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Dienstag, 21. Februar 2017
Staufermedaille für Carl Herzog von Württemberg
Carl Herzog von Württemberg (*1936), Oberhaupt des Hauses Württemberg, bekam von Ministerpräsident Winfried Kretschmann die Große Staufermedaille in Gold des Landes Baden-Württemberg verliehen. Bei der Zeremonie im Neuen Schloss in Stuttgart wurde er für seine jahrzehntelangen ehrenamtlichen Tätigkeiten ausgezeichnet.
(Foto Copyright: Staatsministerium)
Freitag, 17. April 2015
Rezension: Königin Charlotte von Württemberg – Bebenhausen wurde ihr zur Heimat von Hans Haug
Dieses Mal stelle ich ein Buch über ein Mitglied des ehemaligen württembergischen Königshauses vor: Königin Charlotte. Geschrieben wurde das Werk von Hans Haug. Es hat 128 Seiten und 124 farbige Abbildungen. Im Buch sind vorne und hinten eine ausklappbare Stammtafel und Zeittafel von Charlotte zu finden. Diane Herzogin von Württemberg, die Ehefrau von Carl, dem Chef des Hauses Württemberg, steuerte das Grußwort bei.
Am Anfang stellt der Autor die Heimat und Familie der gebürtigen Prinzessin Charlotte zu Schaumburg-Lippe vor. Geboren und aufgewachsen ist sie im böhmischen Schloss Ratiboritz, welches damals zu Österreich gehörte, als ältestes vom neun Kindern von Prinz Wilhelm zu Schaumburg-Lippe und Prinzessin Bathildis von Waldeck und Pyrmont. Die Kindheit und Jugend verbrachte Prinzessin Charlotte im Kreis ihrer Geschwister, zu denen sie lebenslang ein enges Verhältnis bewahrte. Sie erfuhr eine gute Ausbildung und wurde auch gefördert. Zu Charlottes Hobbies gehörten schießen und auf die Jagd zu gehen.
Als Prinzessin der Sekundogenitur des Hauses Schaumburg-Lippe stand Charlotte nicht im Mittelpunkt, das änderte sich aber mit ihrer Verlobung mit dem württembergischen Kronprinzen Wilhelm. Den ersten Heiratsantrag hatte sie zwar abgelehnt, den zweiten aber angenommen. Die Häuser Württemberg und Schaumburg-Lippe waren über viele Ecken miteinander verwandt, besonders die schlesische Seitenlinie der Herzöge von Württemberg heiratete dorthin ein. Die Ehe zwischen Kronprinz Wilhelm und Kronprinzessin Charlotte war nicht glücklich, was wohl auch an der Kinderlosigkeit der beiden lag. Mit Pauline, dem einzigen überlebenden Kind aus der ersten Ehe des Kronprinzen, verstand sich die neue Stiefmutter einigermaßen, später wird diese Beziehung sich immer mehr abkühlen.
Fünf Jahre nach der Hochzeit starb dann der alte und kinderlose König Karl I. und sein Neffe bestieg als König Wilhelm II. den württembergischen Thron. Als Königin tat sich Charlotte besonders durch Wohltätigkeit hervor. Sie setzte sich auch für Mädchen- und Frauenbildung ein. Ihrer Mithilfe ist es zu verdanken das Frauen in Württemberg auch studieren durften. Trotzdem schaffte es Königin Charlotte nicht warm mit ihrem Volk zu werden, sie war reserviert und konnte sich nicht beliebt machen. Die Vergleiche mit der charmanten Prinzessin Marie, der verstorbenen ersten Ehefrau von König Wilhelm II., fielen zu ihren Ungunsten aus.
Der meiste Teil des Buches dreht sich um Charlotte und ihre Liebe zu Bebenhausen. Königin Charlotte besuchte mit ihrem Gatten das Jagdschloss Bebenhausen, und war begeistert.
Nun wurde Bebenhausen nicht nur für König Wilhelm II., sondern vor allem für seine Gemahlin, Königin Charlotte, zu einem ganz besonderen Aufenthaltsort. Hier, nahe Stuttgart, in ihrem "lieben Bebenhausen", wie sie es nannten, konnten sie ungezwungen leben, ihren Neigungen nachgehen und Gäste empfangen. Königin Charlotte von Württemberg, Seite 51
Nach Schloss Bebenhausen kamen viele Familienmitglieder auf Besuch, vor allem Charlottes Schwestern leisteten ihr Gesellschaft. Neben der Jagd hatte das Königspaar eine weitere gemeinsame Leidenschaft: Hunde. Charlotte hatte immer mehrere davon in ihrer Nähe. Auch in Bebenhausen widmete sich die Königin den Bedürftigen, vor allem den Kindern. Sie bekamen Weihnachtsgeschenke und wurden auf Kosten Charlottes bewirtet.
Das Leben als Königin endete für Charlotte nach dem Ersten Weltkrieg und der 1918er Revolution im Deutschen Reich. König Wilhelm II. dankte ab und verließ mit seiner Frau Stuttgart in Richtung Bebenhausen. Hier lebten Wilhelm und Charlotte nun als Herzog und Herzogin von Württemberg. Gut drei Jahre nach dem Thronverzicht ihres Gatten wurde Charlotte Witwe. Der verstorbene König wurde von den Bebenhausenern aufrichtig betrauert. Schloss Bebenhausen wurde nun zu Charlottes Witwensitz. Von hier aus unternahm sie zahlreiche Reisen, Ausflüge und Kuren, bei denen Charlotte von ihren Hofdamen oder Schwestern begleitet wurde.
Ein weiteres Kapitel beschriebt Charlottes Zeit im Zweiten Weltkrieg. Im Gegensatz zu ihrer Stieftochter Fürstin Pauline zu Wied, blieb die ehemalige Königin den Nationalsozialisten fern. Während des Zweiten Weltkrieges nahm Charlotte einen Jungen der Kinderlandverschickung bei sich im Schloss Bebenhausen auf. Das Attentat auf Adolf Hitler, welches von Claus Schenk Graf von Stauffenberg verübt wurde - dem Sohn von Königin Charlottes vormaliger Hofdame Caroline, einer geborenen Gräfin von Üxküll-Gyllenband - brachte Königin Charlotte, die lange mit den Familien Stauffenberg und Üxküll befreundet war, in Schwierigkeiten. Ihre Hofdame Elsa von Falkenstein wurde zwar verhört, die Königin aber in Ruhe gelassen. Noch im gleichen Jahr bekam Charlotte einen Schlaganfall und konnte sich nur noch im Rollstuhl fortbewegen. In Bebenhausen trafen nach ihrer Vertreibung aus Böhmen auch Charlottes unverheiratete Schwester Alexandra und ihre Schwägerin Antoinette ein. Charlotte, die letzte Königin von Württemberg, erlebte noch das Ende des Weltkrieges, ein Jahr später starb sie in ihrem geliebten Bebenhausen.
Wie schon bei dem Tode des letzten Königs nahm die Bevölkerung regen Anteil an dem Abschied der Königin Charlotte. Sie fand ihre letzte Ruhestätte auf dem Friedhof Ludwigsburg an der Seite ihres Gatten. Mit Charlotte wurde die letzte deutsche Königin zu Grabe getragen.
Der letzte Abschnitt des Buches sind gesammelte Anekdoten über die Königin Charlotte. Besonders witzig ist, wie Charlotte in einer nach ihr benannten Tropfsteinhöhle festgesteckt ist und nur mir vereinten Kräften befreit werden konnte. Zwei kleine Jungen, die Tee mit der Königin im Negligée haben und zu guter Letzt gibt es noch den Vorfall mit Hans Haug - dem Autor dieses Buches - der für seine Fahrt im königlichen Speiseaufzug Ärger mit Königin Charlotte bekam.
Meine Meinung:
Dem Autor ist ein gut lesbares Werk über Königin Charlotte gelungen.
Man erfährt viel über das Leben der Königin, ihre Zeit und
auch die enge Bindung an das "liebe Bebenhausen".
Das Buch ist unterhaltsam geschrieben, besonders die Anekdoten sind gelungen.
auch die enge Bindung an das "liebe Bebenhausen".
Das Buch ist unterhaltsam geschrieben, besonders die Anekdoten sind gelungen.
Die vielen Bilder haben mir gefallen, darunter besonders die von der Schaumburg-Lippe Familie, von denen ich die meisten bisher noch nicht kannte.
Auch die Stammtafel ist positiv hervorzuheben.
Nach den vielen Büchern über König Wilhelm II. wurde es mal Zeit,
eine Biographie über Königin Charlotte zu schreiben.
Bravo!
Nach den vielen Büchern über König Wilhelm II. wurde es mal Zeit,
eine Biographie über Königin Charlotte zu schreiben.
Bravo!
Erhältlich bei: Silberburg-Verlag oder im Buchhandel
Buch-Information
Verlag: Silberburg (2015), 128 Seiten, Klappenbroschur,
ISBN: 9783842513761, Sprache: Deutsch, Format: 14 x 21 cm
Preis: 14,90 €
Freitag, 27. Dezember 2013
Ausstellungsbesuch: Im Glanz der Zaren
| Das alte Schloss in dem sich das Landesmuseum Württemberg befindet. |
Ich habe die Ausstellung "Im Glanz der Zaren" am 26. November 2013 in Stuttgart besucht.
Im Eintritt ist neben der Zaren-Ausstellung auch der Besuch der Schlosskirche (die leider nicht geöffnet hatte) und die der Gruft in der König Karl I., Königin Olga Nikolajewna, Herzogin Wera Konstantinowna, Herzog Eugen und dem früh verstorbenen Herzog Karl Eugen zu besichtigen.
Beim Kauf der Eintrittskarte bekommt man vom Museumsmitarbeiter ein rosa-weißes Büchlein in die Hand gedrückt, was man nicht aus der Hand legen sollte, denn an den Ausstellungsstücken sind nur Nummern, die Erklärungen muss man selber nachschlagen und lesen. Außerdem bekommt man einen Audioguide, der zu einigen Gegenständen etwas erzählt. Mit dem Fahrstuhl geht es zur Ausstellung hoch in die dritte Etage.
| Vor dem Landesmuseum |
Im Glanz der Zaren beginnt mit dem Prolog, eine Weltkarte auf der das Russische Reich und Württemberg hervorgehoben sind, davor ein Tisch mit fünf Stühlen (für die fünf Großfürstinnen) auf einer anderen Wand ist ein großer Stammbaum mit den Romanow-Württemberg Verbindungen. Am Anfang jeden Raumes ist eine Tafel mit deutschen, englischen und russischen Lebensdaten von einer der fünf royalen Damen angebracht.
Im ersten Raum geht es los mit Zarin Maria Feodorowna (Sophie Dorothee von Württemberg) die Zar Paul I. geheiratet hatte, den Sohn Katharinas der Großen. Zum ersten Mal wird hier außerhalb Russlands die Krönungsrobe der Zarin ausgestellt. Dazu noch ein Ballkleid. Viele Bilder, Gemälde und Stiche von Maria Feodorowna und ihrem Gemahl. Dazu noch welche von Katharina der Großen und Friedrich dem Großen, die die Ehe zwischen der Württembergerin und dem russischen Thronfolger eingefädelt haben.
| Schriftzug im Eingangsbereich des Museums |
Der zweite Raum ist Königin Katharina Pawlowna gewidmet, sie saß nur für drei Jahre auf dem württembergischen Thron als Gattin König Wilhelms I. Besonders beeindruckt hat mich das Teeservice Katharinas welches aus purem Gold ist. Sonst sind einige Gemälde und Büsten von der Königin und ihrem Ehemann zu sehen. Da Katharina ihren orthodoxen Glauben beibehielt sind auch Ikonen und anderes Kirchenzubehör aus ihrem Besitz ausgestellt.
Im dritten Raum (der kleinste von allen) werden Stücke aus dem Leben der Großfürstin Elena Pawlowna (Charlotte von Württemberg) gezeigt. Wie bei den anderen sind hier auch viele Gemälde aber auch Möbel zu finden. Die Großfürstin setzte sich für die Aufhebung der Leibeigenschaft im Russischen Reich ein und wurde dafür mit einer Medaille ausgezeichnet, die auch in der Ausstellung zu bewundern ist.
| Dieser Banner hängt neben dem Eingang |
Im nächsten Zimmer steht Königin Olga Nikolajewna, die Ehefrau König Karls I. im Mittelpunkt. Die zwei wunderschönen Bilder des Fürstenmalers Franz Xaver Winterhalter von Königin Olga kann man hier bestaunen. Sogar das Prunkbett Olgas, ein Hochzeitsgeschenk, wird ausgestellt. Um den ganzen Pomp der Aussteuer einer Zarentochter wiederzugeben, sind Vasen und Tafelsilber aus der Mitgift von Großfürstin Alexandra Nikolajewna (der jüngeren Schwester Olgas) zu sehen, diese konnten zur Gänze bewahrt werden. Eine hier ausgestellte russische Hofrobe, stammt ebenfalls nicht aus Olgas Besitz, sondern von ihrer Nichte Maria Maximiliowna von Leuchtenberg.
| Programm, Flyer, Eintrittskarte und der erwähnte Museumsführer |
Herzogin Wera Konstantinowna ist die letzte der Romanow-Württemberg Frauen. Als schwieriges Kind wurde Wera zu ihrer Tante Königin Olga nach Württemberg gegeben und später von ihr adoptiert. Es gibt Möbel aus Weras Besitz zu sehen, dazu ein Porträt von Königin Olga. Außerdem Gemälde von Wera und auch von ihren Zwillingstöchtern Olga und Elsa sowie eine Wand mit vielen Fotos, von denen einige Personen allerdings falsch identifiziert wurden. Wera und ihre Töchter waren auch bei der Krönung des letzten Zaren zu Gast und sind im hier gezeigten Krönungsalbum abgebildet.
Im Anschluss folgt ein (kleiner) Raum, hier klingt mit dem Epilog die Ausstellung aus. Krieg und Revolution. Tod von Zar Nikolaus II. seiner Familie sowie die Abdankung von König Wilhelm II. von Württemberg.
| Meine Ausbeute aus dem Museumsshop |
Leider ist in der ganzen Ausstellung das Fotografieren verboten, man kommt also am Ausstellungskatalog nicht vorbei. Im Begleitband sind einige Aufsätze und viele der Ausstellungsstücke abgedruckt. Insgesamt war ich an die vier Stunden im Museum, davon über drei in der Ausstellung. Die restliche Zeit wurde in der Gruft (wo auch Gemälde von aufgebahrten Mitgliedern des Hauses Württemberg hängen) und im Museumsshop zugebracht.
(Alle Fotos © Königlicher Beobachter)
Montag, 16. Dezember 2013
Rezension: Drei württembergische Könige. Ihre Persönlichkeit im Spiegel von Politik, Macht und Liebe von Jürgen Honeck
Heute stellen ich das Buch Drei württembergische Könige von dem Autor Jürgen Honeck vor. Das Werk beschreibt auf 264 Seiten die Leben der ersten drei Könige von Württemberg: Friedrich I., Wilhelm I. und Karl I., deren Regierungen die Zeit von 1806 bis 1891 umspannte. Die äußeren Einflüsse machen auch vor Württemberg nicht halt, es wird in Kriege verwickelt, geht Allianzen ein und erlebt den Ausbruch von Revolutionen mit. Die Geschichte Württembergs ist spannend.
Als der spätere König Friedrich I. geboren wurde war Württemberg noch ein Herzogtum. Seine Familie und seine beiden Ehen mit Prinzessin Auguste Karoline von Braunschweig-Wolfenbüttel und Prinzessin Charlotte Mathilde von Großbritannien sowie die Kinder aus erster Ehe werden in den ersten Kapiteln beschrieben. Friedrich war von 1797 bis 1803 regierender Herzog von Württemberg, dann von 1803 bis 1805 Kurfürst von Württemberg und ab dem 1. Januar 1806 war er der erste König von Württemberg, dass allerdings nur von Napoleons Gnaden.
Am 12. Dezember 1805 wurde dem württembergischen Kurfürsten im Sondervertrag von Brünn die Königswürde offiziell zugesprochen. Das Kurfürstentum Württemberg hatte aufgehört zu existieren, an seine Stelle trat das souveräne Königreich Württemberg. Drei württembergische Könige, Seite 69
Die Napoleonischen Kriege kommen, weil sie auch Württemberg betreffen, im Buch vor. Auch die Auflösung des Heilgen Römischen Reiches und Württembergs Eintritt in den Rheinbund unter dem Protektor Napoleon Bonaparte sind thematisiert. Nach dem desaströsen Russlandfeldzug und der Völkerschlacht bei Leipzig sagt sich König Friedrich von seinen französischen Verbündeten los und behält daraufhin sein Land und seine Krone. 1816 stirbt König Friedrich I. von Württemberg.
Wilhelm, der älteste Sohn Friedrichs, folgt seinem Vater als König nach. Als Wilhelm I. herrschte er von 1816 bis zu seinem Tode im Jahre 1864 über Württemberg. Seine drei Ehefrauen - die ungeliebte Prinzessin Charlotte Auguste von Bayern, seine große Liebe Großfürstin Katharina Pawlowna von Russland und schließlich die Mutter des einzigen Sohnes des Königs Prinzessin Pauline von Württemberg - sind eigene Abschnitte gewidmet.
Unter Wilhelm I. verstärken sich die Beziehungen zum Russischen Reich und zu Zar Alexander I., die zweite Gattin des württembergischen Königs war die Lieblingsschwester des Zaren, was sich später noch nützlich erweisen wird. Auch die große Not, die durch die Missernte in Württemberg entstand, wurde vom Königspaar Wilhelm-Katharina bekämpft, was hier genau beschrieben wird. Am frühen Tod der beliebten Königin Katharinas nimmt das ganze Volk großen Anteil.
Die Revolutionsjahre 1848 und 1849 sind ebenfalls Bestandteil des Buches, auch hier ist Württemberg wieder direkt betroffen. Zwischen 1853 und 1856 tobt der Krimkrieg, der Deutsche Bund und mit ihm auch das Königreich Württemberg bleibt neutral, als Russland gegen die Osmanen, Engländer und Franzosen kämpft. Während König Wilhelms Regierungszeit führt Württemberg keinen Krieg.
König Karl I. - der letzte der drei Könige um die sich dieses Buch dreht - wird schon zwei Jahre nach Regenschaftsübernahme, im Jahre 1866, in kriegerische Auseinandersetzungen verwickelt. In seine Herrschaft fallen der Deutsche Krieg und der Deutsch-Französischen Krieg. Durch die Reichseinigung 1871 wird Württemberg Teil des Deutschen Reiches und verlor Teile seiner Souveränität. König Karl I. gefiel das gar nicht, er verbrachte seine Zeit lieber in Nizza und ließ seine Minister in Württemberg regieren.
Thematisiert wird auch das Privatleben von König Karl I. Er war mit der Großfürstin Olga Nikolajewna von Russland verheiratet, die Ehe blieb kinderlos, wohl auch weil der König homosexuell war. In seinen letzten Lebensjahren sorgte Karl mit seinem Favoriten, dem Amerikaner Charles Woodcock, für Skandale innerhalb und außerhalb seines Königreiches. Im letzten Kapitel des Buchs wird gezeigt wie sich der Freund des Königs bereicherte, zeitweise war er sogar Vorleser von Königin Olga. Woodcock brachte Karl I. sogar dazu, ihn zum Baron zu erheben. Nur durch den Druck der Presse und des Ministerpräsidenten Hermann von Mittnacht wurde König Karl I. dazu gebracht seinen Favoriten aufzugeben. Der König fand aber schnell Ersatz, sein letzter Favorit kam aus dem Hoftheater. Mit dem Tode König Karls I. 1891 endet das Buch. Im Anschluss findet sich noch die Inhaltsangabe und die Auswahlbibliografie.
Meine Meinung:
Mir hat gefallen, dass es viele Informationen über das Privatleben der Könige,
die Familien aber auch die Mätressen und Favoriten gibt.
Auch die verwandten Fürstenhäuser, wie die Romanows, kommen nicht zu kurz.
Auch die Geschichte Württembergs, von der Selbstständigkeit bis zur Reichsgründung 1871,
ist interessant zu lesen und gut geschrieben.
Das Thema Krieg kommt sehr oft im Buch vor,
was durch Allianzen und die Lage Württembergs verständlich ist.
Den Teil über den Krimkrieg ist mir allerdings zu ausführlich gewesen,
hier hätte man was weglassen oder kürzen können.
Zu kritisieren habe ich, dass es überhaupt keine Bilder und auch keinen Stammbaum gibt.
Sonst ist das Werk aber ein guter Überblick über die ersten drei Könige Württembergs.
Erhältlich bei: Stieglitz Verlag oder im Buchhandel
Buch-Information
Verlag: Stieglitz (2008), Gebunden mit Umschlag, 264 Seiten
ISBN: 3798703930, Sprache: Deutsch, Format: 20,8 x 13,2 x 2,8 cm
Preis: 20,90 €
Verlag: Stieglitz (2008), Gebunden mit Umschlag, 264 Seiten
ISBN: 3798703930, Sprache: Deutsch, Format: 20,8 x 13,2 x 2,8 cm
Preis: 20,90 €
Sonntag, 6. Oktober 2013
Stuttgart: Ausstellungseröffnung von "Im Glanz der Zaren"
Gestern hat im Alten Schloss (Landesmuseum Württemberg) in Stuttgart die Große Landesausstellung "Im Glanz der Zaren" eröffnet.
Zum weiterlesen hier der Artikel der Stuttgarter Nachrichten
Hier der Link zu meinem früheren Blogeintrag über die Ausstellung
Samstag, 22. Juni 2013
Die Familie von König Wilhelm I. von Württemberg im Jahre 1841
Dieses Erinnerungsblatt zeigt das Württembergische Königshaus im Jahre 1841, es wurde zum 25-jährigen Regierungsjubiläum von König Wilhelm I. heraus gegeben.
Oben links ist König Wilhelm I. (1781–1864) abgebildet. Er war der zweite König von Württemberg und herrschte vom 30. Oktober 1816 bis zu seinem Tode am 25. Juni 1864.
Wilhelm I. war drei Mal verheiratet, zuerst mit Prinzessin Charlotte Auguste von Bayern (die Ehe wurde nur geschlossen damit der damalige Kronprinz Wilhelm nicht eine Verwandte von Napoleon heiraten musste wie es bereits in den Häusern von Baden und Bayern passiert war, später wurde die Verbindung wegen Nichtvollzugs annulliert). Die zweite Ehefrau Großfürstin Katharina Pawlowna von Russland, die wohl auch wenn er ihr nicht treu war die große Liebe des Königs war, brachte zwei Töchter zur Welt und starb mit 30 Jahren. Seine dritte und letzte Gattin wurde Pauline von Württemberg aus der Herzöglichen Linie des Hauses Württemberg. Sie gebar Wilhelm I. den erhofften Sohn und zwei weitere Töchter.
König Wilhelm I. von Württemberg starb mit 82 Jahren.
Oben auf der rechten Seite ist das Bildnis von Königin Pauline (1800–1873) zu sehen.
Sie war, wie oben erwähnt, die dritte Gemahlin des Königs und zugleich seine Base. Aus der Ehe stammten die Kinder Katharina, Karl und Auguste. Die Ehe des Königspaares war nicht glücklich, auch wegen der Untreue von Wilhelm I. mit einer Schauspielerin.
Pauline war wegen ihrer Wohltätigkeit bei den Württembergern äußerst beliebt.
Königin Pauline von Württemberg verstarb 72-jährig in Stuttgart.
In der Mitte ist Kronprinz Karl (1823–1891), der einzige Sohn und Erbe des Königs aus dritter Ehe, dargestellt. Er wird, wie bereits sein Vater, eine Romanow heiraten: Großfürstin Olga Nikolajewna von Russland. Aus der Ehe sind keine Kinder hervor gegangen. Karl war homosexuell und zeigte sich öffentlich mit seinen Favoriten, was zu Skandalen im Königreich Württemberg und im Deutschen Reich führte. Die Regentschaft von König Karl I. dauerte vom 25. Juni 1864 bis zum 6. Oktober 1891 seinem Todestag. Der Thron geht nach dem Tode König Karls an dessen Neffen Prinz Wilhelm von Württemberg (als König Wilhelm II.) über.
Mit 68 Jahren ist König Karl I. von Württemberg verschieden.
Die junge Dame links in der Mitte ist Prinzesssin Sophie (1818–1877). Sie war die zweite Tochter des Königs mit Katharina Pawlowna und knapp 6 Monate alt als ihre Mutter starb. Prinzessin Sophie heiratete 1839 ihren Vetter den späteren König Willem III. der Niederlande. Aus der unglücklichen Verbindung gingen drei Söhne hervor, die alle vor ihrem Vater starben. Sophie fühlte sich bei den Oraniern und in den Niederlanden unwohl und verbrachte viel Zeit mit ihrer Herkunftsfamilie in Württemberg. Die Ehe von Sophie und Willem war gescheitert, beide lebten getrennt. 1849 wurden Sophie und ihr Gatte das neue niederländische Königspaar.
Königin Sophie der Niederlande wurde 58 Jahre alt.
Rechts in der Mitte ist Prinzessin Marie (1816–1887) die älteste Tochter der König Wilhelm I. und seiner zweiten Gemahlin Königin Katharina Pawlowna zu sehen. Im Jahre 1840 wurde Prinzessin Marie die Ehefrau von Graf Alfred von Neipperg. Die Ehe blieb kinderlos. Bis auf ihre Unterstützung für die Marienpflege ist Gräfin Marie kaum öffentlich aufgetreten.
Gräfin Marie von Neipperg starb mit 70 Jahren in ihrer Geburtsstadt Stuttgart.
Prinzessin Katharina (1821–1898), unten links abgebildet, war die dritte Tochter König Wilhelms I. und das erste Kind von Königin Pauline. Sie ehelichten ihren Vetter Prinz Friedrich von Württemberg. Das Paar bekommt einen Sohn, Prinz Wilhelm, der später seinem Onkel König Karl I. auf den württembergischen Thron nachfolgen wird.
Mit 77 Jahren ist Prinzessin Katharina von Württemberg gestorben.
Unten rechts ist ein Bild von Prinzessin Auguste (1826–1898) abgebildet. Sie war das jüngste und letzte Kind der Königsfamilie. Sie vermählte sich im Jahre 1851 mit Prinz Hermann von Sachsen-Weimar-Eisenach und bekam zwischen 1852 und 1869 sechs Kinder mit ihm.
Prinzessin Auguste von Sachsen-Weimar-Eisenach verstarb mit 72 Jahren.
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