Donnerstag, 3. September 2015

Königliche Geschwister: Die Kinder von Großherzog Friedrich August von Oldenburg

 
Auf diesem Foto sieht man die vier Kinder des letzten oldenburgischen Großherzogs Friedrich August II. (1852–1931). Aus dessen erster Ehe mit Prinzessin Elisabeth Anna von Preußen (1857–1895) stammt als einziges überlebendes Kind Tochter Sophie Charlotte. Aus der zweiten Ehe mit Herzogin Elisabeth Alexandrine zu Mecklenburg-Schwerin (1869–1955) stammen die anderen drei Kinder des Großherzogs.
 
Vorne links sitzt Herzogin Sophie Charlotte (1879–1964) in der Familie "Lotte" genannt. Mit 16 Jahren verlor Sie ihre Mutter. Ein Jahr später bekam sie eine Stiefmutter, mit der sie sich nicht verstand. 1906 verließ Sophie Charlotte ihr Elternhaus und heiratete Prinz Eitel Friedrich von Preußen und wurde somit Schwiegertochter von Kaiser Wilhelm II. Die Ehe war nicht glücklich und blieb kinderlos. 1926 - Jahre nach Ende der Monarchie in Deutschland - folgte die Scheidung, eigentlich wollten sich beide schon früher trennen, was aber am Einspruch des Kaisers scheiterte. Im Jahre 1927 ehelichte Sophie Charlotte Harald von Hedemann. Das Paar wohnte in Schloss Rastede. Sie wurde 1930 Mitglied der NSDAP.  Herzogin Sophie Charlotte von Oldenburg, Frau von Hedemann wurde 85 Jahre alt.
 
Dahinter steht Erbgroßherzog Nikolaus (1897–1970), der einziger Sohn des Großherzoglichen Paares. Nikolaus durchlief eine für einen Thronfolger übliche Ausbildung und diente auch im Kaiserlichen Heer, bei den Oldenburgischen Dragonern. Durch die Umbrüche nach den Ersten Weltkrieg verlor der Vater von Nikolaus seinen Thron und der Erbgroßherzog fand sich als Bürger der Republik wieder. Im Jahre 1921 ging Nikolaus eine dynastische Ehe mit Prinzessin Helene zu Waldeck und Pyrmont ein, und wurde zwischen 1923 und 1940 Vater von neun Kindern. Nach dem Tode von Friedrich August II. wurde Nikolaus zum Chef des Hauses Oldenburg. Wie schon seine ältere Halbschwester trat er auch der NSDAP sowie der SA bei. Nach dem Tod seiner ersten Ehefrau heiratete Nikolaus ein zweites Mal, seine Wahl fiel auf Anne-Marie von Schutzbar genannt Milchling. Diese Ehe blieb ohne Nachkommen. Erbgroßherzog Nikolaus von Oldenburg starb mit 72 Jahren.
 
Rechts sitzt Herzogin Altburg (1903–2001), das Nesthäkchen der Familie. Ihre Kindheit verbrachte sie mit Vater und Geschwistern, da ihre Mutter wegen Verfehlungen nicht am großherzoglichen Hof bleiben durfte. 1922 fand die Hochzeit von Altburg und Erbprinz Josias zu Waldeck und Pyrmont statt. Während ihrer Ehe brachte sie fünf Kinder zur Welt. Altburgs Ehemann machte während des Dritten Reichs in der NSDAP und SS Karriere, nach dem Zweiten Weltkrieg wurde er als Kriegsverbrecher verurteilt. Mit 98 Jahre war Erbprinzessin Altburg zu Waldeck und Pyrmont die langlebigste der vier Geschwister.
 
In der Mitte steht Herzogin Ingeborg (1901–1996). Ingeborg und ihre Schwester Altburg litten als Kinder sehr unter dem Zerwürfnis ihrer Eltern, die Mutter hatte eine Affäre, wurde Verbannt und durfte ihre Kinder nur sehr selten sehen. 1921 vermählte sich Ingeborg mit Prinz Stephan zu Schaumburg-Lippe. Aus der Ehe stammten zwei Kinder. Sonst ist über Ingeborg nicht viel bekannt. In den Jahren 1965 und 1970 hatte sie zwei Schicksalsschläge zu verkraften, ihr Gatte und Sohn starben. Mit 94 Jahren verstarb Prinzessin Ingeborg zu Schaumburg-Lippe.
 

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