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Freitag, 30. April 2021

Helene Markgräfin Pallavicini (1929–2021)

 
Am 22. April 2021 verstarb in Altshausen Helene Markgräfin Pallavicini, geborenen Herzogin von Württemberg. Sie wurde 91 Jahr alt. Helene war die ältere Schwester von Carl, dem aktuellen Chef des Hauses Württemberg.

Helene Maria Christine Rosa Margarethe Albertine Philippine Amélie Therese Josepha Antonia Alix Petrine Paula Pia Herzogin von Württemberg wurde am 29. Juni 1929 in Stuttgart geboren. Ihre Eltern waren Herzog Philipp Albrecht von Württemberg (1893–1975) und Erzherzogin Rosa von Österreich-Toskana (1906–1983). Benannt wurde Helene nach der ersten Ehefrau ihres Vaters und Schwester ihrer Mutter, Erzherzogin Helene von Österreich-Toskana, die kurz nach der Geburt ihrer Halbschwester Maria Christina (*1924) starb.

Herzogin Helene heiratete am 22. August 1961 Standesamtlich in Altshausen und einen Tag später kirchlich in Friedrichshafen Federico Marchese (Markgraf) Pallavicini (*1924). Aus der Ehe stammen vier Kinder: Maria Cristina Pallavicini (*1963), Antonietta Pallavicini (*1964), Gabriella Pallavicini (*1965) und Giancarlo Pallavicini (*1967).

(Traueranzeige: schwaebische.de)

Montag, 4. September 2017

Württemberg: Verlobung von Herzogin Sophie


Sophie Herzogin von Württemberg hat sich mit Maximilien d’Andigné verlobt. 
Das gaben ihre Eltern Herzog Philipp von Württemberg und Herzogin Marie Caroline in Bayern bekannt. Die Hochzeit soll wahrscheinlich im Oktober 2018 in Tegernsee statt finden.

Herzogin Sophie Anastasia Assunta Marie Pauline wurde am 15. Januar 1994 in München geboren. Sie ist das älteste von vier Kindern. Und das erste Enkelkind von Herzog Carl und Herzogin Diane von Württemberg, sowie von Herzog Max Emanuel und Herzogin Elizabeth in Bayern, das heiratet.

Maximilien d’Andigné ist der Sohn von Herve d’Andigné und Marie-Adelaide de la Barre de Nanteuil. Die d’Andignés sind eine französische Adelsfamilie und stammen aus Anjou.

(Foto: Noblesse et Royautes)

Freitag, 3. Juli 2015

Rezension: Maria, Kaiserin von Russland – Die Württembergerin auf dem Zarenthron von Marianna Butenschön


Endlich gibt es eine Biographie über eine der in Deutschland weniger bekannten Zarinnen: Maria Fjodorowna, geborene Prinzessin Sophie Dorothea von Württemberg. Auf 424 Seiten und 20 farbigen und schwarz-weißen Abbildungen auf Tafeln wird das Leben der Zarin vorgestellt. Die Autorin Marianna Butenschön kennt sich mit den Romanows aus, sie hat bereits ein Buch über Zarin Alexandra Fjodorowna (Charlotte von Preußen) geschrieben.

 Sophie Dorothea, in der Familie "Dortel" genannt, war dies älteste Tochter von Herzog Friedrich Eugen von Württemberg und Friederike Dorothea von Brandenburg-Schwedt, einer Nichte Friedrichs des Großen. Sie hatte elf Geschwister. Sophie Dorothea kam in Stettin zur Welt, hier war auch schon Katharina die Große, ihre zukünftige Schwiegermutter geboren. Die Kindheit und Jugend der württembergischen Prinzessin wurde in einer harmonischen Familie verbracht, die Ehe der Eltern war gut, was in den Kreisen eher ungewöhnlich war. Ach das Verhältnis zu ihren Geschwistern war eng. Die Erziehung Sophie Dorotheas war ausgezeichnet. Seit ihrer Jugend in Mömpelgard hatte die Prinzessin zwei enge Freundinnen, mit denen sie bis zum Lebensende Kontakt hatte: Anna Juliane Schilling von Canstadt, genannt "Tille" und Henriette Louise d'Oberkirch, genannt "Lanele". Beide kommen im Buch oft vor.

Katharina die Große, selbst gebürtig eine deutsche Prinzessin aus dem Hause Anhalt, suchte für ihren einzigen Sohn Großfürst Paul eine geeignete Ehefrau in deutschen Fürstentümern. Am Ende der längeren Suche waren noch zwei Prinzessinnen auf der Liste: Prinzessin Wilhelmine von Hessen-Darmstadt und Sophie Dorothea. Auf Grund ihrer Jugend wird "Dortel" nicht die Braut des Großfürsten. Drei Jahre später wird Sophie Dorothea mit dem Erbprinzen Ludwig von Hessen-Darmstadt verlobt. Zu der Ehe kommt es jedoch nicht, weil in Sankt Petersburg die Gattin des russischen Thronfolgers im Kindbett gestorben war, und Katharina die Große und Sophie Dorotheas Großonkel Friedrich der Große sie mit dem Großfürsten verheiraten wollen. Schließlich muss der Erbprinz von Hessen auf seine Verlobte verzichten, um die gute Harmonie mit Russland zu erhalten.

Um Großfürstin von Russland zu werden muss Sophie Dorothea "griechisch" werden, das heißt zum russisch-orthodoxen Glauben übertreten. Da sie bisher nicht konfirmiert wurde, und ihrer Familie im Zuge der Heirat Geld und Posten versprochen wurde, stellte das auch kein Problem dar. Friedrich der Große lädt "Dortel" mit ihrer Familie und Großfürst Paul nach Berlin ein, um sich kennen zu lernen. Das erste Treffen verläuft bestens und Sophie Dorothea und Paul verloben sich. Friedrich der Große, eigentlich sparsam, lässt sich nicht lumpen und veranstaltet große Feste für das Paar. Vor der Reise in ihre neue Heimat hatte der Großfürst seiner zukünftigen Gattin ein Schreiben mit 14 Verhaltensregeln überreicht. Sie solle unter anderen schnell russisch lernen, was ihre Vorgängerin nicht getan hatte.

Zur Hochzeit reiste Sophie Dorothea nach Sankt Petersburg. Vor der Eheschließung kam aber erst der Religionswechsel und aus Sophie Dorothea wurde Maria Fjodorowna. Mit der prachtvollen Hochzeit wurde Maria Fjororowna Großfürstin von Russland und eines Tages Zarin. Die Ehe lief gut an, nicht nur der Ehemann war von seiner neue Gemahlin begeistert, auch die kritische Schwiegermutter Katharina die Große, war von Maria Fjodorowna angetan. Diese litt jedoch an Heimweh. Ein Jahr nach der Hochzeit kam das erste Kind, Sohn Alexander, zur Welt. Katharina die Große nahm den jungen Eltern das Kind weg, das hatte vorher schon Zarin Elisabeth mit Katharinas Sohn Paul getan. Den Namen des Kindes hatten Maria  und Paul auch nicht aussuchen dürfen. Gleiches wiederholte sich mit dem zweiten Sohn Konstantin, der ebenfalls bei der Großmutter lebte.

Das Hofleben forderte von Großfürstin Maria Verstellung, da überall nur Intrigen lauerten. Dem konnte das Paar entfliehen um die "Grand Tour" durch das westliche Europa zu unternehmen. Auf ihrer Reise trafen Maria und Paul in Wien auf Kaiser Josef II., in Neapel auf Königin Maria Carolina und in Paris auf deren Schwester Königin Marie Antoinette. Nach mehr als einem Jahr waren beide wieder zurück in Russland. Das Verhältnis zu Katharina der Großen verschlechterte sich zunehmend. Maria mied den "Großen Hof" so gut es ging. Sie widmete sich ihrem Lebensprojekt: Pawlowsk. Hier lies sie einen großen Park anlegen und Schlösser sowie einen Palast bauen. Pawlowsk wurde ihr Refugium, ihr Werk. In den folgenden Jahren bekamen Marie und Paul drei Töchter: Alexandra, Jelena und Maria. Von der Macht wurde das Thronfolgerpaar weiterhin ferngehalten.

Schon als junge Frau hatte Maria Freude an der Kunst. Sie verbrachte ihre Zeit damit selbst künstlerisch tätig zu werden und brachte es mit dem Steinschnitt auf hohes Niveau. Einige ihrer Werk wurden auch in der Eremitage aufgenommen. An den "Kleinen Hof" taucht eine gewisse Katharina Nelidowa auf, die Großfürst Paul für sich einnimmt. Die großfürstliche Ehe ist in der ersten Krise. Trotzdem bringt Maria zwei weitere Töchter zur Welt: Katharina und Olga, die als einziges der zehn Kinder früh stirbt. Katharina die Große hatte inzwischen eine Ehefrau für ihren ältesten Enkel Alexander ausgesucht. Er heiratet Prinzessin Luise von Baden, die spätere Elisabeth Alexejewna. Die ausgebrochene Französische Revolution verbreitete auch in Russland seine Schrecken. Die Hinrichtung des Königspaares Ludwig XVI. und Marie Antoinette sorgte bei Maria für entsetzen, der Besuch des königlichen Hofes und die freundliche Aufnahme der Königin lag nicht lange zurück. Als wenn das nicht schon schlimm genug wäre, wurde auch noch Mömpelgard vom revolutionären Frankreich annektiert und Marias Familie musste fliehen.

Großfürst Paul wurde immer unberechenbarer, so das Maria ihre Rivalin Nelidowa, die sie erst kurz zuvor vom "Kleinen Hof" verbannt hatte, zurück holen musste. Damit sie ihn beruhigen konnte. Auch der zweite Sohn Konstantin wurde in dieser Zeit verheiratet, Katharina die Große hatte für ihn Prinzessin Juliane von Sachsen-Coburg-Saalfeld, spätere Anna Fjodorowna, ausgesucht. Maria gebar zwei weitere Kinder: Anna und Nikolaus. Kurz nach der misslungenen Schweden-Verlobung, bei der der zukünftige König Gustav IV. Adolf  von Schweden ihre älteste Enkelin Großfürstin Alexandra stehen lies, starb Katharina die Große. Paul und Maria wurden das neue Kaiserpaar. Die Krönung der beiden wurde ein prächtiges Spektakel:

[Kaiser] Paul setzte sich selbst die Krone auf, dann krönte er die Kaiserin, indem er seine Krone abnahm und mit ihr den Kopf seiner Gemahlin berührte, der sofort die Kleine Krone aufgesetzt wurde. [...] Zum ersten Mal war ein russisches Kaiserpaar gemeinsam gekrönt worden, ein Ritual, das bis zum Ende der Monarchie beibehalten wurde. Maria, Kaiserin von Russland, Seite 190

Glücklich wurde Maria als Kaiserin nicht, ihr Mann hatte eine neue Favoritin, ein Fräulein
Lupochina. Dazu Demütigte er seine Frau auch noch öffentlich. Die Ehe und das Klima bei Hofe
wurde so schlecht, das selbst Katharina Nelidowa, die in der Zwischenzeit eine enge Freundin Marias wurde, ihren Abschied nahm. Maria brachte ihr zehntes und letztes Kind Michael zur Welt. Kaiser Paul I. hatte auch innerhalb kurzer Zeit den mächtigen Adel wegen Verordnungen und Verboten gegen sich aufgebracht. Man plante seinen Sturz...

Nach fünf Jahren als Kaiser wurde Paul I. eines Nachts von adeligen Verschwörern im Michael-Schloss ermordet, weil er nicht abdanken wollte. Ob seine Gattin und der älteste Sohn Alexander davon wussten, dazu gibt es verschiedene Meinungen. Maria, jetzt Kaiserinmutter, trauerte trotz der letzten schlechten Jahre um ihr "Paulchen". Sie pflegte einen regelrechten Totenkult um die Verstorbenen. Neben Paul hatte sie auch ihre älteste Tochter Alexandra, verheiratet mit Erzherzog Joseph von Österreich, im Kindbett verloren. Zwei Jahre später starb auch Tochter Jelena, Gattin des Erbprinzen von Mecklenburg-Schwerin, nach der Geburt ihres zweiten Kindes. Die nächste Tochter Maria durfte erst später heiraten, sie wurde die nachmalige Großherzogin  von Sachsen-Weimar-Eisenach.

In den nächsten Jahren sorgte Napoleon Bonaparte für Unruhe in Europa. Kaiserinmutter Maria war auf den Korsen und seine Ernennung zum Kaiser der Franzosen schlecht zu sprechen und versuchte ihren Sohn Alexander I. zu beeinflussen. Unter Napoleon I. gab es ein hin und her zwischen Krieg und Frieden. Maria widmetet sich unterdessen der Wohltätigkeit. Sie gründete Institute, Blindenschulen, Findelhäuser und lies Hebammen ausbilden. Nebenbei arbeitete sie weiter an ihrer Kunst und blieb schriftlich mit Familie und Freunden in Kontakt. Maria empfing mit Alexander I. das preußische Königspaar Friedrich Wilhelm III. und Luise in Sankt Petersburg. Maria verstand sich bestens mit den beiden und man besprach eine russisch-preußische Verbindung. Maria hatte als Kaiserinmutter vortritt vor ihrer Schwiegertochter Kaiserin Elisabeth, die  nicht gerne repräsentierte.

Und wieder griff Napoleon Bonaparte in Marias Leben ein. Er marschierte in Russland ein und der Vaterländische Krieg begann. Die Französische Armee drang tief in das russische Reich ein und besetzte sogar Moskau, das in Flamme aufging. Maria hatte in Pawlowsk schon alles für die Evakuierung vorbereitet, auch die Schüler und Kinder ihrer Institutionen sollten in Sicherheit gebracht werden. Doch der Winter machte dem Kaiser der Franzosen einen Strich durch die Rechnung und er musste Richtung Westen fliehen. Die Russen trieben mit ihren deutschen, österreichischen und schwedischen Alliierten die Reste der Grande Armee nach Paris. Maria war Stolz auf ihren Ältesten. Beim Wiener Kongress gab Alexander I. den Takt an. Napoleon entkam von seinem Verbannungsort, und wurde wieder besiegt und erneut auf eine Insel weiter weg gebracht. Das Kapitel war nun beendet.

Beim Wiener Kongress fand auch Marias verwitwete Tochter Katharina von Oldenburg einen neuen Ehemann, sie ehelichte Kronprinz Wilhelm von Württemberg. Auch die jüngste Tochter Anna heiratete. Sie wurde Mitglied des niederländischen Königshauses und später Königin. Marias dritter Sohn Großfürst Nikolaus wurde, wie vor dem Krieg abgemacht, mit Prinzessin Charlotte von Preußen vermählt. Die neue Schwiegertochter gewann Marias Herz im Sturm. Charlotte, jetzt Alexandra Fjodorowna, schaffte das was keine ihrer zwei Schwägerinnen geschafft hatte, sie bekam einen Sohn, den nachmaligen Alexander II. Dieses Enkelkind war Marias Liebling.

Maria besuchte nach 36 Jahren wieder ihre Heimat Württemberg. In Stuttgart und Ludwigsburg sah sie Teile ihrer Familie und ihre Tochter Katharina, die inzwischen Königin geworden war. Nachdem Maria wieder in Sankt Petersburg angekommen war, erreichte sie eine die Nachreicht das ihre Tochter Königin Katharina gestorben war. Sie hatte nun ihre vierte Tochter überlebt. Dann lies sich auch noch Sohn Konstatin von seiner in der Schweiz lebenden, vor ihm geflüchteten Gattin Anna scheiden. Er vermählte sich erneut mit einer polnischen unebenbürtigen Adligen. Maria hatte der Verbindung nur zugestimmt, weil Konstantin auf die Thronfolge zugunsten Nikolaus verzichtet hatte. Kaiser Alexander I. hatte sich ganz von der Welt zurück gezogen und starb kurz darauf. Seine Witwe Elisabeth überlebte ihr nur eine paar Monate. Maria war zutiefst schockiert, wieder eines ihrer Kinder zu Grabe zu tragen und brach zusammen.

Der Thronwechsel verlief auch nicht so wie erwartet. Anstatt auf Nikolaus wurden die Menschen auf Konstantin eingeschworen. Der war aber in Polen und wollte nicht Kaiser werden. Die Unsicherheit machten sich Umstürzler zu nutzen und der Dekabristen-Aufstand brach los. Nikolaus I. lies mit Kanonen auf die Aufständler schießen, was Maria fürchterlich fand. Kaiser Nikolaus I. siegte zwar, doch der Preis an Menschenleben war hoch. Bei der Krönung von Nikolaus spielte Maria ihre letzte groß Rolle. Ihre letzten Lebensjahre wurden durch Marias wachsende Anzahl von Enkelkindern. die sie gern und oft um sich hatte, verschönert. Sie baute aber immer mehr ab. Kaiserinmutter Maria Fjodorowna starb mit 69 Jahren in ihrem geliebten Pawlowsk, was auch ihr Vermächtnis ist.

Im Anhang des Buches findet sich noch der Anhang, mit  Zeittafel, Glossar, Anmerkungen, Bibliografie sowie das Personenverzeichnis.
 


 Meine Meinung:
 
Mir hat das Buch sehr gut gefallen.
Viel Geschichte, viel Maria/ Sophie Dorothea.
Eine leider wenig bekannte Deutsche Kaiserin, hoffentlich wird dieses Buch das ändern.
Maria Fjodorownas Leben wird mit vielen Zitaten sowie Auszügen
aus Briefen und Tagebüchern erzählt.
Interessant sind auch die Beziehungen zwischen den Romanows
und der Württembergischen Herrscherfamilie.
Die soziale Wohltätigkeit der Kaiserin wird ebenso ausführlich beschrieben.
Die 20 Abbildungen sind positiv hervorzuheben,
darunter auch Fotos der künstlerischen Werke Marias.
Negativ fällt dagegen auf, dass es keinen Stammbaum gibt.
Bei so vielen Verwandten wäre das sehr hilfreich.
Marianna Butenschön schreibt hoffentlich an weiteren Büchern
über Russlands Zarinnen.
DIE Biographie über die Württembergerin auf dem Zarenthron!
 
 
 
Erhältlich bei: Theiss Verlag oder im Buchhandel



Buch-Information
Verlag: Theiss (2015), 424 Seiten, Gebunden mit Schutzumschlag
ISBN: 978-3-8062-3047-5, Sprache: Deutsch, Format: 14,5 x 21,7 cm
Preis: 24,95 €

Sonntag, 2. November 2014

50. Geburtstag: Philipp Herzog von Württemberg


Gestern beging Herzog Philipp seinen 50. Ehrentag.

Philipp Albrecht Christoph Ulrich Maria Herzog von Württemberg wurde am 1. November 1964 in Friedrichshafen als vierten Kind und dritter Sohn von Herzog Carl (*1936), Chef des Hauses Württemberg, und dessen Gattin Prinzessin Diane von Orléans (*1940), die aus dem ehemaligen französischen Königshaus stammt, geboren.

Herzog Philipp heiratete Marie Caroline Herzogin in Bayern (*1969), eine Nichte des Chefs des Hauses Wittelsbach, Standesamtlich in Altshausen am 28. Juni 1991, die kirchliche Trauung fand am 27. Juli 1991 in Tegernsee statt.
Aus der Ehe gingen vier Kinder hervor: Herzogin Sophie (*1994), Herzogin Pauline (*1997), Herzog Carl Theodor (*1999) und Herzogin Anna (*2007).

Philipp von Württemberg arbeitet seit 1996 bei Sotheby's Europe. 1997 machte er den "Doctor of Philosophy" in Kunstgeschichte und heißt seitdem Dr. Herzog von Württemberg.

(Foto: sothebys.com)

Freitag, 27. Dezember 2013

Ausstellungsbesuch: Im Glanz der Zaren

Das alte Schloss in dem sich das Landesmuseum Württemberg befindet.

Ich habe die Ausstellung "Im Glanz der Zaren" am 26. November 2013 in Stuttgart besucht.
Im Eintritt ist neben der Zaren-Ausstellung auch der Besuch der Schlosskirche (die leider nicht geöffnet hatte) und die der Gruft in der König Karl I., Königin Olga Nikolajewna, Herzogin Wera Konstantinowna, Herzog Eugen und dem früh verstorbenen Herzog Karl Eugen zu besichtigen.

Beim Kauf der Eintrittskarte bekommt man vom Museumsmitarbeiter ein rosa-weißes Büchlein in die Hand gedrückt, was man nicht aus der Hand legen sollte, denn an den Ausstellungsstücken sind nur Nummern, die Erklärungen muss man selber nachschlagen und lesen. Außerdem bekommt man einen Audioguide, der zu einigen Gegenständen etwas erzählt. Mit dem Fahrstuhl geht es zur Ausstellung hoch in die dritte Etage.

Vor dem Landesmuseum

Im Glanz der Zaren beginnt mit dem Prolog, eine Weltkarte auf der das Russische Reich und Württemberg hervorgehoben sind, davor ein Tisch mit fünf Stühlen (für die fünf Großfürstinnen) auf einer anderen Wand ist ein großer Stammbaum mit den Romanow-Württemberg Verbindungen. Am Anfang jeden Raumes ist eine Tafel mit deutschen, englischen und russischen Lebensdaten von einer der fünf royalen Damen angebracht.

Im ersten Raum geht es los mit Zarin Maria Feodorowna (Sophie Dorothee von Württemberg) die Zar Paul I. geheiratet hatte, den Sohn Katharinas der Großen. Zum ersten Mal wird hier außerhalb Russlands die Krönungsrobe der Zarin ausgestellt. Dazu noch ein Ballkleid. Viele Bilder, Gemälde und Stiche von Maria Feodorowna und ihrem Gemahl. Dazu noch welche von Katharina der Großen und Friedrich dem Großen, die die Ehe zwischen der Württembergerin und dem russischen Thronfolger eingefädelt haben.

Schriftzug im Eingangsbereich des Museums

Der zweite Raum ist Königin Katharina Pawlowna gewidmet, sie saß nur für drei Jahre auf dem württembergischen Thron als Gattin König Wilhelms I. Besonders beeindruckt hat mich das Teeservice Katharinas welches aus purem Gold ist. Sonst sind einige Gemälde und Büsten von der Königin und ihrem Ehemann zu sehen. Da Katharina ihren orthodoxen Glauben beibehielt sind auch Ikonen und anderes Kirchenzubehör aus ihrem Besitz ausgestellt.

Im dritten Raum (der kleinste von allen) werden Stücke aus dem Leben der Großfürstin Elena Pawlowna (Charlotte von Württemberg) gezeigt. Wie bei den anderen sind hier auch viele Gemälde aber auch Möbel zu finden. Die Großfürstin setzte sich für die Aufhebung der Leibeigenschaft im Russischen Reich ein und wurde dafür mit einer Medaille ausgezeichnet, die auch in der Ausstellung zu bewundern ist.

Dieser Banner hängt neben dem Eingang

Im nächsten Zimmer steht Königin Olga Nikolajewna, die Ehefrau König Karls I. im Mittelpunkt. Die zwei wunderschönen Bilder des Fürstenmalers Franz Xaver Winterhalter von Königin Olga kann man hier bestaunen. Sogar das Prunkbett Olgas, ein Hochzeitsgeschenk, wird ausgestellt. Um den ganzen Pomp der Aussteuer einer Zarentochter wiederzugeben, sind Vasen und Tafelsilber aus der Mitgift von Großfürstin Alexandra Nikolajewna (der jüngeren Schwester Olgas) zu sehen, diese konnten zur Gänze bewahrt werden. Eine hier ausgestellte russische Hofrobe, stammt ebenfalls nicht aus Olgas Besitz, sondern von ihrer Nichte Maria Maximiliowna von Leuchtenberg.

Programm, Flyer, Eintrittskarte und der erwähnte Museumsführer

Herzogin Wera Konstantinowna ist die letzte der Romanow-Württemberg Frauen. Als schwieriges Kind wurde Wera zu ihrer Tante Königin Olga nach Württemberg gegeben und später von ihr adoptiert. Es gibt Möbel aus Weras Besitz zu sehen, dazu ein Porträt von Königin Olga. Außerdem Gemälde von Wera und auch von ihren Zwillingstöchtern Olga und Elsa sowie eine Wand mit vielen Fotos, von denen einige Personen allerdings falsch identifiziert wurden. Wera und ihre Töchter waren auch bei der Krönung des letzten Zaren zu Gast und sind im hier gezeigten Krönungsalbum abgebildet.

Im Anschluss folgt ein (kleiner) Raum, hier klingt mit dem Epilog die Ausstellung aus. Krieg und Revolution. Tod von Zar Nikolaus II. seiner Familie sowie die Abdankung von König Wilhelm II. von Württemberg.

Meine Ausbeute aus dem Museumsshop

Leider ist in der ganzen Ausstellung das Fotografieren verboten, man kommt also am Ausstellungskatalog nicht vorbei. Im Begleitband sind einige Aufsätze und viele der Ausstellungsstücke abgedruckt. Insgesamt war ich an die vier Stunden im Museum, davon über drei in der Ausstellung. Die restliche Zeit wurde in der Gruft (wo auch Gemälde von aufgebahrten Mitgliedern des Hauses Württemberg hängen) und im Museumsshop zugebracht.

(Alle Fotos © Königlicher Beobachter)

Samstag, 22. Juni 2013

Die Familie von König Wilhelm I. von Württemberg im Jahre 1841


Dieses Erinnerungsblatt zeigt das Württembergische Königshaus im Jahre 1841, es wurde zum 25-jährigen Regierungsjubiläum von König Wilhelm I. heraus gegeben.

Oben links ist König Wilhelm I. (1781–1864) abgebildet. Er war der zweite König von Württemberg und herrschte vom 30. Oktober 1816 bis zu seinem Tode am 25. Juni 1864.
Wilhelm I. war drei Mal verheiratet, zuerst mit Prinzessin Charlotte Auguste von Bayern (die Ehe wurde nur geschlossen damit der damalige Kronprinz Wilhelm nicht eine Verwandte von Napoleon heiraten musste wie es bereits in den Häusern von Baden und Bayern passiert war, später wurde die Verbindung wegen Nichtvollzugs annulliert). Die zweite Ehefrau Großfürstin Katharina Pawlowna von Russland, die wohl auch wenn er ihr nicht treu war die große Liebe des Königs war, brachte zwei Töchter zur Welt und starb mit 30 Jahren. Seine dritte und letzte Gattin wurde Pauline von Württemberg aus der Herzöglichen Linie des Hauses Württemberg. Sie gebar Wilhelm I. den erhofften Sohn und zwei weitere Töchter.
König Wilhelm I. von Württemberg starb mit 82 Jahren.

Oben auf der rechten Seite ist das Bildnis von Königin Pauline (1800–1873) zu sehen.
Sie war, wie oben erwähnt, die dritte Gemahlin des Königs und zugleich seine Base. Aus der Ehe stammten die Kinder Katharina, Karl und Auguste. Die Ehe des Königspaares war nicht glücklich, auch wegen der Untreue von Wilhelm I. mit einer Schauspielerin.
Pauline war wegen ihrer Wohltätigkeit bei den Württembergern äußerst beliebt.
Königin Pauline von Württemberg verstarb 72-jährig in Stuttgart.

In der Mitte ist Kronprinz Karl (1823–1891), der einzige Sohn und Erbe des Königs aus dritter Ehe, dargestellt. Er wird, wie bereits sein Vater, eine Romanow heiraten: Großfürstin Olga Nikolajewna von Russland. Aus der Ehe sind keine Kinder hervor gegangen. Karl war homosexuell und zeigte sich öffentlich mit seinen Favoriten, was zu Skandalen im Königreich Württemberg und im Deutschen Reich führte. Die Regentschaft von König Karl I. dauerte vom 25. Juni 1864 bis zum 6. Oktober 1891 seinem Todestag. Der Thron geht nach dem Tode König Karls an dessen Neffen Prinz Wilhelm von Württemberg (als König Wilhelm II.) über.
Mit 68 Jahren ist König Karl I. von Württemberg verschieden.

Die junge Dame links in der Mitte ist Prinzesssin Sophie (1818–1877). Sie war die zweite Tochter des Königs mit Katharina Pawlowna und knapp 6 Monate alt als ihre Mutter starb. Prinzessin Sophie heiratete 1839 ihren Vetter den späteren König Willem III. der Niederlande. Aus der unglücklichen Verbindung gingen drei Söhne hervor, die alle vor ihrem Vater starben. Sophie fühlte sich bei den Oraniern und in den Niederlanden unwohl und verbrachte viel Zeit mit ihrer Herkunftsfamilie in Württemberg. Die Ehe von Sophie und Willem war gescheitert, beide lebten getrennt. 1849 wurden Sophie und ihr Gatte das neue niederländische Königspaar.
Königin Sophie der Niederlande wurde 58 Jahre alt.

Rechts in der Mitte ist Prinzessin Marie (1816–1887) die älteste Tochter der König Wilhelm I. und seiner zweiten Gemahlin Königin Katharina Pawlowna zu sehen. Im Jahre 1840 wurde Prinzessin Marie die Ehefrau von Graf Alfred von Neipperg. Die Ehe blieb kinderlos. Bis auf ihre Unterstützung für die Marienpflege ist Gräfin Marie kaum öffentlich aufgetreten.
Gräfin Marie von Neipperg starb mit 70 Jahren in ihrer Geburtsstadt Stuttgart.

Prinzessin Katharina (1821–1898), unten links abgebildet, war die dritte Tochter König Wilhelms I. und das erste Kind von Königin Pauline. Sie ehelichten ihren Vetter Prinz Friedrich von Württemberg. Das Paar bekommt einen Sohn, Prinz Wilhelm, der später seinem Onkel König Karl I. auf den württembergischen Thron nachfolgen wird.
Mit 77 Jahren ist Prinzessin Katharina von Württemberg gestorben.

Unten rechts ist ein Bild von Prinzessin Auguste (1826–1898) abgebildet. Sie war das jüngste und letzte Kind der Königsfamilie. Sie vermählte sich im Jahre 1851 mit Prinz Hermann von Sachsen-Weimar-Eisenach und bekam zwischen 1852 und 1869 sechs Kinder mit ihm.
Prinzessin Auguste von Sachsen-Weimar-Eisenach verstarb mit 72 Jahren.

Dienstag, 21. Mai 2013

Katharina Pawlowna, Königin von Württemberg


Heute vor 225 Jahren, am 21. Mai 1788 greg., wurde im Katharinenpalast in Zarskoje Selo Großfürstin Katharina Pawlowna von Rußland geboren. Ihr Vater war der spätere Zar Paul I. und ihre Mutter Maria Feodorowna, geborene Herzogin Sophie Dorothea von Württemberg.

Katharina Pawlowna hatte neun Geschwister, darunter waren die Zaren Alexander I. (mit dem sie eine sehr enge Beziehung hatte) und Nikolaus I. sowie Anna Pawlowna, die spätere Königin der Niederlande und Maria Pawlowna, die Großherzogin von Sachsen-Weimar-Eisenach wurde.

Am 3. August 1809 heiratete sie Herzog Georg von Oldenburg (1784-1812). Die Ehe war von der Familie eingefädelt worden, damit Katharina Pawlowna nicht den selbsternannten Kaiser der Franzosen, Napoleon Bonaparte, heiraten musste. Trotzdem war die Verbindung mit dem Herzog von Oldenburg glücklich, aus ihr gingen zwei Söhne Alexander (1810–1829) und Peter (1812–1881) hervor. Drei Jahre nach der Hochzeit war Katharina Pawlowna mit 24 Jahren Witwe.

Sie blieb aber nicht lange alleine, am 24. Januar 1816 heiratete Katharina Pawlowna in Sankt Petersburg Kronprinz Wilhelm von Württemberg (1781–1864). In dieser Ehe brachte sie zwei Töchter zur Welt: Marie (1816–1887) und Sophie (1818–1877).
Nachdem am 30. Oktober 1816 ihr Schwiegervater König Friedrich I. gestorben war, wurden Wilhelm und Katharina Pawlowna das neue Königspaar von Württemberg.

König Wilhelm I. und Königin Katharina Pawlowna hatten nach Regierungsantritt viel zu tun, durch Missernte brach im Königreich Württemberg eine Hungersnot aus. Die Königin widmete sich ganz der Wohltätigkeit und konnte als vermögende Zarentochter die Not etwas lindern.
Auch sonst war Katharina Pawlowna sehr engagiert, sie gründete unter anderen die Württembergische Landessparkasse und das Wohlfahrtswerk für Baden-Württemberg.

Königin Katharina Pawlowna von Württemberg starb mit nur 30 Jahren am 9. Januar 1819 in Stuttgart. Die Todesursachen waren Herpes Zoster und Lungenentzündung. Sie wurde in der Grabkapelle auf dem Württemberg beigesetzt, das ihr Ehemann nach ihrem Tode für sie erbauen ließ. Neben Katharina Pawlowna wurden später ihr Gatte und ihre ältere Tochter beigesetzt.

Montag, 8. April 2013

Ausstellung: Im Glanz der Zaren. Die Romanows, Württemberg und Europa


Vom 5. Oktober 2013 bis zum 23. März 2014 zeigt das Landesmuseum Württemberg, Altes Schloss (Schillerplatz 6, 70173 Stuttgart) eine Ausstellung über die Romanows und das Haus Württemberg.


Fünf Ehen, vier Generationen, eine Geschichte.
Mit keiner anderen Dynastie unterhielt das Haus Württemberg so enge verwandtschaftliche Beziehungen wie mit den Romanows. Erstmals stehen in einer großen Landesausstellung die fünf Frauen im Mittelpunkt, deren Ehen die Basis für die außergewöhnliche gemeinsame Geschichte legten. Zugleich werden die Auswirkungen auf die europäischen Machtbühnen beleuchtet.
 
Den Anfang machte 1776 die Hochzeit des Großfürsten und späteren Zaren Paul mit der württembergischen Prinzessin Sophie Dorothee, die in Russland den Namen Maria Fjodorowna annahm. Danach kamen mit Katharina, der Gemahlin des späteren König Wilhelm I. und Olga, der Gemahlin des späteren Königs Karl, zwei Russinnen nach Stuttgart, die zu den populärsten Frauen der württembergischen Geschichte avancierten. Noch heute sind sie aufgrund ihres sozialen Engagements im Bewusstsein der Bevölkerung präsent. Auch zwischen den Nachgeborenen beider Häuser gab es Heiraten: Prinzessin Charlotte von Württemberg ehelichte 1824 Großfürst Michael von Russland und nahm den Namen Helena Pawlowna an. Großfürstin Wera, die Nichte und Adoptivtochter Olgas, kam an den Stuttgarter Hof und ehelichte Herzog Eugen von Württemberg.

Anhand der fünf Ehen - der Russinnen in Württemberg und der Württembergerinnen am russischen Zarenhof - erzählt die Ausstellung von Prunk, Pracht und Herrlichkeit, aber auch von Heimweh und Alltag, von Glaube und Mythos, und vom Austausch zwischen Russland und Württemberg in Bildung, Wissenschaft und Wirtschaft.

Herausragende und teils erstmals außerhalb Russlands gezeigte Exponate bringen den Reichtum des Zarenhofes wieder zurück nach Stuttgart. Hochkarätige russische Museen, wie Kreml, Staatliches Historisches Museum Moskau oder das Reservat Pawlowsk konnten als Leihgeber für prunkvolle Objekte gewonnen werden.

 
Mehr Informationen auf der Homepage

Dienstag, 5. Februar 2013

Ausstellung: Lebens-Wandel. Wera Konstantinowna. Großfürstin von Russland, Herzogin von Württemberg. 1854-1912

Großfürstin Wera Konstantinowna von Rußland,
 Herzogin von Württemberg

Vom 3. Februar bis 12. Mai 2013 zeigt das Stadtmuseum Sachsenheim eine neue Sonderausstellung mit dem Titel „Lebens-Wandel. Wera Konstantinowna. Großfürstin von Russland, Herzogin von Württemberg. 1854-1912“.

Weraheime und Werastraße – der Name „Wera“ ist heute noch in Stuttgart präsent. Doch wer diese außergewöhnliche Frau war, ist kaum jemandem mehr bekannt. Zu ihrem 100. Todestag widmete das Hauptstaatsarchiv Stuttgart der zu Lebzeiten beliebten und bekannten Herzogin Wera Konstantinowna eine Ausstellung...


Weitere Informationen auf der Homepage des Stadtmuseums Sachsenheim

Samstag, 19. Januar 2013

Morganatische Ehen in Herrscherhäusern

Morganatische Ehen oder auch "Ehen zur linken Hand" wurden in Adelkreisen geschlossen, wenn einer der beiden Partner nicht Ebenbürtig, das heißt von niederem Stand als der andere war.

Der Partner und die Kinder aus dieser Eheform waren weder Mitglieder der Dynastie noch hatten sie Nachfolgerechte auf den Thron.


Habsburg:

Erzherzog Franz Ferdinand mit seiner Gattin Fürstin Sophie
und den ersten beiden Kindern Sophie und Max von Hohenberg, 1904

Die wohl bekannsteste Ehe zur linken Hand gab es im Hause Habsburg: Erzherzog Franz Ferdinand von Österreich-Este und die böhmische Gräfin Sophie Chotek. Diese wurde zur Fürstin (später Herzogin) von Hohenberg erhoben. Die drei Kinder des Paares Sophie, Maximilian & Ernst trugen den Namen der Mutter.



Hohenzollern:

König Friedrich Wilhelm III. von Preußen
Gräfin Auguste von Harrach

Nach dem Tod der in Preußen sehr beliebten Königin Luise, einer geborenen Prinzessin von Mecklenburg-Strelitz, im Jahre 1810 blieb König Friedrich Wilhelm III. von Preußen 14 Jahre allein, bis er sich zu einer neuen Ehe entschloss. Die Auserwählte war Gräfin Auguste von Harrach, die nach der Eheschließung zur Fürstin von Liegnitz erhoben wurde. Die Ehe blieb kinderlos.



Württemberg:
Herzog Alexander von Württemberg
Gräfin Claudine Rhédey von Kis-Rhéde






Herzog Alexander heiratete 1835 die Gräfin Claudine Rhédey von Kis-Rhéde, nach der Hochzeit zur Gräfin von Hohenstein ernannt. Das Paar bekam zwei Töchter Claudine und Amalie und einen Sohn. Dieser Sohn, Graf Franz von Hohenstein, machte eine gute Partie und heiratete Prinzessin Mary Adelaide von Großbritannien, eine Enkelin von König Georg III.

Graf Franz wurde zum Herzog von Teck erhoben, er gründete damit die Seitenlinie der Herzöge von Teck im Hause Württemberg. Die Familie lebte in England. Herzog Alexander und Gräfin Claudine sind Großeltern der Britischen Königin Mary, der Gattin von König Georg V. von Großbritannien.


Die Familie Teck in England:
sitzend: Herzog Franz und Herzogin Mary Adelaide von Teck
stehend v.l.n.r.: Alexander, Mary, Adolphus und Francis


Hessen:

Gräfin Julia Hauke und Prinz Alexander von Hessen
 
Julia Hauke war eine Hofdame der russischen Zarin Marie Alexandrowna, geborene Prinzessin Marie von Hessen und bei Rhein. Dort lernte Prinz Alexander sie kennen und lieben. Das Paar mußte Rußland verlassen und heiratete. Julia wurde zur Gräfin (später Fürstin) von Battenberg ernannt. 
 
Die Kinder Prinzessin Marie, und die Prinzen Ludwig, Alexander, Heinrich und Franz Joseph von Battenberg, machten erstaunliche Karrieren: Ludwig wurde Admiral in der britischen Marine und Erster Seelord, Alexander wurde regierender Fürst von Bulgarien und Prinz Heinrich wurde trotz morganaitischer Herkunft Schwiegersohn von Königin Victoria von Großbritannien.


Baden:

Großherzog Karl Friedrich von Baden

Das morganatische Nachkommen nicht immer ohne Thron blieben, kann man am Haus Baden sehen. Großherzog Karl Friedrich von Baden (1728-1811) war zwei mal verheiratet, aus der ersten Standesgemäßen Ehe mit Karoline Luise von Hessen-Darmstadt (1723-1783) hatte er drei überlebende Söhne.

Erbprinz Karl Ludwig von Baden (1755-1801), der noch vor seinem Vater starb und selbst nur einen Sohn den späteren Großherzog Karl (1786–1818), hatte. Beide Söhne von Karl starben früh. Die anderen Söhne Markgraf Friedrich (1756–1817) und Großherzog Ludwig I. (1763-1830) blieben ohne bzw. nur uneheliche Nachkommen.

 Freiin Luise Karoline Geyer von Geyersberg,
spätere Reichsgräfin von Hochberg

Großherzog Karl Friedrich von Baden beschloß 4 Jahre nach dem Tod seiner Frau noch einmal zu heiraten, seine Wahl fiel auf die Hodame seiner Schweigertochter Markgräfin Amalie, Freiin Luise Karoline Geyer von Geyersberg (1768-1820), die 40 Jahre jünger als er selbst war. Mit der Eheschließung wurde Luise Karoline zur Freifrau (später Reichsgräfin) von Hochberg erhoben.

Aus der Ehe gingen vier überlebende Kinder hervor: Leopold (1790-1852), Wilhelm (1792-1859), Amalie (1795-1869) und Maximilian (1796-1882).

Als es 1818 ersichtlich wurde das keiner der Söhne aus erster Ehe einen männlichen Nachkommen haben würde, ließ sich Großherzog Karl beim Fürstenkongress in Aachen die Markgrafenwürde für die morganatischen Nachkommen seines Vaters und der Reichsgräfin von Hochberg bestätigen.

Großherzog Leopold von Baden,
er erbte durch Aussterben der Hauptlinie den Thron Badens

Der älteste Sohn Leopold wurde nach dem Tod von Ludwig I. der neue Großherzog von Baden.

Die Nachkommen von Großherzog Friedrich Karl und der Reichsgräfin von Hochberg regierten bis 1918 im Großherzogtum Baden, bis heute stammen alle gebürtigen Mitglieder des Hauses Baden von ihnen ab.