Montag, 29. Februar 2016

Reiche Amerikanerinnen in Königshäusern


Viele reiche US-Amerikanerinnen machten sich vor und nach dem Gilded Age auf den Weg Richtung Europa. In den USA zur hohen Gesellschaft gezählt, fehlte vielen zum Glück noch ein (königlicher) Titel. Viele dieser Geld-Adel-Ehen endeten in Scheidung, wie bei einer der bekanntesten Erbinnen, Consuelo Vanderbilt, die den Herzog von Marlborough geheiratet hatte.

Die Dame auf dem oberen Gemälde ist Nonie "Nancy" May Stewart Worthington Leeds (1878–1923), später als Prinzessin Anastasia von Griechenland bekannt. Nonie May "Nancy" Stewart war eine reiche Erbin aus Ohio. Sie verlor früh ihre Mutter und wurde zu Hause unterrichtet. Als junge Frau wurde sie in die hohe Gesellschaft Amerikas eingeführt. 

1894 heiratete sie ihren ersten Ehemann George Ely Worthington, der aus einer Industriellenfamlie stammte. Die Ehe hielt bis 1899 und blieb kinderlos, sie wurde wahrscheinlich annuliert, da die Braut  bei der Hochzeit erst 16 Jahre alt war, was in Ohio verboten war. Im Jahre 1900 schloss Nancy ihre zweite Ehe mit William Bateman Leeds. Aus dieser Verbindung ist ihr einziges Kind William Bateman Leeds, Jr. hervorgegangen. Acht Jahre später war sie Witwe und hatte ein Vermögen von 35 Millionen Dollar geerbt.

In Europa, wohin sie noch zu Lebzeiten ihres verstorbenen Ehemannes gezogen war, war Nonie als Nancy May Leeds bekannt. Hier verkehrte sie mit den reichen und schönen und lernte 1914 dabei Prinz Christopher von Griechenland und Dänemark (1888–1940) kennen. Der Prinz war das jüngste von acht Kindern von König Georg I. von Griechenland und Königin Olga Konstantinowna, einer geborenen Großfürstin von Russland. Im selben Jahr wurde die Verlobung bekannt gegeben, die nicht königliche Braut stieß bei der Königlichen Familie zuerst nicht auf Gegenliebe, da alle Geschwister Christophers mindestens Prinzen oder Prinzessinnen geehelicht hatten. 

Erst am 1. Februar 1920 wurde Hochzeit gefeiert. Die griechische Königsfamilie war nach dem Ersten Weltkrieg im Exil und hatte nur wenig Geld zur Verfügung, so das einer Ehe mit der reichen Nancy nichts mehr im Weg stand. Mit ihrer Eheschließung und Eintritt in die orthodoxe Kirche wurde aus Nancy May Leeds Prinzessin Anastasia von Griechenland und Dänemark. Die neue Prinzessin unterstützte mit ihrem Vermögen die Verwandtschaft ihres Mannes. Wenige Monate nach der Hochzeit wurde bei Prinzessin Anastasia Krebs diagnostiziert. Drei Jahre später starb sie. Ihr Leichnam wurde in die USA überführt.



Die Dame auf dem schwarz-weiß Foto ist Anna Audrey Emery Reykariw (1904–1971), besser bekannt als Audrey Emery und Prinzessin Romanowskaja-Iljinskaja. Audrey Emery wurde in Ohio geboren und war eines der fünf Kinder von John Josiah Emery, der ein riesiges Vermögen mit Immobilien gemacht hatte. Über die Kindheit und Jugend von Audrey ist nicht viel bekannt.

1926 wurde sie die morganatische Ehefrau von Großfürst Dmitri Pawlowitsch von Russland. Dmitri Pawlowitsch war der einzige Sohn aus der Ehe von Großfürst Paul Alexandrowitsch und Prinzessin Alexandra von Griechenland. Aus der Verbindung von Audrey Prinzessin Romanowskaja-Iljinskaja und ihrem Gatten ging ein Kind, Sohn Paul Romanowski-Iljinski hervor. Audrey sorgte mit ihrem Geld für ein sorgenfreies Leben, für den im Exil lebenden Großfürsten.
Die Ehe wurde 1937 geschieden. Im selben Jahr ehelichte Audrey Prince Dimitri Djordjadze aus einer georgischen Fürstenfamilie. Auch diese Ehe wurde wieder geschieden. Später kehrte Audrey Emery zurück in die USA und starb dort.

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