Samstag, 6. Juli 2013

Maximilian I., Kaiser von Mexiko

Maximilian als Kaiser von Mexiko

Kaiser Maximilian I. von Mexiko wurde als Erzherzog Ferdinand Maximilian Joseph Maria von Österreich am 6. Juli 1832 auf Schloss Schönbrunn bei Wien geboren.
Er war der zweitgeborene Sohn von Erzherzog Franz Karl (1802–1878) und dessen Gattin Prinzessin Sophie von Bayern (1805–1872). Zu Maximilians Geschwistern gehörten der spätere Kaiser Franz Joseph I. (1830–1916) und die Erzherzöge Carl Ludwig (1833–1896) und Ludwig Viktor (1842–1919), die einzige Schwester Erzherzogin Maria Anna (1835–1840) war als Kind gestorben.

Als nachgeborener Sohn durchlief Erzherzog Maximilian, wie bei den Habsburgern üblich, die Militärlaufbahn. Er interessierte sich für allem für die Marine und bekleidete sogar den Posten des Kommandanten der Österreichische Marine. (Österreich hatte zwei Seehäfen in Triest und Pola.)

Als junger Mann verliebte sich Erzherzog Maximilian in Prinzessin Maria Amalia von Brasilien (1831–1853), sie war die einzige Tochter von Kaiser Pedro I. von Brasilien aus dessen Ehe mit Prinzessin Amélie von Leuchtenberg. Kurz vor der Bekanntgabe der Verlobung starb die Prinzessin jedoch an Tuberkulose.

Am 27. Juli 1857 ehelichte Maximilian in Brüssel Prinzessin Charlotte von Belgien (1840–1927).
Die Ehe blieb kinderlos. Das Paar bewohnte, das für sie gebaute, Schloss Miramare in Triest.
Hier vertrat Maximilian als Generalgouverneur von Lombardo-Venetien Österreich.
Weil Maximilian seinem kaiserlichen Bruder in Wien zu liberal war wurde er nach zwei Jahren im Amt wieder abgesetzt. Kurze Zeit später verlor Österreich während des Italienischen Unabhängigkeitskrieges von 1859 die Lombardei. Maximilian und Charlotte blieben weiterhin in Triest und lebten zurückgezogen in ihrem Schloss.

Charlotte & Maximilian

Das änderte sich als der französische Kaiser Napoléon III. und vor allem dessen Gattin Eugénie einen Monarchen für das von ihnen geplante Zweite Mexikanische Kaiserreich suchten. Mexiko hatte seine Zahlungen für Auslandsschulden eingestellt, wovon vor allem Frankreich betroffen war. Wie im  Londoner Vertrag mit Großbritannien und Spanien vereinbart wollte Frankreich seine Schulden in Mexiko eintreiben. Die ersten Expeditionstrupps betraten im Dezember 1861 mexikanischen Boden.
Die USA befand sich gerade im Sezessionskrieg, mit einem Eingriff brauchte man also nicht rechnen.

Kaiser Maximilian und Kaiserin Charlotte machten sich, nach falschen Versprechungen, auf den Weg. Zuvor hatte Maximilian auf die mögliche Thronfolge in Österreich verzichtet. Ein Österreichisches Freiwilligenkorps begleitete das neue mexikanische Kaiserpaar. Aber weder dieses noch die französische Armee konnten sich gegen die Republik Mexiko und den (von den Franzosen abgesetzten) Präsidenten Benito Juárez durchsetzen. Kaiser Maximilian hatte von Anfang an keinen Rückhalt bei der Bevölkerung. Um seine Herrschaft zu legitimieren adoptierte das kinderlose Kaiserpaar den Enkel des letzten Kaisers von Mexiko: Agustín de Itúrbide y Green (1863–1925). Aber auch das konnte das mexikanische Kaiserreich nicht mehr retten.

1866 war auch der Krieg in den USA beendet und Frankreich musste seine verbliebenen Truppen aus Mexiko abziehen. Inzwischen war Kaiserin Charlotte zurück nach Europa gegangen um Hilfe für ihren Thron und ihren Mann zu suchen. Weder in Frankreich noch beim Papst fand sie gehör. Nach einem Nervenzusammenbruch wurde sie für Wahnsinnig erklärt und blieb den Rest ihres Lebens unter Betreuung. Mexiko und Maximilian sah sie nie wieder.

Erschießung Kaiser Maximilians von Mexiko

Kaiser Maximilian wurde konnte nach Querétaro fliehen, wo er mit wenigen getreuen von den Truppen der Mexikanischen Republik belagert wurde. Durch Verrat wurde Maximilian gefangen genommen und zum Tode verurteilt. Trotz Gnadengesuchen bestätigte, der wieder an die Macht gelangte, Präsident Benito Juárez das Todesurteil. Am 19. Juni 1867 wurden Kaiser Maximilian und seine Generäle Miramón und Mejía in der Nähe von Querétaro erschossen.

Maximilian I., Kaiser von Mexiko starb mit 34 Jahren. Seine Leiche wurde nach Europa überführt und in der Kapuzinergruft in Wien beigesetzt.
Erzherzogin Sophie war nach dem Tode ihres Lieblingssohnes völlig gebrochen. Die geistig umnachtete Witwe Charlotte überlebte ihren Ehemann um fast 60 Jahre.

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