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Donnerstag, 9. April 2015

Königliche Geschwister: Die Kinder des Herzogs von Alençon


Auf diesem Foto sind die beiden Kinder von Prinz Ferdinand, Herzog von Alençon (1844–1910) und dessen Ehefrau Herzogin Sophie in Bayern (1847–1897) zu sehen. Das Bild stammt aus der Zeit um 1876.

Prinzessin Louise (1869–1952), die ältere der Geschwister, wurde in Großbritannien geboren. Die französische Königsfamilie war dort - nach der Absetzung von König Louis Philippe - im Exil. Louise stand ihrer Mutter Sophie sehr Nahe und musste als junge Frau miterleben wie diese wegen ihrer Scheidungsabsichten in ein Sanatorium verfrachtet wurde. 1891 heiratete Louise Prinz Alfons von Bayern, dieser war von ihrer Cousine und Freundin Erzherzogin Marie Valerie als Bräutigam abgelehnt worden. Ihr erstes Kind, Prinz Joseph Clemens, kam 11 Jahre nach der Eheschließung zur Welt, das zweite Kind, Prinzessin Elisabeth, wurde 11 Jahre nach ihrem Bruder geboren. Alfons und Louise waren beliebte Mitglieder der bayerischen Königsfamilie und blieben auch nach dem Ende der Monarchie 1918 in Bayern wohnen. Seit 1933 verwitwet, gibt es aus den letzten Lebensjahren der Prinzessin wenig Informationen. Prinzessin Louise von Bayern wurde 82 Jahre alt.

Der Junge auf dem Bild ist Prinz Emmanuel (1872–1931), späterer Herzog 
von Vendôme. Er war ein schwieriges Kind und hatte seinen eigenen Kopf. Im Jahre 1896 ehelichte er Prinzessin Henriette von Belgien, eine Schwester von König Albert I., und bekam mit ihr drei Töchter und einen Sohn. Eins der Mädchen, Prinzessin Sophie, war geistig behindert. Da die Eltern damit nicht klar kamen, wurde das Kind von der Großmutter mütterlicherseits versorgt. Emmanuel und Henriette lebten ein luxuriöses Leben, was sich aber nach dem Ersten Weltkrieg drastisch änderte und beide gezwungen waren, einige ihrer Immobilien zu verkaufen, um ihren Lebensstandard aufrecht zu halten. Mit 59 Jahren ist Prinz Emmanuel, Herzog von Vendôme an Herzversagen gestorben.

Sonntag, 13. April 2014

Vier Königliche Cousinen


Auf diesem Bild sind vier Cousinen zu sehen, sie stammen alle von der Linie der Herzöge in Bayern ab.

Vorne sitzen Prinzessin Louise von Orléans (1869–1952), Tochter von Herzogin Sophie in Bayern und Prinz Ferdinand von Orléans, Herzog von Alençon, sowie Erzherzogin Marie Valerie von Österreich (18681924), das jüngste Kind von Herzogin Elisabeth in Bayern und Kaiser Franz Joseph I. von Österreich.

Dahinter stehen Prinzessin Maria Theresia von Neapel-Sizilien (1867–1909), die Tochter von Herzogin Mathilde in Bayern und Prinz Ludwig von Neapel-Sizilien, Graf von Trani, und Herzogin Amalie in Bayern (1865–1912), das einzige Kind aus der Ehe von Herzog Carl Theodor in Bayern mit Prinzessin Sophie von Sachsen.

Montag, 15. April 2013

15. April 1891: Hochzeit von Prinz Alfons von Bayern & Prinzessin Louise von Orléans


Am 15. April 1891 wurden Prinz Alfons und Prinzessin Louise im Schloss Nymphenburg im Königreich Bayern getraut. Das Bild zeigt das Brautpaar in Hochzeitskleid und Uniform.

Die Braut Prinzessin Louise (1869-1952) war die einzige Tochter von Ferdinand von Orléans, Herzog von Alençon (1844-1910) und der Herzogin Sophie Charlotte in Bayern (1847-1897).
Louise heiratet in die Königliche Linie des Hauses Wittelsbach ein, ihre Mutter stammte aus der herzöglichen Nebenlinie des Bayerischen Königshauses. Kaiserin Elisabeth von Österreich, Königin Marie Sophie von Neapel-Sizilien und Erbprinzessin Helene von Thurn und Taxis sind ihre Tanten. Väterlicherseits stammt Louise vom Französischen Bürgerkönig Louis-Philippe I. ab.

Der Bräutigam Prinz Alfons (1862-1933) war der zweite Sohn von Prinz Adalbert von Bayern (1828–1875) und Infantin Amalia del Pilar von Spanien (1834-1905).
Alfons war über seinen Vater ein Enkel von König Ludwig I. von Bayern, über seine Mutter war er mit König Karl IV. von Spanien verwandt, dessen Urenkel er war.
 
Aus der glücklichen Ehe von Louise und Alfons entstammen zwei Kinder:
Prinz Joseph Clemens von Bayern (1902-1990), er kam erst 11 Jahre nach der Hochzeit zur Welt, und Prinzessin Elisabeth von Bayern (1913-2005), sie wurde 11 Jahre nach ihrem Bruder geboren. Nur die Tochter hat Nachkommen hinterlassen, Joseph Clemens blieb unverheiratet und kinderlos.

Prinz Alfons starb mit 70 Jahren, er und Prinzessin Louise waren über 41 Jahre verheiratet gewesen. Louise verstarb 82-jährig und überlebte ihren Mann um 19 Jahre, sie hat nicht wieder geheiratet.

Beide sind in der St. Michael Kirche in München bestattet.

Mittwoch, 3. April 2013

Kurzportrait: Louise von Orléans, Königin der Belgier


Louise von Orléans wurde am 3. April 1812 in Palermo, Sizilien geboren. Sie war das zweite Kind und die erste Tochter ihrer Eltern, Louis-Philippe I. (1773-1850) und Prinzessin Maria Amalia von Neapel-Sizilien (1782-1866), die von 1830 bis 1848 König und Königin der Franzosen waren.

Am 9. August 1832 wurde Louise in Compiègne mit Leopold I. (1790-1865), König der Belgier aus dem Hause Sachsen-Coburg und Gotha verheiratet. König Leopold war zuvor mit der britischen Thronerbin Charlotte von Wales (1796-1817) verheiratet gewesen. Diese starb aber nach der Totgeburt des gemeinsamen Sohnes im Kindbett.

Louise wollte den 22 Jahre älteren Leopold eigentlich nicht heiraten, er schien ihr kalt und unnahbar. Nach der Hochzeit, als beide sich besser kennen lernten, änderte sie ihre Meinung. Für Leopold I., der seine erste Gattin Charlotte nicht vergessen konnte, war Louise nicht die große Liebe sondern eher eine Freundin.
Beide haben sich aber arrangiert und sind miteinander ausgekommen.

Leopold I. und Louise hatten die folgenden Kinder:
Louis-Philippe (1833-1834), starb als Kleinkind
Leopold, Herzog von Brabant (1835-1909), ab 1865 neuer König der Belgier
Philipp, Graf von Flandern (1837-1905) und
Charlotte (1840-1927), durch Heirat Erzherzogin von Österreich und später Kaiserin von Mexiko

Während Leopold I. protestantisch blieb, wurden die Kinder im katholischen Glauben ihrer Mutter Louise erzogen. Das geschah weil die Mehrheit der Belgischen Bevölkerung katholisch war und mit der gemeinsamen Religion enger an das Königshaus gebunden werden sollte.

Es dauerte bis sich Königin Louise in Belgien einlebte, sie kam anfangs mit der Mentalität der Belgier nicht klar. Sie unterstützte arme Familien und wohltätige Zwecke mit ihren finanziellen Mitteln.

Louises letzte 11 Lebensjahre wurde vom Verlust einiger Familienmitglieder verdüstert. 1839 starb ihre jüngere Schwester Marie mit nur 25 Jahren, 1842 starb der Bruder Ferdinand-Philippe 31-jährig und am 26. August 1850 starb auch noch der Vater im englischen Exil, nachdem er 1848 entthront und mit der Familie aus Frankreich geflüchtet war. Seit 1844 hatte König Leopold I. auch noch eine Mätresse die 1849 einen Bastard bekam.

Nachdem sie längere Zeit kränklich war, starb Louise, Königin der Belgier mit nur 38 Jahren am 11. Oktober 1850 in Ostende, Belgien an Tuberkulose.
Sie wurde in der Königlichen Krypta der Liebfrauenkirche in Laeken bestattet.