Alice von Großbritannien, der zweiten Tochter von Königin Victoria und Prinzgemahl Albert. Ihre Schwester Alix ging als Alexandra Feodorowna die letzte Zarin in die Geschichte ein.

Nach ihrer Eheschließung trug Ella den Namen Großfürstin Elisabeth Feodorowna von Rußland.

Das Buch behandelt Ellas Kindheit, den frühen Tod ihrer Mutter, ihr enges und manchmal schwieriges Verhältnis zur Großmutter Königin Victoria, die nicht wollte das auch nur eine ihrer Enkelinnen ins "grässliche und unstabile Rußland" ging. Die Ehe wurde nicht glücklich, blieb Kinderlos. Sie hat die Ehe ihrer jüngeren Schwester mit dem russischen Thronfolger miteingefädelt, was später für beide Frauen fatale Konsequenzen haben wird.


Ella trat zum Russisch-orthodoxen Glauben über und wurde nach der ermordung ihres Mannes Äbtissin in dem von ihr gegründeten Martha-Maria-Kloster in Moskau. Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges und der Russische Revolution wurde Ella verbannt und später brutal ermordet.
Königin Victoria sollte Recht behalten...

Das Buch ist gut zu lesen, hat 7 Stammbäume der Romanows, Hessens und sonstiger Verwandtschaft sowie zwei schöne Bildteile (schwarz/weiß) im Text.
Zu bemäkeln ist einzig der Preis: ich habe 35 Euro bezahlt; für ein Taschenbuch ist das ziemlich happig... allerdings ist das Buch auch selten und der Preis daher gerechtfertigt. Kaufempfehlung!

 
 
 
Buch-Informationen
Titel: Ella: Grand Duchess Elisabeth Feodorovna of Russia
Autor: Christina Croft
Verlag: Eurohistory
Jahr: 2005
Seiten: 204
Sprache: Englisch
Format: Taschenbuch
ISBN:
Preis: ca. 35 €



Hier erhältlich: Eurohistory