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Donnerstag, 14. Juni 2018

Georg-Constantin Prinz von Sachsen-Weimar-Eisenach (1977–2018)


Es gibt leider noch eine traurige Nachricht aus dem deutschen Hochadel: Georg-Constantin Prinz von Sachsen-Weimar-Eisenach ist am 9. Juni 2018 bei einem Reitunfall in England tödlich verunglückt. Er wurde 41 Jahre alt.

Georg-Constantin Friedrich Wilhelm Johannes Prinz von Sachsen-Weimar-Eisenach wurde am 13. April 1977 in München als Sohn von Wilhelm Ernst Emich Georg Rudolf Prinz von Sachsen-Weimar-Eisenach(*1946) und dessen damaliger Ehefrau Eva Kovarcz (*1945) geboren. Er hat eine ältere Schwester Désirée, die mit Florian Graf von und zu Hoensbroech verheiratet ist.


Prinz Georg-Constantin lebte in Großbritannien. Dort war er als Constantin Sachsen-Weimar bekannt, und Mitgründer einer Firma. 

Am 29. August 2015 heiratete Georg-Constantin in Weimar Olivia Rachelle Page (*1979). Beide hatten sich 2011 kennen gelernt. Das Paar ist kinderlos.

Die Linie des großherzoglichen Hauses Sachsen-Weimar-Eisenach steht mit dem Tod 
Georg-Constantins vor dem Aussterben im Mannesstamm. Es sind nur noch zwei männliche Mitglieder der Familie am Leben: Georg-Constantins Vater und 
der aktuelle Chef des Hauses Prinz Michael (beide Jahrgang 1946), dessen Tochter Prinzessin Leonie, soll nun zur designierten Hauschefin werden.

(Foto: dpa)

Montag, 29. August 2016

Ein kurzes Leben: Prinzessin Sophie von Sachsen-Weimar-Eisenach


Am 18. September 1913, kurz nach Mitternacht, ist im Palais Weimar in Heidelberg ein Schuss zu hören. Prinzessin Sophie von Sachsen-Weimar-Eisenach hatte sich mit einer Pistole in die Stirn geschossen und war tot. Was ist geschehen?

Prinzessin Sophie wurde am 25. Juli 1888 als drittes Kind von Prinz Wilhelm von Sachsen-Weimar-Eisenach (1853–1924) und dessen Ehefrau Prinzessin Gerta zu Ysenburg und Büdingen in Wächtersbach (1863–1945) in Düsseldorf geboren. Sie hatte zwei ältere Brüder: Prinz Hermann (1886–1964) und Prinz Albrecht (1886–1918).

Prinzessin Sophie als Kind

Die Prinzessin wohnte mit ihren Eltern und Brüdern in Heidelberg, dorthin war die Familie wegen der knappen Finanzen gezogen. Sie lebten von Geld das ihnen der Großherzog aus Weimar schickte. In Heidelberg konnte Sophie als Privatperson leben, anders als großherzoglichen Hof, wo auf Etikette wert gelegt wurde. Sie war in der Stadt auf Grund ihres Charmes sehr beliebt.

Hier lernte sie auch Hans Ernst Victor von Bleichröder (1890–1915) kennen. Bleichröder entstammte einer jüdischen Bankiersfamilie, die schon für Fürst Otto von Bismarck tätig war, und deshalb geadelt wurde.

Sophies Eltern: Prinz Wilhelm & Prinzessin Gerta

Prinzessin Sophie wollte Hans Ernst Victor von Bleichröder heiraten, aber eine Verbindung war wegen des Standesunterschiedes und wahrscheinlicher wegen der Religion des Bräutigams in spe nicht möglich. Das könnte ein Grund für den Suizid Sophies sein, es gibt aber noch eine Möglichkeit:

Im August 1913 war Prinzessin Sophie, zusammen mit ihrer Mutter Gerta und in Begleitung Bleichröders in Frankreich. Dort stiegen sie als Touristen im Hotel Savoy in Fontainebleau ab. Die kleine Gruppe unternahm viele Fahrten mit dem Auto. Eines Nachts fuhr der Wagen mit hoher Geschwindigkeit ein kleines Mädchen an, das den Unfall nicht überlebte. Prinzessin Sophie saß hinterm Steuer. Den Eltern des Mädchens wurde Geld als Entschädigung gezahlt, der Skandal ließ sich aber nicht mehr verheimlichen.

Ob es die unerfüllte Liebe zu Hans Ernst Victor von Bleichröder war, oder die Schuld an dem Tod des Mädchens, fest steht nur, Sophie wollte nicht mehr weiter leben.

Montag, 31. August 2015

Sachsen-Weimar-Eisenach: Hochzeit


Georg-Constantin Prinz von Sachsen-Weimar-Eisenach hat am Samstag, den 29. August 2015, seine Lebensgefährtin Olivia Rachelle Page geheiratet. Die Zeremonie hielt der Standesbeamte auf Englisch, da die Braut kein Deutsch versteht. Eine kirchliche Trauung ist in England geplant.

Prinz Georg-Constantin und Olivia hatten sich 2011 in London kennen gelernt, wo beide auch leben und arbeiten.

Georg-Constantin (*1977) ist der Sohn von Prinz Wilhelm und dessen Ex-Ehefrau Eva Kovarcz de Kovarczfalva, sowie der Urenkel des letzte regierenden Großherzogs von Sachsen-Weimar-Eisenach – Wilhelm Ernst (1876–1923).
 

(Foto: Candy Welz (Quelle: dpa))

Dienstag, 15. Oktober 2013

Rezension: Maria Pawlowna. Förderin der Künste und soziale Wohltäterin von Rita Seifert


Maria Pawlowna, um die sich dieses Buch dreht, war eine der sechs Töchter von Zar Paul I. und Zarin Maria Feodorowna von Russland. Ihrem Leben und und Andenken ist diese Biographie gewidmet. Als Großfürstin und Kaiserliche Hoheit, während der Herrschaft ihrer Großmutter Katharina der Großen geboren, erhielt Maria Pawlowna eine hervorragende Ausbildung, die sie gut auf ihr späteres Leben als Gattin eines Fürsten vorbereitete. 

Das Buch beginnt mit der Kindheit und Jugendzeit von Maria Pawlowna in Russland, auch ihre Familie wird hier vorgestellt. Mit 18 Jahren heiratet Maria Pawlowna den Erbprinzen Carl Friedrich von Sachsen-Weimar-Eisenach, beide werden im Laufe der Jahre Eltern von vier Kindern werden. Über die Ehe des Erb(groß)herzogspaares und den Hof der neuen Familie in Weimar, sowie über die vielen Reisen Maria Pawlownas mit ihrem Mann und Kindern, vor allem in die Heimat Russland, berichten die folgenden Kapitel. Ihre Herkunftsfamilie, die Romanows, hatten Maria Pawlowna instruiert, auch in ihrem neuen Heimat für das Zarenreich zu arbeiten, weswegen die Großfürstin öfter zwischen den Fronten stand. 

Doch je länger Maria Pawlowna in Weimar lebte, desto mehr passte sie ihr Leben den neuen Umfeld an. Unter der Regierung ihres Bruders Nikolaus I. musste man in Russland feststellen, dass sie sich immer weniger an die Petersburger Regeln und Vorschriften hielt, wenn sie der Meinung war, dass für ihr neues Heimatland Sachsen-Weimar-Eisenach ein anderer Weg der bessere sei.
Maria Pawlowna. Förderin der Künste und soziale Wohltäterin, Seite 70

Der eigentliche Fokus dieses Buches liegt auf den Sozialen Wohltaten und Mäzenatentums Maria Pawlownas, diese stellen die längsten und detailliertesten Abschnitte des Werkes da. Als Kustmäzenin und Musikliebhaberin trat Maria Pawlowna gleich nach Ankunft in Weimar auf. Neben diesen Themen hatte sie auch Kontakt zu den großen Literaten aus der goldenen Zeit Weimars. Maria Pawlownas Beziehungen zu Johann Wolfgang von Goethe, Friedrich Schiller und Christoph Martin Wieland sind Themen der nächsten Buchkapitel. Das Gedicht "Die Huldigung der Künste", dass Schiller zum Eintreffen Maria Pawlownas in Weimar geschrieben hatte, ist am Ende des Buches, im Anhang zu finden.

Auch im sozialen Bereich konnte Maria Pawlowna, die nach ihrer Heirat ein großes Vermögen aus Russland mitbrachte, glänzen. Sie sorgte für viele Bedürftige Menschen und Organisationen. Maria Pawlowna gründete das Patriotische Institut der Frauenvereine, sie förderte Bildung und Wissenschaft und setzte sich für die Umwelt und Natur ein. Den Park von Schloss Belvedere wurde nach ihren Vorstellungen hergerichtet, sogar über das Bäumefällen dort hatte nur Maria Pawlowna zu entscheiden. In ihrem Lieblingsschloss Belvedere starb Maria Pawlowna auch als alte Frau, über 50 Jahre nach ihrem Eintreffen in Weimar. 
Mit dem Erbe der Großherzogin und der Schlußbetrachtung endet die Lebensbeschreibung von Großherzogin Maria Pawlowna. 

Ein großer Anhang mit einem Stadtrundgang und einen Überblick der Ausflüge in die Region auf den Spuren Maria Pawlownas, den Maria-Pawlowna-Promenadenweg mit Zitaten von Goethe, ein Personenregister, ein Literatur- und Quellenverzeichnis, Bildnachweise, Danksagung und Anmerkungen. Im Buch sind auch 46 schwarz-weiße Abbildungen von Maria Pawlowna und aus deren Umfeld zu finden.



Meine Meinung: 

Großherzogin Maria Pawlowna war eine interessante Persönlichkeit, 
durch das Buch habe ich einige neue Dinge über sie und ihre Zeit erfahren.
 Die Autorin hat viele Details, über die Förderungen und Wohltaten 
der Großfürstin, in das Buch eingebracht.
 Die Teile über die Familie und das Haus Sachsen-Weimar-Eisenach hätten länger sein können.
Positiv fallen die vielen Bilder auf, aber leider gibt es keinen Stammbaum für die Übersicht.Der lange Anhang ist sehr informativ.
Insgesamt gefällt mir das Buch gut, es ist einfach zu lesen.



Erhältlich bei: Weimarer Verlagsgesellschaft oder im Buchhandel



Buch-Information
Verlag: Weimarer Verlagsgesellschaft (2012), Gebunden mit Umschlag, 288 Seiten
ISBN: 3939964360 / 978-3-939964-36-9, Sprache: Deutsch, Format: 15 x 22,7 cm
Preis: 28,00 €

Dienstag, 26. März 2013

Die Familie des Großherzogs von Sachsen-Weimar-Eisenach im Jahre 1889


Auf diesem Bild ist die Familie des Großherzogs Karl Alexander und dessen Gattin Großherzogin Sophie zu sehen.

Ganz links steht Prinz Wilhelm Ernst (1876–1923), er wird seinem Großvater Karl Alexander 1901 als Großherzog von Sachsen-Weimar-Eisenach nachfolgen und bis zum Ende des Ersten Weltkrieges 1918 regieren. Er wird zwei mal heiraten und vier Kinder haben.

Daneben steht Herzog Johann Albrecht von Mecklenburg-Schwerin (1857–1920), er ist der Schwiegersohn des Großherzogpaares und Ehemann der Prinzessin Elisabeth von Sachsen-Weimar-Eisenach.

Rechts von ihm steht der andere Schwiegersohn Prinz Heinrich VII. Reuß zu Köstritz (1825–1906), er war Diplomat und mit der älteren Tochter Prinzessin Marie von Sachsen-Weimar-Eisenach verheiratet.

Ganz rechts steht Erbgroßherzog Karl August von Sachsen-Weimar-Eisenach (1844–1894), er ist mit Prinzessin Pauline von Sachsen-Weimar-Eisenach aus der nicht regierenden Linie des Hauses verheiratet. Er wird noch vor seinem Vater sterben, daher wird er nie Großherzog.

Links sitzt Erbgroßherzogin Pauline von Sachsen-Weimar-Eisenach (1852–1904), sie ist die Gattin von Erbgroßherzog Karl August und Mutter der Prinzen Wilhelm Ernst und Bernhard Heinrich.

In der Mitte sitzt Großherzogin Sophie (1824–1897), sie ist eine geborene Prinzessin der Niederlande. Die einzige Tochter des Königs Wilhelm II. und Großfürstin Anna Pawlownas.

Rechts sitzt Großherzog Karl Alexander (1818–1901), er wird das Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach vom 8. Juli 1853 bis zum 5. Januar 1901 regieren.

Links auf dem Boden sitzt Prinzessin Marie (1849–1922), verheiratete Prinzessin Reuß.
Von ihren sechs Kindern werden nur vier erwachsen werden.

Daneben sitzt Prinz Bernhard Heinrich (1878–1900), er ist der zweite Sohn des Erbgroßherzogspaares. Er starb mit 22 Jahren an Lungenentzündung ledig und ohne Nachkommen.

Ganz rechts sitzt Prinzessin Elisabeth (1854–1908), nach der Hochzeit Herzogin von Mecklenburg-Schwerin. Ihre Ehe mit Johann Albrecht blieb kinderlos.

Freitag, 15. Februar 2013

227. Geburtstag: Großfürstin Maria Pawlowna von Rußland


Heute von 227 Jahren wurde am 15. Februar 1786 in Pawlowsk Großfürstin Maria Pawlowna von Rußland geboren. Ihre Eltern waren der spätere Zar Paul I. und dessen Gattin Maria Feodorowna, die eigentlich Sophie Dorothee hieß und eine geborenen Prinzessin von Württemberg war.

Sie hatte neun Geschwister, fünf Schwestern und vier Brüder.
Darunter die Zaren Alexander I. und Nikolaus I. sowie die Königinnen Katharina Pawlowna von Württemberg und Anna Pawlowna der Niederlande.

Mit ihrer Heirat am 3. August 1804 mit Karl Friedrich von Sachsen-Weimar-Eisenach in Sankt Petersburg wird Maria Pawlowna zur Erbgroßherzogin (ab 1828 Großherzogin).

Aus der Ehe gehen vier Kinder hervor, von denen drei das erwachsenenalter erreichen.
Paul Alexander (1805–1806), Marie (1808–1877) spätere Prinzessin von Preußen,
Augusta (1811–1890) sie wird später Königin von Preußen und erste Deutsche Kaiserin, sowie
Karl Alexander (1818–1901) dem vorletzten Großherzog von Sachsen-Weimar-Eisenach.

Maria Pawlowna förderte Künste aller Art, unter ihr lebte der Weimarer Musenhof, den einst die Herzogin Anna Amalia gegründet hatte, wieder auf.

Maria Pawlowna starb am 23. Juni 1859 mit 73 Jahren in Weimar.
Sie ist neben der Weimarer Fürstengruft in der Russisch-Orthodoxen Kapelle beerdigt.