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Donnerstag, 4. Januar 2018

Ausstellung: Liebe, Glanz & Untergang: Die hessischen Prinzessinnen in der russischen Geschichte


Noch bis zum 26. Februar 2018 ist im Ikonen-Museum Frankfurt am Main die Ausstellung "Liebe, Glanz & Untergang: Die hessischen Prinzessinnen in der russischen Geschichte" zu sehen.

Es geht bei der Ausstellung um die vier hessischen Prinzessinnen die nach Russland an der Hof der Romanows gekommen sind: 

Prinzessin Wilhelmine (als Großfürstin Natalia Alexejewna), Ehefrau von Großfürst Paul (I.)

Prinzessin Marie (als Zarin Maria Alexandrowna), Ehefrau von Zar Alexander II.

Prinzessin Elisabeth (als Großfürstin Elisaweta Feodorowna), Ehefrau von Großfürst Sergej Alexandrowitsch

Prinzessin Alix (als Zarin Alexandra Feodorowna), Ehefrau von Zar Nikolaus II.

In der Ausstellung werden über 300 Exponate aus dem Leben der vier königlichen Frauen gezeigt.

Montag, 5. September 2016

Ausstellung: Fabergé – Geschenke der Zarenfamilie


Noch bis zum 16. Oktober 2016 wird im Schloss Fasanerie bei Fulda die Sonderausstellung "Fabergé – Geschenke der Zarenfamilie" gezeigt:



Die Arbeiten des russischen Juweliers Peter Carl Fabergé faszinieren durch ihre handwerkliche Präzision, die Originalität des Designs und den Glanz der verarbeiteten Materialien. Die Sonderausstellung „Fabergé – Geschenke der Zarenfamilie“ zeigt eine Auswahl dieser Meisterwerke des europäischen Kunsthandwerks.

Prinzessinnen, die mit der Zarenfamilie Heiratsverbindungen eingegangen sind, erhielten Arbeiten Fabergés als Geschenke, die sie an Familienmitglieder in die Heimat schickten. In der Sammlung der Hessischen Hausstiftung befinden sich zahlreiche dieser beeindruckenden Kunstobjekte. Sie kamen als Geschenke der Darmstädter Prinzessin Alix, die mit dem letzten russischen Zaren Nikolaus II. verheiratet war, in die Sammlung der Stiftung und werden nun erstmals im Museum Schloss Fasanerie der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Dabei legt die Sonderausstellung den Fokus auf die persönlichen Geschenke aus Russland als auch auf den Lebensweg der Schenkenden und Beschenkten.



Mehr Informationen auf der Homepage

Montag, 18. August 2014

Buch: The Four Graces von Ilana D. Miller


Der Verlag Eurohistory hat einen seiner Klassiker neu aufgelegt: Die zweite Auflage von "The Four Graces: Queen Victoria's Hessian Granddaughters" erscheint nächsten Monat. In dem Buch werden die vier hessischen Enkelinnen von Königin Victoria vorgestellt: Die Töchter von Prinzessin Alice und Großherzog Ludwig IV. von Hessen und bei Rhein.

Auf dem Buchumschlag v.l.n.r.: Prinzessin Irene (spätere Prinzessin von Preußen), Prinzessin Alix (später als Alexandra Feodorowna die letzte Zarin von Russland), dahinter Prinzessin Elisabeth (später als Elisabeth Feodorowna Großfürstin von Russland) und Victoria (spätere Prinzessin von Battenberg, danach Marchioness of Milford Haven).

Montag, 14. Juli 2014

Ausstellung: „...sehr vorteilhaft und wunderbar gemalt...“ Meisterhafte Porträts der Fürstenmaler im 19. Jahrhundert


Und jetzt eine Ausstellung, die meine Leser bestimmt interessieren wird: 
Im Badehaus des hessischen Schlosses Fasanerie, in der Nähe von Fulda, gibt es seit kurzem „...sehr vorteilhaft und wunderbar gemalt...“ Meisterhafte Porträts der Fürstenmaler im 19. Jahrhundert zu sehen.

Eine Sonderausstellung vom 28. Juni bis 2. November 2014 widmet sich den großen "Fürstenmalern" und präsentiert wichtige Entwicklungen im Porträtstil des 19. Jahrhunderts auf. Gezeigt werden Bilder von Franz Xaver Winterhalter (1805–1873), Franz von Lenbach (1836–1904), Heinrich von Angeli (1840–1925) und Friedrich August von Kaulbach (1850-1920).

Das obrige Gemälde - welches auch den Katalog zur Ausstellung ziert - wurde von Franz Xaver Winterhalter gemalt, darauf abgebildet ist Landgräfin Anna von Hessen-Kassel (1836–1918), geborene Prinzessin von Preußen.

Mehr Informationen auf der Homepage des Schlosses Fasanerie.

Dienstag, 27. August 2013

Königliche Geschwister: Großherzog Ernst Ludwig von Hessen und bei Rhein und seine Schwestern


Dieses Foto wurde im April 1894 in Darmstadt, der Hauptstadt des 
Großherzogtums Hessen und bei Rhein, aufgenommen. Ernst Ludwig und seine vier Schwestern sind Kinder des Großherzogs Ludwig IV. (1837–1892) und dessen Gemahlin Alice (1843–1878), der zweiten Tochter von Königin Victoria und Prinzgemahl Albert.
 
Vorne links sitzt Prinzessin Irene (1866–1953). Sie ist die zweitjüngste (überlebende) der Hessen-Schwestern und seit 1888 mit Prinz Heinrich von Preußen (1862–1929), ihrem Vetter und Bruder von Kaiser Wilhelm II., verheiratet. Prinzessin Irene war Überträgerin der Bluterkrankheit und hat diese an zwei ihrer drei Söhne weiter gegeben. Prinzessin Irene von Preußen starb mit 87 Jahren.
 
Daneben sitzt Prinzessin Elisabeth (1864–1918), sie wurde in der Familie "Ella" genannt. Elisabeth war seit 1884 mit dem Großfürsten Sergej Alexandrowitsch von Russland verheiratet. Als einzige der Geschwister bleib Elisabeth kinderlos. Nachdem ihr Mann bei einem Attentat ermordet wurde, gründete Elisabeth ein Kloster, in dem sie Äbtissin wurde. Großfürstin Elisabeth Feodorowna von Russland wurde als 53-jährige von Bolschewisten ermordet.
 
Neben Elisabeth sitzt Großherzogin Victoria Melita (1876–1936). Spitzname: Ducky. Victoria Melita war eine Tochter von Prinz Alfred, Herzog von Edinburgh und später von Sachsen-Coburg und Gotha (dem zweiten Sohn von Königin Victoria) und Großfürstin Maria Alexandrowna von Russland (Tochter von Zar Alexander II.). Victoria Melita ist die frisch angetraute Gattin von Ernst Ludwig und Schwägerin der vier Prinzessinnen. Die Ehe mit Ernst Ludwig ist unglücklich und wird 1901 geschieden. Das einzige Tochter aus der Ehe stirbt früh. Victoria Melita wird später den Größfürsten Kyrill Wladimirowitsch ehelichen und mit ihm drei Kinder kriegen. Großfürstin Victoria Feodorowna von Russland verstarb 59-jährig.

Ganz rechts sitzt Großfürst Sergej Alexandrowitsch von Russland (1857–1905). Er ist das siebte Kind und fünfter Sohn von Zar Alexander II. und Zarin Maria Alexandrowna (ebenfalls gebürtig eine Prinzessin von Hessen und bei Rhein) und der Ehemann von Prinzessin Elisabeth. Sergej war - in der Öffentlichkeit wenig beliebt - bei den Hessens scheint das anders gewesen zu sein. In dem Buch "Erinnerungen" von Großherzog Ernst Ludwig wird er positiv dargestellt. Großfürst Sergej Alexandrowitsch von Russland kam mit 47 Jahren bei einem Attentat ums Leben.
 
Stehend in der zweiten Reihe ist der Zarewitsch Nikolaus Alexandrowitsch (1868–1918) mit seiner Verlobten Prinzessin Alix (1872–1918) zu sehen. Das Paar wurde Ende 1894, nach dem Tod von Nikolaus' Vater Alexander III., getraut. Nach ihrer Hochzeit war Alix somit gleich zur Zarin Alexandra Feodorowna geworden. Die Ehe der beiden wird glücklich, es kommen vier Töchter und ein Sohn und Thronerbe zur Welt. Die Zarin übertrug die Bluterkrankheit auf ihren einzigen Sohn, die Kaiserliche Familie zog sich daraufhin in die Paläste zurück. Während des Ersten Weltkrieges und der Russischen Revolution wird das Zarenpaar mit seiner Familie ermordet. Zar Nikolaus II. von Russland wurde 50, Zarin Alexandra Feodorowna von Russland 46 Jahre alt. Ihre Kinder starben mit 13, 17, 19, 21 und 22.

Dritte von links ist das älteste Kind der Familie Prinzessin Victoria (1863–1950). Benannt nach ihrer Großmutter mütterlicherseits, musste sich Victoria nach dem frühen Tod ihrer Mutter, um ihre jüngeren Geschwister kümmern. Sie vermählte sich 1884 mit Prinz Ludwig von Battenberg (1854–1921), dessen Vater Prinz Alexander auch aus dem Hause Hessen und bei Rhein war, seine Mutter aber nur eine Gräfin, die zur Prinzessin von Battenberg erhöht wurde. Zwischen 1885 und 1900 brachte Victoria vier Kinder zur Welt, darunter Louise, die spätere Königin von Schweden. Die Familie lebte in England, wo Prinz Ludwig als Erster Seelord in der Royal Navy diente. Während des Ersten Weltkriegs mussten Victoria und ihr Mann ihren Nachnamen zu Mountbatten verenglischen. König Georg V. verlieh den neuen Mountbattens den Titel Marquess und Marchioness of Milford Haven. Victoria, Marchioness of Milford Haven ist mit 87 Jahren verstorben.

Ganz rechts steht Großherzog Ernst Ludwig (1868–1937) "Ernie" ist der einzige überlebende Sohn von Ludwig IV. und Alice von Hessen und bei Rhein. Aus seiner arrangierten Ehe und der späteren Scheidung von Victoria Melita ging nur das Kind Prinzessin Elisabeth (1895-1903) hervor. Ernst Ludwig hing sehr an seiner Tochter, ihr früher Tod war ein schwerer Schlag für ihn. 1905 wird er ein zweites mal heiraten: Prinzessin Eleonore zu Solms-Hohensolms-Lich (1871–1937). In der Ehe werden die Söhne Georg Donatus (1906–1937) und Ludwig (1908–1968) geboren. Im Jahre 1918 verliert nicht nur Ernst Ludwig seinen Thron, auch zwei seiner Schwestern sterben gewaltsam. Großherzog Ernst Ludwig von Hessen und bei Rhein starb mit 68 Jahren.

Er bekam nicht mehr mit das sein ältester Sohn Georg Donatus mit seiner schwangerer Ehefrau und deren zwei kleinen Söhnen und der verwitweten Großherzogin Eleonore bei einem Flugzeugabsturz ums Leben kamen. Alle waren auf dem Weg zur Hochzeit des zweiten Sohnes Ludwig in London. Übrig blieb nur die kleine Tochter, die nicht mit an Bord war. Die aber drei Jahre später, adoptiert von ihrem Onkel und der neuen Tante, an einer Krankheit starb. Mit Prinz Ludwig und seiner Frau Prinzessin Margaret - die kinderlos bleiben - endet die Linie derer von Hessen und bei Rhein.

Freitag, 14. Juni 2013

Portrait: Alix von Hessen und bei Rhein, Zarin Alexandra Feodorowna von Russland - Teil III.


Am 30. Dezember 1916 wird Rasputin ermordet, zu den Mördern gehören Verwandte der Zarin: Fürst Felix Jussupow und Großfürst Dmitri Pawlowitsch. Die Zarin ist am Boden zerstört, vielleicht auch weil Rasputin, wohl ahnend was kommt, einen Abschiedsbrief hinterlassen hat in dem steht:

Zar von Russland, wenn du die Glocke hörst, welche dir sagt, dass Grigori ermordet wurde, dann musst du Folgendes wissen: Wenn es deine Verwandten waren, welche meinen Tod verursacht haben, dann wird niemand aus deiner Familie, kein Kind deiner Verwandten, noch länger als 2 Jahre am Leben bleiben. Sie werden getötet durch das russische Volk.

Die Zarin Alexandra ließ Rasputins Leichnam in Zarskoje Selo beerdigen. Inzwischen waren in einigen russischen Großstädten Hungersnöte ausgebrochen. Das schlechte Krisenmanagement brachte die Soldaten und das Volk gegen den Zaren auf. Die Soldaten die eigentlich für Ruhe in der Stadt sorgen sollten, schlossen sich der Rebellion an. Die Februarrevolution 1917 war ausgebrochen.
Propaganda von Lenin, der durch das Deutsche Reich nach Russland gebracht wurde um die Revolution anzufachen, war auf fruchtbaren Boden gefallen.

Um den Aufstand in Sankt Petersburg zu beenden wollte Zar Nikolaus II. zurück in die Hauptstadt. Sein Zug kam nicht durch und wurde in Pskow angehalten. Hier rieten die Generäle dem Zar abzudanken. Nikolaus II. dankte ab, erst für sich, wenig später auch für seinen Sohn Alexej.
Damit ging die über 300-jährige Herrschaft des Hauses Romanow zu Ende.

Alexandra wird von der Abdankung überrascht. Ihr Schwager Alexander Michailowitsch überbringt ihr die Nachricht, von Nikolaus kommen keine Neuigkeiten durch. Die Familie steht nun im Alexanderpalast in Zarskoje Selo unter Hausarrest. Der ehemalige Zar stößt später zu seiner Familie. Nikolaus und Alexandra fielen sich in die Arme, beide weinten. Die Familie bleibt mit ihren Bediensteten bis Juli 1917 unter Aufsicht hier wohnen.

Pläne für ein Asyl in Großbritannien scheitern am Widerstand von König Georg V., er hatte wegen der anti-deutschen Stimmung in seinem Land schon den Namen seines Hauses in Windsor geändert. Außerdem war die Zarin, obwohl sie Enkelin von Königin Victoria, Base des Königs und obwohl ihr Land im Krieg mit Großbritannien verbündet war, als Deutsche nicht gern gesehen.
Frankreich, der andere Verbündete, weigert sich auch die Zarin und ihrer Familie Zuflucht zu gewähren. Die Franzosen waren sehr undankbar, hätte die Russen im Krieg nicht Ostpreußen angegriffen und die Deutsche Armee deswegen Divisionen von der Westfront abziehen müssen, wäre möglicherweise Paris gefallen und Frankreich wäre besetzt und hätte verloren...

Im August 1917 wurden Alexandra und ihre Familie nach Tobolsk in Sibirien gebracht. Hier lebten sie bis im November desselben Jahres die Revolution ausbrach. Von dort musste die Familie weiter nach Jekaterinburg im Ural wo Alexandra, Nikolaus und die Tochter Maria am 30. April 1918 ankamen. Sie wurden im Ipatjew-Haus dem "Haus zur besonderen Verwendung" untergebracht.
Die drei anderen Töchter blieben mit dem kranken Alexej zurück und kamen am 23. Mai 1918 nach.

Im Ipatjew-Haus lebten neben der Zarenfamilie und den Bewachern noch die Magd Alexandras Anna Demidowa, der Arzt Eugen Botkin, der Diener Alexej Trupp, der Koch Ivan Kharitonow und der Küchenjunge Leonid Sednew. Die Hausbewohner lebten von der Welt isoliert, selbst die Fenster waren weiß angestrichen um jeden Kontakt mit der Außerwelt auszuschließen. Die Stimmung war bedrückt, aus Briefen die die Zarin schrieb geht hervor das sie wohl ahnten was auf sie zu kam.

Im Juni wurden in Gefangenschaft noch vier Geburtstage gefeiert: Alexandra wurde in diesem Monat 46, Tatiana 21, Maria 19 und Anastasia 17 Jahre alt. Wie die Tagebücher der Familie verraten, war der Alltag im Ipatjew-Haus sehr eintönig, es wurde gespielt und die Kinder von den Eltern in Sprachen und anderen Fächern unterreichtet. Außerdem durften die Bewohner in dem kleinen Garten etwas spazieren gehen. Selbst am 16. Juli 1918, einen Tag vor der Ermordung, lief der Tag in der gewohnten Routine ab.

In der Nacht zum 17. Juli 1918 wurde die Zarenfamilie und ihrer verbliebenen Diener geweckt, der Küchenjunge Leonid Sednew war vorher weggeschickt worden, weil in der Stadt Unruhen ausgebrochen waren sollten sie evakuiert werden. Alle wurden in den Keller gebracht, wo sie warten sollten. Alexandra bat um Stühle, es wurden zwei gebracht, auf denen sie und ihr Sohn Alexej Platz nahmen. Kurze Zeit später kamen bewaffnete Soldaten in den Raum. 

Jakow Jurowski, der Kommandant des Hauses zur besonderen Verwendung, verkündete das die Zarenfamilie sterben muss. Zuerst wurde der ehemalige Zar Nikolaus II. erschossen, seine Ehefrau Alexandra und die Kinder standen daneben. Alexandra drehte ihren Kopf weg und versuchte sich zu bekreuzigen, da traf sie ein Schuss sie in den Kopf. Alexandra muss sofort tot gewesen sein. Nur Alexandra, Nikolaus und zwei der männlichen Diener hatten einen schnelle Tod. Der Todeskampf der vier Töchter und des Sohnes, in deren Kleidung die Juwelen der Romanows eingenäht waren und die Kugeln abprallen ließen, dauerte an die 20 Minuten.

Nachdem Nikolaus, Alexandra, Olga, Tatiana, Maria, Anastasia, Alexej, Anna Demidowa, Eugen Botkin, Alexej Trupp und Ivan Kharitonow ermordet waren, wurden die Leichen auf einen Lastwagen gebracht und aus der Stadt gefahren. 15 km außerhalb von Jekaterinburg wurden die Überreste in einen Schacht geworfen. Einen Tag später wurden die Leichen wieder geborgen und zwei der Toten wurden verbrannt und begraben. Die anderen Toten wurden in eine gemeinsames Grab geworfen und verscharrt.

Im Jahre 1991 wurde das Maßengrab geöffnet und die darin gefundenen Überreste identifiziert und in der Peter-und-Paul-Kathedrale beigesetzt. Darunter befanden sich: Nikolaus, Alexandra, Olga, Tatiana, Anastasia, sowie alle vier Bediensteten. Die zwei verbrannten Leichen, Maria und Alexej, wurden erst 2007 gefunden und 2008 identifiziert.

Nach über 89 Jahren endet hier die Geschichte einer deutschen Prinzessin die ihre große Liebe heiratete, Zarin wurde, fünf Kinder bekam und schließlich im Kugelhagel der Russischen Revolution mit ihren Liebsten endete.


Portrait: Alix von Hessen und bei Rhein, Zarin Alexandra Feodorowna von Russland - Teil I.
Portrait: Alix von Hessen und bei Rhein, Zarin Alexandra Feodorowna von Russland - Teil II.

Freitag, 7. Juni 2013

Portrait: Alix von Hessen und bei Rhein, Zarin Alexandra Feodorowna von Russland - Teil II.


Nach dem verlorenen Krieg gegen Japan war die Geburt des zukünftigen Zaren ein Lichtblick.
Das Baby scheint gesund, doch nachdem eine Blutung am Nabel nicht aufhört, wird den geschockten Eltern klar das ihr einziger Sohn die unheilbare Krankheit Hämophilie hat. Zarin Alexandra gibt sich die Schuld an dem Leid ihres Kindes. Sie altert in den folgenden Jahren schnell und kränkelt ständig. Vor allem ihr Herz macht ihr zu schaffen. Die Ehe mit Nikolaus bleibt trotzdem intakt.

Die Bluterkrankheit wurde von Königin Victoria an ihre Töchter Alice und Beatrice und den Sohn Leopold (der daran stirbt) übertragen. Prinzessin Alice übertrug diese Krankheit an ihre Kinder Irene und Alix, der jüngste Sohn Friedrich verstirbt ebenfalls daran. Bei zwei von den Schwestern von Zarin Alexandra, Großfürstin Elisabeth und Prinzessin Marie ist nicht klar ob sie Überträger waren, beide starben ohne Nachkommen.

Die Krankheit wird von der russischen Bevölkerung und der Welt verschwiegen. Die Zarenfamilie zieht sich immer mehr aus der Öffentlichkeit zurück. Dem Thronfolger, der schon beim Hinfallen verbluten könnte, wächst wie seine Schwestern isoliert auf. Die Zarin hofft auf ein Wunder. Militza und Anastasia von Montenegro, beide durch Heirat mit den Romanows verwandt, führen Rasputin bei Hofe und dem Zarenpaar ein. Bei einer schweren Blutung sagt Rasputin voraus das der Zarewitsch nicht sterben wird. Er behält recht und sein Einfluss auf die Zarin nimmt zu.

Rasputin sorgt mit seinem skandalösen Benehmen für viel aufsehen die Zarin, der es in ihren Jahren in Russland nie gelungen ist beliebt zu werden, wird für seine Geliebte gehalten. Das Image der Zarenfamilie ist seit dem Blutigen Sonntag von 1905, wo streikende Arbeiter sich mit einer Petition an den Zaren wenden wollten und von Soldaten beschossen wurden, nicht das Beste. Nikolaus II. ist durch diesen Vorfall unter Druck und muss das Parlament, die Duma einberufen.

Auch sind die Romanows untereinander zerstritten. Die Zarin und ihre Schwiegermutter kamen noch nie miteinander klar und das änderte sich auch nicht mehr. Der Großfürstin Wladimir, geborene Marie von Mecklenburg-Schwerin, eine der Tonangebenden Damen der Petersburger Gesellschaft geht sie aus dem Weg. Nur die Schwägerin Olga Alexandrowna und die Familie von Konstantin Konstantinowitsch haben Kontakt zu Nikolaus II., Alexandra und den fünf Kindern.
1912 hatte Alexej im Jagdschloss Spala einen lebensbedrohliche Blutung, die verzweifelte Zarin wendete sich an Rasputin, er sagt der Sohn wird leben und hat wieder recht.

Mit Ausbruch des Ersten Weltkrieges 1914 stand Russland dem Heimatland der Zarin gegenüber.
Alexandra war Patriotin und Russland ergeben, was man ihr in Russland und auch in den mit Russland verbündeten Staaten nicht glaubte. Die Zarin und ihre beiden ältesten Töchter Olga und Tatiana arbeiteten während des Krieges als Krankenschwestern, die beiden jüngeren Töchter Maria und Anastasia besuchten Kranke im Krankenhaus. Zarin Alexandra, die sonst immer unwohl und ein Invalide war, assistierte sogar bei Operationen und Amputationen.

Die Niederlagen der Russischen Armee schrieb man der Zarin und Rasputin zu, beide galten als Deutsche Spione und der Zar als Schwächling. Nachdem die Stimmung im Land und in der Armee immer schlechter wurde übernahm Zar Nikolaus II. den Oberbefehl über die Streitkräfte. Der bisherige Oberbefehlshaber Großfürst Nikolaus Nikolajewitsch, der ein Feind Rasputins war und der Zarin ein Dorn im Auge, wurde abberufen.

Der Zar ging an die Front und ließ seine Frau Alexandra als Regentin zurück. Die Zarin regierte nun mit Rasputin, sie war überzeugt das er von Gott geschickt sei und das nur er ihren Sohn beschützen und retten konnte. Alle Minister die gegen dessen Einfluss waren, wurden entlassen und deren Plätze mit Getreuen Rasputins besetzt. Die Stimmung in Russland sank immer tiefer.

Donnerstag, 6. Juni 2013

Portrait: Alix von Hessen und bei Rhein, Zarin Alexandra Feodorowna von Russland - Teil I.


Am 6. Juni 1872 wurde in Darmstadt Prinzessin Victoria Alix Helena Louise Beatrice von Hessen und bei Rhein geboren. Ihr Vater war der spätere Großherzog Ludwig IV. (1837–1892) und ihre Mutter Prinzessin Alice von Großbritannien (1843–1878), der zweiten Tochter Königin Victorias. Alix hatte noch sechs Geschwister die Prinzessinnen Viktoria (1863–1950), Elisabeth (1864–1918), Irene (1866–1953) und Marie (1874–1878) sowie die Brüder Ernst Ludwig (1868–1937) und Friedrich (1870–1873). In der Familie wurde Alix "Alicky" und "Sunny" genannt.

Da die Mutter von Prinzessin Alix bereits verstarb als sie noch ein Kind war, kümmerte sich die Britische Königin Victoria sehr um ihre Hessischen Enkelkinder. Besonders Alix, die kleinste der Halbwaisen, hatte sie in ihr Herz geschlossen. Alix Erziehung war so mehr englisch als deutsch geprägt.

Mit zwölf Jahren, auf der Hochzeit ihrer Schwester Elisabeth mit dem russischen Großfürsten Sergej Alexandrowitsch, lernte Alix ihren späteren Gatten Großfürst Nikolaus Alexandrowitsch kennen.

Doch Königin Victoria hatte andere Pläne. Alix sollte ihr später als Britische Königin nachfolgen und den ältesten Sohn des Prinzen von Wales Prinz Albert Victor, Herzog von Clarence und Avondale (1864–1892) heiraten. Alix lehnte den Heiratsantrag ihres Vetters, trotz des starken Drucks der von Seiten der Familie auf sie ausgeübt wurde, ab.
Prinzessin Alix hatte Großfürst Nikolaus 1889, bei einem Besuch bei ihrer Schwester und deren Mann, wieder gesehen. Beide waren seitdem ineinander verliebt.

Dem Glück standen allerdings einige Steine im Weg: Königin Victoria (sie hasste Russland und war schon sauer über die Eheschließung von Alix Schwester mit einem Romanow gewesen), die Eltern von Großfürst Nikolaus (Zar Alexander III. und Zarin Maria Feodorowna waren Anti-deutsch und fanden Alix außerdem zu schüchtern und unpassend für eine zukünftige Zarin) und die Religion (um den russischen Thronfolger heiraten zu können muss die Braut die Religion wechseln also Mitglied der Russisch-Orthodoxen Kirche werden).

Großfürst Nikolaus Alexandrowitsch von Russland (1868–1918), "Nicky" genannt, kämpfte um seine Liebe. Alix oder keine. Erst als klar wurde das Zar Alexander III. bald sterben würde durfte Nikolaus seiner Alix einen Antrag machen. Prinzessin Alix die im evangelisch-lutherischem Glauben erzogen wurde, war nicht bereit für einen Übertritt. Erst nach Stundenlangen Ringen und Diskussionen gab sie nach und die Verlobung wurde im April 1894 in Coburg bekannt gegeben. Königin Victoria war wieder sauer und überrumpelt, gab dem Paar aber schließlich ihren Segen.

Am 1. November 1894 starb Zar Alexander III. mit nur 49 Jahren. Aus Großfürst Nikolaus Alexandrowitsch war Zar Nikolaus II. geworden. Alix hatte ihren sterbenden Schwiegervater noch sehen können und unterstütze ihren Verlobten so gut sie konnte.

Vor ihrer Heirat war Alix zum Orthodoxen Glauben konvertiert und hieß seitdem Alexandra Feodorowna. Im Winterpalast zu Sankt Petersburg fand am 26. November 1894, noch in der Trauerzeit des Hofes, die Hochzeit von Nikolaus und Alexandra statt.
Die Feierlichkeiten zur Krönung des neues Zarenpaares wird eine Tragödie. Am 18. Mai 1896 kam es auf dem Chodynkafeld bei Moskau, wo ein Fest stattfinden und Geschenke verteilt werden sollten, zu einer Massenpanik bei der 1389 Menschen zu Tode kamen und ebensoviele verletzt wurden.

Aus der glücklichen Ehe kommen in den ersten Jahren vier Töchter zur Welt: die Großfürstinnen Olga Nikolajewna (1895–1918), Tatiana Nikolajewna (1897–1918), Maria Nikolajewna (1899–1918) und Anastasia Nikolajewna (1901–1918). Den Zarenthron kann aber nur ein männlicher Erbe einnehmen, der Druck einen Sohn zu gebären lastet auf der Zarin. Sie sucht Hilfe im Mystizismus. Es kommen mehrere Scharlatane an den Hof. Der erhoffte Sohn bleibt aus. Erst drei Jahre nach der vierten Tochter wird der Zarewitsch Alexej Nikolajewitsch (1904–1918) geboren.

Montag, 3. Juni 2013

Trauerfeier in Kronberg

Gäste bei der Trauerfeier: Simeon II. der letzte Zar von Bulgarien und Königin Sofia von Spanien

Im hessischen Kronberg im Taunus finden heute die Trauerfeierlichkeiten für den am 23. Mai 2013 mit 86 Jahren verstorbenen Moritz Landgraf von Hessen statt.

Als Gäste sind u.a. Königin Sofia von Spanien, Konstantin II. von Griechenland, Simeon II. von Bulgarien, Fürst Alexander zu Schaumburg-Lippe, Prinz Constantijn der Niederlande, Prinzessin Sarvath von Jordanien und die vier Kinder des Verstorbenen erschienen.

(Foto Credit: dpa Picture-Alliance)

Freitag, 24. Mai 2013

Moritz Landgraf von Hessen (1926-2013)


Gestern am 23. Mai 2013 starb Moritz Landgraf von Hessen mit 86 Jahren in Frankfurt am Main.

Landgraf Moritz wurde als Prinz von Hessen-Kassel am 6. August 1926 in Racconigi/Italien als ältestes Kind von Landgraf Philipp von Hessen-Kassel (1896–1980) und dessen Gattin Prinzessin Mafalda (1902–1944) von Savoyen geboren. Er hatte noch drei jüngere Geschwister: Prinz Heinrich (1927–1999), Prinz Otto (1937–1998) und Prinzessin Elisabeth (*1940).

Am 1. Juni 1964 heiratete Landgraf Moritz in Kronberg im Taunus Tatiana Prinzessin zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg (*1940). Aus dieser Ehe stammen die Kinder: Mafalda (*1965), Heinrich Donatus (*1966), Elena (*1967) und Philipp (*1970).
Im Jahre 1974 wurde die Ehe von Moritz und Tatiana durch Scheidung beendet.

Nachdem 1968 die Linie Hessen und bei Rhein (auch als Hessen-Darmstadt bekannt) mit dem Tod von Prinz Ludwig ausgestorben war, blieb vom Haus Hessen nur noch die Familie Hessen-Kassel übrig. Seitdem tragen alle Mitglieder des Hauses nur noch den Namen von Hessen.

Landgraf Moritz hinterlässt seine vier Kinder, 10 Enkelkinder und seine Schwester.

Samstag, 30. März 2013

Landgraf Friedrich II. von Hessen-Homburg


Am 30. März 1633 wurde in Homburg der spätere Landgraf, Friedrich von Hessen-Homburg bekannt als "Der Prinz von Homburg" geboren. Seine Eltern waren der Landgraf Friedrich I. (1585-1638) und Margarete Elisabeth von Leiningen-Westerburg (1604-1667).
Er hatte zwei ältere überlebende Brüder, die Landgrafen Wilhelm Christoph (1625-1681) und Georg Christian (1626–1677), weswegen nicht abzusehen war das er einst Landgraf werden sollte.

Prinz Friedrich diente im schwedischen Militär als Oberst im Zweiten Nordischen Krieg und als General der Kavallerie in Brandenburgischen Diensten im Niederländisch-Französischen Krieg.
Prinz Friedrich war mit Friedrich Wilhelm von Brandenburg "Dem großen Kurfürsten" befreundet.

Nachdem auch der zweite Bruder ohne (überlebenden) männlichen Nachkommen 1681 starb, erbte Prinz Friedrich, nun Landgraf Friedrich II., die Landgrafschaft Hessen-Homburg.

Landgraf Friedrich II. wird drei Ehefrauen haben. Mit der ersten (und 30 Jahren älteren) 
schwedischen Gräfin Margareta Brahe (1603–1669) war er von 1661 bis zu ihrem Tode 1669 verheiratet. Die zweite Ehe ging er 1670 mit der Prinzessin Luise Elisabeth von Kurland (1646–1690) ein. Nach deren Tod heiratete er 1691 die Gräfin Sophie Sybille von Leiningen-Westerburg (1656–1724).

Aus der zweiten Ehe gingen 12 Kinder hervor, von denen eins im Kindesalter starb. Der älteste Sohn Friedrich III. (1673-1746) wird seinem Vater als Landgraf nachfolgen.
In Landgraf Friedrichs II. dritter Ehe kamen drei Kinder zur Welt, von denen zwei früh starben.

Landgraf Friedrich II. von Hessen-Homburg ist am 24. Januar 1708 mit 74 Jahren in Homburg an einer Lungenentzündung gestorben.

Samstag, 19. Januar 2013

Morganatische Ehen in Herrscherhäusern

Morganatische Ehen oder auch "Ehen zur linken Hand" wurden in Adelkreisen geschlossen, wenn einer der beiden Partner nicht Ebenbürtig, das heißt von niederem Stand als der andere war.

Der Partner und die Kinder aus dieser Eheform waren weder Mitglieder der Dynastie noch hatten sie Nachfolgerechte auf den Thron.


Habsburg:

Erzherzog Franz Ferdinand mit seiner Gattin Fürstin Sophie
und den ersten beiden Kindern Sophie und Max von Hohenberg, 1904

Die wohl bekannsteste Ehe zur linken Hand gab es im Hause Habsburg: Erzherzog Franz Ferdinand von Österreich-Este und die böhmische Gräfin Sophie Chotek. Diese wurde zur Fürstin (später Herzogin) von Hohenberg erhoben. Die drei Kinder des Paares Sophie, Maximilian & Ernst trugen den Namen der Mutter.



Hohenzollern:

König Friedrich Wilhelm III. von Preußen
Gräfin Auguste von Harrach

Nach dem Tod der in Preußen sehr beliebten Königin Luise, einer geborenen Prinzessin von Mecklenburg-Strelitz, im Jahre 1810 blieb König Friedrich Wilhelm III. von Preußen 14 Jahre allein, bis er sich zu einer neuen Ehe entschloss. Die Auserwählte war Gräfin Auguste von Harrach, die nach der Eheschließung zur Fürstin von Liegnitz erhoben wurde. Die Ehe blieb kinderlos.



Württemberg:
Herzog Alexander von Württemberg
Gräfin Claudine Rhédey von Kis-Rhéde






Herzog Alexander heiratete 1835 die Gräfin Claudine Rhédey von Kis-Rhéde, nach der Hochzeit zur Gräfin von Hohenstein ernannt. Das Paar bekam zwei Töchter Claudine und Amalie und einen Sohn. Dieser Sohn, Graf Franz von Hohenstein, machte eine gute Partie und heiratete Prinzessin Mary Adelaide von Großbritannien, eine Enkelin von König Georg III.

Graf Franz wurde zum Herzog von Teck erhoben, er gründete damit die Seitenlinie der Herzöge von Teck im Hause Württemberg. Die Familie lebte in England. Herzog Alexander und Gräfin Claudine sind Großeltern der Britischen Königin Mary, der Gattin von König Georg V. von Großbritannien.


Die Familie Teck in England:
sitzend: Herzog Franz und Herzogin Mary Adelaide von Teck
stehend v.l.n.r.: Alexander, Mary, Adolphus und Francis


Hessen:

Gräfin Julia Hauke und Prinz Alexander von Hessen
 
Julia Hauke war eine Hofdame der russischen Zarin Marie Alexandrowna, geborene Prinzessin Marie von Hessen und bei Rhein. Dort lernte Prinz Alexander sie kennen und lieben. Das Paar mußte Rußland verlassen und heiratete. Julia wurde zur Gräfin (später Fürstin) von Battenberg ernannt. 
 
Die Kinder Prinzessin Marie, und die Prinzen Ludwig, Alexander, Heinrich und Franz Joseph von Battenberg, machten erstaunliche Karrieren: Ludwig wurde Admiral in der britischen Marine und Erster Seelord, Alexander wurde regierender Fürst von Bulgarien und Prinz Heinrich wurde trotz morganaitischer Herkunft Schwiegersohn von Königin Victoria von Großbritannien.


Baden:

Großherzog Karl Friedrich von Baden

Das morganatische Nachkommen nicht immer ohne Thron blieben, kann man am Haus Baden sehen. Großherzog Karl Friedrich von Baden (1728-1811) war zwei mal verheiratet, aus der ersten Standesgemäßen Ehe mit Karoline Luise von Hessen-Darmstadt (1723-1783) hatte er drei überlebende Söhne.

Erbprinz Karl Ludwig von Baden (1755-1801), der noch vor seinem Vater starb und selbst nur einen Sohn den späteren Großherzog Karl (1786–1818), hatte. Beide Söhne von Karl starben früh. Die anderen Söhne Markgraf Friedrich (1756–1817) und Großherzog Ludwig I. (1763-1830) blieben ohne bzw. nur uneheliche Nachkommen.

 Freiin Luise Karoline Geyer von Geyersberg,
spätere Reichsgräfin von Hochberg

Großherzog Karl Friedrich von Baden beschloß 4 Jahre nach dem Tod seiner Frau noch einmal zu heiraten, seine Wahl fiel auf die Hodame seiner Schweigertochter Markgräfin Amalie, Freiin Luise Karoline Geyer von Geyersberg (1768-1820), die 40 Jahre jünger als er selbst war. Mit der Eheschließung wurde Luise Karoline zur Freifrau (später Reichsgräfin) von Hochberg erhoben.

Aus der Ehe gingen vier überlebende Kinder hervor: Leopold (1790-1852), Wilhelm (1792-1859), Amalie (1795-1869) und Maximilian (1796-1882).

Als es 1818 ersichtlich wurde das keiner der Söhne aus erster Ehe einen männlichen Nachkommen haben würde, ließ sich Großherzog Karl beim Fürstenkongress in Aachen die Markgrafenwürde für die morganatischen Nachkommen seines Vaters und der Reichsgräfin von Hochberg bestätigen.

Großherzog Leopold von Baden,
er erbte durch Aussterben der Hauptlinie den Thron Badens

Der älteste Sohn Leopold wurde nach dem Tod von Ludwig I. der neue Großherzog von Baden.

Die Nachkommen von Großherzog Friedrich Karl und der Reichsgräfin von Hochberg regierten bis 1918 im Großherzogtum Baden, bis heute stammen alle gebürtigen Mitglieder des Hauses Baden von ihnen ab. 

Freitag, 14. Dezember 2012

14. Dezember 1861/1878

 
 Prinzessin Alice (1843-1878) und ihr Vater Prinzgemahl Albert (1819-1861)
 
 
Am 14.12.1861 starb Königin Victorias Gatte Prinz Albert (42-jährig) und genau 17 Jahre später am 14.12.1878 auch die zweitgeborene Tochter des Paares, Alice (35-jährig).



Samstag, 1. Dezember 2012

Rezension: Ella: Grand Duchess Elisabeth Feodorovna of Russia von Christina Croft


Gerade habe ich "Ella: Grand Duchess Elisabeth Feodorovna of Russia" zuende gelesen.

Das Buch ist schwer zu kriegen und ich habe es bei einem Besuch in den Haag gekauft, Bücher von Eurohistory werden in Europa nur in Paris und eben bei van Hoogstraten in den Niederlanden verkauft.

Das Buch ist eine Biographie über Prinzessin Elisabeth von Hessen und bei Rhein (ehemals Hessen-Darmstadt) Spitzname: Ella, die Großfürst Sergej Alexandrowitsch von Rußland, den zweitjüngsten Sohn von Zar Alexander II. und seiner ersten Ehefrau Prinzessin Marie von Hessen und bei Rhein, geheiratet hat.

Elisabeth war die Tochter von Großherzog Ludwig IV. von Hessen und bei Rhein und dessen Gattin Prinzessin Alice von Großbritannien, der zweiten Tochter von Königin Victoria und Prinzgemahl Albert. Ihre Schwester Alix ging als Alexandra Feodorowna die letzte Zarin in die Geschichte ein.

Nach ihrer Eheschließung trug Ella den Namen Großfürstin Elisabeth Feodorowna von Rußland.

Das Buch behandelt Ellas Kindheit, den frühen Tod ihrer Mutter, ihr enges und manchmal schwieriges Verhältnis zur Großmutter Königin Victoria, die nicht wollte das auch nur eine ihrer Enkelinnen ins "grässliche und unstabile Rußland" ging. Die Ehe wurde nicht glücklich, blieb Kinderlos. Sie hat die Ehe ihrer jüngeren Schwester mit dem russischen Thronfolger miteingefädelt, was später für beide Frauen fatale Konsequenzen haben wird.


Ella trat zum Russisch-orthodoxen Glauben über und wurde nach der ermordung ihres Mannes Äbtissin in dem von ihr gegründeten Martha-Maria-Kloster in Moskau. Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges und der Russische Revolution wurde Ella verbannt und später brutal ermordet.
Königin Victoria sollte Recht behalten...

Das Buch ist gut zu lesen, hat 7 Stammbäume der Romanows, Hessens und sonstiger Verwandtschaft sowie zwei schöne Bildteile (schwarz/weiß) im Text.
Zu bemäkeln ist einzig der Preis: ich habe 35 Euro bezahlt; für ein Taschenbuch ist das ziemlich happig... allerdings ist das Buch auch selten und der Preis daher gerechtfertigt. Kaufempfehlung!

 
 
 
Buch-Informationen
Titel: Ella: Grand Duchess Elisabeth Feodorovna of Russia
Autor: Christina Croft
Verlag: Eurohistory
Jahr: 2005
Seiten: 204
Sprache: Englisch
Format: Taschenbuch
ISBN:
Preis: ca. 35 €



Hier erhältlich: Eurohistory